Schlaglicht 6: Aqua Alta

Mit Verlaub, aber der Albumtitel Dreamsphere erschien mir zunächst als sehr wackelige Angelegenheit. Dahinter könnten nämlich aus wohlmeinendere Musikfans einen Selbstfindungs-New-Age-Klimbim vermuten. Doch jedwedes Om bleibt dem Hörer in der Kehle stecken. Denn die Formation Aqua Alta setzt lieber auf einen musikalischen Stil, den sie verheißungsvoll als „undersea dream pop“ tituliert. Hinter dem Projektnamen Aqua Alta steckt eine Zusammenarbeit der kanadischen Singer-Songwriterin Jenn Grant mit den Produzenten Charles Austin und Graeme Campbell. Das Trio versucht sich an eingängigem Pop samt Beats und Synthie-Seligkeit. Laut Austin sei dies „country music for aliens“. Diese Beschreibung trifft die Seele des Sounds vielleicht sogar besser als die Unterwasser-Dream-Pop-Einordnung. Songs wie BTOcean oder Coral Castle entpuppen sich als eingängiger, von makellosem Gesang geadelter Pop, der sich durchaus um eine sacht irritierende – vielleicht sogar extraterrestrische – Note bemüht. Den Sound dominiert eine auratische Weite, eine spannende Mischung aus Cleverness und Exotik. Auch wenn Aqua Alta wohl ein temporäres Nebenprojekt bleiben wird, weil Jenn Grants Durchbruch als Solokünstlerin hoffentlich nur eine Frage der Zeit ist, erscheint mir Dreamsphere dennoch als bemerkenswerte Platte, da sie sich einen ganz eigenen, interessanten Klang ertüftelt hat. So bleibt abschließend sehr zu wünschen, dass Aqua Alta auch außerhalb Kanadas so einige Liebhaber finden wird!

Dreamsphere erscheint am 03.02.2015 auf Star House Collective.

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