Unsere 20 Lieblingssongs 2013

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Was haben wir in diesem Jahr nicht alles für großartige Songs gehört. Sie aufzuzählen, das würde Bücher füllen. Wir wollen uns heute auf 20 Tracks beschränken, die uns 2013 unheimlich viel Freude bereitet haben. Diese Lieder haben uns in diesem Jahr begleitet – und werden es auch in Zukunft tun.

1. LowJust Make It Stop

Just Make It Stop, ein geradezu beschwörerisches, mit der Welt haderndes Lied. Vielleicht das beste Stück, welches Low je komponiert haben, vermutlich der beste Song, der 2013 veröffentlicht wird.

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Ins Licht gegangen – Almut Klotz

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Photo Credit: Robin Hinsch

Die Tragik der Kunst besteht auch darin, dass sie die Realität nur vorübergehend in den Schatten stellen kann. Das Kunstwerk steht nicht für sich allein, es zeigt auch das Antlitz des Künstlers. Ein Lied etwa ist nicht einfach nur ein Lied, sondern birgt immer die Gesichter von Sängern und Musikern. Wohl auch deshalb tut es weh, wenn man vom Tode eines Sängers oder einer Sängerin liest. Sobald man ein Werk in die eigene Gefühlswelt gelassen hat, ist Sänger oder Sängerin im eigenen Herzen verankert. Als ich heute vom Tod von Almut Klotz erfahren habe, war ich entsetzt. Schlichtweg weil ich das Album Lass die Lady rein in den letzten Wochen liebgewonnen habe, wie hier nachzulesen ist. Almut Klotz & Reverend Dabeler haben ein wunderbares Album geschaffen, intelligenten Deutschpop mit Pfiff und Augenzwinkern angeboten. Viel von der Leichtigkeit dieser schönen Platte geht freilich nun flöten, wenn man das Album mit dem Wissen um den Tod der Sängerin hört. Plötzlich lässt ein Titel wie Geh in das Licht nur Traurigkeit zu. Diese Gospelnummer bekommt eine Dimension des Abschieds, die das Herz aufjaulen lässt. Die Lesart ändert sich, Worte fallen auf die Waagschale, auch weil Werk und Schöpfer einfach nicht zu trennen sind. Das ist das Schicksal der Kunst, dass sie die Realität eben nicht ausblenden kann. Lass die Lady rein gewinnt als Albumtitel plötzlich einen Deutung à la Knockin‘ on Heaven’s Door. Und doch sollte man das Album in seiner Lebendigkeit mögen und nicht als Requiem verstehen. Almut Klotz ist in das Licht gegangen, doch unabhängig von aller Trauer geht diese Platte mitten ins Herz. Weil sich Kunst eben doch ein Stück weit vom Drama der Realität loslösen kann, ein bisschen zumindest. Mit diesem Bisschen im Gepäck darf man sich auch von Lass die Lady rein beglücken lassen. Trotz dieser traurigen Nachricht…

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Auf, auf in die Plattensammlungen dieses Landes! – Almut Klotz & Reverend Dabeler

Frauen über 50 sind Kassengift. Im Fernsehen, im Film und natürlich auch in der Musik scheinen Frauen dieser Alterskategorie schlichtweg nicht gern gelitten. So selbstverständlich es für uns ist, Musik von Udo Lindenberg (67), Konstantin Wecker (66), Marius Müller-Westernhagen (64), Wolfgang Niedecken (62), Peter Maffay (63), Herbert Grönemeyer (57), Sven Regener (52), Campino (51) zu kaufen, so gibt es bei den Frauen – abgesehen von den Humpe-Schwestern und Nena – kaum Musikerinnen, denen Musikhörer voll Applaus um den Hals fallen. Frauen sollen gefälligst faltenfrei auf der Bühne stehen. Alte Schabracken, nein danke! Wenn ich mir jedoch das Album Lass die Lady rein von Almut Klotz & Reverend Dabeler so anhöre, dann spricht viel dafür, die Musik vieler Hipstergören einfach in die Tonne zu treten und diese Platte auf Dauerrotation zu setzen. Almut Klotz hat sich in den Neunzigern als Mitglied der Lassie Singers durchaus einen Namen gemacht. Ich war nie ein großer Fan der Band, ich habe auch das vor wenigen Jahren so hochgelobte Album Songs of L. and Hate von Christiane Rösinger, der anderen Ikone der Lassie Singers, nicht besonders gemocht. Lass die Lady rein dagegen ist ein ganz wunderbares Werk, dem ich große Anerkennung gönnen würde, weil Klotz als Vertreterin der Ü50-Fraktion hier wahrlich nicht auf dem Krückstock dahinsiecht.

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Photo Credit: Robin Hinsch

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