Unsere liebsten Alben 2015

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, adipisci velit… Moment, der Platzhaltertext ist natürlich ein Scherz. Sogar zwischen den Feiertagen fällt mir ein Gedanke zum Musikjahr 2015 ein. Ich meine nämlich, dass Musik zwar nach wie vor eine große Rolle spielt, sie zugleich weniger wahrgenommen wird. Wir hören Musik, aber wie viele Lieder könnten wir zumindest im Refrain tatsächlich mitsingen? Wären wir tatsächlich noch in der Lage, die Intention unseres liebsten Albums des Jahres in wenigen Sätzen zusammenzufassen? Ist es nicht fast erschütternd, dass die Texte, die sich den meisten Menschen einprägen, ausgerechnet aus schlimmen Genres stammen oder problematische Weltanschauungen verfechten? Zeilen aus Schlagern gehören zum Allgemeingut, auch die Protagonisten des Deutschrap haben genug Hörer, die an ihren Lippen hängen, selbst die Texte der völlig unsäglichen Frei.Wild finden willige Abnehmer. Wie aber sieht es mit den Heroen des Indie-Genres und den Kritikerdarlingen aus? Wer könnte Thees Uhlmann, Sufjan Stevens oder Julia Holter aus dem Effeff zitieren? Wir erleben eine Wahrnehmungskrise jener Musik, die für sich in Anspruch nimmt, wertvoll zu sein. Woran liegt das? Ich will es kurz machen, die Schuld teilen sich Künstler, Musikkritik und Hörer zu gleichen Teilen. Wenn Bands und Musiker soziale Netzwerke mit jeder Menge Fotos bespaßen oder mit allerlei Veranstaltungshinweise vollpropfen, dabei aber komplett vergessen, ihre Lyrics und/oder Gitarrentabulaturen zu verbreiten, dann dürfen sie sich eigentlich nicht wundern, wenn Hörer vielleicht lustige Schnappschüsse eher in Erinnerung behalten als die Inhalte der letzten Platte. Die Musikkritik wiederum wird sich mit Klickstrecken und der Ausrichtung auf Tablet und Smartphone zu Tode layouten. Dazu kommt noch die Facebook-Hörigkeit, die eine Platte mit wenigen knackigen Worten teasert. Rezensionen geraten oberflächlich, weil der Transport der eigenen Meinung über dem Verständnis einer Platte steht. Und dann wäre da noch der Hörer, dem Musik oftmals so wichtig ist, dass er sie gar nicht mehr käuflich erwerben muss. Nichts spricht gegen Streaming als Ergänzung zur CD-Sammlung. Ein Stream kann jedoch nie den Besitz einer Platte ersetzen, ihm fehlt jedwedes haptische Erlebnis, ihm fehlt der zeitliche Aufwand – ja generell der zielgerichtet Akt des Kaufs. Wir sehen also, die Krise ist umfassend! Und wird bestenfalls dort überwunden, wo die Musik Botschaften und Lebensgefühl mittransportiert. Das tut der Schlager, das tut leider auch Bushido. Wo also bleibt das Indie-Lebensgefühl? 2015 hat es trotz vieler toller Alben gefehlt. Doch genug geredet, hier nun unsere liebsten Platten!

1.) Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba – Ba Power

Bassekou-Kouyate-Ba-Power-Cover

Fazit: Bassekou Kouyaté entwickelt Tradition weiter, aus alten Wurzeln keimt Neues. Was als musikalische Identitätsfindung mehr als großartig gelingt, wünscht man sich auch für afrikanische Gesellschaften. Dazu ist das Album noch hochgradig unterhaltsam! (Review)

VÖ: 24.04.2015 ( Glitterbeat)

2.) Wanda – Bussi

Wanda Bussi Albumcover ©Vertigo Berlin

Fazit: Der Nachschlag zum letztjährigen Amore darf sich mit dem Debüt messen lassen. Wem der Sinn nach einem Lebensgefühl voll Euphorie, Larmoyanz und Schlawinertum steht, wird mit dieser Platte glücklich werden. Wanda haben Austropop und Indie-Rock zu einem unwiderstehlichen Sound geformt und so das beste deutschsprachige Album des Jahres fabriziert. (Review)

VÖ: 02.09.2015 (Vertigo/Capitol)

3.) Jonas Carping – Cocktails & Gasoline

cocktails&gasoline

Fazit: Schwedischer Charakterkopf, der intensives Songwriting mit Croonertum verbindet. Carpings gescheiterte Existenzen stehen am Abgrund, geblieben ist ihnen nur noch ihre Würde. Ihr Scheitern ist keines aus Erfolgscoachingratgebern, es ist kein kleines Tief auf dem Weg zum Erfolg, es beinhaltet vielmehr die existenzielle Krise ohne Ausweg. So tönt ein Aufbegehren gegen das Schicksal, freilich ohne Hoffnungsschimmer. (Review)

VÖ: 07.10.2015

4.) Baden Baden – Mille éclairs

milleeclairs

Fazit: Es gibt Bandnamen, die man sich nicht ausdenken kann. Wenn ein beschauliches deutsches Provinzsstädtchen, das lediglich als Sehnsuchtsort für betuchte Pensionisten von sich reden macht, als Namenspate für eine Indie-Rock-Kapelle aus Frankreich herhalten muss, ist dies fraglos kurios. Dass die Franzosen dann noch internationales Format besitzen, den Charme des französischen Pop mit der Vitalität des Britpop verbinden, ist fraglos grandios! (Review)

VÖ: 09.02.2015 (naïve)

5.) Ane Brun – When I’m Free

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Fazit: Den Reiz der norwegischen Grande Dame habe ich im September so beschrieben: „All die Marketenderinnen des Pop schreien sich die Seele aus dem Leib und meinen allen Ernstes, dies sei Emotion. Sie singen – besser: krakeelen! – über die Liebe und haben in Wahrheit den Kern der Liebe nicht im mindesten begriffen. Viele Pop-Diven ergehen sich in heißen, innigen Schwüren, glorizifieren die Verliebtheit, garnieren sie mit ein wenig Sex. Alles bloß platte Emotion! Ane Brun hingegen vermag ihren Lieder eine Seele einzuhauchen. Sie stecken voll Intimität, voll Reife.“ (Review)

VÖ: 04.09.2015 (Balloon Ranger Recordings)

6. Lana Del Rey – Honeymoon

Lana_Del_Rey_Albumcover_UniversalMusic

Fazit: Eine Hollywood-Oper in Cinemascope. Del Rey inszeniert dies mit viel Eleganz und retroeskem Glamour. Solch Stilsicherheit ist dem Hollywood der Gegenwart lange schon abhandengekommen! (Review)

VÖ: 18.09.2015 (Vertigo Berlin/Universal Music)

7. Rah Rah – Vessels

vessels_cover

Fazit: Die Launigkeit dieses quirligen, abwechslungsreichen Mixes aus Indie-Rock und Power-Pop spottet jeder Beschreibung. Der kanadischen Band ist das Wohlfühlalbum des Jahres gelungen! (Review)

VÖ: 27.03.2015 (DevilDuck Records)

8. Feverdreamt – Terban Te Ban

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Fazit: Krautrock mit orientalischer Note, frei von jedwedem Ethno-Kitsch, fabriziert wurde die Chose im Speckgürtel von Berlin. Zu den Qualitäten der Platte fiel mir im Frühjahr das ein: „Dieses Album transzendiert per Imagination über Berliner Wirklichkeit hinaus. Terban Te Ban knüpft an eine Tradition an, die im heutigen Global Village fast verloren gegangen ist. Im heimischen Wohnzimmer und Aufnahmestudio zimmert es sich Sehnsuchtsorte zurecht, bastelt an Vorstellungen fernab der Realität. Es fantasiert anstatt nachzubilden.“ (Review)

VÖ: 10.04.2015 (Blackjack Illuminist)

9. JP Hoe – Hideaway

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Fazit: Ein Kanadier mit kräftiger Stimme der Folk-Pop-Hymnen rausschmettert, die Herz und Schmerz am rechten Fleck haben. Er beschert Schicksale und Emotionen, die so authentisch wie bodenständig sind. (Review)

VÖ: 16.10.2015 (MapleMusic Recordings)

10. Mikael Delta – Life Is Now

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Fazit: „Life Is Now erfüllt genau die Ansprüche, die ich an Instrumentalmusik stelle. Es verknüpft die Fantasie des Komponisten mit meiner eigenen Vorstellungsgabe. Die Resonanz, auf die es bei mir stößt, spielt sich nicht in der Magengrube, in den Beinen oder im von Streichern geschwängerten Herzen ab. Vielmehr klingt so der Soundtrack zu dem, was mir mein Hirn alles an Fantasie erlaubt. Oft gibt Mikael Delta das Ambiente vor, oft übersetze ich Beats oder Akkorde in Bilder, lasse meinen ureignen Eindrücke vorm geistigen Auge flimmern. So entsteht ein Film, bei dem sich Komponist und Hörer bei Drehbuch und Regie abwechseln.“ (Review)

VÖ: 30.10.2015 (Inner Ear)

11. Tocotronic – Das rote Album

Tocotronic Albumcover Vertigo Berlin

Fazit: Die Poeten deutscher Zunge sind mit ihrem besten Album seit über 10 Jahren zurück. Sie bleiben die zartbesaiteten Intellektuellen in der Popmusik dieses Landes. Tocotronic sind die gefallenen Revolutionäre, die zwar zwischenzeitlich kapituliert haben, ihren Werten jedoch nach wie vor verbunden wirken. (Review)

VÖ: 01.05.2015 (Vertigo/Universal)

12. Library Voices – Lovish

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Fazit: „Die kanadische Formation Library Voices hat sich seit 2008 mit Indie-Pop einen guten Namen gemacht, dieses Album freilich markiert eine Neuausrichtung ihres Tuns. Lovish glänzt mit Indie-Rock, der durch Garage und psychedelische Elementen verfeinert wird. Vielleicht erklärt sich der Aufbruch zu neuen musikalischen Gefilden auch durch einen Schicksalschlag, den der Gitarrist und Sänger Carl Johnson erlitten hat. Er wurde nämlich Zufallsopfer eines Gewaltexzesses, erlitt dabei eine Hirnblutung, von welcher er sich immer noch erholen muss. Die Platte ist dennoch keine düstere Angelegenheit, sie ist durchaus melodisch gehalten, zugleich jedoch oft druckvoll und kompakt im Sound.“ (Review)

VÖ: 06.11.2015 (Nevado Music)

13. This Is Head – This Is Head

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Fazit: Von Bono-macht-einen-auf-Indie-Pop bis hin zu Space-Cowboy-Krautrock mangelt es dem Album nie an Einfällen. Es klingt hypnotisch, melodisch, voll Freude am Spiel. Der schwedischen Band ist ein kleines Meisterwerk gelungen! (Review)

VÖ: 02.09.2015 (Adrian Recordings)

14. Xavier Rudd & The United Nations – Nanna

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Fazit: „Ein Flugzeug stürzt in den französischen Alpen ab, der Aktienkurs von Lufthansa sackt daraufhin in den Keller. Millionen Tonnen Plastik gelangen Jahr für Jahr in die Ozeane, Müllvermeidung juckt uns dennoch nicht. Die Bill & Melinda Gates Foundation möchte wohltätig sein, erzielt seine Rendite jedoch durch Investments in Firmen, die den Lebensraum von Menschen zerstören. Ob Zynismus, Ignoranz oder Dummheit, all die Attitüden haben uns fest im Griff. Sie werden immer mehr zu Grundpfeilern zivilisierten Denkens. Muss das so sein? Kann man einen radikalen Gegenentwurf überhaupt denken, ohne gleich als naiv oder wirtschaftsfeindlich gebrandmarkt zu werden? Der australische Singer-Songwriter Xavier Rudd versucht nicht erst seit gestern, einen Weg zurück nach vorn aufzuzeigen. Er betont das archaische Element, eine Einheit mit der Natur, die Rückbesinnung auf spirituelle Energie. Für ihn sind Denken und Fühlen des Menschen in solidarischen Stammesgemeinschaften entstanden.“ (Review)

VÖ: 20.03.2015 (Nettwerk Records)

15. Courtney Barnett – Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

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Fazit: Zu dem sagenhaften Debüt fiel mir folgender Vergleich ein: „Wenn Courtney Love und Sheryl Crow eine gemeinsame Tochter hätten, die sich noch dazu das Postergirl von anno 2015, Lena Dunham nämlich, zum Vorbild nähme, dann würde jenes Töchterchen exakt so klingen wie Courtney Barnett. Die Australierin schafft mit ihrem Debüt etwas, wofür jeder gestandene Künstler das letzte Hemd opfern würde. Sie entwickelt ein ureigenes Storytelling, eine textliche Rafinesse ohnegleichen.“ (Review)

VÖ: 20.03.2015 (Marathon Artists / Kobalt Label Services)

16. The Noise Figures – Aphelion

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Fazit: Psychedelischer Desert-Garage aus Griechenland! Ein Rockalbum als Weltflucht aus einer mehr als nur deprimierenden Gegenwart. Famos! (Review)

VÖ: 28.09.2015 (Inner Ear Records)

17. Er France – The Great Escape

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Fazit: Der Pressetext zum Album gab als Motto „Jeder Song eine Single aus“ und der Vorsatz wurde tatsächlich eingelöst. Die deutsch-französische Formation strotzt vor Esprit. Pop mit Achtziger-Note, Indie-Rock und ein bisschen Lo-Fi-Garage-Flair bescheren eine unvergleichliche Platte. (Review)

VÖ: 29.05.2015 (3Klang Records)

18. Amy Antin – Already Spring

Amy Antin Already Spring

Fazit: „Amy Antins folkige Singer-Songwriter-Platte rauft sich mit Gegebenheiten zusammen, befreit das Selbst vom Ballast des Zweifels. Already Spring entfaltet ganz allmählich ein stilles, fast schüchternes, angenehm weises Glück. Für mich persönlich ist es aus all den geschilderten Gründen heraus eines der emotional besonders ansprechenden Alben dieses Musikjahres!“

VÖ: 06.11.2015 (Meyer Records)

19. Sofia Talvik – Big Sky Country

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Fazit: „In diesem Werk schwingt neben ein bisschen rustikaler Patina eine stimmliche Engelsgleiche mit, wie man sie in den Sechziger und Siebzigern im Folk oft gehört hat. Talviks Gesang verströmt eine Sanftheit, ein im besten Sinne blauäugiges Staunen, ihr lyrisches Alter Ego wirkt nie cool, abgeklärt oder gar routiniert. Es ist vielmehr von Situationen, Emotionen überwältigt. So gewinnen ihre Songs an Unmittelbarkeit, Talviks Geständnisse, Sehnsüchte und Empfindungen gleichen mit zärtlicher Handschrift verfassten Tagebucheinträgen. Die Schwedin fängt ein Stück alltäglichen Sehnens und Bereuens ein, verpackt es in einen Sound des ruralen Amerikas, von den Rockies bis zu den Appalachen.“ (Review)

VÖ: 14.04.2015 (Makaki Music)

20. Samantha Crain – Under Branch & Thorn & Tree

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Fazit: Crain ist keine dieser Singer-Songwriterin, die an Mittelstandsproblemchen knabbert oder lang und breit von Selbstverwirklichung träumt. Crain ist indianischer Abstammung, spürt wohl auch deshalb in ihren Texten der Realität unterprevilegierter Schichten nach. Schildert das Milieu einfacher Arbeiter, die es nie zu großem Ansehen bringen werden, die sich keinen Illusionen hingeben, trotz vieler Widrigkeiten aber zugleich nie aufgeben. (Review)

VÖ: 17.07.2015 (Full Time Hobby)

21. Brian Lopez – Static Noise

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Fazit: Eine einnehmend zeitlose Crooner-Platte, die allerdings nie zum billigen Abklatsch des Althergebrachten verkommt! (Review)

VÖ: 17.04.2015 (IMG India Records)

22. Editors – In Dream

InDream_Album©Rahi Rezvani

Fazit: 2015 war nicht unbedingt das Jahr britischer Bands. Den Editors kann man jedoch keinen Vorwurf machen, In Dream ist eines der unterschätzten Werke des Jahres. Die Fans laufen den Editors davon, die Musikkritik wirft auch keine Konfetti. Warum nur, warum? (Review)

VÖ: 02.10.2015 (PIAS)

23. Noel Gallagher’s High Flying Birds – Chasing Yesterday

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Fazit: „Chasing Yesterday ist ein reifes Album geworden, das den Teenagern der Neunziger 20 Jahre später Freude zu bereiten vermag. Die überbordende Jugendlichkeit, der mit großer Selbstverständlichkeit vorgetragene Non­kon­for­mis­mus, der Rausch des Moments wirken manchmal nicht mehr ganz taufrisch, doch schlägt auf dieser Scheibe noch immer das Herz des Britpop. Leidenschaftlich sogar.“ (Review)

VÖ: 27.02.2015 (Sour Mash Records)

24. Kodiak Deathbeds – Kodiak Deathbeds

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Fazit: „Dieses Album gerät vor allem deshalb zum kleinen Meisterwerk, weil Amber Webbers Gesang nicht von dieser Welt scheint. Den Kodiak Deathbeds ist eine Platte gelungen, die ein bewusst schlichtes Ambiente dazu benutzt, eine Stimme vor den Ohren des Hörers transzendieren zu lassen. Die Art und Weise des Vortrags lässt alle Worte hinter sich. Webbers in allen Details ausgestaltete, wohltemperierte Emotion wirkt engelsklar und natürlich zugleich. Fudescos feines Gitarrenspiel ist der Sockel, auf welchem sie thront. Entrückt und doch auch nah!“ (Review)

VÖ: 18.09.2015 (Affairs Of The Heart)

25. Great Lake Swimmers – A Forest of Arms

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Fazit: Mastermind Tony Dekker ist ein ganz spezieller Folkbarde. Naturverbunden, nachdenklich, bescheiden. Ein Eremit mit warmer Stimme, irgendwie nicht von dieser Welt. Auch das jüngste Werk strahlt diesen Hauch von Ewigkeit aus, der die Great Lake Swimmers so besonders macht. (Review)

VÖ: 24.04.2015 (Nettwerk)

26. Dave Gahan & Soulsavers – Angels & Ghosts

Dave Gahan & Soulsavers Albumcover ©SonyMusic

Fazit: Die wenigsten Ikonen der Achtziger sind in Würde gealtert. Dave Gahan ist einer von davon. Zusammen mit den Soulsavers steht er für eine von Gospel und Blues beeinflusste Pop-Grandezza, die sich in Eskapismus, Altherrenweisheit und Erlösungsfantasien ergeht. Großartig! (Review)

VÖ: 23.10.2015 (Columbia)

27. The Mynabirds – Lovers Know

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Fazit: Florence goes Eighties, dieser Gedanke kam mir bei den ersten Takten der Platte. Als Fan von Florence + The Machine halte ich dies für eine schmeichelhafte Assoziation. Einen wichtigen Unterschied jedoch gibt es: Laura Burhenn hat mit ihrem Projekt The Mynabirds dieses Jahr das bessere Album gemacht. (Review)

VÖ: 07.08.2015 (Saddle Creek)

28. Low – Ones and Sixes

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Fazit: Die Indie-Legenden sind über jeden Zweifel erhaben, sogar ein für ihre Verhältnisse durchschnittliches Album zählt fraglos zum Besten, was 2015 zu bieten hat! (Review)

VÖ: 11.09.2015 (Sub Pop)

29. Fraser A. Gorman – Slow Gum

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Fazit: „Ein ordentliche Dosis Alternative Country, ein bisschen altbackener Rock, dazu eine lupenreine Folk-Ballade und natürlich noch Singer-Songwritertum klassischen Zuschnitts. Solch Ingredienzien machen Slow Gum zu einem aus der Zeit gefallenen Debüt, zu dem man dem aus Down Under stammenden Jungspund Fraser A. Gorman  gratulieren darf. Hinter dem Namen wie Fraser A. Gorman würde man eher einen drögen Romancier mit Ambitionen in Richtung Booker Prize vermuten. Doch weit gefehlt. Gorman verbindet australische No-worries-Lässigkeit mit einnehmendem Americana-Storytelling, besticht mit retroesk gestrickter Stimme.“ (Review)

VÖ: 26.06.2015 (Marathon Artists / Kobalt Label Services)

30. Binoculers – Adapted To Both Shade And Sun

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Fazit: „All die Lieder von Adapted To Both Shade And Sun beschreiben Zustände ohne Happy End, erreichen keine Ziele, finden nie Ruhe. Es ist ein gegen sämtliche Gewohnheiten, gegen die üblichen Instinkte tönendes Album. Wem der Sinn nach einem intensiven englischsprachigen Singer-Songwriter-Album aus deutschen Landen steht, wird von Binoculers keinesfalls enttäuscht werden!“ (Review)

VÖ: 19.06.2015 (Insular)

Und morgen wollen wir dann einen Blick auf ein Jahr voll hervorragender EPs werfen!

SomeVapourTrails

Ein Gedanke zu „Unsere liebsten Alben 2015

  1. Deine Gedanken zu der Musikszene bzw. -rezeption im Allgemeinen finde ich interessant und sie treffen meines Erachtens ziemlich gut zu. Die Albumliste ist natürlich auch interessant :-), wobei ich zugeben muss, gar nicht mal alle Scheiben darin zu kennen, Asche auf mein Haupt.

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