Schatzkästchen 79: MILCK – Quiet

Was wäre Protest ohne Musik? Was wäre Aufschrei ohne hoffende Klänge? Der Women’s March on Washington kann erst der Anfang einer neuen Frauenbewegung sein, die sich nicht über ideologische Scheuklappen definiert, sondern trotz einiger Unterschiede solidarisch gegen Ungerechtigkeit auftritt. Dass Frauen 2017 noch immer benachteiligt sind, ist belegbares Faktum. Dass mit Trump und dem aufstrebenden Populismus in Europa diese Benachteiligung eher wieder wachsen wird, steht außer Zweifel. All dem mit dem Vorsatz entgegenzutreten, nicht mehr zu schweigen, erscheint mir dringend geboten. MILCK, eine in Los Angeles beheimatete Sängerin, beschert uns mit ihrem Song Quiet eine Pop-Hymne, die sich gegen gesellschaftliche Zwänge und Erwartungshaltungen wendet. Zeilen wie „But no one knows me no one ever will/ If I don’t say something, if I just lie still/ Would I be that monster, scare them all away/ If I let the-em hear what I have to say“ wollen den Schmerz nicht mehr verbergen, sich etwa mit Missbrauch und daraus resultierenden Folgeerscheinungen nicht länger abfinden. Dies ist der Kampf, den es zu führen gilt. Dies scheint mir die Triebfeder einer neuen feministischen Bewegung zu sein. Zu oft verzetteln sich Wohlstandsfeministinnen in Nebenschauplätzen. Mokieren sich darüber, ob Mädchen Prinzessin sein müssen oder doch Astronautin sein dürfen. Beschweren sich über unzureichendes Gendering. Doch solang Gewalt gegen Frauen noch immer tägliche Realität ist, solang Trumps Frauenfeindlichkeit ihn sogar bis in Weiße Haus trägt, sollte man sich auf die wichtigsten Botschaften fokussieren. Angesichts der bevorstehenden reaktionären Zeiten erscheint das Motto #icantkeepquiet drängender denn je! Was den Song angeht, gilt: Quiet ist the new loud!

Quiet ist am 14.01.2017 erschienen und via Noisetrade als kostenloser Download erhältlich.

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