Schatzkästchen 8: Venera 4 – Colored Fields

Wenn eine Band zur Beschreibung des eigenen Sounds eine grundsätzliche Betrachtung vom Stapel lässt („In the dark, all color melt together. In daylight, they are a divine radiance.“), dann möchte sie entweder mit aufgesetzter Klugheit hausieren gehen – oder aber eine bestimmte Attitüde auf den Hörer übertragen. Die Pariser Formation Venera 4 fällt fraglos in letztere Kategorie. Sie versteht sich auf das Auflösen von Kontrasten, lässt Helle und Dunkel vermengen, kreiert einen funkelnden Sound, der Sinnlichkeit und Kraft kombiniert. Ätherischer Gesang trifft auf wirkmächtige Gitarren, die Lärmigkeit von Noise-Pop auf die ästhetische Vision des Shoegaze und die melodische Leichtigkeit des Indie-Pop. All dies verkörpert der Song Colored Fields, der mir das Herz ganz und gar aufgehen lässt. Es entzückt als herrliches Duett, das als Vorbote für das Anfang März erscheinende Album Eidôlon fungiert. Venera 4 scheint mit diesem Lied alles und mehr geglückt. Colored Fields zählt für mich schon jetzt zu den Tracks des Jahres, weil er auf kleine, feine Weise perfekt tönt.  Weiterlesen