Schatzkästchen 66: Rag’n’Bone Man – Bitter End

Als in zeitgeschichtlichen Dingen höchst interessierter Mensch schalte ich dieses Jahr besonders oft CNN International ein. Ob ein völlig abstruser Wahlkampf in den USA oder das Brexit-Votum der Briten, an weltbewegenden Ereignissen mangelt es 2016 wirklich nicht. Die auf CNN zu hörenden O-Töne eröffnen nochmals eine andere Perspektive, die der sehr deutsche Blickwinkel der Medien hierzulande oft ausblendet. Was ich auf CNN jedoch kaum erwartet habe, war der glückliche Umstand, dass mir dort ein Ohrwurm über den Weg laufen würde. In einer Werbepause lief ein Trailer für das Montreux Jazz Festival, das heuer übrigens die 50. Auflage feiert. Unterlegt wurde dies mit einem schlicht wunderbaren Lied namens Bitter End, dessen Interpret Rag’n’Bone Man mir völlig unbekannt war. Das ist auch nach all den Jahren noch schwer in Worte zu fassen, jenes immer neu auftretende Kribbeln nämlich, wenn man von einem Song ganz und gar hingerissen ist! Bitter End kommt im düsteren Hip-Hop-Rhythmus daher, dazu putzt eine kantige Männerstimme durch die Boxen. Und eben diese Stimme vermag völlig unvermutet in anrührenden Soul zu wechseln. Von voller Kehle bis hin zum Falsett besticht Rag’n’Bone Man in knapp mehr als dreieinhalb Minuten. Speziell der ungläubige, bedauernde Refrain „Sweet love, my oldest friend/ Have we come to the bitter end?“ geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Der Song entstammt übrigens der EP Disfigured, die vor über einem Jahr erschienen ist. Wie nur konnte mir das entgehen? Doch vielleicht ist es gut, dass mir Bitter End gerade jetzt über den Weg gelaufen ist. Denn apropos bitteres Ende, apropos CNN! Als Soundtrack zum gestrigen Referendum über den Brexit eignet sich das Lied wirklich vorzüglich. Denn dieser Ausgang wird uns allen noch den einen oder anderen Kloß im Hals und so einiges Bedauern bescheren!

P.S.: Auch eine Akustikversion des Songs sei den Lesern ans Herz gelegt!

disfigured_ep

Die EP Disfigured ist am 06.03.2016 erschienen.

Links:

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SomeVapourTrails

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