Marching Church – Christmas on Earth

Wo nur kämen wir hin, wenn weihnachtliche Klänge bloß aus verklärender Kitschsoße bestünden, es keine Songwriter gäbe, die sich nicht auch den Dramen rund ums Fest widmen würden? Gut, dass dem nicht so ist, sonst würde das Lied Christmas on Earth wohl nicht existieren. Die dänische Formation Marching Church schildert darin ein gar nicht so seltenes Szenario, dass ich jedoch so noch nie bei einem Weihnachtssong vernommen habe. Christmas on Earth erzählt von einem verlorenen Sorgerechtsstreit und der daraus resultierenden Kindesentziehung durch den Vater. Das lapidare „Lost custody to the bitch/ I deserve to see my kids“ lässt keinen Zweifel zu, dass hier böses Blut auf der Flamme weihnachtlicher Sentimentalität hochkocht. Selbstverständlich gibt sich der Vater nicht der Illusion hin, das bei der Entführung seiner Sprösslinge tatsächlich die Chance auf ein Happy End besteht, wie die Zeilen „Soon they’ll send out a search team/ And I know all hell awaits/ She’s worried sick, of course she is/ But I had to see them on Christmas day/ As all the love that never came my way/ And the triumphs that weren’t to be/ By the time their presents are unwrapped/ They’ll come knocking, looking for me“ belegen. Christmas on Earth imponiert als larmoyant-trotzige Verliererballade, die mit edler Instrumentierung (Streicher, Bläser, Piano) punktet. Gäbe es einen Preis für das Weihnachtslied mit dem größten Realitätsbezug, wären Marching Church 2017 ein heißer Anwärter auf dessen Gewinn! (via Christmas A Go Go!)

Marching Church ist am 12.01.2017 auf Sacred Bones erschienen.

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