Unsere liebsten Songs 2015 (1-25)

Nach dem ersten Teil unserer Lieblingslieder mit den Plätzen 26-50 folgt nun der zweite Teil unserer liebsten Songs des Jahres 2015. Samt Spotify-Playliste, die immer 47 der 50 Titel beinhaltet. Doch genug der Worte, stürzen wir uns ins musikalische Getümmel!

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1.) Radio Elvis – Goliath

Goliath ist nicht weniger als phantastisch, weil es markanten, durchaus an französischen Chansonniers orientierten Gesang mit melodischem und zugleich erstaunlich robustem Indie-Rock verbindet. Die Band ist für mich die Entdeckung des Musikjahres. Und Goliath ist das Lied, dass ich auf immer mit 2015 verbinden werde! (Die EP Juste avant la ruée ist am 09.03.2015 auf PIAS erschienen.)

Wanda Bussi Albumcover ©Vertigo Berlin

2.) Wanda – Bussi Baby

Österreich ist Wanda längst verfallen. Auch die deutsche Musikkritik schwelgt fast in unisono für die Wiener Schlawiner. Und wir sind sowieso Fans der ersten Stunde. Das Erfolgsgeheimnis der Band? Textlich ist dies natürlich die Mixtur aus Dol­ce­far­ni­en­te und österreichischem Schmäh, musikalisch trifft Austropop auf Indie-Rock. Famos! (Bussi ist am 02.09.2015 auf Vertigo/Capitol erschienen.)

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3.) Sharon Van Etten – I Always Fall Apart

Mehr an Selbstreflexion geht nicht. Dabei verzichtet Van Etten auf Rotz und Wasser oder Selbstmitleid. Diese Pianoballade ist ein Beziehungsabgesang der allerbesten Sorte. (I Don’t Want To Let You Down ist am 05.06.2015 auf Jagjaguwar erschienen.)

Tocotronic Albumcover Vertigo Berlin

4.) Tocotronic – Prolog

Prolog bietet ihn einmal mehr, den griffigen Slogan, der um die Ecke denkt. „Liebe wird das Ereignis sein“ ist ein verlockendes Versprechen. Es steht für eine sinnstiftende Wende, für das Überwinden jeglicher Behäbigkeit, für den Sprung aus dem Elfenbeinturm. (Das rote Album ist am 01.05.2015 auf Vertigo/Universal erschienen.)

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5.) This Is Head – People

Eine schlichte wie schöne Basslinie durchzieht das von Psychedelic Rock geprägte Stück, dazu bietet der Refrain versonnenen Taumel und sachte Ekstase. Mir geht das Herz auf! (Das Album This Is Head ist am 02.09.2015 auf Adrian Recordings erschienen.)

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6.) The Noise Figures – Shoot The Moon

Die Zeilen „We found an open road to drag our bones away/ Fell upon a man frightened of our gloom/ And the spirits all holding on our hands/ In a parking lot we were striving to/ Shoot the moon“ klingen wie das Drehbuch zu einem verschrammelten Roadmovie. Toller Slacker-Desert-Garage! (Aphelion ist am 28.09.2015 auf Inner Ear Records erschienen.)

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7.) Baden Baden – À tes côtés

Mille éclairs offenbart sich als Album, das auf Anhieb zündet, durch feine Melodien und eine originäre Ästhetik betört. À tes côtés  schwankt zwischen lebensgefühliger Dynamik und nachdenklicher Unsicherheit. Es ist Hymne und Anti-Hymne zugleich und dennoch hochgradig stimmig. (Mille éclairs ist am 09.02.2015 auf naïve erschienen.)

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8.) My Brightest Diamond – Ceci est ma main (Groundlift Remix)

Die EP I Had Grown Wild darf als Nachklapp zum Ausnahmealbum This Is My Hand von 2014 verstanden werden. Dem Titeltrack wurde auf der EP nun eine französische Fassung spendiert. Kunstpop der genialsten Art! (I Had Grown Wild ist am 18.05.2015 auf Asthmatic Kitty erschienen.)

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9.) Lea Porcelain – Bones

Der Track Bones fällt als begeisternde Mischung aus The Cure und Joy Division derart stimmig aus, dass man ihm absolut keine Epigonenhaftigkeit unterstellen möchte. Was quälen sich doch Bands fern und nah, landauf, landab, um die Achtziger auferstehen zu lasssen. Und dann wird der Stein der Weisen in Frankfurt am Main hervorgezaubert! (Lea Porcelain EP ist am 04.12.2015 via Believe Digital erschienen.)

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10.) Feverdreamt – Zhudan Zhudal

Der Track Zhudan Zhudal erwächst zu einem fast zwölfminütigen Traum, dessen Verschachteltheit an ein Labyrinth erinnert. Der Sound drängt vorwärts, nur um den Kreis zu schließen und wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Es mutet wie ein Drogentrip unter einer mit Sand gefüllten Glasglocke an. (Terban Te Ban ist am 10.04.2015 auf Blackjack Illuminist erschienen.)

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11.) Library Voices – Bored In Berlin

We’re more sentimental/ As we grow older/ All my favorite singers/ They are either dead or sober“ bringt die Ernüchterung über all die früheren Helden, die sich der einstigen Bewunderung unwürdig erweisen, zum Ausdruck. Der mit Schmackes vorgetragene Refrain „Lost in London/ Bored in Berlin/ New York City never felt like home“ wirkt wie ein hingerotzter Eintrag aus dem Tourtagebuch. (Lovish ist an 06.11.2015 auf Nevado Music erschienen.)

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12.) Jonas Carping – Dusk of Dawn

Carping gibt seiner Stimme einen vom Whisky gegerbten Ausdruck, der zu diesem Rock voll Americana-Flair famos passt. Wie die Strophen hier durch staubige Wüstenstraßen hin zu einem melodisch mitreißenden Refrain führen, gefällt mir außerordentlich. (Cocktails & Gasoline ist am 07.10.2015 erschienen.)

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13.) Lana Del Rey – Salvatore

Salvatore beschert Urlaubsflirt und Dolce Vita, entwirft eine schwüle Strandszenerie unverhohlener Lust. Doch bald schon wird die Frau des Objekts der Begierde überdrüssig, schleckt lieber am Eis. In jener Tändelei lauert unverzeihliche Leichtlebigkeit. Und dennoch kann ich nicht anders, als dem melodisch-schwelgerischen Refrain zu erliegen. (Honeymoon ist am 18.09.2015 Vertigo Berlin/Universal Music erschienen.)

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14.) Rah Rah – Chip Off The Heart

Der fantastische Song Chip Off The Heart erscheint mir wie eine quietschfidele Mischung aus Scanners und Ladytron, ein bisschen Blondie schimmert ebenfalls durch. Die Band aus der kanadischen Provinz Saskatchewan hat ein ausgesprochenes Händchen für supergefälligen Indie-Pop-Rock, für mitreißend-quirlige Melodien. (Vessels ist am 27.03.2015 auf DevilDuck Records erschienen.)

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15.) Yo La Tengo – Friday I’m In Love

Friday I’m In Love ist ein Pop-Klassiker. Was aber machen nun Yo La Tengo daraus? Poppigkeit und enthusiastisches Frohlocken bleiben hier auf der Strecke, stattdessen erwächst daraus ein nostalgischer, warmer Track. Georgia Hubley intoniert ihn voll zärtlichem Optimismus. Die Coverversion des Jahres! (Stuff Like That There ist am 28.08.2015 auf Matador Records erschienen.)

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16.) Courtney Barnett – Pedestrian at Best

Put me on a pedestal and I’ll only disappoint you. Tell me I’m exceptional I promise to exploit you. Give me all your money and I’ll make some origami, honey. I think you’re a joke but I don’t find you very funny.“ ist wohl der pfiffigste Refrain des Jahres, der in feinster Riot-Grrrl-Tradition steht, dabei freilich die eigene Widersprüchlichkeit nicht aus dem Blick lässt. (Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit ist am 20.03.2015 auf Marathon Artists / Kobalt Label Services erschienen.)

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17.) Maff – Blue Seas

Blue Seas besticht als Indie-Rock-Hymne, die schon vor 20 Jahren hätte begeistern können. Man kann sich vor nostalgischen Gefühlen kaum halten! Die Formation aus Chile ist in der Instrumentierung ungemein geradlinig unterwegs: Gitarren, Bass, Drums, Synthies. Ohne jede Mätzchen wird daraus ein großer, unvergesslicher Sound kreiert. (Die Maff EP ist am 06.07.2015 erschienen.)

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18.) Jacob Faurholt – Future Wife

Das für Januar 2016 angekündigte Album Super Glue soll ein Trennungsalbum werden. Die erste Single Future Wife steht für eingängigen, melodisch-shoegazigen Rock mit Hang zu Lo-Fi und Hall. Vom Tonfall her wirkt der Song entgegen dem eigentlich romantischen Titel eher um Trost ringend! (Super Glue ist für 22.01.2016 auf DME angekündigt.)

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19.) The Phoenix Foundation – Sunbed

Laut meiner Last.fm-Statistik ist Sunbed der Titel, den ich 2015 am öftesten gehört habe. Das überrascht mich nicht. Der Song besticht als eine zwischen Siebziger-Sonnenschein und dem pfiffigen Indie unserer Tage angesiedelte Hymne, der im Refrain eskapistische Ekstase eingehaucht wird. (Give Up Your Dreams ist am 07.08.2015 auf Memphis Industries.erschienen.)

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20.) Binoculers – Where The Water Is Black

Where The Water Is Black besticht durch dunkle Poesie und einen anfänglich schleppenden, ganz allmählich jedoch fülliger werdenden Sound. Und irgendwann zur Hälfte dieses Gangs durch die Nacht fallen die Schritte sicherer aus, tänzeln elegant dahin, befunkelt vom hellen Sternenglanz am Firmament. (Adapted To Both Shade And Sun ist am 19.06.2015 auf Insular erschienen.)

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21.) JP Hoe – Save You (Here I Am Waiting)

Der Song erzählt eine dieser Geschichten, in die man sich mühelos hineinversetzen kann. Unzertrennliche Jugendfreundschaften, die sich im Lauf der Zeit auseinanderleben, passieren. Einfach so. Wenn allerdings einer der Lebenswege in die Irre führt, sollte der alte Freund zur Stelle sein. Welch warmherzige Botschaft! (Hideaway ist am 16.10.2015 auf MapleMusic Recordings erschienen.)

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22.) Der Nino aus Wien – Der schönste Mann von Wien (feat. Worried Man & Worried Boy)

Das herrlich burleske Der schönste Mann von Wien ist schon jetzt ein Klassiker. Es setzt die Tradition des Wienerliedes ebenso fort wie den Austropop des frühen Ambros oder Georg Danzer. Wer Wien abseits touristischer Klischees begreifen möchte, sollte in die von Nino Mandl gezeichneten Milieus der Strizzis, Ta­chi­nie­rer und Philosophen des Gemeindebaus eintauchen. (Immer noch besser als Spinat ist am 20.11.2015 auf Problembär Records / Seayou Records erschienen.)

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23.) Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba – Siran Fen

Mit Ehefrau Amy Sacko am Mikrofon, und von zahlreichen Familienmitgliedern und Gastmusikern, entfaltet sich unter Kouyatés Federführung ein treibender Sound. Viele Stücke geraten so zu Ohrwürmern, zu Boten afrikanischen Lebensgefühls, vermengt mit westlicher Blues- und mehr noch Rock-Attitüde. Wenn etwa bei Siran Fen E-Gitarre und mehrere Ngonis zueinanderfinden, erwächst daraus einer der intensivsten Momente des Albums. (Ba Power ist am 24.04.2015 auf Glitterbeat erschienen.)

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24.) Editors – Ocean of Night

Fraglos erhebend fällt Ocean of Night aus. Das beginnt bei Smiths wunderbarem Bariton, geht über atmosphärische Lyrics bis hin zu einem gerade euphorisch in den Vordergrund tänzelnden Piano. Besseres hat man 2015 von der Insel nicht vernommen! (In Dream ist am 02.10.2015 auf PIAS erschienen.)

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25.) Xavier Rudd & The United Nations – While I’m Gone

While I’m Gone ist ein hochentspanntes, gut gelauntes, mit dem Leben im Reinen befindliches Stück, dessen positiver Groove nachgerade als Markenzeichen Rudds gelten darf. Trotz aller Wut, trotz dem Willen zur Veränderung betätigt sich Rudd keineswegs als bierernster, schlechtgelaunter Weltverbesserer, der 24 Stunden am Tag am Weltfrieden tüftelt. Er kann in seinen Liedern große Zufriedenheit, ein Gefühl von Glück ausstrahlen. (Nanna ist 20.03.2015 auf Nettwerk Records erschienen.)

Nochmals der Hinweis: Hier geht es zu den Plätzen 26-50!

SomeVapourTrails

3 Gedanken zu „Unsere liebsten Songs 2015 (1-25)

  1. Genau so sehe ich das auch! „Goliath“ war ebenfalls mein Song des Jahres 2015 und lief ständig in allen Lebenslagen rauf und runter. Christoph, wir müssen seelenverwandt sein! 🙂

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