Viel gewollt & mehr erreicht – Kat Frankie

Es gibt eiserne Regeln im Musikgeschäft. Gegen biedere Ausstrahlung helfen nur anzügliche Songtexte. Oder: Bankrotterklärungen künstlerischer Kreativität müssen mit Bombast übertüncht werden. Ersteres hat Britney Spears zum Erfolg geführt. Letzteres einen Michael Jackson in den Neunzigern über Wasser gehalten. Mit diesem Wissen muss man fast zwangsläufig eine große Harmlosigkeit hinter einem Albumtitel wie Bad Behaviour wittern. Nun könnte man der in Berlin lebenden Australierin Kat Frankie zugutehalten, dass sie schlicht den Titel des ihrer Einschätzung nach griffigsten Tracks zum Albumtitel erwählt hat. So recht will er zum mit Finesse ersonnenen Singer-Songwriter-Pop mit ein wenig R&B-Charme nicht passen. Bad Behaviour suggeriert eine penetrante Aufmüpfigkeit, vielleicht sogar Frivolität. Das gibt die Platte meiner Ansicht nicht her. Und das ist verdammt gut so.

Photo Credit: Sabrina Theissen/GroenlandRecords

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