Schlaglicht 32: Lapwings

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Photo Credit: Tanya Davidow Photography

Ich nehme mir oftmals vor, nicht immer nur in die Weite zu schweifen, sondern auch die Musikszene hierzulande im Auge zu behalten. Tue ich aber leider selten! Dabei wäre es gerade in Berlin sehr leicht, ausschließlich in der Stadt wirkende Bands vorzustellen. Manche kommen aus allen Ecken der Republik, manche sogar aus allen Winkeln der Welt. Berlin – der kreative Sehnsuchtsort. Das gilt auch für die Formation Lapwings, die einen angenehm eingängigen Indie-Pop mit Americana- und Chanson-Anleihen auf die Reihe kriegt. Der Sound der EP Frozen Time fällt wunderbar organisch aus, besitzt einen nie zu spröden melancholischen Charakter. Indem ein Cello in eine eigentlich herkömmliche Instrumentierung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug eingefügt wird, gewinnt die Chose an zeitloser Noblesse. Wenn sich dann sogar ein Piano dazugesellt, wird’s richtig wunderbar. Der gefühlig vorgetragene, folkig getragene Titeltrack Frozen Time gefällt mir sehr. Auch der pittoreske Singer-Songwriter-Pop des Songs Love Blinkers erfreut schon deshalb, weil der Handclap für perkussive Würze sorgt, ehe das Stück im Verlauf weiter in Americana-Gefilde vordringt. Das auf ergreifende Erbaulichkeit setzende Happiness mit den nachdenklichen Zeilen „Life is short/ Don’t ever look behind“ entwickelt durchaus chansonesquen Flair. Der Belgier Jeal als Kopf und Sänger der Formation besitzt einen introspektiven Vortrag, der nicht nur bei den eigenen Kompositionen zur Geltung kommt, sondern auch dem einziger Cover der EP, Neil Youngs My My Hey Hey Out of the Blue nämlich, sehr gut zu Gesicht steht.

Lapwings sind eine dieser Bands, für die ich Berlin so liebe. Die aus Belgien, den USA, Italien, Puerto Rico und Deutschland stammenden Mitglieder haben sich hier in dieser Stadt zusammengefunden und etwas Besonderes geschaffen. Die EP Frozen Time besitzt nicht zuletzt wegen Natasha Jaffes Cello hohen Wiedererkennungswert. Kurzum, ich würde mir sehr wünschen, dass der eine oder andere Leser beim Hören der Stücke ebenfalls auf den Geschmack kommt. Berlin als oft gepriesener Sehnsuchtsort der Kreativen löst manchmal nämlich genau dieses Versprechen sogar ein!

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Frozen Time ist am 10.09.2015 erschienen.

Konzerttermin:

17.10.2015 Berlin – Prachtwerk

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