Schlaglicht 31: Fay Wildhagen

Pop mit folkigen Ursprüngen und temperamentvoller Theatralik bietet die Norwegerin Fay Wildhagen samt Begleitband an. Das Debütalbum Snow vermag ohne Mühe von filigranen Momenten hin zur großen Show zu wechseln. Wildhagen ist in den intensivsten Momenten eine exaltierte Version ihrer Landsfrau Ane Brun, vermag allerdings zugleich mit zartem Singer-Songwriter-Pop zu punkten. Sie gleicht mal einer verlorenen Elfe, mal einem derwischhaften Kobold. Selbst wenn die Musik anschwillt, orchestral ausartet, von den Harmonien her an eine Florence Welch erinnert, scheint die Stimme der jungen Norwegerin unbekümmert, klar und euphorisch frisch im Timbre. Die Lyrics bieten das, was von einer jungen Frau Anfang Zwanzig erwarten darf. Es geht um Selbstfindung, um Verletzungen, um das Begreifen von Liebe, all das unter Einbeziehung von Bildern aus der Natur. Das Meer, die Berge, der Wind werden von Wildhagen immer wieder beschworen. Beim mächtigen Fire On The Mountain inszenieren die Zeilen „There’s a fire in the twilight/ Dancing through the dark night/ Whispers in the wind/ Can you hear them calling?“ eine Verlassenheit, die zu Einsicht und Läuterung führt. Ähnliches gilt für We Are mit der Strophe „We’ve been deep into the darkest of the seas/ Higher than the mountains could ever reach/ Never thought that it would be so/ Hard to give in and to let go„. Auf der Suche nach Liebe muss selbst an den gottverlassensten Plätzen geforscht werden. Wer mit hymnischer Naturromantik etwas anzufangen weiß, ist bei Fay Wildhagen somit bestens aufgehoben. Snow gibt sich einer Emotion hin, die in der Szenerie der Natur Wahrhaftigkeit und Stärke findet. Mit solch Attitüde müsste die Norwegerin auch hierzulande ihre Fans finden! (via Polarblog)

snow_faywildhagen

Snow ist am 01.06.2015 auf Warner Music Norway erschienen.

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