Schlaglicht 58: Basement Revolver

Basement-Revolver

Wow! Es gibt Klänge, die mir nur ein schlichtes Wow entlocken. Das kanadische Trio Basement Revolver fabriziert solche tollen Klänge. Morgen veröffentlicht die Band ihre vier Titel umfassende, selbstbenannte Debüt-EP, die mit einem Ausruf der Begeisterung vielleicht doch nicht ausreichend gewürdigt scheint. Schauen wir uns also die Qualitäten der Formation näher an. Die Basis dieser Musik bildet ein ausgesprochen introspektiver Indie-Rock. Dabei allein bleibt es aber nicht. Der balladeske Song Lake, Steel, Oil etwa vermischt einen beschaulich-nachdenklichen, glockenklaren Gesang in der Manier von the innocence mission mit verzerrtem, mächtigem Shoegaze. Mit regelrechtem Staunen wird im Refrain die Erkenntnis „These days are numbered/ So don’t waste them on slumber“ kundgetan, so als wäre das Wissen um Vergänglichkeit gerade eben geschaut worden. Dieser Song zählt für mich bereits zu einem Highlight des Musikjahres 2016. Doch halt, die EP hat noch mehr Pfeile im Köcher. Zum Beispiel den Indie-Pop von Johnny, mit kräftigen Drums aufgefettet und mit ein wenig Twee-Süße veredelt. Wenn man im Indie-Bereich von einem Ohrwurm sprechen möchte, dann kommt dieser Song dem Begriff verdammt nahe. Die Sängerin Chrisy Hurn entzückt mit einer Stimme, die in sich gekehrt, unprätentiös wie inbrünstig wirkt, zugleich auch eine getrocknete Träne im Augenwinkel trägt. Auch Words kommt mit einem gewissen Maß an Beiläufigkeit daher, der Refrain „Words are just words are words are words“ mutet dabei als leiser Seufzer an.

Die Beschreibung der Band auf Facebook wartet mit dem Satz „Developed songcraft and infectious rhythms will have you following Basement Revolver into feelings you never knew you had.“ auf. Und tatsächlich ist das wohl ein Geheimnis dieser EP, dass über aller melodischen Dynamik, die Gitarre, Bass, Synthies und Drums entwickeln, immer eine Gedankenverlorenheit schwebt. Diese Stimmung nimmt den Hörer bei der Hand – und lässt nicht los! Basement Revolver ist ein derart feines Debüt gelungen, dass ich ohne große Leichtfertigkeit ein Versprechen abgeben kann. Bei all den tausenden Indie-Kapellen, die mir Jahr für Jahr über den Weg laufen, verschwinden Namen gerne mal im Nirvana der Ganglien. Diese drei Herrschaften aus Hamilton in der kanadischen Provinz Ontario aber haben sich einen dauerhaften Platz in meinem Gedächtnis ergattert!  Es würde mich sehr wundern, wenn es den werten Lesern anders ergeht! Und so stellen wir uns doch einfach gemeinsam die brennende Frage: Hurra zur EP! Aber wann folgt das Entzücken in Albumlänge? (via Nicorola)

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Basement Revolver EP erscheint am 15.07.2016 auf fear of missing out records.

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SomeVapourTrails

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