Schatzkästchen 84: Forest Swords – The Highest Flood

Zugegeben, ich bin in puncto Kino nicht länger auf dem Laufenden. Vielleicht rede ich also Stuss, wenn ich mir eine Neuauflage der goldenen Zeiten der späten Sechziger und frühen Siebziger herbeisehne. Jene Zeiten des politischen Films als ein Costa-Gavras großartige Filme gemacht hat, die von einem Mikis Theodorakis kongenial musikalisch ausgestaltet wurden. Ebenfalls hervorragend: Gillo Pontecorvos Film Queimada, der die sozialen Spannungen kolonialer Zeiten abbildete. Hier zeichnete der Meister Ennio Morricone für den Soundtrack verantwortlich. Vielleicht gibt es ja auch heutzutage eindringliches Kino mit starken Bildern und toller Musik. Möglicherweise ist es mir nur entgangen. Falls dem jedoch nicht so, könnte man zumindest in musikalischer Hinsicht rasch Abhilfe schaffen. Das Projekt Forest Swords des Briten Matthew Barnes erschafft Klangwelten von höchster Eindringlichkeit. Schon das Album Engravings (2013) vermochte mich zu begeistern. In seinen stärksten Momente vermengt es vorzeitlichen Beschwörungstanz mit dunkler Electronica, besticht mit archaischem Industrial. Ich kann mir richtiggehend ausmalen, wie diese Musik Dystopien begleitet, düsteren Realismus ausstaffiert. Dies gilt speziell für die neue Single The Highest Flood. Rituelle Choräle werden dabei von einem klackernden und pochenden Beat untermalt, dazu mengt sich eine entstellte Pianofantasie. Es ist ein bedeutungsschweres Stück Musik, hochgradig faszinierend, so meditativ wie hypnotisch. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Single schon bald ein neues Album folgt. Und auch dem Sound ebenbürtige Bilder wären sehr willkommen!

Die Single The Highest Flood ist am 07.03.2017 via Ninja Tune erschienen.

Links:

Offizielle Webseite

Forest Swords auf Facebook

SomeVapourTrails

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.