Placebos Befreiungsschlag: Battle For The Sun

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Krachend töst es los, dass neue, von mir langerwartete Placebo-Album. Hämmert ungewohnt in den Ohren – wo sind denn nur die guten alten Tage geblieben – Meds war doch so ein tolles Album – davor war alles sowieso noch besser. Oder? Keine Brillanz auf den ersten Blick, auf den zweiten auch nicht… Oder?

10 Durchläufe später sieht’s schon anders auch. Die Bonus-DVD mit dem Making Of wirkt erhellend dazu – auch wenn ich nach wie vor Battle For The Sun nicht für ein positives oder gar fröhliches Album halte – aber dazu später.

Battle For The Sun ist in vielerlei Hinsicht ein Befreiungsschlag für Brian Molko und Stefan Olsdal. Nach dem sie den Vertrag mit EMI erfüllt hatten, bekamen Placebo die Entscheidungsfreiheit zurück. Zu stark waren wohl die alten Fesseln. Daher der radikale Schritt, das neue Album ohne Mitwirkung eines Labels zu produzieren.

Einen bitteren Geschmack hinterlassen hat die Erfahrung, so lange an eine Plattenfirma gebunden zu sein, deren Verträge unumstößlich sind, erläutert Osdal die Hintergründe ihrer Entscheidung, die Aufnahmen selbst zu finanzieren und sich erst nach Fertigstellung einen Vertriebspartner zu suchen. Neue Heimat von Placebo ist das Indie-Label Pias – diesmal mit kurzfristigem Vertrag – mehr Flexibilität und Wahlfreiheit für die Band.

Auch sonst waren die „guten alten“ Erfolgstage für die Placebomitglieder weniger genießbar und erfreulich als es von außen wirkte.

Am Ende der Meds-Tour habe Placebo nicht mehr wirklich als Band existiert, so Brian Molko im Making Of-Interview, Placebo sei mehr eine Marke gewesen, die es zu bedienen galt. Gerade noch rechtzeitig haben er und Stefan Olsdal die Kurve bekommen und kreativ wieder zu einander gefunden. Drummer Steve Hewitt hingegen verließ die Band.

Inzwischen trommelt ein neuer Steve für Placebo… ein wahrer Jungbrunnen. Er dürfte mit seinem jugendlichen Esprit viel zur neuen Rockigkeit und Härte beigetragen haben. Amüsant zu sehen ist die Wandlung im Making Of – vom Sunny-Surfboy zum gestylten, New Wave-igen Britpopboy mit intellektuell-cool-schicker Brille. Da bekommt Brians Schwärmen für den mit Tattoos übersäten Sonnenschein fast was Doppelbödiges 😉

Bevor ich mich jedoch jetzt in Äußerlichkeiten verliere. Battle For The Sun ist wesentlich härter und mehr vom Garage- und Punkrock beeinflusst als seine Vorgänger. Ein Album, das Zeit braucht und viele, die den alten Sound lieben, erstmal vor den Kopf stößt. Thematisch geht’s  um den Kampf mit den eigenen Dämonen, das Streben nach Glück und die Schatten, die es zu bewältigen gilt. Immerhin wissen die Placebos jetzt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Psychologisch gesehen sind sie wohl in der Post-Depression angekommen. Wut und Aggression statt Trauer und Verzagen. Es sei das bisher positivste Album von Placebo, so Molko. Auf den Punkt bringt er die neue Fröhlichkeit im Song Bright Lights: „A heart that hurts –  is a heart that works“ 😉

Zeit braucht, wer hinter der harten Schale, die zarten verspielten Töne und Arrangements entdecken und genießen möchte. Battle For The Sun ist keine leicht zugängliche Platte – aber eine, die bei jedem Hören gewinnt. Wie erwähnt, ich brauchte geschätzte 10 Durchläufe um sie wirklich zu mögen, den ein oder anderen Song zu lieben. Dennoch – brillante Momente wie English Summer Rain, Every You Every Me oder Protegè moi sucht man auf dem neuen Album vergebens.

Meine Anspieltipps:

Titelsong Battle For The Sun – dieser wummert angenehm kraftvoll und ist immer wieder gern gehörter Gast im meinem CD-Spieler.

Bright Lights –  Placebo verneigen sich vor New Order und setzen noch was drauf.  Keine Band der Welt kann so pathetisch und kitschig Zeilen wie  „a heart that hurts – is a heart that works“ fabrizieren, mit gehauchtem Aaahhh garnieren und am Ende noch sehr sehr angenehm bleiben. Hier wirkt der besondere Placebo-Zauber.

The Never-Ending Why – Beginnt hart und furios – hier peitscht Steve Forrest an den Drums schweißtreibend den Song voran. Mr. Molko schreit sich fast die Seele aus dem Leib und die Trompeter steuern ihr Stakkato bei. Kein Hardrock, sondern Hardpop, das vom Frontman eigens neu erfundene Genre dürfte hier wohl am besten passen. Großes Kino!

Kings Of Medicine – Kathartisch entfaltet sich der Song über den Verlust eines geliebten Menschen an den Alkoholismus. „They’re picking up pieces of me while they’re picking up pieces of you. Lying on ice you will be bevore the day is over“. Die fast schon kitschigen Bläser im Hintergrund und Brians Flehen „Don’t leave me here my guiding light“ lassen Battle For The Sun süßlich-bitter ausklingen. Placebo sind dann immer am besten, wenn sie den Finger direkt in die schmerzende Wunde legen.

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Tracklist:

1. Kitty Litter
2. Ashtray Heart
3. Battle For The Sun
4. For What It’s Worth
5. Devil In The Details
6. Bright Lights
7. Speak In Tongues
8. The Never-Ending Why
9. Julien
10. Happy You’re Gone
11. Breathe Underwater
12. Come Undone

Label: PIAS
VÖ: 5.6.09

Links: Pre-Listening Battle For The Sun, Placebo Homepage

DifferentStars

Placebo – For What It's Worth – Video

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Unsere Placebo Abfeierei geht weiter 😉 Hier ist es nun, das Video zur ersten Single For What It’s Worth aus dem Album Battle For The Sun. Brian Molko mit langen Haaren sieht ziemlich gewöhnungsbedürftig bis – Hilfe was ist das denn – aus. Ansonsten ist das Ganze Begeisterungs würdige Qualitätswahre. Mehr über Battle For The Sun hab ich hier geschrieben.

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Free Download – Placebo – Battle For The Sun

Update: Der kostenlose Download ist leider nicht mehr verfügbar. Wer will kann unsere Review des Albums Battle For The Sun hier lesen.

Mal ne richtig gute Nachricht – die Server ächzen schon. Wir brauchen nicht auf Youtube zu warten – sondern können Placebo’s 1. Single Battle For The Sun vollkommen legal und kostenlos downloaden.

Die Mp3 gibt’s gratis hier auf der offiziellen Placebo Seite:  placeboworld.co.uk

Mehr Infos über Placebos neue Scheibe haben wir bereits hier zusammengetragen.

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PS:  Scheint einen  ziemlichen Ansturm auf den Song zu geben….die Server sind mehr als nur leicht überfordert…hier kann man das Lied derweil schon mal hören:

Placebo – Battle For The Sun


Musikalisches Lotto: Placebo – Battle For The Sun

Update: Unsere Review könnt ihr hier lesen.

Ich bin ja immer ein bisschen skeptisch, wenn eine Band verkündet: Dies wird unser  bestes, spektakulärstes Album, … gerade bei einer Band wie Placebo kann es leicht passieren, dass sie sich selbst in den Schatten stellen und am Ende nur enttäuschen.

Die Vorgängeralben von Battle For The Sun waren Epoche prägend. Sowohl musikalisch, als auch visuell, hier seien die herausragenden Musikvideos erwähnt, waren Placebo in den vergangenen 10 Jahren, die progressivsten und einzigartigsten Britpop-Glamrocker.

Fortschrittlich zeigen sie sich nun auch bei ihrer neuen Vermarktungs- und Vertriebsstrategie. Nach dem der Vertrag mit EMI erfüllt war, verliessen sie das Majorlabel und nennen nun PIAS ihr neues Zuhause.

Gestern wurde nun auf ihrer Homepage mit Tusch die Veröffentlichung von Battle For The Sun angekündigt. Am 08.06.2009 soll der Kampf um die Sonne, das Licht der Welt erblicken – und hoffentlich erleuchten.

Da Musik an sich, für die meisten nichts mehr wert… bieten sie nun den Mehrwert… der vielleicht doch die ein oder andere Geldbörse aufklappen lässt. Gekauft werden kann die selbsterkorene Ausnahme-Rasse-Katze im Sack, garniert mit vielen extra Goodies.

Very Limited Edition Deluxe Box Set heisst das Zauberwort. Die ersten 500 Fans, die dieses pre-ordern bekommen die very limited Wundertüte handsigniert.

Damit nicht genug, 5 Goldkugeln verstecken sich dort, pro Kontinent eine. Wer einen GOLDEN LAMINATE PASS in seiner Box findet, gewinnt einen VIP Tag mit Placebo. Zwei Tage Unterbringung im Hotel, Lauschen des Soundchecks, Konzerterlebnis von der Sidestage aus und – last but not least: Dinner mit Brian, Stef und Steve. Das rundum Superfan Traumpaket.

Alle anderen bekommen in jedem Fall dies:

Deluxe Box Set

2 hardback bound books in hard back slipcase

Book 1
Contains:
CD1: Full album + 2 exclusive bonus tracks
CD2: Live album tracks from forthcoming world tour – Blank CD that allows exclusive download of live recorded tracks, from selected live dates
DVD1: Live at Angkor Wat. Full concert performance shot in December 2008 of the band’s only show last year which was the first ever rock show to take place at the world famous Angkor Wat temple in Cambodia.
PLUS a  film documenting the band’s trip to Cambodia, behind the scenes footage and interviews with the band.

DVD2: In the studio; The making of ‚Battle For The Sun‘ The album. A film featuring exclusive, never before seen, ‘fly on the wall’ footage of Placebo in the studio making the new album.  Includes interviews with the band.
36 page photo book featuring shots from Angkor Wat and Cambodia.

Book 2
2 x Heavy Vinyl LP

16 pages of handwritten lyrics & studio photos
Exclusive film poster insert

1ST 500 ORDERS RECEIVED WILL BE PERSONALLY SIGNED BY THE BAND!

GOLDEN LAMINATE PASS
1 Golden Laminate VIP pass will be hidden inside only 5 of the lucky Box Sets! You’ll come to a gig within your country, we’ll provide 2 nights accommodation and you’ll get to watch the band soundcheck, have dinner with Brian, Stef and Steve at the venue before finally watching the show from side stage…!+ Free digital download of the album will be sent to you on day of release

Britische Placebo Fans können den Titel Song Battle For The Sun am Dienstag zum ersten Mal im  Radio hören. Gegen 19 Uhr wird dieser in Zane Lowe’s BBC Radio 1 Show der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Rest der Welt muss warten, bis die ersten begeisterten UK Fans dieses Werk auf Youtube und Co hochladen. Mal schauen, ob PIAS genauso schnell löschen lässt, wie EMI 😀

Ansonsten bin ich mal gespannt. Es heisst ja generell Eigenlob stinkt…aber vielleicht haben die Jungs von Placebo auch nicht zuviel versprochen und ich werde diesen Duft sehr lieben…

Placebo Twenty Years live @ Angkor Wat Cambogia 2008

Mehr Infos und den kostenlosen Download der ersten Single gibt es hier: PlaceboWorld

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PS: Mehr zum Thema alternative Verkaufsstrategien findet ihr – sehr lesenswert – hier:

Die CD ist tot, lang lebe – ja, was eigentlich?