Schatzkästchen 18: Broen – Iris

Eine norwegische Formation mit griechischem Einschlag, die als Heimat Oslo und die wundervolle griechische Insel Mykonos angibt, weckt mein Interesse sofort. Ich bin stets für jede Ungewöhnlichkeit zu haben. Und an Kuriosität mangelt es dem Lied, das heute in meine Schatzkästchen wandert, nun wirklich nicht. Der Song Iris besticht als Indie-Pop samt flirrender Gitarre, Synthie-Geklimper und Tuba-Gebrumme. Der Band Broen ist ein verwegener Track geglückt, der in der Intention unberechenbar skandinavisch anmutet. Unter der Oberfläche des mädchenhaft-fordernd vorgetragenen Gesangs schlummern Abgründe. Die Kollegin Eva-Maria vom Polarblog formuliert es ausgezeichnet: „Marianna Røe zelebriert hier eine perfide Grenzwert-Hysterie, die sich hinter vordergründiger Heile-Welt-Paranoia versteckt. Und klingt wie eine leicht depressive Variante von Kate Nash.“ Es ist ein Lied, das sogar mehrfach gegen den Strich gebürstet ist, wenn es einerseits mit den Gesetzmäßigkeiten des Indie-Pop spielt, mit der Tuba herrlich konterkariert und andererseits hinter einer lieblichen Fassade fiebrige Ausbrüche, großes Verlangen und geradezu Obsession verbirgt.  Vielleicht auch deshalb hat sich der Guardian zur Beschreibung „Basically, it’s an Every Breath You Take for indie stalkers.“ hinreißen lassen. Ich für meinen Teil bin überaus angetan – und hoffe schon bald mehr von Broen zu hören!

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