Schatzkästchen 23: Wray – I Am A Loner

Ich bin ja noch mit der Ästhetik und der Weltanschaulichkeit der Bond-Filmen sozialisiert worden. Gut und Böse konnte man damals noch leicht unterscheiden. Mister Bond musste zwar mitunter auch wenig zimperlich sein, aber trotzdem hatte man das gute Gefühl, dass Geheimdienste ausschließlich Superschurken im Visier hatten. Auch das Frauenbild der Bond-Streifen wirkt heutzutage angestaubt. Frauen schmelzen beim Anblick eines machohaften Charismatikers, wie es Connery fraglos war, nicht länger dahin. Im 21. Jahrhundert muss ein Bond-Girl doch auch schon gestandene Astrophysikerin sein. Lediglich an den weiblichen Reizen mit all ihren Rundungen hat sich wohl nichts geändert. Wobei ich in Sachen Bond nicht mehr auf dem neuesten Stand bin, denn Daniel Craig sehe ich eigentlich als große Fehlbesetzung an. Doch ich schweife ab. Ich will eigentlich auf die Ästhetik der Bond-Streifen hinaus. Die von Maurice Binder aufregend gestalteten Vorspanne mit ihren atemberaubenden Titelsongs sind ein Teil der Film- und natürlich auch Musikgeschichte. Ein gutes Titellied musste stets episch, mysteriös und durchaus sinnlich tönnen. Fast alle dieser Kriterien finde ich auch auf dem Track I Am A Loner wieder. Wer immer sich hinter dem Namen Wray verbirgt, ob es ein gewiefter Produzent ist oder aber eine eine Sängerin vom Schlage einer Shirley Bassey, all das werden wir hoffentlich zu gegebener Zeit herausfinden. Bis dahin freilich gilt, dass man sich einen Martini ins Glas kippen und diesem Lied bei gedämpften Licht lauschen sollte. I Am A Loner klingt wie eine Duffy mit der Strahlkraft einer Amy Winehouse und der Souveranität von Frau Bassey. Große Namen, zugegeben. Aber zumindest mir jagt diese Nummer Mal für Mal Schauer über den Rücken. Ein Fall fürs Schatzkästchen! (via Nicorola)

SomeVapourTrails

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