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ITEOTWAWKI (I): Depeche Mode – Where’s the Revolution

©AntonCorbijn/ColumbiaRecords/SonyMusic

Zeit für eine neue Kategorie. Ab nun werden hier gesellschaftlich und politisch relevante Klänge unter dem Motto „It’s the end of the world as we know it“ beleuchtet. Und kaum ein Song wäre zum Start besser geeignet als Where’s the Revolution. Die neue Single von Depeche Mode, erster Vorgeschmack auf das im März erscheinende Album Spirit, taugt zu mehr als dumpfer Zeitgeistklage. Abgesehen von ein bisschen Feel-the-Bern-Stimmung, die im amerikanischen Vorwahlkampf von Bernie Sanders entfacht wurde, besteht dieser Tage speziell im linken Spektrum wenig handfeste Lust auf Revolution. Und die Mitte der Gesellschaft wirkt entweder zu satt oder zu angestrengt, um Impulse zu setzen. So sind die größten umstürzlerischen Tendenzen fraglos rechts angesiedelt. Siehe Trump, Le Pen, UKIP oder AfD. Doch markiert der Drang zur Abkehr von gegenwärtigen Verhältnissen nur die Rückbesinnung auf Nationalismus und Protektionismus. Genau diese Strategien taugen nicht dazu, die Probleme eines Kapitalismus ohne Sinn für soziale Verantwortung zu lösen. Die Revolution, nach der Depeche Mode Ausschau halten, ist ohnehin anders gestrickt. Die Zeilen „They manipulate and threaten/ With terror as a weapon/ Scare you till you’re stupefied/ Wear you down until you’re on their side“ richten sich vor allem an jenen Menschenschlag, der sich nicht von aufgeblähten Bedrohungen ins Bockshorn jagen lässt. Where’s the Revolution hat die Schnauze voll von „patriotic junkies“ und von Menschen, die Religionen oder Regierungen nicht kritisch hinterfragen. ITEOTWAWKI (I): Depeche Mode – Where’s the Revolution weiterlesen