Man hüpfe, wenn man wirklich springen will! – Empire Dust

Hip-Hop trifft auf Alternative Rock, dazu gesellt sich noch die britische Tradition elektronischer Beats. Als Resultat zeigt sich ein Crossover-Album, welches im Geist der Neunziger mit Ambition und Botschaft aus den Boxen schnalzt. Empire Dust verfolgen einen alten Traum, in dem Musik den Finger in gesellschaftliche Wunden legt, um die Ecke denkt, Visionen schwitzt. Dieses selbstbetitelte Debüt zeigt Engagement und Selbstbewusstsein, es will bewegen – Kopf und Beine. Und darum gilt: Man hüpfe, wenn man wirklich springen will.

Ein Song wie Peace Not War mag vom Titel her zwar fast aufdringlich plakativ ausfallen, aber er nährt sich aus Wut und Kampfeslust, hat nichts von dieser ewigen Hippie-Lethargie, die handzahm Realitäten negiert. Es scheint kein Zufall, dass ein Mitglied von Empire Dust auf eine Vergangenheit bei der Asian Dub Foundation zurückblicken darf. Denn in ihren stärksten Zeiten hat diese Formation nie weggesehen, etwa mit Fortress Europe einen Song fabriziert, der eine Dystopie beschreibt, die über zehn Jahre später bereits bittere Realität geworden ist. Auch Empire Dust offerieren mit The Future einen Track, der um die Zukunft kämpft, sie nicht dem Bösen überlassen möchte. Das erwächst zu anpackendem Conscious Rap ohne penetrantes MC-Gehampel, wie er einst in Mode war und heute mehr denn je benötigt wird. All dies wird noch durch offensive Attitüde und dynamisches Gitarren-Krawumm aufgepeppt, sodass die Chose manchmal sogar an den Nu Rock vom Anfang des Jahrtausends erinnert. Zu den Highlights des Albums zählen der Opener Take Over, das düster-bissige Titelstück Empire Dust, ein in derbem, rabiatem Ton gehaltenes Twelve sowie das wavig schwelende Think Out The Box. In der Summe ist Empire Dust somit ein Stilmix mit viel Schmackes und einer ordentlichen Portion Relevanz gelungen. Musik wirkt dieser Tage so oft im Sprung gehemmt. Empire Dust freilich sind dies nicht. Ihr Werk ist eines für aufgescheuchte Zeitgenossen, die die eigene Rebellion gegen das System nicht länger prokrastinieren sondern den Aufschrei wagen wollen. Man muss sich nur einmal trauen!

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Empire Dust ist am 31.10.2014 auf Last Exit Records erschienen.

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