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Release Gestöber 37 (Flume, Lotte Kestner, And So I Watch You From Afar, Preacher and Bear)

Wie immer sollen an dieser Stelle ein paar feine Alben in der gebotenen Kürze ans Herz gelegt werden. Unterschiedlicher könnte die heutige Mischung kaum ausfallen….

Flume

Ein Großstadtmärchen der verträumten wie coolen Art serviert uns der australische Produzent Flume mit seinem gleichnamigen Debütalbum. Der unter diesem Alias werkende Harley Straten zählt gerade einmal 21 Lenze, doch weiß er schon ganz genau wie der Hase läuft. Diese schicke Electronica stürzt sich nicht einfach kopflos auf den nächstbesten Dancefloor, sie reckt vielmehr die Hände in die Höhe, schwenkt sie unter dem Eindruck von Ekstase. Flumes Sound ist vielfältig, fährt mal R&B, dann wieder Hip-Hop oder Pop auf. Solch Abwechslungsreichtum macht diese Platte wunderbar kurzweilig, ein Fressen für Kenner und die Spaßfraktion, welche Musik ganz und gar über die Achselhöhle ausschwitzen möchte. Herzstück vieler seiner Tracks sind Synthies vom anderen Stern, welche er mit peppigen Hip-Hop-Beats und geisterischen bis überkindlichen Gesangssamples unterlegt. Neben solch grotesker Märchenhaftigkeit geht es auch oft funky oder cool zu. Als Highlights bleiben vor allem das melancholische Sleepless feat. Jezzabell Doran, ein wiegenliedhaftes Stay CloseInsane feat. Moon Holiday als betörender Electro-Pop, das schwabbelig-wabernde More Than You Thought mit feinem Ethno-Sample sowie Star Eyes, welches ich den werten Lesern bereits vor ein paar Wochen dringlichst empfohlen habe, im Gedächtnis. Natürlich ist auch On Top feat. T.Shirt prima, auf The Line Of Best Fit wird es sehr trefflich als Trance-Hop charakterisiert. Diese Review scheint ohnehin um keine skurrile Genrebezeichnung verlegen, bezeichnet sie den Titel Sleepless doch als „twinkling Disneywave“ bezeichnet. Kicher, kicher! Doch welche Worte man auch benutzen mag, das Urteil kann eigentlich nur positiv ausfallen. Diese Electronica-Platte wird sehr viele Anhänger finden, gut so!

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Lie In The Sound präsentiert: Die besten Tracks 2010 (Platz 11-25)

Ich hänge irgendwie noch dem vergangenen Jahr nach, viele CDs liegen noch herum, einige Lieder schwirren noch im Ohr. Bevor die Veröffentlichungen des Januar endgültig den Blick auf vergangene Kostbarkeiten zu verstellen trachten, seinen die schönsten Tracks von 2010 nochmals kurz und eindringlich ins Gedächtnis gerückt – in das eigene und in das des Lesers. 2011 mag zwar bereits aus den Startlöchern geschossen sein, aber das Gute des letzten Jahres hat an Güte noch nichts verloren.  Feine Lieder besitzen ohnehin kein Ablaufdatum, darum lohnt die Entdeckung nach wie vor. Sofern vorhanden wurde deshalb eine Hörprobe verlinkt, um den nackten Namen und Titeln eine nachhaltige musikalische Erfahrung einzuverleiben.

11. Betty and the WerewolvesDavid Cassidy

12. Philipp Poisel – All die Jahre

13. Her Name is CallaPour More Oil

14. BlockheadTricky Turtle

15. RPA & The United Nations of SoundAre You Ready?

16. SambassadeurDays

17. Kyrie KristmansonOh, Montmartre

18. Nina KinertDown On Heaven

19. Massive AttackParadise Circus

20. Tired PonyNorthwestern Skies

21. And So I Watch You From AfarSet Guitars to Kill

22. SillyAlles Rot

23. Sun Kil MoonAustralian Winter

24. Get Well SoonWe Are Ghosts

25. The KabeediesJitterbug

SomeVapourTrails

Übermütige Verspieltheit als Erfolgsgarant – And So I Watch You From Afar

Auf der Insel erregten sie bereits im Vorjahr große Aufmerksamkeit, letzte Woche wurde ihr selbstbetiteltes Debüt auch in Deutschland veröffentlicht. Die Band steht unmittelbar vor dem Sprung, dem großen Durchbruch und lässt diesbezüglich auch nicht locker. In Großbritannien wurde im Februar 2010 bereits eine neue EP The Letters unters Volk gebracht. Die Rede ist von And So I Watch You From Afar. Was die 4 Herren Rory Friers, Tony Wright, Johnny Adger, Chris Wee aus Belfast mit ganz großer Geste vorexerzieren, ist lupenreiner und schlagkräftiger Instrumental-Rock, der wie ein Donnerwetter durch die Boxen segelt und dabei kaum bleischwere Bedeutung vorgibt, eher schon immer mit einem Auge gen Bierdose schielt. Die Musik regt zu exzessivem Headbanging an, gerne mit dem einen oder anderen Bier schwanger.

Bei aller Wucht und dem Hang zu monströs peitschenden Gitarren vermag man durchaus eine Verspieltheit zu erkennen, eine gute Laune, die Ausgelassenheit zelebriert und sich wenig um Sinngehalt oder Aussagekraft schert. Nicht jedes Riff muss mit Signifikanz vollgepropft sein, wie es uns manch Post-Rock-Band gerne glauben machen will. And So I Watch You From Afar variieren das Tempo, agieren abwechslungsreich, um letztlich so sicher wie das Amen im Gebet im musikalischsten Sinne die Sau rauszulassen. Jene Freude und auch Unbefangenheit, mit der sie sich über die Instrumente hermachen, verleihen dem Album eine authentische Frische.

Mit dem eröffnenden Set Guitars to Kill ist der Höhepunkt auch schon erreicht. Besser gerät die Scheibe nicht mehr – aber eben auch kaum weniger gut. Der Wonneproppen von einem Track verschwendet keine Zeit, erwächst sofort zur mächtigen, ausladend-krachigen Stadion-Hymne, bleibt dabei so schnell wie melodisch, entlockt dem Hörer Ekstase. Wie hier über die Saiten gewuselt wird, famos! Aber das gehört mitnichten in die Kategorie Eintagsfliege. Don’t Waste Time Doing Things You Hate zaubert nicht minder, vor allem wenn zur Hälfte ungestüme Percussion mit Rasseln und dazugehörigem Gegröle die Erhabenheit malträtiert und humorvolle Bierseligkeit augenzwinkernd präsentiert. Auch konventionelleren Nummern wie I Capture Castles fehlt es nicht an Dynamik, bei The Voiceless nehmen die Herrschaften vielleicht das Tempo raus, erinnern dafür aber verdammt an Heroen wie Explosions In The Sky. Letztlich sind es aber die turbulent-stürmischen Tracks wie A Little Bit of Solidarity Goes a Long Way, die das Album so hell erstrahlen lassen.

And So I Watch You From Afar tänzeln behände um die Fallstricke der üblichen Formelhaftigkeit, die man von instrumentalen Machwerken allzu gut kennt. Der jugendliche Übermut, mit dem sie zu Werke schreiten, eben diese Chuzpe wird ihnen den Weg ebnen. Nicht nur in Großbritannien, auch in unseren Breiten.

Tour-Termine:

28.04.10 Berlin – Privatclub
29.04.10 Oberhausen – Druckluft
09.05.10 Zürich (CH) – Club Zukunft
10.05.10 Wien (A) – Chelsea

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MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Stippvisite – 08/03/10

Über die Woche hat es wieder einmal einiges an Treibgut in unsere gefühlten Tausenden von Bookmarks gespült. Daran wollen wir die werten Leser wieder einmal teilhaben lassen…

Hörtipp:

Long Grass

Peter von Schallgrenzen hat auf eine neue EP einer absolut famosen Band aufmerksam gemacht und ist nun sturzbesoffen vor Glück. Das kann ich nachvollziehen, denn Her Name is Calla hat ein Händchen für nachdenkliche wie intensive Stimmungen, in denen man aufzugehen vermag. Dass die EP nicht nur auf CD und Vinyl erscheint, sondern auch als kostenloser Download auf der Label-Seite verfügbar ist, verrät Peter ebenfalls. Unbedingt anhören.

Konzerttipp:

Die Liste der SXSW-Teilnehmer ist wie immer sehr lang – aber wie immer gilt es die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Dazu zählen zweifelsohne And So I Watch You From Afar und wer sich das Live-Video zu Set Guitars to Kill ansieht, erahnt sofort, warum die Nordiren mit ihrem Instrumental-Rock in Großbritannien bereits sehr angesagt sind. Die Jungs kommen im April auch nach Deutschland…

Tour-Termine:
21.04.10 Köln – Underground
22.04.10 Osnabrück – Kleine Freiheit
23.04.10 Hamburg – Grüner Jäger
28.04.10 Berlin – Privat Club
29.04.10 Oberhausen – Druckluft
09.05.10 Zürich (CH) – Club Zukunft
10.05.10 Wien (A) – Chelsea

Hörtipp:

Xavier Rudd veröffentlicht im April sein neues Album Koonyum Sun und hat als Vorboten bereits ein Video zu dem Song Time To Smile präsentiert. Nun muss man solch ein mit einer gehörigen Portion World Music versehenenes Good-Vibrations-Lied nicht unbedingt mögen, aber in meinem Fall zeigt es Wirkung.

Geheimtipp:

Manchmal weiß ich, warum ich mich jeden Tag während des Morgenkaffees durch unzählige Blogs und Musikmagazine wühle. Weil es noch immer – wenn auch seltener – den Aha-Effekt gibt. Bei Alternativmusik.de habe ich Birch Book entdeckt und sofort für gut befunden.

SomeVapourTrails