Schlaglicht 35: Edward Sharpe and the Magnetic Zeros

Als vor ein paar Jahren im US-Fernsehen der Trailer zu einer neuen NFL-Saison mit dem Song Home unterlegt wurde, bin ich damals auf die Formation Edward Sharpe and the Magnetic Zeros aufmerksam geworden. Ich besitze zwar noch immer kein Album der Band, aber sobald ich besagtes Home höre, geht mir immer wieder das Herz auf. Und die Co-Bloggerin fragt stets aufs Neue, meist nachdem sie schon eine Weile mitgeträllert hat, wie die Band denn heißt. Sie kann sich den Namen schlicht nicht merken. Dieses Problem habe ich zwar nicht, aber aus irgendeinem Grund habe ich es in all den Jahren dennoch versäumt, tiefer ins Schaffen der Band aus Los Angeles einzutauchen. Schade. Aber vielleicht sollte ich gerade jetzt einen Anlauf nehmen. Anlass dafür ist ein wenige Tage alter Post des Kollegen Nicorola, in welchem er auf den Song Hot Coals hingewiesen hat. Hot Coals ist Vorbote des für Anfang 2016 angekündigten, bereits vierten Studioalbums der Band. Und dieser Vorgeschmack hat es in sich.  Der Song irritiert zunächst durch hohen Falsettgesang und folkiges Schweben, ehe er sich unvermutet in soulig-funkige Gefilde aufmacht, ein Quäntchen Jam erfüllt die Chose, über sieben Minuten entwickelt sich der Song, entpuppt sich als feine Mischung aus jazzigen Elementen und andächtigem Americana.  Weiterlesen

Schatzkästchen 39: Placebo – Meds (MTV Unplugged)

Seien wir ehrlich, MTV ist ein Relikt der Neunziger. Spätestens seit dem Klingeltonfiasko des Musikfernsehens vor 10 Jahren ist selbiges endgültig zur Lachnummer geworden, YouTube und Konsorten haben ihm dann endgültig den Todesstoß versetzt. Wenn etwas MTV wirklich überdauern wird, dann die Reihe MTV Unplugged. Dass nun auch Placebo im Rahmen der Reihe ihre Songs akustisch präsentieren und entelektrifizieren, macht fraglos Sinn. Dass Brian Molko und Stefan Olsdal ihr Schaffen in ein neues Gewand kleiden, ist eigentlich sogar ein risikoloses Unterfangen. Selbst die Blinden unter den Gehörlosen würden Placebo substantielles Songwriting und Molkos Gesang ewiges Charisma attestieren. Dennoch haben sich die beiden verbliebenen Mitglieder für die sichere Variante entschieden. Statt intimer Akustik wurde gleich das große orchestrale Besteck aufgefahren. Wie jedoch der Song Meds vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 2006 belegt, wird aus der wuchtigen Larmoyanz des Originals im Unplugged-Gewand eine noch gebrochenere Nummer, die vor allem dank Molkos Vortrag geradezu als Kapitulation und Abgesang aufzufassen ist.  Weiterlesen