Archiv der Kategorie: Headline

Das Singer-Songwriter-Gen ist kein Defekt – Daisy Chapman

Mal ehrlich, welche Geschichten wollen wir erzählt bekommen? Etwa jene, die sich in von Beginn an absehbaren, albernen Verstrickungen ergehen? Boy meets Girl, aber Boy schämt sich für seinen in der linken Kniekehle befindlichen Leberfleck und das Girl hat ihre Brille verlegt, kann daher Quasimodo nicht vom Sexiest Man Alive unterscheiden. Möchten wir harmlose Storys, die tollpatschend dem Happy-End entgegentaumeln? Oder lieben wir es gar dramatisch? Beinamputierte Endvierzigerin ertappt ihren Gatten dabei, wie er seine langjährige, im Rollstuhl sitzende Geliebte mit einer blutjungen, anämischen Nymphomanin betrügt. Mögen wir per Milchmädchenrechnung aufgehäufte Konflikte der ganz und gar bedeutungsschwangeren Art? Im Falle von Liedtexten stellt sich generell die Frage, ob es überhaupt Geschichten braucht. Präferieren wir nicht vielmehr die aufgebretzelten Gefühlsregungen, die gejaulte Liebesbekundung für die guten wie auch für die suboptimalen Zeiten, ein Lamentieren über die nagende Einsamkeit? Aber es gibt sich eben auch, die starken Erzähler unter den Singer-Songwritern! Die Britin Daisy Chapman ist eine hervorragende Vertreterin dieser Gattung, wie ihr neues Album Shameless Winter Lied für Lied belegt.

Photo Credit: R. Herdman

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Klingende Weihnacht 2012 – Lieder für unter, über und um den Weihnachtsbaum

Vorab die schlechte Nachricht: Es gibt keinen klingenden Adventskalender 2012. Jetzt die Gute: Wir bleiben weiter dem Indie-Weihnachts-Wahnsinn verfallen, durchwühlen schon seit Tagen das Netz auf der Suche nach den schönsten Weihnachtsliedern und werden hier an dieser Stelle in Hülle und Fülle die Geschenke weiterreichen, die uns die Musiker in diesem Jahr zaubern. Zusätzlich zu den kostenlosen Mp3s wird es auch Streams unserer liebsten Christmas Songs geben. Nach dem angelsächsischen und skandinavischen Raum scheint nun auch der Rest der Welt vom Weihnachtsvirus infiziert, wir wurden bereits in Singapur, Südafrika und Australien fündig. Ihr könnt also auch dieses Jahr wieder auf eine sehr bunte Mischung gespannt sein, die Klingende Weihnacht 2012 hat wirklich einiges zu bieten. Schaut ruhig öfter mal vorbei!

Free Mp3s:

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Farbenpracht unter der Äthermaske – Clinic

Wie leicht erscheint es doch, quasi als eine Fingerübung, einen Kinofilm zu typisieren. Da gibt es die auf Geldvermehrung schielenden, trotzdem sündhaft teuren Action-Reißer sowie bombastisch besetzte Hochspannungsthriller. Ebenfalls der Masse auf den Leib geschneidert sind romatische Schnulzen oder Liebeskomödien. Natürlich existieren auch auf Oscars getrimmte Biopics oder pathosschwangere Dramen, die aufgrund von Überzeichnung ein innerer Reichsparteitag für jeden Mimen sind. Da dürfen Gesichtszüge entgleisen. Oder starre Mimik wird zu großer Beredsamkeit hochstilisiert. Denken wir auch an das Indie-Movie, welches gern politische Korrektheit negiert, und natürlich an den Kunstfilm, der jedem noch so munteren Antlitz ein Gähnen auf die Lippen zaubert. Man vergesse auch nicht auf unausgegorene B-Movies und völlig hirnverbrannte Teenagerfilmchen. Im Bereich der Musik hingegen lässt sich bestenfalls zwischen Kommerz und Anspruch, Professionalität und DIY-Attitüde, Mainstream und Indie unterscheiden. Auch wenn das Nischendenken in der Musik ausgeprägter ist, lässt sich die Ambition einer Platte viel schwerer kategorisieren. Mit welcher Intention etwa schritt die britische Formation Clinic zu Werke, als sie die Scheibe Free Reign einspielte? Dachten die Männer um Frontmann Ade Blackburn wirklich daran, einfach mal so das Album des Jahres – zumindest aus britischen Gefilden – aufzunehmen? Endgültig aus dem Schatten der prominenteren Vertreter ihrer Zunft zu treten, ohne dabei die eigene Haut offensiv zu Markte zu tragen? Free Reign steht für surrealen Pop und psychedelischen Indie-Rock, diese grandiose Scheibe liebt, sehnt und träumt. Und sie erfühlt unter einer Äthermaske Farbenprächtiges. Man spürt sich stets unter Blackburns Fittichen, denn seiner Stimme wohnt ein sanft leidende, nicht ohne Wärme tönende Zerbrechlichkeit inne. Was immer sich Clinic bei der Entstehung ihres mittlerweile siebten Studioalbums gedacht haben, das Resultat sprengt wohl sämtliche Erwartungshaltungen.

Photo Credit: Rhian Askins

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Resonanzkörper, ich – Pit Przygodda

Kennst du das auch? Du entdeckst etwas, das sich herzlich in dein Herz schmiegt, fühlst zugleich, dass es etwas ist, was sich nur schwerlich teilen lässt. Weil der Moment so flüchtig oder nur das eigene Empfinden zu Freudensprüngen bereit. Oder aus Egoismus heraus. Etwa beim Blick vom blätterbeteppichten Hügel hinab auf die pittoreske Schönheit der Häuserdächer deiner Kleinstadt. Dir schwillt das Herz, du atmest auf, während feuchte Herbstluft durch deine Bronchien scheuert, doch würdest du es nicht jedermann empfehlen. Dein Ausblickspunkt hinter dem kleinen Türmchen der Kapelle wäre oft und öfter von Menschengrüppchen in Beschlag genommen. Oder denke an dein Lieblingslokal, einen kleinen Italiener ohne Schick, aber mit der Sorte rustikalem Flair, wie du es von den Italienurlauben abseits touristischer Trampelpfade in Erinnerung hast. Die angesagten Restaurants sind anderswo, hier findet sich stets ein gemütlicher Platz. Du würdest dem Besitzer klingelnde Kassen gönnen, und doch rätst du nur deinen allerbesten Freunden zu einem Besuch, da es sich in einem vollen Lokal einfach nicht so angenehm speisen lässt. Musik jedoch sollte man uneingeschränkt weiterempfehlen. Hast du sie bei dir, in dir, kann sie dir niemand streitig machen. Doch stoßen Tipps mitunter auf taube Ohren, weil die Aussaat auch auf fruchtbaren Boden fallen muss. Wenn ich nun hergehe und Gott und die Welt dazu auffordere, dem Album Lied von Pit Przygodda das Ohr zu leihen, dann werden nahezu alle Ohrenpaare mit anderen Dingen beschäftigt sein. Warum aber?

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Nicht nur christliches Bullshit-Bingo – Mumford & Sons

Heutzutage scheint eine Religiosität, die klar definierten Geboten und Riten folgt, der Gottseibeiuns einer progressiven Gesellschaft, während die vage Empfindung eines göttlichen Prinzips durchaus Beifall – zumindest aber keine Fundamentalopposition – findet. Im Falle des Briten Marcus Mumford freilich könnte man sich an einem christlichen Bullshit-Bingo versuchen, würde dabei so einige Treffer landen. Doch sind es bei Weitem nicht bloß die religiösen Verweise, die die Kritiker von Mumford & Sons auf den Plan rufen. Manch Aversion liegt darin begründet, dass das neue Werk Babel von biblischem Pathos durchdrungen wird. Es wirkt apodiktisch, von Schwarz-Weiss-Bildern geprägt („So give me hope in the darkness/ That I will see the light„), für Nuancen hat der Grenzcharismatiker Mumford kein ausgeprägtes Händchen. Der vielleicht wundeste Punkt der Platte liegt jedoch in dem „Du“, welches stets abstrakt bleibt, losgelöst von einem körperlichen, selbst Wünsche anmeldenden Gegenüber dahintranszendiert. Der flanellernen Erdigkeit des Folk-Rocks stehen Lyrics entgegen, die – sofern man darauf achtet – gänzlich das Ringen mit dem eigenen Ich und die Sehnsucht nach Erweckung betonen („When I was told by Jesus/ All was well„). Ein Hauch von Egozentrik schwebt durch die Lüfte, mag somit auch den Erfolg dieses Werk in Zeiten wie diesen erklären.

Es gibt viele triftige Gründe, das Debüt Sigh No More als eines der erfrischenden, deftigen und aufregenden Alben des Jahres 2009 in Erinnerung zu behalten. Auf Babel hingegen klingt alles eine Stellschraube routinierter. Dieser Makel haftet der Platte an, ändert freilich auch nichts daran, dass gerade die predigerhaften Songs noch immer eine Augenweide sind. Beispielsweise der Titeltrack Babel, der voll stimmlicher Inbrunst die Mauern einreißt, von welchen er erzählt. Auch Hopeless Wanderer, welches sich geradezu rührend, aufrechten Gangs und warmen Herzens nämlich, um einen Neubeginn bemüht. „And I will learn, I will learn/ To love the skies I’m under“ ist eine der schönsten Zeilen von  Zuversicht, die Marcus Mumford zu bieten hat. Als Favorit der Fans erweist sich wohl I Will Wait mit seinem gefühligen wie simplen Refrain. Zu den problematischeren Tracks von Babel zählt hingegen Whispers In The Dark. Hier kommt jeder Buzzword-Bingo-Spieler auf seine Kosten: Holy – Treffer, Devil – Treffer, Sins – Treffer, Lord – Bingo! Auch taucht die Botschaft dieses Stücks („Let’s live while we are young„) völlig unvermittelt auf, Erkenntnis aus dem Nichts. Im Grunde besteht die Scheibe lediglich aus zwei Aggregatzuständen, Pein und Erlösung. Als Errettungshymne hinterlässt Holland Road einen fahlen Beigeschmack, weil es holzschnittartig die abgestumpfte Seele und das Herz aus Stein bemüht, um anschließend theatralisch in die Knie zu gehen und beschwörerisch dem Glauben anheimzufallen. Drangsal und Befreiung eben! Das durchaus ansprechende Not With Haste wiederum kann eine gewisse Eitelkeit nicht verbergen, das selbstbewusste  Statement „I am what I am“ wird sogleich mit sich geziemender Bescheidenheit zurechtgestutzt. Erst diese erlaubt das Glück. Logik ist im Denken von Mumford & Sons manchmal allzu milchmädchenhaft einfach. „Better not to breathe than to breathe a lie“ heißt es bei Broken Crown, dem Tiefpunkt des Werk. Hier offenbart sich der eingangs erwähnte gnadenlos dezidierte  Zug in Reinkultur. Zu guter Letzt sei jedoch noch einmal darauf hingewiesen, weshalb man Mumford & Sons trotzdem mögen sollte. Weil ein Titel wie Ghosts That We Knew mit jeder Faser den Ton trifft, Hoffnung versprüht, ein im Herzen wirkendes Wohlgefühl entfaltet.

Dennoch! Der Erfolg von Mumford & Sons in hiesigen Breiten erschließt sich mir nicht völlig. Denn wenngleich der für die Formation typische Folk-Sound in seiner Hemdsärmeligkeit anzusprechen vermag, das gewisse Etwas speziell der Mitstampflieder in die Füße springt, so präsentiert sich Babel textlich weit abseits aller typischen Erfolgspfade. Doch vielleicht ist das Prinzip der Hoffnung, welches auch vom allgegenwärtigen Straucheln und Taumeln nicht unterjocht wird, Erklärungsansatz genug. Mumford & Sons bleiben ein Phänomen, eine unzeitgemäße Band von der Insel. Im Licht wie im Schatten verhaftet, äußerst gegensätzliche Reaktionen hervorrufend. Dass sich Folk-Rolk in solch einem kultivierten Spannungsfeld bewegt, kommt bei Gott nicht alle Tage vor.

Babel ist am 21.09.2012 auf Gentlemen Of The Road / Cooperative Music erschienen.

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Ein Wow ohne Dellen – Anna Aaron

Ich bin ein Verfechter der These, dass ein künstlerisches Werk losgelöst vom Urheber erfahrbar ist. Natürlich erleichtert es die Rezeption, wenn man ein Werk in einen Kontext einzubetten vermag. Aber letztlich sollte ein Lied funktionieren, mehr noch imponieren, ohne dass man weiß, ob dem Musiker beim Schreiben die Seele gedrückt oder die Lederhose gejuckt hat. Manchmal jedoch hört man Töne, verspürt eine Aura, die uneingeschränktes Interesse weckt. Wer steckt hinter einer Platte, die mehr als nur handwerkliche Finesse oder künstlerische Inspiration vermittelt? Wie nur entwickelt man eine Präsenz, dass Gänseschauer der Düsterkeit wie Schwaden im Raum hängen, sobald der Gesang einsetzt? Im Falle der als Anna Aaron firmierenden Schweizerin Cécile Meyer drängt sich mir ein Staunen auf, denn obwohl Abgründe das tägliche Geschäft des Kreativen bedeuten, verspüre ich in ihrem Fall ein Kribbeln. Ein Prickeln der speziellen Sorte. Einen Sinneskitzel, wie ihn nur besonders gestalte Alben verursachen. Etwa To Bring You My Love von PJ Harvey.

Natürlich fehlt dem Debüt Dogs In Spirit die Radikalität einer PJ Harvey, freilich ist Anna Aarons Werk klassischeren Singer-Songwriter-Zuschnitts, aber der Intensität dieser Platte, wie sich etwa in Elijah’s Chant oder Where Are You David äußert, wachsen Flügel. Ersteres Lied entfaltet eine biblische Dimension, geprägt vom durchaus unbehaglichen Gefühl, dass hier epochale Ereignisse in Noten gepackt und mit Worten verbrämt werden. Sea Monsters bewegt sich auf vertrauterem Pop-Terrain, erschallt in bester Radiotauglichkeit, wenngleich der Text dann doch die eine oder andere Widerspenstigkeit parat hält („You woke the monsters in the sea/ Now they’re coming after me/ So lover bring them to the shore/ And we will listen as they soar„), die inneren Teufel beschwört. Nach diesem starken Auftakt entpuppt sich das von gedämpftem Harmonium und sacht tänzelnder Trompete geprägte The Drainout als willkommene Gelegenheit der Entspannung, ehe Anna Aaron mit Queen of Sound und King of the Dogs abermals alle Register zieht. Während mich Queen of Sound mit seinen temperamentvollen Piano-Akkorden einfängt, ähnlich wie Sea Monsters mit melodiösem Pep betört, fügt King of the Dogs dem Treiben eine rohe, ungezügelte Nuance hinzu. Feuriger Pathos prescht ins Bild, mündet in reinster Sehnsucht („This is for the boy on the magic horse who owns my heart/ He has got golden hair and wears a robe of snow/ Riding over clouds his face a flame his tongue a sword/ I have given him a name it means Anna’s Lord„). Es sind diese Lieder, die Anna Aaron in all der ihr eigenen Komplexität zeigen. All ihr musikalisches Tun ist von einem Firnis umhüllt, quasi ein unsichtbares Schutzschild, das den Hörer auf Distanz hält, sein Staunen dadurch konserviert. Darum wird auch ein Track wie Fire Over The Forbidden Mountain zu einem Wow-Ereignis, das nach einigen Ausrufezeichen lechzt. Den ganzen Song durchwabbert ein rasselige Percussion, unterbrochen von einem geschmeidigen, spannungsreichen Piano, nicht zu vergessen die Fraktion der Bläser als dunkle Konstante. Über allem schwebt ein dramatisch geturnter Gesang, der zwischen sireneskem Refrain und ritueller Beschwörung Salti schlägt. Hier ersteht eine vielschichtige Atmosphäre, die sich nicht mit ein, zwei Kniffen aufdröseln lässt. Man steht der Scheibe mit großer Bewunderung gegenüber, fühlt die Aura. Eine Aura, die nicht bereits nach dem zweiten Hördurchlauf erste Dellen aufweist.

Anna Aaron ist von außergewöhnlichem Kaliber, als Schweizerin braucht sie sich keine Sekunde lang hinter dem Singer-Songwriter-Aushängeschild des Landes, Sophie Hunger nämlich, verstecken. Dogs In Spirit ist ein zur Faszination anstachelndes Werk, welches sogar in diesem musikalisch starken Jahr hervorsticht. Die Platte bleibt unergründlich, fährt dank sinistrer Fantasie ins Mark. Was uns das Album über die Künstlerin Cécile Meyer verrät? Wohl dass man nicht immer den Boden von Abgründen zu erspähen vermag, so sehr man sich dies auch wünscht. Wow!

Dogs In Spirit ist am 07.09.2012 auf Two Gentlemen erschienen.

Konzerttermine:

03.10.2012 Innsbruck (A)- Treibhaus
05.10.2012 Wien (A) – Waves Festival
09.10.2012 Dresden – Beatpol
11.10.2012 Berlin – Comet
12.10.2012 Hamburg – Kampnagel
13.10.2012 Bremen – MS Treue
14.10.2012 Köln – Studio 672
16.10.2012 Frankfurt am Main – Brotfabrik
17.10.2012 Ingolstadt – Ingolstädter Künstlerinnentage „Der Oktober ist eine Frau“
18.10.2012 München – 59:1
15.11.2012 Basel (CH) – AVO Session

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Labsal für deprimierte Stunden – Kid Koala

Wir erwünschen uns oft Balsam für die Seele. Butterweiche Streicheleinheiten, welche die Schrunden des Gemüts heilen. Doch mitunter benötigt es Schmirgelpapier, welches Kratzer von der Psyche tilgt. In musikalischer Hinsicht leistet der Blues diesbezüglich Wunderdinge, lamentiert knorrig, raut uns die Ohren auf. So erscheint es nur logisch, dass die kratzige Energie, mit welcher der Turntablism zu Werke geht, dem Blues gut zu Gesicht steht. Wie der kanadische DJ Kid Koala mit Schallplatten hantiert, hatte bereits in der Vergangenheit stets große Klasse. Sein neuestes Werk 12 bit Blues schleppt sich mit Kettengeschepper durch Gefilde eines archaisch-grummeligen Genres. Das Resultat mag verstören. Da es zunächst weder den Fan elektronischer Klänge betört, noch etwaige Blues-Fetischisten auf Anhieb zu überzeugen weiß.

Der 12 bit Blues wirkt durch seine paradoxe Attitüde. Denn trotz allgegenwärtigen Samplings nimmt man die Tracks der Platte nicht als Stückwerk wahr. Jegliche elektronische Spielereien, alles Scratching tritt hinter die düstere Seele des Blues zurück. Kid Koala holt urtümliche Klänge in die Gegenwart, weil er mit den Mitteln des Jetzt zurück in die Zeit reist. Das ist mutig, zumal er die Ursprünge nicht als unantastbar versteht, kein retroeskes Unverfälschtheitsgebot akzeptiert. Er fuhrwerkt am Chassis herum, lackiert die Karosserie, schraubt und hämmert unter der Haube, doch letztlich röhrt und jault der Motor wie anno dazumal. Er verändert und bewahrt – bleibt dabei dem Charakter des Genres immer treu, setzt sich zugleich zwischen die Stühle. Die Platte wird Tradionalisten zu gewagt erscheinen und elektronisch fokussierten Haudegen zu rückwärts gerichtet anmuten. Schade!

Wer jedoch danach dürstet, sich Bourbon in die Seele zu kippen, sollte dem 12 bit Blues eine Chance geben. Wem der Eröffnungstrack 1 bit Blues (10,000 miles) ins Herz fährt, dem wird fraglos die rohe Stimmung der Scheibe kräftig im Gemüt herumstochern. Zu den faszinierenden Titel zählen der in schmissigem wie urigem Rhythmus gehaltene 2 bit Blues, der verlangsamt quakende und jammernde 4 bit Blues oder 5 bit Blues, dem die Tristesse aus jeder verdammten Pore regnet. Der Trauermarsch 6 bit Blues glänzt als Klage über Einsamkeit und verlorene Liebe, durchsetzt von einer gespensterchorigen Sehnsucht nach Erlösung („I guess it’s all over now/ There is nothing I can do„). Sampling-Wahnwitz gepaart mit einer Grabesstimme machen 8 bit Blues (Chicago to LA to NY) zum krawalligsten, buntesten Lied dieses Werks. Hier rumort es gepresst funky, tanzen die Ohren gleich Scheiben auf Plattentellern, ehe der 11 bit Blues wieder gekonnt ins Lamento schwenkt.

Kid Koala – ‚8 bit Blues‘ (Official Video) from Ninja Tune on Vimeo.

Kid Koala mag mit dem Album Befremden auslösen. Dem 12 bit Blues gilt es ohne Scheuklappen zu begegnen, sonst wird man die Qualitäten des Werks nie und nimmer sehen können. Wer nie in die Seele des Blues geblickt hat, über die Kante in den Abgrund geschaut hat, mag von der Dunkelheit und Tiefe vielleicht überrascht sein. Die experimentelle Fröhlichkeit und entspannte Gelösheit von elektronischer Musik findet sich hier nicht. Vielmehr spricht der 12 bit Blues mit aller Grimmigkeit das Sentiment an, hat das Zeug zur Labsal für deprimierte Stunden. Wohl auch darum eine Platte, die ich nicht mehr missen möchte!

12 bit Blues erscheint am 14.09.2012 auf Ninja Tune.

Konzerttermine:

28.09.2012 Genf (CH) – L’Usine
29.09.2012 Basel (CH) – Kaserne
03.10.2012 Mannheim – Alte Feuerwache (Enjoy Jazz Festival)
04.10.2012 Berlin – Gretchen
05.10.2012 Hamburg – Kampnagel

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Kostenlose Mp3 von 5 bit Blues auf Ninja Tune

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Mehr ist eben oft weniger – Philipp Poisel

Ich schätze Philipp Poisel, weil er den struppigen, sensiblen Poeten gibt und dabei nicht vor lauter Gefühlsbetonung in kitschbefüllten Fettnäpfchen ersäuft. Von den jungen Liedermachern deutscher Zunge wirkt er besonders ungeschminkt, frei von den Pickeln der Trivialität. Poisel kokettiert nie mit dem Bild vom Teenagerschwarm,  rettet nicht die Welt, ist sich seiner textlichen Fertigkeiten bewusst, dient sich nicht an. Er wirkt sehr bescheiden, stets ein wenig linkisch, nie aalglatt oder übertrieben ernsthaft. Aus besagten Gründen geriet das Album Bis nach Toulouse 2010 zu einem mit deutschen Liedtexten versöhnenden Lichtblick. Denn zwischen spleenigem Indie-Rock, Herzschmerz-Pop und eitlem Ikonentum bleibt meist nur wenig Platz für unaufgeregte Klänge. Poisel ist ein Guter, so meine Überzeugung. Und dennoch will mich sein neues Livealbum Projekt Seerosenteich kaum vom Hocker hauen. Ich wackle ab und an, aber falle nicht.

Photo Credit: Christoph Koestlin

Meine Ansprüche an Konzertmitschnitte sind nicht sehr exaltiert. Eine Atmosphäre wird auch über das definiert, was zwischen den Songs passiert. Werden Zwischenmoderationen und Ansagen völlig ausgeblendet, fehlt viel. Dann muss die Darbietung ohne Fehl und Tadel funktionieren, die Chemie zwischen den auf der Bühne stehenden Musikern eine besondere Dynamik entfalten. Nur so kann ein Mehrwert zu vielleicht sterilen Studioaufnahmen entstehen. Auch alternative wie originelle Herangehensweisen an manch Lied dürfen eine Konzertplatte veredeln. All dies vermag das Projekt Seerosenteich über weite Strecken nicht einzulösen. Doch wo liegt der Schwarze Peter? Ich finde keine wirkliche Erklärung. Es fehlt mir wohl die förmlich greifbare Magie, wenn ein ganzer Saal dem Sänger an den Lippen hängt. Gerne attestiere ich Poisel, dass er über Sinn und Ziel der Platte lang und breit gegrübelt hat, allein die Intention schwappt nicht rüber. Möglicherweise wollte Poisel seine Begeisterung über stimmungsvolle Auftritte mit dem Hörer teilen. Ein hehres Ansinnen, das man nicht mit kommerziellen Interessen verwechseln sollte. Doch sobald ich die Schlichtheit des auf Bis nach Toulouse ebenfalls live aufgenommenen Ich will nur mit der Seerosenteich-Version vergleiche, wird der Mangel offensichtlich. Wo sich erstere hauptsächlich auf Piano und Gesang beschränkt, intim bleibt, blähen nun Streicher das Lied auf. Wird alles ein bisschen bombastischer gestaltet, da darf auch der Chor nicht fehlen. Mehr ist allerdings eben oft weniger. Auch Bis nach Toulouse erschallt gedehnt, das im Original ohnehin mit rockigen Passagen gespickte Zünde alle Feuer wird noch weiter aufgepeppt, elendslang instumental aufgeplustert. Das darf man live gerne machen, aber die Vorzüge dieses Liedermacher unterstreicht solch Tun eigentlich nicht.

Darum wundert es mich auch nicht, dass gerade die als Bonus auf der Deluxe-Edition befindlichen Video-Bonusclips von den Proben zur Tour zu den besten Momenten des Unterfangens geraten. Weil Tracks wie Mit jedem deiner Fehler nahezu frei von Firlefanz Poisel scheinen lassen. Sein Gesang brilliert vor allem in balladesker Versunkenheit und diese ist beim Projekt Seerosenteich lediglich manchmal mit Haut und Haar erlebbar. Das Lied Seerosenteich etwa schenkt einen solchen Augenblick, entfaltet die Gänsehaut eines Unplugged-Moments.

Wahrscheinlich urteilt der Purist in mir allzu streng. Möglicherweise fällt meiner Erwartungshaltung der Himmel auf den Kopf, weil sie sich von dieser Konzertplatte einiges versprochen hat. Als mündiger Fan muss ich Philipp Poisel jedoch nicht zum Heiligen hochstilisieren, nicht alles mit begeistertem Applaus versehen. Er kann, was er kann, und das ist viel. Dieses Werk jedoch wird wohl nur eine bisweilen nette Randnotiz in seinem Schaffen werden.

Projekt Seerosenteich ist am 17.08.2010 auf Grönland Records erschienen.

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Am Busen der Bilder – The Cinematic Orchestra

Wenn das nicht nur in Fachkreisen mit Renommee behaftete The Cinematic Orchestra zusammen mit ausgesuchten Kollegen Soundtracks ertüftelt, inspiriert von avantgardistischen Filmen verschiedenster Dekaden, dann wird der normalsterbliche Hörer wohl die Segel streichen. Es mangelt an Bildern, die es mit diesen Tönen zu verknüpfen gilt. Somit beschert The Cinematic Orchestra presents In Motion #1 ein klangliches Sammelsurium, welches sich nicht einfach an sonnengetränkte Landschaften oder verstörte menschliche Fratzen anschmiegen kann. Dieser Soundtrack soll keine Bilder unterstreichen, er muss sie kreieren. Dabei dennoch Soundtrack bleiben, Geschichten verstärkend begleiten, ohne sie jedoch selbst zu erzählen. Obwohl das Unterfangen wie die Quadratur des Kreises anmutet, wird dadurch die Semantik des Soundtracks offenbar. Wenn sich Filmmusik vom visuellen Begleiter loslöst, wird sie zur vermeintlichen Strohwitwe. Sie bleibt im Idealfall ein zutiefst interessantes, ansprechendes Wesen, und doch fehlt der Partner an der Seite. Die Sache wirkt auf den ersten Blick wie ein in der Mitte zerschnittenes Foto, fast gewaltsam unvollständig.

Wenn wir uns nämlich von der Idee verabschieden, dass Soundtracks in demütiger Schlichtheit ausharren, also zu langweiligem Pianogeklimper verkommen, oder aber im überzogenen Pathos Hollywoods ersaufen, dann erleben wir Filmmusik am Busen der Bilder hängend. Und dies mit einem seligen Grinsen, das auf unserer Klaviatur der Gefühle mehr als nur Flohwalzer spielt. In Motion #1 lässt den Hörer nämlich keineswegs kalt, will den offenkundigen Mangel nie kaschieren und verweist doch mit nahezu jeder Note auf unbekanntes Zelluloid. Das Album gibt sich also einem vagen instrumentalen Hörensagen hin. Gestrichene wie in die Tasten gefingerte Andeutung, die unverständlich bleibt und vielleicht eben daraus ihren Reiz bezieht. Outer Space von Dorian Concept & Tom Chant planscht im Kosmos, gräbt sich in dunkler Weite eine Bahn. Auf Klingonen oder Marsmännchen wartet man vergebens. Darf man den im Kopf nun schwirrenden Bilder vertrauen? Sind es die, die wir sehen sollten? Spielt das überhaupt eine Rolle? Wirken tun sie allemal. Hintergründiger fächert sich Entr’acte von The Cinematic Orchestra vor dem Hörer auf. Es forciert 20 Minuten lang verschiedenste Stimmungen, schwelgt lieblich, glimmt zärtlich, blickt kurz ins Zwielicht der Bedrohlichkeit, driftet wie in Zeitlupe, ehe es sich in geschäftiger wie eleganter Bewegung ergeht. Das ist ergreifend, wunderbar filigran! Und doch bei weitem nicht so gelungen wie das ebenfalls von The Cinematic Orchestra interpretierte Manhatta. Dieser Track segelt durch die Häuserschluchten New Yorks, schaut den Wolkenkratzer beim Wuchern gen Himmel zu. Hier reiht sich Bild an Bild, blickt die Imagination in edlem Schwarz-weiß über die Stadt. Manhatta gerät zur Ode, ausladend solenn, von Streichern mit weichen Kontrasten gepinselt. Mit Liebe zum Detail entfaltet die Formation den Mythos, zeigt vorwärts drängende Massen, die Geschäftigkeit dieser Stadt. So stilsicher wie genial. (Update: Zumindest für Manhatta habe ich doch noch den von The Cinematic Orchestra vertonten Film gefunden!)

Mit In Motion #1 gibt The Cinematic Orchestra die eigentliche Antwort auf das Wesen des Soundtracks. Er trägt nicht bloß Filme, er ergänzt selbige mit unserer eigenen Vorstellungskraft. Er verfängt, weil er neben echten Bildern noch Raum für unsere persönliche Fantasie lässt. Obwohl aus freien Stücken an bewegte Bilder gekettet, ist er jedoch nicht deren Hampelsmann. Die Filmmusik dieses Albums erweist sich über weite Strecken – abgesehen von dem leider faden Beitrag Grey Reverends – als souverän genug, um nicht an den benannten Defiziten zu scheitern und als Klänge ohne Wert zu verhungern. Im Gegenteil, hier wird Kino ganz, ganz groß. Auch wenn man es nicht (immer) sieht.

The Cinematic Orchestra Presents: In Motion #1 ist am 22.06.2012 auf Ninja Tune erschienen.

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Traumpfad hin zur Natur – Xavier Rudd

Die fortschreitende westliche Zivilisation zementiert ihre vermeintliche Modernität Tag für Tag stärker in unsere Gehirne. Archaische, über Jahrtausende tradierte Lebensweisen werden bei Naturvölkern im besten Fall als putzig empfunden. Doch infiltriert unsere Kultur früher oder später auch die wackersten Widerständler, werden im Lauf weniger Jahrzehnte die Rituale indigener Völker auf einen musealen Charakter zurechtgestutzt. Wenn in unseren Reihen Zivilisationskritik laut wird, manch Zeitgenosse sich ein Zurück zur Natur wünscht, packen wir ganz schnell die Esoterikkeule aus, erklären den Träumer für wirr, ohne alle Tassen im Schrank. Welch Hybris unserer Lebensweise. Der australische Singer-Songwriter Xavier Rudd hat wohl auch aufgrund seiner Attitüde einen schweren Stand. Seine Verbundenheit mit den Aborigines, sein Eintreten für eine intakte Natur, das Verfechten einer neuen Geisteshaltung, all das perlt an der iPod-gestählten, durch virtuelle Welten preschenden Generation ab. Unser Wille zum Konsum, der überbordende Individualismus und die groteskerweise damit einhergehende Konformität, solch Attitüde muss die Werke eines Xavier Rudd zwangsläufig belächeln. Seine neue Platte Spirit Bird ist freilich nicht auf brüchiger Naivität gebaut, sie wirkt als ein der Dekadenz entgegentretendes Album.

Spirit Bird flicht seine Botschaften in die folkigen Passagen, kontrastiert sie mit hypnotisch-rituellen Didgeridoo-Elementen. Die dadurch erzeugte Spannung verhindert, dass das Album unter der Last seiner Aussage ächzt und kracht. Lioness Eye gibt als von Percussion befeuerter, wunderbar beschwörerischer Eröffnungstrack die Richtung vor, ehe Comfortable In My Skin die eigene Befindlichkeit hoffnungsfroh beurteilt, voll Zuversicht vergangenes Leiden abschüttelt. Mit diesem Tatendrang bewaffnet wagt sich Rudd an den Titeltrack Spirit Bird. Es ist diese zarte, sich im Verlauf zur Protesthymne wandelnde Ballade, die zu den kraftvollsten Klängen dieses Jahres zählt. Es tönt pure Rage, welche sich in Zeilen wie „I know it’s been thousands of years and I feel your hurt and I know it’s wrong/ And you feel you’ve been chained and broken and burned/ And those beautiful old people, those wise old souls have been ground down for far too long/ By that spineless men, that greedy men, that heartless men, deceiving men/ That government hand taking blood and land“ äußert. Es ist die Aufarbeitung australischer Geschichte,  Aufschrei gegen Unrecht, gegen die Zivilisation mit ihren angeblichen Errungenschaften. „Your dreaming and your warrior spirit lives on/ And it is so so so strong in the earth, in the trees, in the rocks, in the water, in your blood and in the air we breath“ durchdringt eine mit jeder Faser spürbare Gewissheit, dass die Zivilisation die ewigen Bande des Menschen zur Natur nicht zu kappen vermag. Nach Spirit Bird gibt es eine kurze Verschnaufstrance, ehe mit Follow The Sun ein zweites großes, diesmal meditatives Glanzlicht folgt. Hier skizziert Rudd die Mär vom in sich gefestigten Leben. Von einem Einklang mit den Elementen und einem unverbrüchlichen, tröstlichen Optimismus („Tomorrow is a new day for everyone/ Brand new moon, brand new sun„). Eine Gitarre, ein wenig Unterstützung vom Drumcomputer und die kleine Prise Mundharmonika, mehr braucht der Song nicht. Im Grunde hat das Album nach diesem Song bereits alle Weisheit aufgefächert. Alles nun firmiert als Zugabe. Mit Culture Bleeding wird nochmals Riten rhythmisch nachgespürt. Auch das beim ersten Hördurchlauf trotz seiner 10 Minuten eher unauffällige Full Circle gewinnt mit jedem Mal an Zauber. Vielleicht weil es die ruhige Kraft Rudds ebenso verdeutlicht wie die Dynamik, zu welcher er befähigt scheint. Beim wieder stark in Ethno-Klängen verhafteten 3 Roads wird das Didgeridoo perfekt in Szene gesetzt. Es ist einmal mehr beschwörerisch, zunächst archaisch, ehe sich 3 Roads mit Fortdauer gen Techno bewegt. Eigentlich schließt sich mit diesem Track der Kreis, und doch folgt mit Creating A Dream der eigentliche Schlusspunkt. Der Singer-Songwriter bewegt sich in stimmlich lichte Höhen, bekräftigt seine Utopie einer besseren Welt. Hier und nur hier gehen die Pferde mit Xavier Rudd durch. Wird die rosarote Brille zu sehr bemüht. Doch will man ihm dies in Anbetracht eines überwältigenden Albums gern verzeihen. Vielleicht sogar ebenfalls zu jener Brille greifen.

Xavier Rudds Traumpfad hin zur Natur unterwirft sich kaum Romantizismen. Er ist vielmehr vom Respekt vor der Umwelt und vor allem vor der Zeit geprägt. Denn Spirit Bird sieht im Hier und Jetzt nicht der Weisheit Krönung. Es fußt auf der festen Überzeugung, dass unsere Modernität von Entfremdung geprägt ist. Dieser tritt Xavier Rudd entgegen. Das macht diese Platte unabdingbar, zugleich auch gallige Kost für die hippen Apostel der Gegenwart. Gut so!

Spirit Bird ist am 29.06.2012 auf SideOneDummy Records erschienen.

Konzerttermine:

25.07.2012 Wien (AT) – Arena
28.07.2012 Großefehn – Omas Teich Festival
30.07.2012 München – Circus Krone
31.07.2012 Berlin – Postbahnhof
01.08.2012 Hamburg – Große Freiheit

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