Bloodshot Records – A Few Days of Xmas (Free Download)

Heute schenkt uns das famose Label Bloodshot Records einen Appetithappen eine ganze Vorspeisen-Platte zum jüngst veröffentlichten Weihnachtssampler 13 Days of Xmas. Das Ganze nennt sich sinniger Weise: A Few Days of Xmas. Nach Registrierung bei Noisetrade (Email oder Facebook) dürft ihr euch über sechs feine und kostenlose Christmas Songs freuen. Highlight ist die  Verliererballade I’m Drunk Again This Christmas von Zach Schmidt. Hier wird jedoch nicht das Leid von Obdachlosen besungen, nein, es geht um das Leiden des typischen amerikanischen Familienmenschen, der die Qualen der Feiertage  nur mit viel Alkohol ertragen kann. Beim Rolling Stone könnt ihr mehr über die Entstehungsgeschichte des Weihnachtssongs lesen. Ob schonungslos ehrlich oder doch nur heillos übertrieben, weiß nur der Künstler allein. Das Lied endet mit den Worten: „Hope my family never hears this song.“  Vielleicht aber hat die Familie den Song schon gehört und Schmidt darf in diesem Jahr Weihnachten künftig allein verbringen, zumindest bis er ein Loblied auf die Verwandtschaft singt. 😉

Barrence Whitfield and the Savages – Papa Barrence’s Christmas

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Amanda Palmer – The Angel Gabriel

Natürlich wollen wir hier vor allem neu erschienenen Weihnachtslieder Tribut zollen, doch da uns dieses Lied samt atemberaubend edlem Video in der Vergangenheit leider entgangen ist, soll es nun gebührend erwähnt werden. Beginnen wir mit der US-Musikerin Amanda Palmer, die sicher zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt. Ihre Exzentrik und ihr Kunstsinn scheinen mir eigentlich mehr europäischen denn amerikanischen Zuschnitts. Sie ist die Sorte unbequemer, selbstbestimmter Geist, den es gerade im Moment dringend braucht. Schon als Teil von The Dresden Dolls hat sie ihre Qualitäten unter Beweis gestellt und auch solo ist sie eine Wucht. Es passt ins Bild, dass sie sogar mit ihrem Beitrag zur Weihnacht zu überraschen weiß. The Angel Gabriel ist ein altes baskisches Weihnachtslied, das im 19. Jahrhundert auch seinen Weg in den angelsächsischen Raum gefunden hat. Doch auf all den Alben und Liedern, die jedes Jahr das Fest stimmungsvoll untermalen wollen, wird einem das Lied eher selten begegnen. Das ist recht überraschend, denn sowohl der Mainstream als auch der Indie haben gerade in den USA kaum Probleme mit biblisch geprägten Liedern. Und Palmer hat nicht nur einen guten Griff getan, sie hat es auch noch atemberaubend umgesetzt.  Weiterlesen

The Perfect English Weather – Christmas In Suburbia

Unerfüllte Sehnsüchte, zerbrochene Träume, dies alles erleuchtet von den vielen Weihnachtslichtern der Vorstadt. Was nach Weihnachtsblues klingt, ertönt hier als sphärischer Electro-Pop. Das kindliche Ich, welches verbotener Weise die Geschenke vor der Bescherung inspizieren will, wechselt über zum erwachsene Ich, welches das Haus der Kindheit betreten will, obwohl die Familie dort schon längst nicht mehr wohnt. Die Ich-Erzählerin ist hin und her gerissen, zwischen dem Zustand noch nicht „dort“ hin und nicht mehr, „dort“ hin gehen zu dürfen.  Weiterlesen

Marching Church – Christmas on Earth

Wo nur kämen wir hin, wenn weihnachtliche Klänge bloß aus verklärender Kitschsoße bestünden, es keine Songwriter gäbe, die sich nicht auch den Dramen rund ums Fest widmen würden? Gut, dass dem nicht so ist, sonst würde das Lied Christmas on Earth wohl nicht existieren. Die dänische Formation Marching Church schildert darin ein gar nicht so seltenes Szenario, dass ich jedoch so noch nie bei einem Weihnachtssong vernommen habe. Christmas on Earth erzählt von einem verlorenen Sorgerechtsstreit und der daraus resultierenden Kindesentziehung durch den Vater. Das lapidare „Lost custody to the bitch/ I deserve to see my kids“ lässt keinen Zweifel zu, dass hier böses Blut auf der Flamme weihnachtlicher Sentimentalität hochkocht.  Weiterlesen