Schatzkästchen 50: Larkin Poe – Don’t

Hier auf diesem Blog behandeln wir ja eher selten gefälligen Radio-Pop. Und zwar nicht aus einem Geschmacksfetisch heraus, eher schon weil das meiste Gedudel schlichtweg langweilig ist. Einen guten Radio-Hit, den zu trällern man sich nicht schämen muss, schätze ich deshalb umso mehr. Und ein eben solcher ist mir in Gestalt von Don’t dieser Tage untergekommen. Für das Geschwisterpaar Larkin Poe scheint mit dieser Single und dem im März erscheinenden Album Reskinned der kommerzielle Durchbruch sehr wohl möglich. Don’t jedenfalls besitzt Ohrwurmpotential, kommt dabei wunderbar erdig produziert rüber.  Weiterlesen

Eskapismus der starken Gesten – Mechanimal

Gothic-Post-Punk-Dream-Pop – so würde ich das Album, über das ich heute lobende Worte verlieren möchte, charakterisieren. Die aus Athen stammende Formation Mechanimal beschert uns mit der Platte Delta Pi Delta einen Eskapismus der starken Gesten. Sie führt durch eine dramatische aufgeladene Traumwelt, die zwischen Industrial-Schönheit und neonlichterner Verwunschenheit zu verorten ist. Ein Hang zu Bombast staffiert die Szenerie aus, divaresker, in Lack und Leder gehüllter Gesang, der mitunter sogar ins Sprechen übergeht, sorgt für eine reizvolle und zugleich herbe Aura. Delta Pi Delta hat von dancefloorhafter Theatralik über shoegazigem Wave bis hin zu schauermärchenhaftem Pop so einiges zu bieten. Sehen wir uns die Chose doch kurz näher an!

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Viele der schon angerissenen Stimmungen vermag der opulente Opener Sunlight auf sich zu vereinen. Die Sängerin Eleni Tzavara beschwört dabei ein nächtliches Treiben, beim dem man sich irgendwie nicht sicher ist, ob die Gänsehaut nun aus Grusel oder Erregung entsteht. Ein gleich Schwaden durch die Kulissen ziehendes Keyboard, ein stoischer, maschinenhafter Beat und im späteren Verlauf eine verzerrte Gitarre runden das Gothic-Ambiente ab. Sternengefunkel leitet den an Achtziger-Pop erinnernden Track Repetition ein. Gitarrenriffs echoen dabei Tzavaras Vortrag, der zwischen schwülstiger Sehnsucht und beherrschter Dramaqueen schwankt. Wer von der Atmosphäre bis hierher angefixt wurde, wird den Rest der Platte zweifelsohne lieben. Giannis Papaioannou, dem für die Synthies zuständigen Mastermind der Band, glücken Stimmungen, die trotz Düsterkeit überraschend anziehend ausfallen.  Weiterlesen