Österliche Kompositionen von Arvo Pärt

Der estnische Komponist Arvo Pärt ist wohl einer der wichtigsten lebenden Vertreter neuer Musik, sein von Gregorianik und dem musikalischen Minimalismus inspiriertes Werk überführt sakrale Musik in die Moderne und haucht der Gegenwart längst verlorene meditative Spiritualität ein. Pärt ist Verfechter einer andächtigen Schlichtheit. Seine Choräle schmettern sich nicht die Seele aus dem Leib, sie erschlagen den Hörer nie. Das Schaffen ist von einer Idee, von einem Glauben beseelt – und tritt dahinter zurück. Effekte sind ihm fremd. Von seinen Kompositionen geht eine große innere Ruhe aus, sie erlauben Kontemplation, ein entweltlichtes Versinken im Mysterium. In seinen Werken Passio Domini nostri Jesu Christi secundum Joannem und Stabat Mater hat er sich der Leidensgeschichte Jesu verschrieben.

In Deutschland wird in den letzten Jahren vermehrt gegen das am Karfreitag in weiten Teilen der Republik geltende Tanzverbot protestiert. Nun hat jeder und jede atheistisch oder agnostisch oder andersgläubig Veranlagte das Recht, Ostern so zu begehen, wie er oder sie dies wollen. Somit auch den christlichen Charakter von Ostern zu ignorieren. Wiese es jedoch inakzeptabel sein soll, ein paar wenige Tage im Jahr Rücksicht auf Gläubige zu nehmen, will mir nicht recht einleuchten. Vielleicht täten auch Partyhungrige gut daran, an jenen Tagen den andachtsvollen Klängen Pärts zu lauschen. Ein wenig Besinnung, ein bisschen Entschleunigung, ein kleiner Blick in das Auge der Ewigkeit, all dies hat Pärt zu bieten – und beileibe nicht nur für Christen.

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Arvo Pärt Centre

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