Schlaglicht 83: Postcards

Als ich in der vergangenen Woche unsere Lieblingstracks und -alben des Jahres 2017 zusammengestellt habe, kam ich an einer Band einfach nicht vorbei. Für die aus dem Libanon stammende Band Postcards hatte ich 2017 wirklich nur Lobeshymnen übrig. Ich möchte sogar so weit gehen, dass es so etwas wie Liebe ist. In all den Jahren, die ich Musik zunächst gehört und später dann auch hier auf dem Blog – hoffentlich – ein klein wenig vermittelt habe, habe ich zu gewissen Musikern und Bands gewisse Formen von Beziehungen aufgebaut. Da wären speziell die weisen, viel vom Leben lehrenden Väter und Mütter in Gestalt von Johnny Cash, Bruce Springsteen, Nina Simone und natürlich Joni Mitchell zu nennen, da gibt es die ewigen Jugendfreunde wie etwa The Cure und später auch Studienkollegen wie beispielsweise Radiohead. Diese Bande vervollständigen Frauenstimmen, in die mich für den Rest meines Lebens verliebt habe. Mazzy Star mit der sagenhaften Hope Sandoval oder Trespassers William mit der unvergleichlichen Anna-Lynne Williams kommen mir hier sofort in den Sinn. Dass es sich dabei um Dream-Pop-Bands handelt, ist alles andere als ein Zufall. Die Postcards um die Sängerin Julia Sabra besitzen eine ähnliche Qualität. Die letztes Frühjahr erschienene EP Here Before hat einen prägenden Eindruck hinterlassen. Die EP ist auch der Kern des Ende Januar erscheinenden Albumdebüts I’ll be here in the morning, welches ich bereits anhören durfte. Und gerne möchte ich bereits verraten, dass es dieses Erstlingswerk in sich hat. Dass es all jene Sehnsucht, Entrücktheit und Weltflüchtigkeit beinhaltet, die guten Dream-Pop auszeichnet. Wer für solch Emotionen und Stimmungen empfänglich ist, wird diese Platte lieben.  Weiterlesen