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In der Zwischenwelt der Kompromisslosigkeit – Anika

Eine der höchsten Qualitäten des Lobes besteht darin, dass man einem Sportler, Musiker, Erfinder attestiert, sein/ihr Ding ohne Kompromisse und Abstriche durchzuziehen. Das bedeutet letztlich aber auch, dass uns durchaus bewusst ist, wie sehr man sich für den Erfolg in der Regel verbiegen muss, Ideen samt und sonders zur Verwässerung freigibt, nur um ein Scheitern zu vermeiden. Wir räumen mit solch einem Lob ein, dass ein radikal ideebeseeltes Tun beim Marsch durch die Instanzen viele Ecken und Kanten verliert. Im Falle von Anika scheint die Integrität ihrer Vision unangetastet. Wer ihrem von Portishead-Haudegen Geoff Barrow produziertem Debütalbum gelauscht hat, durfte eine völlig unangepasste, schräge Künstlerin mit einem Kopf voller Experimente kennenlernen. Die dieser Tage erscheinende gleichnamige EP verstärkt diesen Eindruck weiter.

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Stippvisite 21/12/10 (jetzt mit 20% mehr Inhalt)

Noch wichtelt das Weihnachtsmännchen mit einem Sack voller Geschenke vor der Nase herum, aber 2011 nähert sich mit Riesenschritten. Zeit also 2010 noch mit Anstand zu verabschieden, die Bude ein wenig freizuräumen, Empfehlungen auf dem Präsentierteller zu servieren, mit Liebe dekoriert wohlgemerkt, damit gar nicht erst der Anschein aufkeimt, wir würden Reste verramschen.

Downloadtipp:

Allo Darlin‘ gehört zu meinen persönlichen Entdeckung 2010. Ihr auf Fortuna Pop erschienenes Debüt zählt zu den pfiffigen, kurzweiligen Indie-Pop-Scheiben des Jahres. Es ist mir ein Rätsel, warum ich dem gleichnamigen Album nicht wesentlich mehr Zeilen auf unserem Blog gewidmet habe. Das werde ich sicher noch nachholen, bis dahin kann der Leser meinem Urteil vertrauen oder aber sich selbst ein Bild machen. Der Track My Heart Is A Drummer ist gegen Hinterlassung einer E-Mail-Adresse auf der Label-Seite als kostenloser Download erhältlich.

Covertipp:

Anika – I Go To Sleep by stonesthrow

Manch Song entwickelt sich durch die verschiedenen Interpreten, die ihm die Stimme leihen, weiter. So zum Beispiel I Go To Sleep, im Original von The Kinks. Viele, dazu zählt sich auch die werte Co-Bloggerin, mögen wohl meinen, dass The Pretenders das Lied ersonnen haben. Nein, sie haben ihm nur ihren Stempel aufgedrückt. 2010 macht sich Anika I Go To Sleep zu eigen. Was es mit der werten Dame aus sich hat und welcher findige Kopf hinter dem Projekt steckt, erfährt man aus dem folgenden Video. Das Lied ist als kostenloser Download auf der amerikanischen Label-Seite verfügbar.

Liebhabertipp:

Mensch, was habe ich mir mir den Mund wund geredet, um das Album The Quiet Lamb von Her Name is Calla anzupreisen. Damit will ich weitermachen. Nun gibt es ein Video zu Moss Giant, dem Eröffnungstrack des Albums. Der Clip zeigt die konzentrierte Anspannung der Band vor einem Auftritt. Unter diesem Aspekt ist der ausgewählte Track durchaus passend, weil er meditativ tönt. Und doch verkörpert er die intensive Wucht der Band nur im Ansatz. Weitere Hörbeispiele empfehlen sich, hier habe ich bereits ein paar vorgestellt.

Vorfreutipp:

Axel Bosse, oder schlicht und einfach Bosse, veröffentlicht Ende Februar sein neues Album Wartesaal. Ich habe mir diesmal vorgenommen, dem Werk Gehör zu schenken. Bislang wurde Bosse auf unserem Blog doch links liegen gelassen. Zu Unrecht. Der erste Vorgeschmack, das akustische Yipi, gefällt. Gegen einen Tweet oder den Eintrag in den Newsletter ist das Lied gratis erhältlich.

Entdeckertipp:

Nochmals ein Cover. Die britische Band The Scholars bieten gerade ihre Version von Anyone’s Ghost an, im Original von den durchaus mit einem Gähnen behafteten The National. Ich gebe The Scholars gute Chancen, den Durchbruch zu schaffen, besonders wenn das Songwriting noch einen letzten Schliff erfährt, denn Vortrag und Sound tönen bereits erstsahnig, wie Anyone’s Ghost bezeugt.


Entwicklungstipp:

Illute, eine Berliner Singer-Songwriterin, deren Debüt ich sehr gelobt habe, verschenkt gerade den Song You Go. Dieser Track findet sich zwar bereits auf dem Album Immer kommt anders als du denkst, aber diese getragenere, ausgefeiltere Version zeigt mir, wie zügig ihre Entwicklung voranschreitet. Eine ganz tolle Künstlerin. Mehr zu You Go findet sich auf dem Blog des famosen Labels analogsoul.

ILLUTE – „you go“ by analogsoul

Samplertipp:

Coast Is Clear, eine der wenigen Institution der deutschen Musikblogszene, steht für eine geschmacksichere Spezialisierung auf alle Facetten des Indie-Pops, für eine Spürnasigkeit, die sich nicht auf Pressemeldungen oder Waschzettel von Promofirmen verlässt, und für eine Bescheidenheit, die diesen Blog nicht zu einem Magazin aufbläht. Ein Blog ist ein Blog und eben nicht der Rolling Stone, Gott sei Dank. Nun hat Peter von Coast Is Clear eine Compilation veröffentlicht, zusammen mit der Radioshow Some Velvet Morning. Dieser kostenlose Sampler namens Some Velvet Coast entlockt auch mir ein Staunen, kenne ich doch gerade einmal ein Fünftel der 34 Interpreten. Ein paar Tracks will ich besonders empfehlen. Sambassadeur mit Final Say, The Ballet mit In My Head, Push It Away von Seeräuber Jenny, natürlich auch Cloudbusting von Wild Nothing. Hier kann und soll man sich diese Compilation herunterladen. Coast Is Clear ist und bleibt eine Bereicherung für jeden Musikfetischisten.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen.

SomeVapourTrails

Release Gestöber 3

Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, deshalb hinke ich den derzeitigen Veröffentlichungen ein wenig hinterher. Ein paar Veröffentlichungen der nächsten Wochen werfen jedoch ihre Schatten voraus. Auf eben jene freue ich mich schon sehr, deshalb habe ich sie hier kurz aufgelistet und auch den einen oder anderen kostenlosen Vorgeschmack beigefügt.

Her Name Is Calla

Ich habe Her Name Is Calla in der Vergangenheit schon gelobt – und nächste Woche wird sich aus Lob Anbetung formen. Dann nämlich findet das neue, am 22.10. auf Denovali erscheinende Album The Quiet Lamb an dieser Stelle epische Beachtung. Ich dope mich bereits jetzt schon, um diesen Tönen dann auch eine sprachliche Deskription zur Seite zu stellen, welche die Magie des Werks zumindest ansatzweise zu erhaschen vermag. Bis dahin soll der Track Condor and River Faszination versprühen.

Condor and River by hernameiscalla

Mardi Gras.bb

Mardi Gras.bb bescherten im Frühjahr mit Von Humboldt Picnic eine Scheibe erster Güte, die ich fraglos zu den besten des Jahres zähle. Am 12.11. kommt eine Extended Version des Albums in den Handel, die Von Humboldt Picnic/Editio Terra Incognita. Wer selbige gerne in seinen Besitz überführen möchte, aber zögert, da er bereits die Standardausgabe der Platte erworben hat, dem sei dieses ungewöhnliche, sehr sympathische Angebot des Labels Hazelwood unterbreitet.

Wer Hazelwood ein Foto mit dem Originalalbum zuschickt, bekommt gegen die Erstattung der Versandkosten die Unlimited Edition zugeschickt. Wow, sag ich da staunend. Details zu dieser einmaligen Aktion finden sich dort.

Nightlands

Im November erscheint auf dem wunderbaren Label Secretly Canadian das Debüt von Nightlands, die Platte trägt den Titel Forget The Mantra. Und ersten Hörproben gestalten sich vielversprechend, der Song 300 Clouds flutet als psychedelisch gefärbte Hymne mit choraler Erhabenheit über den Hörer.  Der Track ist hier als kostenloser und legaler Download erhältlich.

Anika

Es gibt Lieder, die schlichtweg famos sind. Und wenn man dann auch noch erfährt, dass Geoff Barrow (Portishead) als Produzent verantwortlich zeichnet, dann riecht man den Braten förmlich. Anika hat auf ihrem selbstbetitelten Debüt, das am 15.10. auf Invada Records veröffentlicht wird, mit Yang Yang einen richtigen Ohrwurm zu bieten. Und hier gibt es den Track als Gratis-Download.

Anika – Yang Yang by stonesthrow

Wolf People

Über die britische Formation Wolf People informierte ich unsere Leser bereit vor zwei Monaten pflichtgemäß, nun rückt die Veröffentlichung des Erstlings Steeple näher (19.11.).  Da bin ich doch recht erwartungsvoll, denn zumindest der Titel Tiny Circle ist absolut erstklassig. Die ausgepackte Flöte macht diesen Retro-Sound zu einem wahren Gedicht.

The Strange Death of Liberal England

The Strange Death of Liberal England haben ab 22.10. die Platte Drown Your Heart Again anzubieten. Wir werden uns zum diesem Werk noch ausführlich äußern, für heute lassen wir es bei einem Download bewenden. Rising Sea kann hier gratis ergrapscht werden.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen!

SomeVapourTrails