Archiv der Kategorie: Maple Music

Stippvisite 21/10/11 (Über Gänsehautschmeichler und Verschwiegenheitseide)

Mal wieder ein paar kleine musikalische Leckerbissen, mundgerecht dargereicht. Man will ja den werten Leser nicht völlen. Diese Tipps freilich zergehen auf der Zunge, wecken ein Verlangen nach mehr. Sie lösen also exakt die Anforderung ein, die an ein Appetithäppchen zu stellen ist. Man lasse es sich schmecken!

Technicolortipp:

Manch Konzert findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, gerade so als hätten die zufällig Eingeweihten einen ewigen Verschwiegenheitseid abgelegt. In einer nun durchaus renommierten Berliner Lokalität nur 40 Besucher begrüßen zu dürfen, lässt drei Schlüsse zu. Entweder hat die Künstlerin das musikalische Talent einer Stubenfliege oder ihre Musik ist in einer derart verwinkelten Genre-Nische angesiedelt, dass nur ausgewiesene Fetischisten um die Ecke spähen, oder freilich die Promotion lässt zu wünschen übrig, erzeugt nicht genügend Tamtam. Im Falle der Kanadierin Lindi Ortega zweifle ich an allen drei Folgerungen. Und doch war ihr Auftritt in Berlin (Roter Salon) am 15.10.11 nicht wirklich gut besucht. Jede noch so monotone Indie-Band lockt mehr Leute hinter dem Ofen hervor. Schade eigentlich, denn Ortega bietet keineswegs Country-Schmalz. Sondern präsentiert quirlig-nostalgisches Technicolor, wie ich jüngst voll Gefallen konstatiert habe. Auch live machte sie eine sympathisch kauzige, im Habitus an Amy Winehouse erinnernde Figur. Ich lege daher den geschätzten Lesern ein Erlauschen des Albums Little Red Boots nahe. Selbiges wird nun nach Verschiebung des Veröffentlichungstermines am 11.11.11 in Deutschland erscheinen. Das sollte wirklich kein Geheimnis bleiben.

Lindi Ortega – Little Red Boots sampler by Last Gang Entertainment

Gänsehauttipp:

Wir bleiben in Kanada. Wenden uns der in Toronto beheimateten Band Ohbijou zu. Mit dem jüngst veröffentlichten Album Metal Meets scheint der Band ein kleines Wunder geglückt. Wem der schwammige Begriff Indie-Pop bereits aus den Ohren staubt, sei auf den vollen orchestralen Sound, die engelhaft fiepsige Stimme von Sängerin Casey Mecija und eine geradezu majestätische Eleganz hingewiesen. So zumindest mein Eindruck, nachdem ich mir die Songs Niagara, Anser und Balikbayan mehrfach angehört habe. Speziell Niagara ist ein Gänsehautschmeichler der obersten Kategorie. Man höre und staune! Ich hoffe, das Album bei nächster Gelegenheit ausführlich vorstellen zu können. (via Exclaim!)

Metal Meets ist am 27.09.11 in Kanada erschienen, ein Erscheinungsdatum für Deutschland entzieht sich meiner Kenntnis. Den Track Niagara gibt es hier als kostenlosen Download.

Konzerttipp:

Noch eine Formation, die mich vom ersten Akkord an überzeugt hat: Other Lives, welche durch Americana der hintergründig ausgefeilten Sorte mit Kammerpop-Elementen punkten. Das in hiesigen Gefilden am 26.08.11 auf PIAS erschienene Album Tamer Animals sollten sich nicht nur Genre-Fans zu Gemüte führen. Wenn das Label nämlich die Streicher-Arrangements mit Ennio Morricone und Philip Glass vergleicht, dann stellt das keine der branchenüblichen Übertreibungen dar. Der Track Woodwind orientiert sich durchaus an Glass, auch Dark Horse kennt solch Einsprengsel, Old Statues hat in der Tat viel Western-Flair. Als Highlights möchte ich As I Lay My Head Down und For 12 (unten als kostenlose Mp3 verfügbar) nennen. Abermals eine uneingeschränkte Empfehlung! (Mit Dank an Coast Is Clear, der mich durch seinen Post wieder an die Band erinnert hat.)

Other Lives – For 12 (Official Video) from tbdrecords on Vimeo.

Konzerttermine:

04.11.11 Zürich (CH) – Abart
10.11.11 Köln – Blue Shell
12.11.11 Weissenhäuser Strand – Rolling Stone Weekender
13.11.11 Berlin – Privatclub
14.11.11 München – Kranhalle

Other Lives – Tamer Animals Sampler by tbdrecords

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Release Gestöber 11 (Der Fortpflanzung entrissene Alben)

Auf meinem Schreibtisch liegen gerade einige sehr gute Alben herum. Die rühre ich jedoch vorerst nicht an, da ich sie doch gerade erst in Paaren gruppiert und zu hemmungsloser Fortpflanzung animiert habe, auf dass noch mehr kleine feine Alben entstehen, Aufmunterungen für karge Zeiten eben. Das soll allerdings keineswegs bedeuten, dass nicht doch das eine oder andere CDchen der Reproduktion entrissen wurde, nur um es jetzt mit ausgesprochener Freude und fuchtelnden Armen zu präsentieren.

Sarabeth Tucek

Als die Promo-CD Get Well Soon Ende September in meinem Briefkasten landete, freute ich mich. Hatte ich doch Sarabeth Tucek erst im Frühsommer auf dem Blog erwähnt. Dachte ich zumindest. Doch irgendwie scheint die Liedermacherin aus New York meiner Tollpatschigkeit (oder schlimmer noch: meiner Vergesslichkeit) zum Opfer gefallen zu sein. Jedenfalls taucht kein Blog-Eintrag mit ihrem Namen auf. Ein Versäumnis, keine Frage. Vorliegende erwachsene Singer-Songwriter-Platte lebt von aussagekräftigen Bildern, vom Feuerwehrmann etwa, der sein eigenes Haus nicht zu retten imstande ist, oder dem des Gärtners, der sich daran macht, die Lieblingsbäume der Sängerin zu fällen. Wo viele ihrer Kolleginnen auf eine Akustikgitarre und fragile Stimmchen setzen, sticht Tucek mehrfach mit kräftig instrumentierter Unwirklichkeit und Melancholie hervor. Ihre Songs lassen Einflüsse von Dream-Pop ebenso erkennen wie Elemente psychedelischen Rocks, auch die Verwunschenheit einer Marissa Nadler blitzt immer wieder auf. Dem so trostspendenden wie simplen Titeltrack ebenbürtig ist The Fireman, fast ebenso gelungen klingen Exit Ghost oder Wooden. Ein in vielerlei Hinsicht überdurchschnittliches Album!

Get Well Soon ist am 15.09.11 auf Sonic Cathedral erschienen.

 

Konzerttermine:

27.11.11 München – Südstadt
29.11.11 Dresden – Thalia
30.11.11 Münster – Gleis 22
02.12.11 Tübingen – Zimmertheater

Adam & The Amethysts

ADAM & THE AMETHYSTS – Dreaming (NSFWish) from kelprecords on Vimeo.

Beinahe sakrale Andächtigkeit zeichnet den Song Dreaming der kanadischen Indie-Band Adam & The Amethysts aus. Wem der Name der Band kein erinnerndes Nicken entlockt, dem sei dies verziehen. Es schadet aber keinesfalls, die Formation um Mastermind Adam Waito zu kennen. Der Albumzweitling Flickering Flashlight wurde soeben veröffentlicht, enthusiasmiert durch die Stimmung, die die Lieder beim Hörer entfalten. Ein liebevoll nostalgisches, ab und an mit Lo-Fi-Flair ausgestattetes Album, welches in die Arme nimmt. Unbedingt zu empfehlen: Prophecy, das sich gegen Ende des Klassikers Auld Lang Syne bedient und vorher ein Motiv von Everything’s Alright aus Jesus Christ Superstar aufgreift. Nicht zu vergessen der Titelsong Flickering Flashlights mit einem Quäntchen Fleet Foxes im Refrain. Und natürlich Dreaming in all seiner verführerischen Schönheit. Wow, diese Kanadier!

ADAM & THE AMETHYSTS – Dreaming by kelprecords

Flickering Flashlight ist am 04.10.11 auf Kelp Records erschienen.

Pardon Ms. Arden

Any other place by Pardon Ms. Arden

The Same Grey Skies by Pardon Ms. Arden

Es gibt so Alben, die fischt man aus dem Briefkasten und muss nicht einmal daran schnuppern, um den Braten zu riechen. Nette Musik, ohne Zweifel. Aber ohne übergroße Pfiffigkeit. So schätzte ich auch Restless Legs der Müncher Band Pardon Ms. Arden ein. Und begrub sie nach einem kurzen Hördurchläufchen unter einem Stapel gleichgesinnter CDs. Mir schwirrt derart viel Musik um die Ohren, dass eine Platte zumindest ein Aha-Merkmal oder den einen oder anderen Kniff aufweisen sollte, um es mit schmückenden Worten zu bedenken. Dieser Tage wollte ich nun den Stapel ordnen, endgültig Spreu vom Weizen trennen. Und hielt Restless Legs wieder in den Händen, gab der Scheibe noch eine Chance. Vielleicht gab auch das Album mir eine Chance, wer weiß. Ich halte die Songs zwar nach wie vor nicht für das Gelbe vom Ei, aber die Spritzigkeit des Vortrags imponiert mir durchaus. Wer ein flottes, kurzweilige 4o Minuten verbringen will, nebenbei vielleicht ein wenig Hausarbeit (kein Staubsaugen!) erledigen möchte, der ist mit Restless Legs gut bedient, besser als mit jedweder Radioberieselung, wo irgendein allzu aufgeweckter Moderator dazwischen quatscht. Pardon Ms. Arden liefern gefälligen Indie-Rock, der in der Regel straight und ungeplättet nach vorn schwingt. Any Other Place untermauert meine Einschätzung wohl bestens, auch Abbey kringelt sauber aus den Boxen. Musik muss nicht genial sein, um eine Wirkung zu entfalten. Sie sollte einfach nur gut gemacht sein. Und das sind Tracks wie The Same Grey Skies ohne jedweden Zweifel. Einzig die Coverversion von What Is Love? hätte sich die Band schenken können. Das Schicksal eines hinteren Stapels in meinem CD-Regal bleibt der Scheibe jedenfalls noch eine Zeitlang erspart.

Restless Legs ist am 19.08.11 auf Flowerstreet Records erschienen.

Konzerttermine:

15.10.11 München – Atomic Cafe
31.10.11 Augsburg – One Night Stand Festival

 

SomeVapourTrails

Querbeet durch die Kreativität – Misteur Valaire

Kreativität lässt sich nicht durch schiere Willenskraft vom Zaun brechen. Man kann ihr nicht beibringen, Ideen auf Kommando zu apportieren. Durch Überwindung des inneren Schweinehundes Einfälle aus dem Hirn zu zaubern, bleibt allenfalls Wunschdenken. Mangelnden Ideenreichtum vermag man durch stilschwangere Posen oder mit einem Übermaß an Ernsthaftigkeit nur vordergründig zu kaschieren, auf lange Sicht fällt all dies gleich einem Kartenhaus in sich zusammen. Kunstwerke, die mehr Haken schlagen als jedwedes Karnickel, wollen originell sein und immer wieder neu überraschen. Diese gekünstelte Quirligkeit bleibt zu oft hüftsteif. Eine Attitüde à la Ich bin etwas Besonderes will sich Kreativität auf die Fahne heften – und entlarvt sich dadurch selbst. Ohne echtes kreatives Fundament wirkt alles banal und berechenbar. Natürlich auch in der Musik. Selten nur strudeln einem Unmengen an Einfällen um die Ohren. Was die Kanadier Misteur Valaire mit ihrem Album Golden Bombay aufbieten, mit diesem Repertoire an Inspirationen würden andere Bands mindestens eine Handvoll Platten füllen. Dieses noch am ehesten als Electro-Pop fassbares Werk hält einer Reihe von Hördurchläufen stand, wo die Macht der Gewohnheit sonst Gewöhnliches entlarvt.

Misteur Valaire versprühen die Art von Esprit, die Famositäten Mal für Mal mit einer Lässigkeit aus dem Hemdsärmel zaubert, dass der Hörer auch über seltene Fehlgriffe hinweg sieht. Bereits der Opener Brandon Marlow bäumt sich beatoresk-hymnisch auf, bereitet den Boden für ein furioses Genre-Hopping querbeet durch den musikalischen Gemüsegarten. Und auch der Hörer mutiert vor lauter Freundensprüngen zum Jojo. Wie in all den Tracks Samples, Trompetenfanfaren und jede Menge Sangesgäste das elektronische Soundgerüst aufpeppen, das gefällt. Bässe satt, knallige Beats, wunderbar! Spätestens mit Ave Mucho erreicht die Platte ekstatische Ausmaße, so muss, soll und darf ein Sommerhit aussehen, der schweißgebadete Körper in einer schwülen Nacht umschmeichelt. Hip-Hop meets südamerikanisches Flair. November Number 3 wiederum umgarnt mit der Sinnlichkeit einer verführerischen Frauenstimme samt französischem Akzent, garniert mit deftigem Beat. Ein im Prinzip simples Rezept, an dessen Umsetzung jedoch viele Acts scheitern. Das spacige Design des Brachialmarsches Dan Dan lässt ebensowenig Wünsche offen wie das Potpourri Lillehammer, welches hemmungslos durch elektronische Vergangenheiten tingelt. Dem anfangs resolut chansonesquen, in der Folge hibbeligen Mojo Ego leiht die famose Gigi French die Stimme, deren letztjähriges ich wahrlich nicht geringschätze. Mit dem finalen Gordon Bombay wird eine balladeske Synthie-Wolke gen Horizont gepustet, entschwebt die Musik in träumerischen Wohlklang.

Kreativität ist beileibe keine schwammige Größe. Dem geschulten Kenner springt sie ins Ohr, selbst vor Laien macht sie nicht halt. Somit stehen die Vorzeichen gut, dass das aus Montreal stammende Quintett spätestens mit dieser Platte breite Bekanntheit erlangt. Auf imponierende Art und Weise durchwirken Misteur Valaire das gesamte Album mit tanzbaren, launigen Rhythmen. Dem gängigen aalglatt geschniegelten Synthie-Sound setzten sie eine analoge, längst nicht antiquierte Wärme entgegen. Golden Bombay gehört zu der Sorte Alben, die den Alltag für einige Minuten temperamentvoll in seine Schranken weisen, Lebensfreude versprühen. Diese extravagante Mischung unterhält, enthusiasmiert, entpuppt sich als nachhaltige Bereicherung jeder Plattensammlung.

Golden Bombay ist am 15.04.11 auf Mr. Label erschienen.

Konzerttermine:

16.05.11 Hamburg – MarX
17.05.11 Frankfurt – Nachtleben

Links:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt

Misteur Valaire auf Facebook

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5 Acts, die man sich beim Reeperbahn Festival angucken sollte

Heute will ich kurz und knapp 5 ganz tolle Musiker und Bands empfehlen, die dieser Tage beim Reeperbahn Festival in Hamburg auftreten und auch sonst das eine oder andere Konzert in Deutschland geben. Also Kugelschreiber gezückt und Ohren gespitzt! Denn wohl nicht jeder dieser Acts scheint bereits hinlänglich bekannt. Zu Unrecht, wie ich meine…

Exit Calm (Sheffield, UK)

Ich habe über die Herrschaften von der Insel ja bereits kurz berichtet. Und natürlich bleibe ich auf dem Standpunkt, dass sie die neuen U2 sind. Exit Calm erinnern in mancher Hinsicht an die Iren – und fabrizieren aktuell die weitaus besseren Songs. Das selbstbetitelte Album ist im Juli erschienen. (25.09.2010 22:00 – 23:00 Silber)

Weitere Konzerte:

23.09.10 München – 59:1
24.09.10 Frankfurt – Das Bett
26.09.10 Bremen – MS Treue
27.09.10 Berlin – Frannz Club

Hannah Georgas (Vancouver, Kanada)

Dieser Singer-Songwriterin wurde bereits mehrfach meine Aufmerksamkeit zuteil, zuletzt hier. Hannah Georgas ist vielseitig, ihre Lieder eingängig. Davon zeugt ihre im Frühjahr erschienene Platte This Is Good. (24.09.2010 23:15 – 00:00 Angie’s Nightclub)

Weiteres Konzert:
24.09.10 Hamburg – Platzhirsch (Canadian Independent Music Association Showcase)

Evening Hymns (Toronto, Kanada)

Mastermind Jonas Bonnetta liefert mit den Evening Hymns Indie-Folk ab, der selbst an den hohen kanadischen Standards gemessen wirklich mehr als nur ordentlich ist. Ende letzten Jahres kam mit Spirit Guides eine ungemein intensive Scheibe heraus. (24.09.2010 20:00 – 21:00 St. Pauli Kirche)

Weitere Konzerte:

23.09.10 Berlin – Schokoladen
24.09.10 Hamburg – Platzhirsch (Canadian Independent Music Association Showcase)
25.09.10 Saarbrücken – sparte4

Timber Timbre (Montreal, Kanada)

Soeben wurde die 2009 erschienene gleichnamige Platte von  Timber Timbre in einer erweiterten Version neu aufgelegt. Das sollte nicht nur Folk-Begeisterte in Wallung versetzen. (24.09.2010 21:30 – 22:20 St. Pauli Kirche)

For a Minor Reflection (Reykjavík, Island)

Post-Rock aus Island. Noch Fragen? For a Minor Reflection warten noch auf den großen Durchbruch, wobei selbiger absehbar ist. Vielleicht sogar schon mit dem 2010 veröffentlichten Album Höldum í átt að óreiðu. (25.09.2010 20:30 – 21:15 Gruenspan)

Weitere Konzerte:

26.09.10 Berlin – Comet
28.09.10 München – Atomic Cafe
29.09.10 Dresden – Beatpol
30.09.10 Köln – Gebäude 9

Link:

Offizielle Webseite des Reeperbahn Festivals

SomeVapourTrails

Stippvisite 21/08/10 (inklusive Ticket-Verlosung)

Jede Menge Empfehlungen, sorgsam ausgewählt, heute mit Acts aus Österreich, Kanada, Großbritannien und Brasilien. Wir wünschen viel Vergnügen!

Konzerttipp:


Dass die österreichische Musikszene allmählich aus ihrem provinziellen Dornröschenschlaf erwacht, internationale Standards erfüllt, freut mich als Landsmann natürlich besonders. Wenn sich nun junge Wiener Bands nach Berlin verirren, ist das fraglos unterstützenswert. Wir verlosen daher 1x 2 Tickets für die Auftritte am 08. September in Berlin im Maria am Ostbahnhof. Zu sehen sind Ginga, Bilderbuch und Francis International Airport. Besonders letztere werden wir heuer noch ausführlicher besprechen, da im Oktober das Album In The Woods auf Siluh Records zur Veröffentlichung kommt. Und bevor ich noch lange nach Worten krame, warum man diese musikalische Bestandsaufnahme frischer österreichischer Nachwuchsbands nicht verpassen sollte, lasse ich lieber die Musik sprechen. Einfach das Interesse für die Tickets in den Kommentaren bekunden oder uns eine E-Mail schicken, dann könnt ihr gewinnen. (Stichtag: 28. August)

Ginga – Cinnamon

Bilderbuch – Kopf ab

Francis International Airport – Monsters

Entdeckertipp:

Manchmal muss man sich die Zunge wundreden. Die Kanadierin Hannah Georgas habe ich schon mehrmals auf unserem Blog erwähnt. Ihre Songs sind verdammt catchy, verschönern den Tag – und manchmal muss Musik einfach nicht mehr können. Zwei Videos sollen meine These unterstützen.

Hannah Georgas „The Deep End“ from Tariq Hussain on Vimeo.

Die werte Dame ist im September auch in Deutschland zu sehen:

24.09.10 Hamburg – Reeperbahn Festival 16:00
24.09.10 Hamburg – Platzhirsch (Canadian Independent Music Association Showcase) 19:00

Downloadtipp:

Der kanadische Singer-Songwriter Mark Merube bringt mit seinen The Patriotic Few in wenigen Wochen die EP Tailored To Fit heraus. Das Titellied gefällt sehr, ist keineswegs Massenware. Ich rate dringend hineinzuhören. Den Gratis-Download findet man an dieser Stelle.

Videotipp:

Die ewig unterschätzten Briten Clinic veröffentlichen im Oktober ihr neues Album Bubblegum. Wenn die im September erscheinende Single I’m Aware als Indikator dienen darf, kann man so einiges von der Scheibe erwarten. Der Track jedenfalls ist eine dicke Empfehlung!

Albumtipp:

Am 22. Oktober erscheint nicht irgendein Album, vielmehr wohl eines der schönsten des Jahres. Und wer nun glubschäugig fragt, von wem es denn stammt, dem antworte ich: Her Name is Calla. Wer die britische Band bislang nicht kennt, versäumt einen absoluten Leckerbissen. Auch wenn sich die Band als Post-Rock-Act definiert, sei dezidiert darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um fragile, filigrane, unglaublich ästhetische Musik handelt, die ohne Brechstange auskommt. Die ersten Hörproben des Albums The Quiet Lamb deuten auf eine Glanztat hin, ohne Wenn und Aber! Unser werter Peter von den Schallgrenzen hat die Violinistin Sophie Green bereits vor wenigen Tagen intensiver befragt. Und auch wir werden in den nächsten Wochen noch das eine oder andere Wort über Her Name Is Calla verlieren. Wer sich aus Vorfreude auf das anstehende Werk den Backkatalog der Formation zu Gemüte führen will, kann dies hier tun.

Thief by hernameiscalla

Downloadtipp:

Tiny Cables Ink muten very british an, noch dazu wie eine der wirklich guten Bands von der Insel. Man würde sie so überhaupt nicht in Brasilien vermuten. Der Track Beyond The Horizon jedenfalls ist ein echter Tipp für Leute, die „schmachtigen Indiepop mit leichtem Pathos“ mögen, wie Coast Is Clear ihn treffend beschreibt. Den Song gibt es hier als kostenlosen Download.

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Chimäre aus Folk und R&B – Frazey Ford

Ich halte mich ja nicht eben für Sherlock Holmes. Aber wenn die Sängerin von The Be Good Tanyas ihr Solo-Debüt ankündigt, dann erwarte ich mir doch gediegenen Folk oder etwas, das gemeinhin als Alternative Country firmiert. Aber Frazey Ford macht meiner Kombinationsgabe einen Strich durch die Rechnung. Das Album Obadiah entpuppt sich als souliges Album, welches durchaus starke folkige Anwandlungen aufweist, aber eben doch anders als vom Kenner vermutet klingt. Damit wir alle auf der gleichen Wellenlänge segeln, sei gleich eingangs vermerkt, dass ich bei Soul-Musik und ihren zahlreichen Unterkategorien und Nebenschauplätzen gerne mal ob einer Überdosis Gefühl dahinsieche. Doch Frazey Ford unterlegt das Werk mit einem ungezwungenen Vibe voll sanfter Grooves, passend zu einem Vortrag, der lieber konsequent Geschichten erzählt, Gefühle aufarbeitet, nicht herumkrakeelt und auch keine große Emotionen mit zuviel Nachdruck an Mann wie Frau zu bringen sucht.

Einer der Songs, die bereits beim ersten Hördurchlauf ins Ohr hüpfen, ist Goin‘ Over. Dass es sich hierbei um ein Lied aus dem angestammten Metier Fords handelt, liegt wohl auch an der Erwartungshaltung, mit der ich die Platte in Empfang nahm. Unscheinbar reckt sich diese folkige Abschiedsballade empor, gestützt von Gitarre und Percussion. Schlicht und ergreifend ein Kleinod, das Kleinod sein will und diesen Vorsatz auch einlöst. Lay Down With You steht für die soulige Note, bei der die Stimme schon mal resolut die Arme in die Hüften stemmt und sich unzufrieden fragt, was Glück eigentlich ist. Noch mehr kommt die Sache bei Blue Streak Mama ins Rollen, welches der Pressetext als süß und rauchig wie schwarze Melasse einstuft und damit das R&B-Flair des Lieds gut charakterisiert. Als absolutes Glanzlicht jedoch entpuppt sich Gospel Song, dessen Erhabenheit und Erbaulichkeit zu einem musikalischen Erweckungserlebnis erwächst. Da will man laut Halleluja schreien.

Frazey Ford – I Like You Better by nettwerkmusicgroup

Frazey Ford – The Gospel Song by nettwerkmusicgroup

Aber auch die wiederholte Beschäftigung mit Obadiah lohnt, weil sie Songs birgt, die erst nach mehreren Anläufen in die Gehörgänge übergehen. So etwa Firecracker, das als Opener anfangs eine Irritation bedeutet, wenn man zunächst einer Fortführung der Tradition von The Be Good Tanyas harrt. Die nähere Betrachtung stuft den Track als radiokompatibel ein – und meint dies als Lob. Wie Banjo und Hammond-Orgel hier diese Chimäre aus Folk und R&B unterfüttern, Fords Vortrag besticht, das überrascht wie es in der Folge auch begeistert. Nicht minder soulschwanger erfreut I Like You Better, bei dem man Frau Fords bisheriges Schaffen endgültig aus dem Gedächtnis streicht.
Frazey Ford – Firecracker (Live at Lilith Fair 2010)

Frazey Ford | MySpace Musikvideos

Obadiah entzieht sich einer eindeutigen Genre-Kategorisierung, scharwenzelt nicht um eine klar definierte Zielgruppe herum, bietet lieber Überraschungsmomente. Mag der Sound auch stellenweise zu entspannt sein, um im großen Stile zu zünden, so darf doch konstatiert werden, dass Frazey Ford mit dieser Platte eines der spannendsten Singer-Songwriter-Werke des Jahres auf die Beine gestellt hat. Da wird sogar der Soul-Muffel in mir besänftigt.

Obadiah ist am 16.07. auf Nettwerk erschienen.

Link:

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Stippvisite 02/07/10

In eigener Sache: Wer sich derzeit wundert, warum es auf unserem Blog ein wenig gemächlich zugeht, dem sei versichert, dass wir weder Lust noch Laune verloren und auch keinen Hitzekoller erlitten haben. Die werte Co-Bloggerin ist vorübergehend mit anderen Dingen beschäftigt und meine Wenigkeit kann aufgrund von Rückenproblemen derzeit recht schwer schreiben. Doch noch haben mich Orthopäde, Chirurg und Hausarzt nicht völlig bezwungen, das beschert den Besuchern unseres Blogs daher heute einige sehr knapp gehaltene Empfehlungen.

Filmtipp:

Wenn sich ein Folk-Blues-Sänger auf eine Tour von Texas bis nach Lousiana aufmacht, um ein wenig Geld für sein ungeborenes Kind zu verdienen, dann erwarte ich Authentizität sowie Einblick in eine selten gezeigte amerikanische Wirklichkeit – und natürlich einen hervorstechenden, tief in der Tradition eingebetteten Soundtrack. Und mit diesem kann der Film The Folk Singer von M.A. Littler definitiv aufwarten. Mit dabei sind unter anderem Possessed by Paul James und Reverend Deadeye, den ich vor einigen Tagen bereits ausgiebig besprochen habe. Die DVD samt Soundtrack ist ab 20.08. in hiesigen Breiten erhältlich.

Konzerttipp:

Eine Indie-Pop-Band aus Kanada? Na, da spitze ich gerne die Ohren. Elephant Stone kommen aus Montreal und können sich mit dem gewissen Etwas schmücken. Die Melodien klingen irgendwie vertraut und verfehlen ihre eingängige Wirkung nicht. Der hier verfügbare, kostenlose Download des Songs Strangers von der brandaktuellen The Glass Box EP sollte den Hörer ebenfalls überzeugen können.

Elephant Stone – Strangers by 360degreemusic

Tourtermine:

06.07.10 Berlin – King Kong Klub
08.07.10 Offenbach – Hafen 2
09.07.10 Kiel – Brückenfestival

Streamingtipp:

I Am Kloot kennt man natürlich. Und doch gehen sie im Wust der britischen Acts leider verloren. Das ist schon eine Schande. Denn die Band ist erstklassig, unterstreicht das auch mit dem neuen Album Sky at Night, welches man derzeit hier in voller Länge genussvoll streamen kann. Unbedingt reinhören!

Videotipp:

Twilight und ähnliche Filmchen kümmern mich ja wenig. Wenn allerdings Metric ein Lied zum Soundtrack beisteuern, dann sollte das nicht unerwähnt bleiben. Denn wie finden wir Metric? Richtig, ziemlich formidabel! Der Song Eclipse (All Yours) bildet da keine Ausnahme, obzwar der Clip selbst nicht eben besonders inspiriert scheint.


„Eclipse (All Yours)“

METRIC | MySpace Musikvideos

Downloadtipp:

Nö, Post-Rock ist auch bei drückender Sommerhitze keinesfalls zu mächtig. Daher sei Genre-Liebhabern dieser kostenlose Download des Tracks Defying Gravity To Reach You von The Echelon Effect ans Herz gelegt. Aus den üblichen Post-Rock-Komponenten wird ein ansprechendes Stück Musik kreiert. (via postrockcommunity)

Veranstaltungstipp:

Ich will schon seit Wochen über Trio Schmetterling berichten, die auf dem Label analogsoul ein wirklich tolles Album veröffentlicht haben. Das werde ich demnächst nachholen! Schon aufgrund ihres Auftritts lohnt sich der Besuch von Like Water „frizzante“ am 16.07. im KUB in Leipzig.

Das soll es für heute gewesen sein. Demnächst mehr.

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Zwei Gesichter einer CD – The Mohawk Lodge

Kanada, welch Hort phantastischer Musiker! Sicher das Land hat auch Nickelback und Céline Dion zu verantworten. Aber solch Ausnahmen bestätigen erst die Regel. Wann immer ich in meinem Briefkasten eine CD einer kanadischen Band auffinde, strecken sich meine Erwartungshaltungen gen Decke. Dazu gesellt sich eine ordentliche Portion Herzensgüte, die dem Album einen roten Teppich hin zu meinem CD-Player ausbreitet. Meist bleibe ich von Enttäuschungen verschont. Als vor ein paar Wochen die bereits 2007 erschienene CD Wildfires der Formation The Mohawk Lodge eintrudelte, herrschte nicht gerade unwiderstehliche Liebe vor, klang mir das alles ein wenig zu straight, nicht übel, aber in der Form bereits ungezählte Male gehört. Indie-Rock respektive Garage-Rock mit flanellhemdigem-Touch, kräftig und melodisch, jedoch nicht sonderlich originell. Und so packte ich den Silberling zur Seite, mit dem Vorsatz sie mir nochmals in einer ruhigen Stunde zu Gemüte zu führen.

Dieser Moment ist soeben verstrichen und mit weitaus mehr Geneigtheit behaftet. Zwar zünden nach wie vor gerade einmal die Hälfte der Lieder, aber diese lassen die Katze aus dem Sack und zeigen viel mehr als nur routiniertes Spiel. Der Opener Hard Times will mir zwar nach wie vor nicht munden, Wear ‚Em Out hingegen gelingt dank knackig vorangetriebenen Gitarren und Schlagzeug angenehm lärmig. Je härter die Gangart, je unkuscheliger der Zugang, desto wirkungsvoller agieren The Mohawk Lodge. Der Titelsong Wildfires hat als kerniges Lamento eindrucksvolle Vehemenz, besonders die Stimme von Frontmann Ryder Havdale versagt sich ein Säuseln, wenn die Instrumente auf die Tube drücken. Genau dann gewinnt die Platte an Reiz. Calm Down zeigt dies verdammt anschaulich. Eher unbeeindruckenden 3 Minuten folgt ein zweite Hälfte, die mit viel Tempo ordentlich an den Gitarren sägt, untermalt von einem schrägen Hintergrundchor. Sehr, ich betone, sehr gefällig. Mit Heart Of Lovers erlausche ich noch einen weiteren Track, der zu überzeugen weiß. Da setzt eine Wirkung ein, welche softere Stücke wie Timber nur im Ansatz erreichen. Diese CD offenbart zwei Gesichter – und eines davon schaut mir freundlich entgegen.

Ab der nächsten Woche sind The Mohawk Lodge in hiesigen Breiten unterwegs. Im Gepäck die in Kürze erscheinende CD Crimes, von denen 2 Titel bereits auf der MySpace-Seite der Band verfügbar sind. Dass Sie die Tour mit Eamon McGrath vollziehen, den ich vergangenen Herbst für das Album 13 Songs Of Whiskey And Light mit überschwänglichsten Lobeshymnen überschüttet habe, sollte genug Anreiz für einen Konzertbesuch bieten. The Mohawk Lodge werden live mit tosenden Gitarren fraglos noch mehr Vergnügen bereiten.

Tour-Termine:

02.06.10 Freiburg – SWAMP
04.06.10 Offenbach – Waggon
05.06.10 Locarno (CH) – Cantina Canetti
06.06.10 Luzern (CH) – Treibhaus
09.06.10 St. Gallen (CH) – Grabenhalle
11.06.10 Kassel – Kunsthochschule Underground

Links:

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Kein Kind von Wolkenkuckucksheimen – Great Lake Swimmers

Die Great Lake Swimmers exerzieren vor, was dieser Tage oftmals als zum erstrebenswerten Phantasma aller Musiker verkommt. Mastermind Tony Dekker geht unbeirrbar und ohne halbsbrecherische Deformationen des Rückrats seinen Weg. Wie aus einem Guss offenbart sich dem Hörer die musikalische Entwicklung vom Erscheinen des selbstbetitelten Debüts 2003 bis hin zu dem aktuellen Werk Lost Channels (2009). Der Reifeprozess im Schaffen drückt sich nicht in abrupten Stilwechseln aus, mehr in der Verfeinerung kompositorischer und textlicher Nuancen. An der grundsätzlichen Dekkerschen Vision freilich wurde nie herumgehämmert, von Anbeginn waren es Nägel mit Köpfen.

Der Reiz der Great Lake Swimmers liegt in der konsequenten Verweigerung marktschreierisches Benehmen anzunehmen, Sensationen zu präsentieren, sich dem Tamtam des Musikbusiness zu ergeben. Die stoische, zeitlos gültige Art der Lieder kratzt ein kontemplatives Element hervor, fokussiert sich auf eine Grundsätzlichkeit, die durch den entspannt-gelösten Vortrag noch verstärkt wird. Jene innere Ruhe bietet Hörern Halt, gerät zum Gegenstück einer mit jeder Faser wuselnden Gesellschaft. Dekker wirkt wie ein Eremit, der sich durch Abschottung eine Reinheit und Ernsthaftigkeit bewahrt. Er teilt sich mit, liefert Einblicke und wahrt doch Distanz. Eben durch die Absage an jeglichen Exhitionismus fallen seine Texte und Melodien auf den Hörer zurück, lösen sich von der schieren Assoziation mit dem Verfasser, keimen in den Ohren aller, die dem Werk der Great Lake Swimmers verhaftet sind.

Gerade da Dekker keine Sekunde lang zum Schausteller mit einstudierten Posen verkommt, sondern als Künstler agiert, dem die Gnade unverfälschte Emotionen zu transportieren gegeben, aus just dieser Wirkung heraus lässt sich sein Erfolg erklären. Die Ochsentour vieler Live-Auftritte, die jedweden Besucher von der Authentizität des Schaffens überzeugen, runden das Bild ab. Der werte Herr baut sich kein künstlerisches Wolkenkuckucksheim, um mit viel Drama und penetranter Audringlichkeit Anspruch zu verströmen. Wer sich von solch Gesten blenden lassen will, soll sich zum Teufel in Gestalt Joanna Newsoms scheren. Das künstlerische Konzept definiert sich nicht über aufwändige Arrangements und die Anzahl der verwursteten Noten, es steht und fällt mit der Botschaft. Bei den Great Lake Swimmers erwächst aus der klaren Prägnanz, aus der jedem Brimborium entsagenden Methodik ein Zauber, eine Entrückheit, ein Aufhorchen in die Stille hinein.

Der ohnehin reduzierte Folk-Sound von Lost Channels wird mit der soeben erschienen Akkustik-CD The Legion Sessions in einen noch intimeren Rahmen gerückt. Und so funktioniert die Veröffentlichung als Skizze, eine nackte, fragile Rohfassung, welche die vorangegangene Platte seziert. Der Blick in die kahlen Eingeweide wurde in einer kanadischen Legion Hall durchgeführt, einem Vereinszentrum kanadischer Veteranen. Und vielleicht liefert der Ort mit dem spartanischen Spirit ehemaliger Militärangehöriger und Mounties auch den entscheidenden Hinweis zu dem Motiv für dies karg schraffierte Mini-Album. Die im Februar 2009 aufgenommenen Legion Sessions wirken wie die letzte Vorbereitung auf eine Schlacht, eine finale Beratschlagung, ehe Lost Channels dann im März letzten Jahres der Öffentlichkeit preisgegeben wurde. Ohne Behübschung, quasi mit dem durchdringenden Blick eines Nacktscanners wurden die Gedärme untersucht. Die Klarheit des Ausdrucks für die vielen Tourneen der kommenden Monate nochmals erforscht. Unter diesem Gesichtspunkt geraten die Legion Sessions zu einer puristischen Fußnote, die den Fans der letzten CD einige Aufschlüsse gibt.

Wer die Great Lake Swimmers verehrt, darf sich fraglos der Spärlichkeit von The Legion Sessions öffnen. Einsteigern sei jedoch als Vorbedingung für ein Begreifen Lost Channels ans Herz gezwungen. Die Schönheit dieser Musik vermag ich gar nicht genug zu betonen.

Ein Interview mit Tony Dekker, welches wir im Rahmen der letzten Tour führen durften und bislang wie unsere Augäpfel gehütet haben, werden wir auch demnächst hier abdrucken.

Links:

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Besprechung von Lost Channels

Konzertbericht vom Auftritt im Festsaal Kreuzberg, November 2009

Videoschau von The Legion Sessions samt kostenloser Mp3

SomeVapourTrails

Von verträumten kanadischen Häusern, die Erinnerungen wecken

Psychedelischer Dream Pop, unter dieser Hausnummer findet man  zur Zeit allerorts  Beach House mit ihrem neuen Album Teen Dream. Ein kleiner Abstecher nach Kanada zeigt, auch hier werden fleißig Dream-Pop-Häuser errichtet, die man manchmal nur auf verschlungene Pfade zu finden vermag. Mir wies heute Velourscarpetsforlovers den Weg und führte mich zu Memoryhouse. Das Duo aus Ontario lässt die klare und kalte Luft durch ihre Songs wehen, von Luftschlössern sprach kotja, zu Recht. Das Duo aus Ontario bewegt sich in losgelösten Sphären und besticht durch die Reduktion und Aufgeräumtheit ihrer Songs.

Zum Kennen und Liebenlernen verschenkt die Band ihre The Years Ep, am 2. März erscheint die neue EP To the Lighthouse (Label: Arcade Sound Ltd.).

Memoryhouse – Lately from Jamie Harley on Vimeo.

Memoryhouse – Sleep Patterns from Jamie Harley on Vimeo.

Memoryhouse – The Years Ep

Label: Arcade Sound Ltd

Tracklist

1. Sleep Patterns
2. Lately (Deuxie¦Çme)
3. The Waves
4. To the Lighthouse

Download: Zip

Link: MySpace

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