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Neues Mazzy Star Album „Seasons Of Your Day“ erscheint im September 2013 / California jetzt im Stream

Zur ausführlichen Besprechung von Seasons Of Your Day geht es hier.

Mazzy Star – California

Es mag einige Wenige unter euch geben, die uns damals – vor fünf Jahren – schon bei den ersten Baby-Trippelschrittchen in die Bloggerwelt begleitet haben. Unseren allerersten Blogposts widmete ich einer nicht nur für uns, aber im speziellen sehr für uns besonderen Künstlerin: Hope Sandoval. Ohne sie – ohne Mazzy Star – wären wir uns wahrscheinlich nie begegnet. Sehr verliebt und überschwenglich schrieb ich anno 2008, der Antike der Internet-„Neuzeit“, ein paar Worte über Wilde Rosen.

Sehr zu unserem Entzücken erschien 2009 das langerwartete Hope Sandoval Soloalbum Through The Devil Softly und im persönlichen Interview mit der Lieblingssängerin bekamen wir das Versprechen, dass bald ein neues Mazzy Star Album folgen werde. Bald, dies ist im Mazzy Star-Universum sehr sehr sehr…. sehr relativ. So landete die Platte bei Stereogum als eines der The 50+ Most Anticipated Albums Of 2012. In der 2013er Liste wurde dann vorsichtshalber darauf verzichtet, weiterhin das Comeback sehnlich zu erwarten. Aber immerhin, ein kurzes Lebenszeichen gab es zwischen durch. Ende 2011 veröffentlichte das Dream Pop-Duo die beiden Tracks Common Burn / Lay Myself Down auf dem eigens gegründeten Label Rhymes Of An Hour Records. Inzwischen wurde mit Rough Trade ein im Indiebereich renommierter Vertriebspartner gefunden. Am 27.09.2013, dies leider nicht in Stein gemeißelt, aber immerhin schon in den Newsletter getippt, wird das neue Werk das Licht der Welt erblicken. Aufgenommen wurde „Seasons Of Your Day“ von der Urbesetzung von Mazzy Star, als Gäste dabei waren Colm O’Ciosoig (My Bloody Valentine/ Hope Sandoval and the Warm Inventions) und der 2011 verstorbene Bert Jansch mit einer seiner letzten Aufnahmen. Seit dem Vorgängeralbum Among My Swan ist somit ein ganzes Teenager-Leben, sage und schreibe, 17 Jahre vergangen. Mit California dürfen wir heute schon einen ersten Track vom Album hören.

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Unsere 10 Lieblingsalbencover des Jahres 2012

Die Kunst des Plattencovers sollte man wahrlich nicht gering schätzen. Im besten Falle erhebt sie eine sehr feine Platte in die Sphären kultischer Erinnerung, mitunter sogar in ein kollektives Gedächtnis. Sind nicht manch Cover der Rolling Stones besser als der musikalische Inhalt? Hat nicht erst das Cover von Nevermind die Welt weit stärker an Nirvana gebunden, mehr als jedes Lied der Band dies vermochte? Wer an die American Recordings eines Johnny Cash denkt, erinnert sich zugleich an die Abbildungen eines ausgewählten Charakterkopfes. Und spricht nicht auch das Cover von Homogenic tief aus Björks musikalischem Kosmos? Wir stellen bei unserer tagtäglichen Erkundungen oft mit Schaudern fest, dass viele Musiker den Wert eines Plattencovers als künstlerische Visitenkarte nicht begreifen. Schade, sehr schade! 10 schöne bis interessante Cover haben wir in diesem Jahr dennoch entdeckt und wollen diese Fundstücke gerne teilen.

Beste Albencover

thebandcalledoutformore1. Gabby Young & Other AnimalsThe Band Called Out For More

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Unsere 10 Newcomer des Jahres 2012

Wir machen weiter mit unserer Rückschau auf das abgelaufene Musikjahr. Nun wollen wir einen Blick auf Newcomer werden, die uns doch ein wenig beeindruckt haben. Nun ist der Begriff Newcomer ohnehin ein schwammiger. Der Duden definiert den Newcomer so: „Jemand, der in einer Branche, einem Geschäft o. Ä. neu ist, noch nicht viel Erfahrung [aber schon einen gewissen Erfolg] hat“. Der kritische Punkt in jener Beschreibung liegt eindeutig beim gewissen Erfolg. Gerade im Indie-Bereich ist Erfolg ein herrlich unscharfer Begriff. Hat man schon den Durchbruch erzielt, wenn man über 1000 Likes auf Facebook erlangen konnte? Oder wenn eine Band bei einem Konzert nicht bloß in bestens bekannte Gesicher in den Zuschauerreihen blickt, darf man dann schon von einer Karriere sprechen? Angesichts dieses Dilemmas haben wir einfach Acts aufgelistet, die uns 2012 über den Weg liefen und denen wir für ihre musikalische Zukunft viel Glück wünschen. Denn Erfolg ist letztlich Glücksache – und keine Frage des Talents.

Beste Newcomer

1. WALL (Großbritannien)

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50 Albumschmankerln 2012

Hier nun also der zweite Teil unserer Jahresbestenliste. 40 Alben und 10 EP haben wir als Empfehlungen ausgewählt. Wie schon für unsere 75 Lieblingstracks 2012 gilt auch in diesem Fall, dass diese Liste von Auslassungen lebt. Natürlich wären Get Well Soon oder auch Leonard Cohen heiße Anwärter auf einen Platz in dieser Aufzählung, wenn wir denn jenen Alben heuer mit der gebührenden Ausführlichkeit gelauscht hätten. Doch wenn uns der wöchentliche Veröffentlichungszirkus etwas anderes weismachen möchte, gute Alben werden nicht schnell ranzig. Können auch erst mit ein paar Jahren Verzögerung gefestschmaust werden. Ob ein Musikjahr also beweihräuchert werden darf, das entscheidet sich oft erst lange nach dessen Verstreichen. Das, was uns jedoch bereits jetzt nachdrücklich in Herz und Hirn haften geblieben ist, haben wir folglich hier zusammengetragen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchstöbern!

Alben

Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source1. Lana Del ReyBorn To Die

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Unsere 75 Lieblingstracks 2012

Hier ist sie also nun, die Jahresbestenliste unser Lieblingssongs. Eine Momentaufnahme, zugegeben. Wenn wir am Ende des Jahres die persönlichen Favoriten Revue passieren lassen, dann stellen wir oft ganz verdutzt fest, welch zweifelslos prima Musik uns in jedem Jahr wieder durch die Lappen gegangen ist. Doch das Jahr hat eben nur 365 Tage, selbst wenn man jeden zweiten Tag ein neues Album für sich entdeckt, hat man gerade einmal 180 Alben gelauscht. Das ist nichts im Vergleich zur Fülle an Neuerscheinungen. Dazu kommen noch einzelne Tracks, die sich der geschäftige Blogger tagtäglich so anhört. Das ergibt in der Summe mindestens 3000 neue Tracks pro Jahr, gar nicht die gefühlten Millionen Tracks mitgerechnet, welchen man mit leidendem Augenaufschlag begegnet, die man bereits nach wenigen Sekunden auf Nimmerwiederhören verabschiedet. Von daher ist eine jede Bestenliste eines Blogs nur ein klitzekleiner Ausschnitt einer Gesamtwirklichkeit. Zugleich ist solch eine Zusammenstellung auch programmatisch zu verstehen, sie stellt den eigenen Geschmack zur Schau, grenzt sich ab. Wir machen nicht den Diener vor einer cleveren PR-Kampagne von Frank Ocean, finden Tame Impala schauerlich. Diese Liste will weder hip noch obskur und auch in keinster Weise vollständig sein. Sie soll unsere von Herzen kommenden Empfehlungen dieses Jahres nochmals unterstreichen. Mehr nicht.

Songliste2012

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Der Musikblog im Jahre 2013 – Eine Selbstreflexion

Manch kritischer Stammleser dieses Blogs mag konstatieren, dass hier zwar viele Worte verloren werden, es mit dem Erkenntnisgewinn nicht immer weit her ist. Aber differenzierte Ansichten beinhalten oft keine klaren Antworten, werfen im Idealfall neue Fragen auf, vermeiden es zumindest in allzu offensichtliche Fallen zu tappen. Daher seien heute ein paar lose Gedanken zum Bloggen über Musik angeboten, keine Patentrezepte, vielmehr Beobachtungen ohne jedwede Lösungsansätze.

Nach mittlerweile über 4 Jahren des Bloggens sticht mir ein Trend immer stärker ins Auge. Aus Blogs werden vermehrt Magazine, aus den Interessen und Launen von ein paar Enthusiasten wächst ein journalistisches Angebot. Der Blogger tranzendiert zum Redakteur. Ein schlichtes Layout weicht Headlines und Rubriken, die Plötzlichkeit eines Post wird von einer klaren Taktung der Beiträge abgelöst. Man kooperiert ausgiebig mit Labels, präsentiert Touren, versucht sich an Interviews, bietet eigene Musiksessions an, setzt auf exklusiven Content. Diese Ansätze sind jeder für sich keineswegs problematisch, gewisse Dinge wurden auch auf diesem Blog ausprobiert, in der Fülle jedoch gaukeln sie etwas vor. Wer mit den Großen mitspielen möchte, sollte stets bedenken, dass professionelle Magazine ein Geschäftsmodell darstellen, eben mehr als Hobby sind. Da wird Geld in die Hand genommen, bevor selbiges dann auch mehr oder weniger in der Kasse klimpert. Passion und zeitliche Opfer können den Faktor Geld nie und nimmer aufwiegen. Und da es ja genügend Musikmagazine gibt, kann der Schuster ruhig bei seinem Leisten bleiben. Der Sinn des Bloggens besteht nicht in der Metamorphose zum Journalismus. Ein passionierter Radsportler tritt ja auch nicht bei der Tour de France an. Dazu mangelt es ihm an der High-Tech-Ausrüstung, Serviceteam, logistischem Know-How, Finanzkraft. Vom Zugang zu leistungssteigernden Substanz mal ganz abgesehen. Ein etwaiges Talent allein besagt gar nichts.

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Release Gestöber 35 – Teil 1 (Das Beste des Jahres mit Wintersleep, Marissa Nadler, Toddla T)

Wie jeder verdammte Blogger erachte ich den Zwang, eine selbstredend möglichst meilensteinige Jahresbestenliste zusammenzustellen, als unbedingte Pflicht. Solch Listen gehören einfach zur Job-Beschreibung eines jeden Musikenthusiasten. Während ich gerade das Jahr 2012 musikalisch Revue passieren lasse, bin ich auf ein paar Alben gestoßen, Platten, die ich bislang auf diesem Blog noch nicht gewürdigt habe, obwohl sie mit das Beste sind, was dieses Jahr zu bieten hatte. Es sind solche, die man nicht so auf der Rechnung hat, weil sie bei kleineren Labels erschienen sind oder einfach nicht dem Zeitgeist entsprechen. Der werte Leser sollte auch ein zusätzliches Detail bedenken. Musik präsentiert sich nämlich auch als Fetisch. Sie hält jung, weshalb auch der gestandene Mittvierziger noch an den Lippen von Halbstarken hängt. Musik formt Erinnerungen, darum vergöttert der graumelierte Fünfziger die Idole glorreicherer Zeiten, auch wenn solch Bands heutzutage oft nur ein Schatten früherer Tage sind. Bestenlisten sagen also im Grunde wenig über die musikalische Gegenwart aus, machen jedoch den Ersteller zum offenen Buch. Noch sind es freilich ein paar Tage, bis ich meine Listen preisgebe. Diese noch schnell erwähnten Alben – oder zumindest manche Tracks – werden sicher auch darauf vertreten sein.

Wintersleep

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Photo Credit: Scott Munn

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Stippvisite 18/12/12 (Von der Schwere der Paranoia abhängig!)

Musikblogs haben sich als Gegenstück zu etablierten Musikmagazinen behauptet. Was die Blogger anfangs ausgezeichnet hat, das flexible Posten von Neuigkeiten sowie der mangelnde Wille, einen jeden Clip mit vielen Worten zu sezieren, darin haben die Magazine längst aufgeholt. Wir finden heute oft die paradoxe Situation vor, dass sich die Amateure wie Profis gebärden, die Fachmänner – und frauen es dagegen easy angehen lassen, die Leichtigkeit der Schlamperei für sich entdecken durften. Das Resultat dieser Erkenntnis ist ein je nach Schwere der Paranoia geäußertes „Traue niemandem“ bis hin zu „Traue jedem“. Man kann und soll es dem Musikkonsumenten gar nicht abnehmen, sich zumindest für den Bruchteil einer Minute zu überlegen, welche Quellen man so nutzt – und was dahintersteckt. Der Hörer ist das letzte Glied in einer Reihe von Reflexionen. Der Musiker sinniert über die Aussagekraft seiner Musik, das Label grübelt über die Erfolgschancen (In den meisten Fällen ist dies mit dem Überschreiten der Gewinnschwelle gleichzusetzen.), die Promo-Agenturen denken über die Art der Vermarktung (per Streufeuer oder doch lieber auf ausgewählte Kontakte vertrauend) nach und Blogs und Magazine schielen auf ihre Zielgruppen. Musik erreicht uns auch im Internet nie willkürlich, sie durchläuft Filter. Als Hörer kann man sich zumindest einzelne Filter aussuchen, Blogs und Magazine nämlich. Wer sich bewusst für Magazine entscheidet, die Musik mit Klatsch und Tratsch verbinden, der negiert gehaltvollen Journalismus. Wer sich hingegen in Indie-Gefilde begibt, darf sich dann auch nicht über eine latent vorherrschende Miesepetrigkeit wundern, weil Indie-Bands in aller Regel nicht im Schlaraffenland leben. Reguliert das Angebot die Nachfrage oder dirigiert die Nachfrage das Angebot? Diese Frage gilt es sich erst einmal zu stellen, dann kann jeder Freund der Musik daraus seine Schlüsse ziehen. Und vielleicht 2013 bewusster Musik konsumieren. Die Vielfalt ist nämlich weniger verwirrend, als man gemeinhin denkt, und Google ein begriffstutziger Lotse.

Hier nun auch heute wieder ein paar Empfehlungen von ausgewählten Seiten.

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Janusköpfige Transzendenz – Godspeed You! Black Emperor

Lassen wir uns zu einer kurzen Vorbemerkung über Post-Rock hinreißen. Man neigt ja dazu, all das, was kein unmittelbares Verständnis erweckt, dennoch angenehm wuchtig dahinmelodeit, eben solch Klänge mit dem Post-Rock-Etikett zu versehen. Das führt dazu, dass einem beim Öffnen dieser Genre-Schublade zwangsläufig auch immer irgendein Kastenteufel anspringt, mit dem man nun wirklich nicht rechnen durfte. Wenn es jedoch Vertreter dieses Musikstils gibt, denen man die uneingeschränkte Autorität zusprechen darf, das Genre in seiner ganzen Komplexität zu repräsentieren, dann ist dies wohl die kanadische Formation Godspeed You! Black Emperor. Auch deren neuestes Werk ‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend! steht für eine Radikalität des Sounds, für die völlige Verschränkung von Geist und Gefühl. Es ist philosophisch und empfindsam zugleich, beredt und botschaftsbeladen, dabei letztlich auch das, was wir darin spiegeln. Es verkörpert die Essenz von Post-Rock.

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Release Gestöber 34 (Samantha Crain, Pure Bathing Culture, Night Beds, Foyn Trio!)

In Zeiten allgegenwärtiger Hiobsbotschaften liefern sich die Medien ein Wettrennen, jede Nachricht mit möglichst viel Depri-Touch zu versehen. Der Einzelne hat gar nicht mehr die Möglichkeit, sich in ein biedermeiernes Idyll zu flüchten. Weil uns die Außenwelt dank Internet und Fernsehen schon längst in den eigenen Wohnräumen auflauert. Natürlich ist die Mehrheit zu dumm, um dieser Belagerung mit der nötigen Psychohygiene zu begegnen. Man ergibt sich, wird Teil der Hysterie. Musik jedoch ist eine der wunderbarsten Möglichkeiten, den alltäglichen Wahnsinn auch einmal Wahnsinn sein zu lassen. Doch natürlich befördert manch Art von Musik auch den Irrwitz. Nicht jedoch jene, die wir dem werten Leser auch heute wieder gern ans Herz legen.

Samantha Crain

Die aus Oklahoma stammende Singer-Songwriterin Samantha Crain ist eine der faszinierenden jungen Stimmen der Americana- und Folk-Szene. Nicht zuletzt deshalb haben wir im Rahmen unseres diesjährigen Weihnachtsspecials bereits zwei ihrer vorzüglichen Tracks vorgestellt. Selbstredend lohnt sich die Beschäftigung mit Crains Schaffen zu jeder Jahreszeit. Für Februar ist die Veröffentlichung ihrer dritten LP angekündigt. Kid Face wurde von John Vanderslice, seines Zeichens selbst ein über die Maßen begabter Liedermacher, produziert. Die Voraussetzungen für ein starkes Album scheinen somit fraglos erfüllt. Als erster Beleg für die fruchtbare Zusammenarbeit dient der mit countryesker Violine akzentuierte Track Never Going Back. Einen kostenlosen Download dieses Tracks gibt es auf dem Rolling Stone. Wer Samantha Crain noch nicht kennt, sollte diese musikalische Bildungslücke schleunigst nachholen.

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