Archiv der Kategorie: Stippvisite

Aus dem Netz zusammengestöbert.

Stippvisite 23/10/2014

Musik fällt nicht einfach so in den Schoß. Man sucht sie, entdeckt sie, nur selten schnappt man sie zufällig irgendwo auf. Wenn ich die Seiten meiner geschätzten Bloggerkollegen und manch vertrauter Magazine durchstöbere, ist die Wahrscheinlichkeit freilich groß, dass ich eher früher denn später auf besondere Klänge stoße. So auch dieses Mal!

Debüttipp:

Musiker sind trotz mancher Eigenarten normal tickende Menschen. Auch für sie gilt, dass viele gerne mal Chef spielen wollen, eine eigene Band gründen möchten, nach einer Selbstverwirklichung streben. Warum auch nicht? Speziell wenn das Ergebnis eine umwerfende Dream-Pop-Single ist. Anna Bulbrook, Bandmitglied bei The Airborne Toxic Event, und Marc Sallis, Bassist bei The Duke Sprit, haben sich zum Duo The Bulls zusammengeschlossen und dieser Tage den Track Come Unwound veröffentlicht. Dieser Song besticht durch den verträumten Gesang Bulbrooks, shoegaziges Gitarrenspiel und eine für dies Genre untypisch präsente Violine. Es ist ein Lied, das in den Strophen ätherisch atmet und im Refrain hymnisch dröhnt. Eine Schwalbe macht bekanntlich keinen Sommer, ein tolles Stück garantiert noch kein starkes Album, aber in diesem Fall kann ich mich kaum zurückhalten und harre gespannt den Lieder, die da hoffentlich in Bälde kommen. Diese Bandgründung jedenfalls scheint eine verdammt gute Idee. (via Coast Is Clear)

Stippvisite 23/10/2014 weiterlesen

Stippvisite 14/08/2014 (Die Kollegin macht es richtig!)

Ich verstehe mich ja als Blogger, der trotz deklarierter Vorlieben in allerlei Genres hineinschnuppert, Musik quer über den Erdball hinterherhastet, dabei von Weltmusik über Indie-Rock bis hin zu Electronica eine Vielfalt abzubilden trachtet und Perlen aus dem Alles fischt. Das ist ein Zugang, der zum Verzetteln einlädt. Die geschätzte Kollegin Eva-Maria ist da viel klüger. Mit dem federführend von ihr gestalteten Polarblog stöbert sie seit Jahr und Tag skandinavischen Musikern nach, kombiniert dies mit einer ohnehin vorhandenen Zuneigung zu nordischen Gefilden. Als Resultat steht ein Musikblog, der neben Musik auch ein Lebensgefühl, ein Gespür für Land und Leute zeitigt. So gewinnt ein Blog ein ureigenes Wesen, erwächst etwas, das nicht einfach nur die neuesten Clips, Singles oder Tourneen ankündigt. Und keine Neuerscheinungen mit preußischer Pedanterie abarbeitet. Die gute Eva-Maria verfügt auch über eine wunderbar flüssige, Gedanken nachhängende Schreibe. Da werden keine Fakten heruntergerattert, Floskeln bemüht oder gar die weite Welt akademischen Feuilletons aufgebreitet. Wenn ich den Bloggerhut ab- und den Leserhut aufsetze, dann will ich kein bemühtes Gestammel oder besserwisserisches Gekritzel mehr erspähen. Ich möchte vor allem etwas lesen, worin Zeit, Gedanken, Kreativität und Warmherzigkeit investiert wurden. Dieser Tage nun hat Eva-Maria mit Plan My Escape einen weiteren Themenblog gestartet, der sich mit belgischer Musik beschäftigt. Denen, die noch schmökern wollen, ist er hiermit sehr ans Herz gelegt!

Elika

Stippvisite 14/08/2014 (Die Kollegin macht es richtig!) weiterlesen

Stippvisite 31/07/2014 (Kein Bloggen aus dem stillen Kämmerlein!)

Ich habe schon länger nicht mehr über den Tellerrand des eigenen Blogs geschielt. Das hat allerdings nur bedingt mit einer Wagenburgmentalität zu tun, es gibt genügend bloggende Kollegen, deren Tun ich nach wie vor sehr schätze. Generell jedoch sehe ich die Blogkultur gefährdet. Die Interaktion auf Blogs etwa nimmt allgemein ab, ein Austausch über Inhalte erfolgt via Twitter oder Facebook, Kommentare auf Blogs dagegen sind rar gesät. Ich spreche natürlich jetzt dezidiert von Musikblogs, denn meinungsstarke Aufregerblogs oder Lifestyle-Gedöns gedeihen prächtiger denn je. Möglicherweise liege ich mit meiner Einschätzung auch völlig falsch. Was weiß ich schon nach all den Jahren von der Bloggerei? Heute habe ich nämlich auf Spiegel Online ein Interview gelesen, in welchem ein Reiseblogger namens Sebastian Canaves erklärt, wie man mit dem Bloggen Geld verdienen kann. Bloggen als Business. Vieles an diesem Interview lässt mir die Haare zu Berge stehen, denn das Zauberwort scheint wohl Reichweite zu sein. Je mehr Leser man auf einen Blog zu locken vermag, desto attraktiver wird man für die Unternehmen. Dann lohnt Werbung. Dann wird das Tun mit bezahlten Advertorials honoriert. Canaves verkauft sein Erfolgsrezept sogar, für schlappe 169 Euro kann man an seinem Blog Camp teilnehmen. Ich möchte keinesfalls an seiner Redlichkeit zweifeln, Fragen wirft das Interview dennoch auf.

Nun sei es jedem gegönnt, aus dem Hobby (Bloggen!) einen Beruf (Blogger!) zu machen und damit auch Geld zu verdienen. Doch wird dafür oftmals die Seriosität geopfert. Allzu penetrante SEO-Optimierung, sensationsheischende Überschriften, tonnenweise Gewinnspiele oder zuhauf gekaufte Produkttests spülen vielleicht Geld in Bloggertaschen, begrüßen muss man diese Vorgehensweisen freilich nicht. Sobald man nach Reichweite giert, um für die werbende Industrie interessant zu werden, muss man ständig an der Polemik- und Kritikschraube drehen, tagtäglich mit neuen Buzzwords um sich werfen, um von Google (weiter) geliebt zu werden. Und wenn man für Advertorials oder Produkttests bezahlt wird, ist eine unabhängige Einschätzung schwerlich möglich. Erfolgreiche Blogger lassen sich also von SEO-Regeln die Schreibe und von Auftraggebern Inhalte und Meinung diktieren. Wie erstrebenswert ist dies?

Stippvisite 31/07/2014 (Kein Bloggen aus dem stillen Kämmerlein!) weiterlesen

Stippvisite 06/04/2014 (Weiterhin unsexy!)

Es gibt mehrere Möglichkeiten im Netz nach Beachtung zu heischen.

Aufopfernde Gutmütigkeit: „Ich habe heute ein Kätzchen vor einem herannahenden Auto gerettet, mir dabei aber einen Schuhabsatz und einen Fingernagel abgebrochen.

Saftige Stammtischempörung: „Kinderschänder gehören an die Wand gestellt und erschossen. Und anschließend sicherheitshalber noch kastriert.

Bahnbrechende Rezepttipps: „Ich habe ein sagenhaftes Rezept für veganes Coq au vin gefunden. So lecker – und noch dazu ohne Kalorien!

Abgefeimte Häme: „Markus Lanz mag zu Beginn der Traum aller Schwiegermütter gewesen sein. Zuletzt hat wohl aber nur noch seine eigene eingeschaltet.

Praxisbezogene Selbstüberschätzung: „Politiker sind doof wie ein Stück Brot. Ich hätte den BER binnen eines Tages flottgekriegt.

Wir dagegen werden auch weiterhin über Musik schreiben. Auch wenn wir schon längst vom Gefühl beschlichen sind, dass das Schreiben über Musik dieser Tage reichlich unsexy scheint. Dennoch wollen wir auch heute wieder die besten Empfehlungen unserer bloggenden Kollegen – mit der einen oder anderen Bemerkung versehen – weiterreichen.

Vokabeltipp:

Es gibt Worte, deren Klang Balsam für die Ohren ist. In der englischen Sprache hat es mir das Vokabel „Reverie“ schon lange angetan. Es meint die Tagträumerei, wirkt in der Artikulation ungemein zärtlich und anmutig. Eine Band, die sich Reveries nennt, hat bei mir also schon vorab einen Stein im Brett. Die aus dem schwedischen Linköping stammende Formation macht gitarrigen Indie-Pop, der fühlt und fiebert. Stippvisite 06/04/2014 (Weiterhin unsexy!) weiterlesen

Stippvisite 03/03/2014

Musik fällt nicht einfach so in den Schoß. Man sucht sie, entdeckt sie, nur selten schnappt man sie zufällig irgendwo auf. Wenn ich die Seiten meiner geschätzten Bloggerkollegen und manch vertrauter Magazine durchstöbere, ist die Wahrscheinlichkeit freilich groß, dass ich eher früher denn später auf besondere Klänge stoße. So auch dieses Mal!

Unverwüstlichkeitstipp:

Einer der unterschätztesten Britpop-Acts ist die Formation James, die vor allem in den Neunzigern in Großbritannien durchaus erfolgreich war, aber zumindest meinem Empfinden nach in deutschen Plattenregalen nie wirklich Fuß fassen konnte. Wie schade, denn auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft klingt die Band rund um Sänger Tim Booth frisch wie am ersten Tag. Für Juni diesen Jahres ist mit La Petite Mort das mittlerweile 13. Studioalbum angekündigt. Und nach dem ersten Vorgeschmack Frozen Britain zu schließen, darf man einmal mehr das James’sche Talent für perfekte Melodien und einen Vortrag mit Schmackes bestaunen. Die unverwüstlichen James klingen so jung, wie es viele Mittzwanziger-Bands gerne wären. Britpop forever! (via Coast Is Clear) Stippvisite 03/03/2014 weiterlesen

Stippvisite 23/01/2014

Auch im neuen Jahr ist mir Musik nicht einfach zugeflogen, sondern wurde auf vertrauenswürdigen Blogs und Musikseiten entdeckt. Hier seien kurz und knapp ein paar der jüngsten Fundstücke erwähnt:

Unbehaglichkeitstipp:

Für die britische Ausnahmeband Her Name Is Calla hatte ich in der Vergangenheit nur lobende Worte übrig. Nach einer Schaffenspause melden sich die Briten nun mit dem Song The Roots Run Deep zurück, der eine erste Kostprobe für das im Frühjahr erscheinende Album Navigator darstellt. Ich musste mir zunächst die Ohren reiben. Ist das tatsächlich noch die Band, die mir mit der Platte The Quiet Lamb sehr viel Gänsehaut beschert hat? The Roots Run Deep zumindest oszilliert elektronisch-brummend, wirkt unheimlich, richtiggehend unbehaglich. Die Band beschreibt die Stoßrichtung des Albums so: „Navigator is a story of dreams that fail and do not materialise as youth slips away. It is the story of leaving one life behind and heading into the unknown of another. It is a story of losing love, life, faith and identity, and the great depression that brings. More importantly, It is about finding the way back home again.„. Das klingt nicht eben nach Zuckerschlecken! Wem der Sinn also nach kultivierter Verunsicherung steht, wer seine Seele auch mal gern in Falten legt, wird dem neuen Sound von Her Name Is Calla durchaus applaudieren können! (via Drowned in Sound, wo es den Song kostenlos gibt)

Stippvisite 23/01/2014 weiterlesen

Stippvisite 01/12/2013 (Ein Ab­ra­ka­da­b­ra auf den Lippen)

Überwältigungstipp:

Sumie attic
Photo Credit: Nina Wallén

Es existieren Momente, da kommt einem Sänger oder einer Sängerinnen ein Abrakadabra über die Lippen. In diesen Augenblicken völliger Berührung steht die Welt zwar nicht still, wird nicht alles heil und nicht jede Brille rosa, aber in solch Situationen gerät Kunst zur aufrichtigen Beglückung. Da gehen jetzt keine romantischen Vorstellungen mit mir durch, Musik stillt bekanntlich keinen Hunger, Musik lässt keine Pockennarben verblassen, Musik führt nie zum Weltfrieden. Aber Kunst bringt uns oft dazu, unser Menschsein zu erfahren, all die Facetten des Fühlens zu begreifen. Das mag jetzt vielleicht rührselig klingen, aber so ergeht es zumindest mir mit der schwedischen Sängerin Sumie.

Stippvisite 01/12/2013 (Ein Ab­ra­ka­da­b­ra auf den Lippen) weiterlesen

Stippvisite 16/11/2013

Ich schlage mich schon seit einigen Tage mit einer sehr ärgerlichen Erkältung rum, daher sei heute wieder einmal ganz kurz und knapp auf manch starke Entdeckungen geschätzter Bloggerkollegen verwiesen, ehe ich mich wieder unter die Bettdecke verkrümle.

Zeitreisetipp:

Out of Achtziger, aber sowas von! Aus Großbritannen dringen mit der EP Rainbow On Your Shoulder sympathische altmodische Klänge an mein Ohr. Das Duo Lights That Change versteht sich darauf, nur die Schokoladenseite der Achtziger in Erinnerung zu rufen. Toxic ist ein ein starker Ohrwurm, angenehm lärmig, fiebrig-fröhlich im Gesang, Shoegaze-Pop trifft es vielleicht ganz gut. Auch der Track Happy Space wummert sphärisch durch die Boxen. Die Ende Oktober veröffentlichte EP besitzt ungeheuren Charme, wirkt nie lieblos abgekupfert, zeigt Retro mit Herz. Ich bin begeistert. (via Coast Is Clear)

Geschmackstipp:

Stippvisite 16/11/2013 weiterlesen

Stippvisite 09/10/2013 (Meine Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft)

Die Welt wäre eine bessere, wenn mehr Menschen meinem geschmacklichen Beispiel folgen würden. Und natürlich frage ich mich, warum ich meine musikalischen Vorlieben nicht besser zu transportieren verstehe. Ein Blick in die Nachrichten des Tages hat mir gestern die Augen geöffnet. Denn ein Fünftel der Deutschen und Österreicher ist nur mit minimalen Lesekompetenzen ausgestattet, wie eine OECD-Studie besagt. Da wundert es mich kaum, dass unser textlastiger Musikblog nicht mehr Fans findet. Ich für meinen Teil werde daraus natürlich sofortige Konsequenzen ziehen und diesmal ganz langsam und schlicht schreiben. Man will ja niemanden unnötig verschrecken. Vielleicht klappt es ja so mit der Weltherrschaft meines Geschmacks!

Herzattackentipp:

Man wird älter – und morbid. Kramt Erinnerungen hervor, flüchtet sich in lange vergangene Dekaden. Begreift den Wandel der Zeiten, fühlt die Midlife-Crisis in den Knochen stecken. Die Ängste und Sorgen werden andere, da verkündet dubioses Herzklopfen nicht länger Liebesgefühle. Der amerikanische Singer-Songwriter Mark Kozelek, einer der chronisch unterschätzten Meister seiner Zunft, beschreibt all dies in seinem neuen Song Richard Ramirez Died Today of Natural Causes. Es ist ein Gedankenstrom aus Kleinigkeiten und Erkenntnissen, aus welchen Kozelek unter seinem Alias Sun Kil Moon dann das Damoklesschwert eines vorzeitigen Todes schmiedet. Dieser mächtige, Unbehagen forcierende Track bietet einen ersten Vorgeschmack auf das für Februar nächsten Jahres angekündigte Album Benji. Es dürfte wirklich groß werden! (Auf Pitchfork gibt es den Titel als Stream.)

Konzerttipp:

Paul-Armfield-press-pic-4
Photo Credit: Ali Armfield

Stippvisite 09/10/2013 (Meine Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft) weiterlesen

Stippvisite 18/09/2013 (Ohne Experimente kein Heureka!)

Dieser Tage kann man sich nicht einfach nur mit Musik beschäftigen. Denn auch wenn uns Medien und Politik die demokratische Teilhabe vermiesen wollen, sollte man zur Wahlurne schreiten. Lassen wir uns nicht von Griesgramen ins Bockshorn jagen. Wenn jemand postuliert, dass Politiker ohnehin ihr eigenes Spielchen treiben und die Interessen der Bürger mit Füßen treten, dann ist das schlichtweg Nonsens. Denn die, die bei Wahlen eigentlich versagen, sind jene Bürger, welche die immer gleichen aalglatten Gesellen und Schnepfen an die Macht befördern. Mit der Schwarmintelligenz ist es eigentlich nicht weit her, wenn man politischen Minderleistern immer und immer wieder das Vertrauen ausspricht. Wenn der Wähler politische Akteure für Schlampigkeit und Unaufrichtigkeit belohnt, besteht für die Protagonisten auch keine Notwendigkeit zur Besserung. Wenn uns Journalisten erzählen, wie lahmarschig der Wahlkampf sei, dann mag uns das in unserer Meinung bestärken, nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben. Aber Journalisten erzählen uns Tag für Tag alles, um Auflage beziehungsweise Klickzahlen zu generieren. Es fällt ihnen leichter, eine politische Kaste gleich einer Sau durchs Dorf zu treiben, als mit dem Finger auf den Bürger zu zeigen und dessen politisches Versagen zu geißeln. Dabei ist es doch die Einfallslosigkeit des Volkes, die die ewig gleichen Parteien mit oftmals verkrusteten Strukturen Mal für Mal in die parlamentarische Verantwortung spült. Politikverdrossenheit ist ein Euphemismus für Selbstbetrug. Wenn jeder Staatsbürger das Versagen in der Wahlzelle erkennen würde, könnte ein Wandel stattfinden. Lassen wir uns doch nicht einfach von der grassierenden Hysterie anstecken! Politik muss nicht zwangsläufig ein abgehobenes, von Phrasendrescherei bestimmtes, korruptes Geschäft sein. Sie ist es nur dann, wenn wir das Kreuzchen aus Gewohnheit machen und uns von griffigen Schlagzeilen leiten lassen. Wenn uns die unzähligen virtuellen Stammtische im Internet etwas lehren, dann dass Positionen und Plattitüden mit Feuereifer vertreten werden. Eifer ersetzt jedoch nicht die Vernunft, Leidenschaft nicht die Logik. Solang wir gleich Steinzeitmenschen mit lautem Hurra und der geschwungenen Meinungskeule aufeinander eindreschen, wird auch die Politik das konstruktive Miteinander nicht zum höchsten Gut küren. Doch irgendwie schaffen wir es immer, die eigenen Hände in Unschuld zu waschen und den schwarzen Peter weiterzuschieben. Wir sehnen uns nach Stabilität, unsere kollektive Sehnsucht verneint Experimente. Doch ohne Experimente kein Heureka! Wir treffen Wahlentscheidungen aufgrund von finanziellen Eigeninteressen und vergessen darauf, dass man auf das Wohlergehen aller Menschen achten sollte, wenn man in Frieden leben möchte. Wir wollen unsere individuelle Freiheit in vollen Zügen auskosten. Doch wie viel Luft bleibt denn wirklich zum Atmen, wenn wir alle diese Freiheit mit den Ellbogen verteidigen? Viele lauschen gern den salbungsvollen Worten, die Kinder als größtes Glück bezeichnen und Familien das Blaue vom Himmel versprechen. Dieselben Politiker haben aber oft kein Problem, eine etwaige Zukunft der Kinder dadurch zu erschweren, indem man sehenden Auges in ein Umwelt- und Klimadesaster läuft und nichts dagegen unternimmt. Wir alle könnten auch endlich Erich Fromms Erkenntnis aufgreifen, wonach die Wirtschaft dem Menschen dienen sollte und nicht der Mensch der Wirtschaft. Die ewig gleiche Litanei, wonach gut sei, was Arbeitsplätze schaffe, dieses Dogma sollten wir dringend hinterfragen. Möglichst schon bei dieser Wahl. Wenn uns dieser Wahlkampf eine große Wahrheit beschert hat, dann wohl die, dass tatsächlich das Wir entscheidet. Wir, in der Wahlzelle, am Sonntag, reflektiert!

Und nun ein paar ausgewählte Musiktipps, um die Zeit angepannten Wartens bis zum Sonntag zu überbrücken…

Entdeckertipp:

Stippvisite 18/09/2013 (Ohne Experimente kein Heureka!) weiterlesen