Mist – The Bell That Couldn’t Jingle

Die Leichtigkeit und Eleganz der Kompositionen eines Burt Bacharach sind hoffentlich unbestritten. Vielen Liedern und Alben Bacharachs haftet zudem die Patina goldener musikalischer Zeiten an. Dennoch ist so ein wunderbarer Weihnachtssong wie The Bell That Couldn’t Jingle leider nie die erste Wahl für Indie-Musiker ist. Dabei ist das Lied auch textlich so verdammt rührend, erzählt die Geschichte einer Weihnachtsglocke, die nicht läuten kann und sich deshalb auch keine Illusionen macht, den Schlitten Santas mit Geläut begleiten zu dürfen. Doch Santa hört das Weinen des Glöckchens und nimmt sich seiner an. Er entdeckt, dass ihm der innere Klöppel fehlt. Er lässt Jack Frost daraufhin aus einer der Tränen einen solchen Klöppel anfertigen und schenkt ihm dem Glöckchen, damit selbiges am Weihnachtsabend munter vor sich hin läuten kann. Ein tolles Lied, das darunter leidet, dass die ganz hohe Kunst des Easy Listening und die Attitüde des Indie halt nicht immer harmonieren. Wie dies jedoch bestens funktioniert, zeigt das Projekt Mist des Niederländers Rick Treffers. Sein verträumter Indie-Pop mit zärtlicher Singer-Songwriter-Note scheint dazu prädestiniert, sich an einen Herrn Bacharach heranzuwagen. Ihm gelingt ein Track, der die so liebenswürdige Geschichte herrlich untermalt, zugleich einige exzentrische Akzente setzt. Elektronische Frickeleien fehlen ebenso wenig wie chorale Eskapaden, im Verlauf mündet die anfängliche Kleinteiligkeit dann in einen harmonisch-eingängigen Ohrenschmaus. Eine ausgesprochen würdige Interpretation von The Bell That Couldn’t Jingle!

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