Berlin Festival 2014: Klein ist das neue Groß!

Berlin genießt den Ruf einer Partystadt. Und zu mehr taugt diese vermeintliche Metropole wohl auch nicht. Berlin ist letztlich nichts als ein Trugbild, dessen unzählige Puzzleteile sich partout nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen wollen. Diese Stadt wäre gerne die große Nummer, doch dieser Wunsch wird von einer Kiezmentalität immer und immer kassiert. Auch die Nachwirkungen der Mauer sind noch immer nicht ausgestanden. Nach wie vor spiegeln sich Osten und Westen, ob Funkturm und Fernsehturm, Tierpark oder Zoo, vieles ist in doppelter Ausführung gewachsen und auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung noch vorhanden. Im besten Falle ist Berlin eine Ansammlung kunterbunter Sehnsuchtsorte, deren Diversität keine gemeinsame Identität zulässt. Außer der, dass die Metropole unermessliches Chaospotential in sich birgt. Und so fügt es sich ins Bild, dass das seit 2009 auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens durchgeführte Berlin Festival dieses Jahr kurz vor knapp den Veranstaltungort wechselt.

Als Laie hat man natürlich nur marginale Einblicke in die Organisation eines Festivals. Wenn mir Veranstalter eine kurzfristige Verlegung eines Festivals jedoch als Entscheidung für ein perfektes Ambiente aufschwatzen wollen, kann ich freilich nur den Kopf schütteln. Nun also wird man die ehrwürdigen Hallen und Hangars Tempelhofs gegen eine an der Spree gelegene, kleinere Arena eintauschen. Es wäre der erste Neuanfang der Welt, der eine offensichtliche Schrumpfung innigst umarmt.  Weiterlesen

Stippvisite 26/09/10 (mit Fang Island, Eric Chenaux, The Migrant und mehr)

Wieder einmal einige handverlesene Empfehlungen. Mögen sie auf Gefallen und Interesse stoßen.

Qualitätstipp:

Ein Nachtrag zum Berlin Festival sei noch gemacht, diesmal sehr positiver Natur. Nach dem samstäglichen Line-up-Tohuwabohu des Berlin Festivals 2010 wurden geschmackssichere Zeitgenossen ab 20 Uhr auf eine harte Probe gestellt. Denn nahezu alle Acts der letzten Stunden waren katastrophal oder schlichtweg lächerlich. We Have Band beispielsweise konnte man bestenfalls mit gequälter Miene ertragen. Generell ließ sich der Trend feststellen, dass qualitativ fragwürdige Bands weitaus mehr Zuschauerzuspruch erhielten. Darum stellte es auch keine Zufall dar, dass die hervorragende Formation Fang Island in einem lediglich spärlich gefüllten Hangar 5 auftrat. Die amerikanische Math-Rock-Band bot eine superbe Performance, kräftig, energetisch und schräg – wie mir unser Außenreporter M. bestätigte. Und sogar wenn die Band live noch einige Schippen drauflegt, sei auch das im Frühjahr erschienene, selbstbetitelte Album überaus empfohlen.

Wem nun die Ohren wohlig anschwellen, kann die Tracks Daisy und Life Coach hier kostenlos downloaden.

Entdeckertipp:

Manchmal werden mir meine Grenzen sehr deutlich aufgezeigt. Zwei Hände, zehn Finger, ein Köpfchen – all das reicht nicht immer aus, um hier aufzuführen, was meiner bescheidenen Meinung nach Beachtung verdient. Länger schon auf meinem vollgekritzelten Notizzettel: Our Ceasing Voice. Österreicher – schlimmer noch: Tiroler – und im Genre Post-Rock unterwegs, das mutet zunächst so schlüssig an wie eine koreanische Samba-Truppe. Der gute Peter von den Schallgrenzen hat sich der Band schon vor anderthalben Jahren angenommen – und da gut Ding bekannt Weile haben will, will ich seine Empfehlung nun unterstreichen. Zwischenzeitlich hat Our Ceasing Voice weitere Veröffentlichungen im Gepäck. Darunter die im Mai 2010 erschienen Single EP Passenger Killed In Hit And Run – und dieser Tage den Soundtrack zu einem PC-Spiel namens Painkiller: Resurrection. Und auch wenn The Resurrection EP die Qualitäten der Formation nur bedingt befördert, bietet selbige jetzt einen aktuellen Anlass den Fokus auf die Band zu richten.

An den Herrschaften schätze ich die sehr besonnene Struktur, mit der sie ihre Tracks behutsam aufbauen, ohne das die Chose zu einem in die Länge gezogenen Teig verkommt. Sie leisten es sich in Ambient zu schwelgen, ehe die Gitarren aus dem Sack gelassen werden. Dies trifft in geringerem Umfang auf die Resurrection EP zu, die meist gen Metal ausgerichtet ist.

Alle Veröffentlichungen sind auf bandcamp kostenlos erhältlich. Natürlich kann und soll man sie auch physisch erwerben. Mehr Infos zu den Veröffentlichung finden sich übrigens bei der postrockcommunity.

Downloadtipp:

Post-Rock liefert mir auch gleich ein gutes Stichwort für den nächsten Singer-Songwriter. Dieser hat nun wirklich nichts mit diesem Genre zu tun, veröffentlichte jedoch soeben eine Platte auf Constellation Records, das nun wiederum eines der führenden Labels für Post-Rock ist. Dank der neu gestalteten, nicht mehr an die Uhrzeiten des Internets erinnernden Webseite bereitet das Erstöbern neuer Releases endlich Vergnügen. Gefunden habe ich den werten Herrn Eric Chenaux jedoch auf das klienicum.

Warm Weather – ERIC CHENAUX by Constellation Records

Warm Weather With Ryan Driver ist ungemein sachtes Album, das ich in den nächsten Wochen noch mit einem eigenen Eintrag bedenken will. Für heute sei auf den kostenlosen Download des Tracks Warm Charleston hingewiesen, den es hier gibt. Und bitte den falschen Mp3-Tag ignorieren, der Herr hört definitiv nicht auf den Namen Chenuax.

Geheimtipp:

Ich gebe ja gerne zu, dass unser Blog eher die große musikalische Bandbreite abzudecken versucht und in weitaus geringerem Umfang neue oder unter dem Radar fliegende Bands vorstellt, als dies die geschätzten Blogs Coast Is Clear, bereits erwähntes das klienicum oder Hey Tube tun. Wenn mir also neue Töne um die Ohren wehen, schaue ich durchaus bei besagten Kollegen nach, was sie dazu zu sagen haben – werde oftmals fündig. Im Falle des dänischen Singer-Songwriters Bjarke Bendtsen, der unter dem Namen The Migrant tätig ist, wurde meine Suche nicht von Erfolg gekrönt. Nun gut, erledige ich dieses Mal eben den Job. Soeben hat The Migrant das Album Travels in Lowland herausgebracht, dessen Song The Organ Grinder mich mit einer Brise luftig-warmen Folk-Pops zu umschmeicheln weiß. Ich empfehle also aufdringlichst, diesem Link zu folgen und sich das Lied gratis zu Gemüte zu führen. Im November tourt der vorwiegend in den USA lebende Däne auch durch Europa.

Konzerttermine:

11.11.10 Hamburg – Molotow
18.11.10 Luxemburg (LUX) – d:qliq

Infotipp:

Die Sendung Breitband im Deutschlandradio Kultur läuft, gehört zu den intelligentesten, die ich, der ich zugegebenermaßen wenig Radio höre, so kenne. Einmal mehr wurde mir dies vor Augen geführt, als gestern ein Beitrag zum Thema Urheberrecht in der EU (Stichwort: Gallo-Report) lief. Unaufgeregt wie sachlich wurden die Motivationen dargelegt, warum auch das EU-Parlament das Urheberrecht verstärkt schützen will. Und ebenso, dass dies Ansinnen nicht den Untergang des Abendlandes bedeutet. Einfach einmal anhören und nicht gleich in Panik oder Wut ausbrechen.

Viel Vergnügen mit diesen Tipps!

SomeVapourTrails

Berlin – Ein Festival schafft sich ab

So und jetzt alle zusammen im Chor: Du, die Halle ist voll, buhuhuh. Das bringt das Fass natürlich zum Überlaufen – und schon hat das Berlin Festival 2010 mächtig Schlagseite. Doch ehe wir uns nun fragen, ob der olle Kahn damit endgültig gekentert oder lediglich die Location Tempelhof über Bord gegangen ist, fassen wir noch einmal kurz die Sachlage zusammen. Man musste wahrlich kein Klabautermann sein, um im Vorfeld der Veranstaltung leise Zweifel am voll umfänglichen Gelingen zu haben.

Wenn man den Freitag mit angesagten Acts (Zola Jesus, Robyn, Editors, Fever Ray) vollpropft, den Samstag dagegen mit einem relativ soliden Programm (Seabear, Tricky) füllt, darf man sich nicht stirnrunzelnd wundern, wenn speziell der erste Tag im Fokus der Besucher steht. So kam es dann auch. Und schon gar nicht hätte dieses rege Interesse zu einem vorzeitigen Ende des ersten Festivaltages führen müssen. Wieviel Milchmädchen steckt in der Rechnung, dass sich die Reihen nach dem mitternächtlichen Betriebsschluss auf der Open-Air-Stage lichten oder zumindest derart auf das Gelände und die zwei Hangar-Bühnen verteilen, dass Staus und Überfüllung ausgeschlossen sind? Irgendwann nach 2 Uhr früh wurde die Reißleine gezogen und die Veranstaltung für beendet erklärt, weil man vor den Schleusen zu Hangar 4 ein Nichts-geht-mehr konstatieren musste. So zumindest die offizielle Darstellung.

War dies das Aus für den geschichtsträchtigen Ort? (Foto Credit: Sibilla Calzolari)

Man benötigt keine besonders voyeuristisch ausgeprägte Ader, um Miss Management unter den Rock zu schauen. Dass gerade in Berlin, wo man wochenends zum uncoolen Spießer mutiert, wenn man sich vor Mitternacht auf die Piste begibt, um just diese Uhrzeit die Lichter der Hauptbühne des Events ausgehen und damit die diversen Nebenschauplätze in den Fokus rücken, sollte keinesfalls überraschen. Wie es trotz dieses Wissens zu den geschilderten Problemen kommen konnte, bleibt unverständlich. So sehr einerseits das Areal des stillgelegten Flughafens Tempelhof nach einer Folgenutzung schreit, so hellhörig sind andererseits die Anwohner, welche sich nach Jahren des Flugzeuglärms mit kaum weniger als einer Oase der Stille zufrieden geben wollen. Unter diesem Aspekt stößt ein mitten in der Stadt verortetes Festival an seine Grenzen, kann das Halli-Galli-Bedürfnis des Publikums in der Weite des Tempelhofer Feldes nicht befriedigen, sondern kuschelt sich ganz eng an das ehemalige Flughafengebäude. Der überdachte Vorplatz und die Einbeziehung der Hangar-Hallen schaffen zwar Wettersicherheit, aber eben auch eine angesichts der Weite der vormaligen Rollbahnen nachgerade lächerliche Beengung des Geländes.

Freilich könnte man auch eine Hymne an das Sicherheitsbewusstsein der Veranstalter anstimmen, der nach einem kritischen Gedränge, welches von Anwesenden weitaus weniger dramatisch dargestellt wurde, sofort die Notbremse zog und die freitägliche Chose noch vor Fatboy Slims Auftritt unterbrach. Warum jedoch wurde der Samstag daraufhin kurzerhand kunterbunt umgekrempelt, alle Shows auf eine Zeit vor Mitternacht verlegt? Wohl um ein ähnlich gestaltes wie programmiertes Chaos zu unterbinden. Dies entpuppt sich doch als peinliches Eingeständnis, dass man bei den Planungen keine zwingend pfiffigen Überlegungen angestellt hat, wie man die Besucherströme nach den  Main-Stage-Gigs entbündelt und auf die restlichen Spielorte splittert.

Der schale Nachgeschmack des Berlin Festivals 2010 lechzt nach einer grundsätzlichen Betrachtung der Ereignisse. Hat sich dieser Event nicht soeben selbst – zumindest in der Form der bisherigen zwei Jahre – abgeschafft? Sollte man ein in dieser Dimension konzipiertes, irgendwo zwischen Indie und Mainstream angesiedeltes Fest für Musikfreunde nicht auf die grünen Wiese, sprich in die Beschaulichkeit Brandenburgs, verpflanzen? Dort wäre der Veranstalter in ein weitaus weniger enges Vorschriftenkorsett geschnürt. Braucht ausgerechnet Berlin mit seinem an jeder Straßenecke, in vielen U-Bahn-Schächten sowie in ungezählten schicken Clubs, versifften Cafés, großen wie kleinen Konzerthallen pulsierenden musikalischen Leben tatsächlich ein Festival-Vehikel? Wäre der Flughafen Tempelhof mit all seiner die Haarspitzen penetrierenden Aura als museale Attraktion nicht wirkungsvoller definiert und somit endgültig in der beschaulichen Wirklichkeit jenes Bezirks angekommen? Eine Beibehaltung des bisherigen Konzepts vermag auch in Zukunft weder Organisatoren noch Besucher vollends zu befriedigen, für diese Prognose brauche ich keine Glaskugel. Wenn an der Örtlichkeit festgehalten werden sollte und zugleich die Auflagen eine Freiluft-Bühne bis in die Puppen verhindern, wäre ein kollektives Ende um 24 Uhr angebracht. Eine Kooperation mit Berliner Clubs könnte den Fortgang der Ereignisse dann andernorts sicherstellen. Wäre im Ticketpreis der Eintritt in jene Clubs samt Auftritt feiner DJ-Acts inkludiert, kämen die Heerscharen nachtschwärmerischer Konzertgänger auf ihre Kosten.

Die Hausaufgaben für das nächste Jahr sind also jetzt aufgegeben – und werden hoffentlich akribisch mit viel Hirnschmalz gelöst. Sonst wird spätestens 2011 ein lautstarkes Mann über Bord erschallen.

Link:

Erlebnisbericht auf direkteingabe.com

SomeVapourTrails

Das Berlin Festival für Botaniker (Junip)

In wenigen Stunden wird sich zeigen, ob das Berlin Festival 2010 die Kinderkrankheiten des letzten Jahres abgeschüttelt hat. In der Summe freilich liest sich die Liste der vertretenen Künstler und Bands durchaus bunt genug, um vielfältigste Geschmäcker zu bedienen. Besonders das freitägliche Line-up der vom Label City Slang beschickten Hangar-5 Stage spiegelt dies wider. Aus diesem Grund wollen wir noch einmal im Geiste das weite Tempelhofer Feld entlang irren und ein weiteres die Blüten von sich reckendes Pflänzchen am Wegesrand mit Aufmerksamkeit überschütten.

Cannabis indica (Indischer Hanf) – Junip

Wenn man die Beschaffenheit einer Band anno 2010 derart zu charakterisieren vermag, dass sie sich ungezwungen-hippiesken, psychedelisch-verwuschelten, aufgeräumt-experimentellen Folk-Pop auf die Fahnen heftet, kann man entweder von unseligem Retro-Speck ausgehen – oder aber von unverkrampfter Einverleibung musikalischer Traditionen. Im Falle des schwedischen Trios Junip springt die mangelnde Verkrampfung ins Auge, wirkt leicht, was sonst oft überaus bemüht und abgetakelt durch die Boxen kriecht. Das Album Fields zählt zu den gelungensten Werken dieses Herbstes, weil es sich wie ein guter Joint in die Windungen des Hirns pustet, eine nostalgische Unwirklichkeit mit entrücktem Sentiment vom Stapel lässt, die Luftigkeit aber auch mit demonstrativer Hemdsärmeligkeit präsentiert.

Photo Credit: Jon Bergmann

Kommen wir ohne Umschweife zu den Highlights dieses Trips. Bereits der Opener In Every Direction schrammt mit seinem Zusammenspiel aus wohlportionierter Drögheit und schluffig-verschrobenen Sound nur haarscharf am Zustand der Berauschtheit vorbei. Die Single Always zeichnet die beschwingte Seite der Band, mutet nicht zuletzt wegen des Latino-Rhythmus sommerlich bekömmlich an, die Manifestation eines sonnendurchfluteten Tages an der amerikanischen Westküste, irgendwann in den Siebzigern. Rope & Summit ziert abermals ein psychedelisch orgelndes, mit Percussion angespitztes Etwas,  welches stets die besten Momente der Platte beschert. Beispielsweise bei Tide, wenn auf sieben Minuten aufgefaltet aus stilistischer Nähe zu Simon & Garfunkel eine aufstrebende spacige Abgehobenheit keimt. Ähnlich präsent Sweet & Bitter, herrlich schlagzeugbeherrscht, ehe angenehm warme Synthies nach E.T. suchen. Sänger José González verleiht der Platte dank seines behutsamen Vortrags zusätzliche Behaglichkeit, flicht nicht nur auf Faded The Grain tagträumerische Seligkeit in die Fäden der Musik.

JUNIP – Always (Official Video) from City Slang on Vimeo.

Junip kultivieren mit dem Longplayer Fields einen gelösten Trip, dessen Farben zwar dumpf verschwimmen, aber dessen Konturen klar und prägnant bleiben. Hinter der versponnenen Fassade schlummert eine nachgerade handfeste Methodik, die den Zauber nie abheben lässt, ihm die Art Erdung gibt, welche Retro-Klänge nie in der Vergangenheit baumeln lässt. Superb!

Fields erscheint am 10.09.10 auf City Slang.

Konzertermine:

10.09.10 Berlin – Berlin Festival (23:45 Hangar-5 Stage)
24.09.10 Hamburg – Uebel & Gefährlich (Reeperbahn Festival)
25.09.10 Leipzig – Central Theater
26.09.10 Wien (A) – Szene
27.09.10 München – Atomic Café
28.09.10 Zürich (CH) – Exil
29.09.10 Stuttgart – Club Schocken
12.10.10 Köln – Gebäude 9

Links:

Offizielle Webseite

MySpace-Auftritt

Kostenloser Download von Rope & Summit auf City Slang

SomeVapourTrails

Das Berlin Festival für Botaniker (Norman Palm)

Im zweiten Teil unseres Ausblicks auf das Berlin Festival 2010 habe ich mir aus unserem Stapel an Promo-CDs einen Künstler herausgepickt, den man nicht unbedingt auf die Liste derjenigen Acts kritzelt, die man unbedingt live zu erleben trachtet. Das liegt sicher in einem fehlenden Hipness-Faktor begründet, denn Hand aufs Herz Fever Ray oder Robyn zu bestaunen, beschert den meisten Besuchern ein Kribbeln in der Magengrube.  Allerdings darf sich auch unser heutiger Singer-Songwriter durchaus Hoffnungen machen, seinen Auftritt nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren zu müssen. Gut ist der Mann zweifelsfrei. Die für das Wochenende angesetzte Feldstudie auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafen will ich durch eine botanische Zuordnung wesentlich erleichtern.

Yucca yucatana (Yuccapalme) – Norman Palm

Ein deutscher Liedermacher, der zwischen seinem Wohnort Berlin und dem fernen Mexico City hin und her tingelt, darf seine Platte gerne Shore To Shore nennen. Nun befindet sich zwar Berlin nicht an einer wie immer gearteten Küste, aber als Metapher für ein Hüpfen zwischen den Kontinenten eignet sich der Titel durchaus. Norman Palm liefert also einen bekömmlichen Soundtrack ab, mit dem es sich einerseits angenehm von A nach B reisen lässt und der andererseits auch einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch aufwertet. Palms Singer-Songwriter-Pop besticht durch Unauffälligkeit – in positiver wie negativer Hinsicht. Dass es nie um spektakuläre Töne ringt, der Sound immer fassbar, liebevoll koloriert gerät, macht das Album sympathisch. Weil sie jedoch den Hörer selten bedrängt, oft in einer vermeintlicher Nettigkeit verharrt, weder Gesang noch Melodien besonders aufmüpfig ins Ohr springen, fehlt der Scheibe das Quäntchen Durchsetzungsvermögen.

Shore To Shore personifiziert den verlässlichen wie freundlichen Zeitgenossen, den man oft übersieht, weil er seine Erscheinung nicht auf Imposanz trimmt. Wem das Kennenlernen jedoch vergönnt, lernt speziell diese Eigenschaften schätzen. Go To Sleep erwächst zu einem offensichtlich wohlmeinenden wie verführerischen Ratgeber, kleine Nöte und Unpässlichkeiten des Tages mittels Schlaf abzuschütteln. Solch Lullabye lasse ich mir gerne ins Bett legen. Auch das mit soften Beats synthetisch flirrende Easy macht gute Figur, setzt die in den Lyrics eingeforderte Leichtigkeit gekonnt um. Ob nun im Gitarren-Look oder die Electro-Karte zückend, Palm bringt eine Subtilität mit, die die Attraktivität mancher Lieder erst auf den zweiten Blick preisgibt. So etwa bei Landslide, welches zunächst ein wenig schrammelt, aber mit jedem weiteren Hördurchlauf das Schmuckkästchen weiter öffnet. Phantom Lover wiederum drückt sich nicht davor, einer schwermütigen Sehnsucht mit starken Percussion-Elementen Intensität einzuhauchen und letztlich in eine sterile Synthie-Welt zu karren. So bestechend der Grundgedanke erscheint, bestätigt der Track aber auch, dass ab und an die Mittel der Umsetzung den Hörer nicht erreichen. Smile zähle ich ebenfalls zu den schwächeren Stücken der CD, da es viel zu fadenscheinig eine Wohlfühlvorstellung in altbackener Manier vorträgt. Palms sehnender Vortrag, die warm verlangende, angenehm zurückhaltende Stimme hingegen sind über harsche Kritik erhaben. Wer den Minnesänger, der in seinem Stil so gar nicht in mein Bild eines deutschen Musikers passen will,  den ich eher im skandinavischen Raum festpinnen würde, wer diesen Troubadour für sich entdeckt, wird ihm mit der Zeit immer leutseliger begegnen. Über manchen Makel hinwegsehen, Songs wie $20 zunächst mit Respekt und später mit großer Geneigtheit begegnen.


Norman Palm – Shore to Shore by Norman Palm

Norman Palm präsentiert mit Shore To Shore ein Album, dessen Liebenswürdigkeit sich nach und nach verfestigt. Das Werk manifestiert keine Genialität, bildet aber sehr detailtreu emotionale Schwingungen ab. Das ist mir allemal Applaus wert. Musikalische Meisterwerke strengen oft an, bringen einen nicht durch den Tag, die verlässlichen Kleinode des werten Palm hingegen schon.

Konzerttermine:

10.09.10 Berlin – Berlin Festival (20:45 Hangar-5 Stage)
11.09.10 Hamburg – Uebel & Gefährlich
12.09.10 Cologne – Studio 672
13.09.10 Frankfurt – Brotfabrik
14.09.10 Dresden – Societaetstheater
15.09.10 Nürnberg – Musikzentrale
16.09.10 Marburg – KFZ
17.09.10 München – Atomic Café
18.09.10 Bern (CH)– Kleine Schanze
19.09.10 Schorndorf – Manufaktur
20.09.10 Wien (A) – Chelsea
21.09.10 Graz (A) – PPC
22.09.10 Innsbruck (A) – Weekender Club
23.09.10 Leipzig – F-Stop
24.09.10 Erfurt – Stadtgarten
25.09.10 Heidelberg – Chop Suey Club – Heidelberger Herbst

Link:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt mit Album-Stream

Interview auf nicorola.de

Kostenloser Download des Songs Landslide auf der Label-Seite von City Slang

SomeVapourTrails

Das Berlin Festival für Botaniker (Zola Jesus)

In unserer Kemenate schlagen einige Promo-CDs bereits Wurzeln, manche davon haben das ersprießliche Etwas, andere tendieren eher in Richtung Schimmelpilz.  Angesichts des Berlin Festivals 2010 sollen in den nächsten 2 Tagen nun die neuesten Ergüsse einer Handvoll dort aufzufindender Musiker unter die Lupe genommen werden. Gucken wir also, ob sich wegen dieser Acts der Ausflug in die Botanik des Tempelhofer Feldes lohnt. Im ersten Teil verhext eine bemerkenswerte wie dunkle Gestalt…

Mandragora officinarum (Gemeine Alraune) – Zola Jesus

Wenn Synthies samt Drumcomputer bedrohlich wie ein Damoklesschwert über dem Haupt des Lauschers verharren, somit eine Atmosphäre zusammenbrauen, die in es in Sachen Erbaulichkeit mit jeder Grabschändung aufnehmen kann, und dazu eine in der Lieblichkeit an einen Satansbraten gemahnende Frauenstimme verhallt trällert, dann mag vielen bei solch Schauermärchen eiskalte Schauer über die Rücken rieseln. Zola Jesus jedoch bestrickt mit Goth-Electro-Pop inklusive Industrial-Ambiente sogar meine Wenigkeit ein bisschen. Denn trotz Pathos wird kein Kitsch gesülzt, bleicht sich bei aller Düsternis die Gesichthaut nie leichenblass, sind liederliche Warzen Mangelware. Das vor wenigen Tagen erschienene Werk Stridulum II wird Sängerin Nika Roza Danilova womöglich nicht auf den Musikolymp hieven, der Blocksberg scheint da schon eine realistischere Variante. Denn unter dem Strich erweisen sich die Lieder sehr formelhaft und ohne respektable Überraschungsmomente, sie erzeugen nichtsdestotrotz eine dichte Aura, deren Verwünschungskraft stark gerät.

Trust Me bietet eine kurzen wie präzisen Einstieg in vorliegende CD. Wem dieser Track in den Ohren flirrt, wird der Scheibe nächtliche Wonnen abgewinnen – und kann vorsichtig auf dem Besen weiterreiten. Stridulum und Run Me Out agieren ähnlich verflucht plakativ. Ein steriler Rhythmus ergänzt ein 08/15-Geister-Synthies. Sobald aber Danilovas klarer, unbuckeliger Gesang einsetzt, drängt er die billigen Effekte in die Nebensächlichkeit, rettet alles vor dem Murks.  Vor solch einem Trick kann man nur den Spitzhut ziehen! Auf die Dauer wendet sich jener gewollt dominante Gesang gegen die Hexerin, verbannt den experimentierfreudigeren, lärmigen Sound, welcher die Platte The Spoils (2009) veredelte und gegen den kein Kraut gewachsen schien. Die straffere, aufgeräumte Struktur mag der Breitenwirkung vorliegenden Silberlings zuträglich sein, die stimmlichen Qualitäten auf Hochglanz polieren, letztlich wiegt der Makel aber schwer, sorgt für einen krummen Buckel.

Wohldosiert konsumiert springen Songs wie Sea Talk über, verliert man sich in der dunkel schillernden Mär. Außer Frage steht, dass man Zola Jesus noch viele Zaubersprüche vernehmen wird, hoffentlich auch wieder abstruse Musik, die auf allzu geschniegelte Gothic-Poppigkeit verzichtet und lieber mit einer schwarzen Katze auf der Schulter protzt. Mit Stridulum II darf  die keinesfalls eine hässliche Fratze ziehende Danilova zwar die Massen verhexen, ihre wahren magischen Fähigkeiten werden hoffentlich zukünftige Scheiben ans fahle Mondlicht bringen. Der harte Kern ihres Hexenzirkels wird es ihr danken.

Konzert: 10.09.10 Berlin – Berlin Festival (19:15 Hangar 5 Stage)

Links:

MySpace-Auftritt

Kostenloser Download von Night und Sea Talk auf der Label-Seite von Souterrain Transmissions

Musikvideo zu dem Song Sea Talk

SomeVapourTrails

Berlin Festival – Viel Lärm um fast nichts

Meine Präferenzen werden wohl immer kleinen, intimen Club-Konzerten gelten, in welchen der Interaktion von Bands/Interpreten mit der leider zu oft überschaubaren Anzahl an Besuchern ein wichtiger Teil des Charmes innewohnt. Und trotz massiver Zweifel am Line-Up habe ich mich mit mindestmöglicher Unbefangenheit in die Sphären einer mittleren Großveranstaltung gewagt. Das Berlin Festival 2009 versuchte den Spagat zwischen angeberischem Pathos eines Events und dem Anspruch an einen imaginären Indie-Spirit. Das Ergebnis kann sich letztlich aus verschiedenen Gründen nicht sehen lassen. Und genau auf diesen Makeln will ich herumtrampeln, gleich den den Tempelhofer Beton malträtierenden Besuchern.

Geschichtsträchtige Atmosphäre, anreisegünstige Lage, dem Unbill des Wetters trotzend – es gäbe genügend handfeste Argumente für eben diesen Austragungsort, die allesamt kein Blabla darstellen. Doch blanke Theorie bastelt noch lange keine Realität. Was in der am Computer generierten 3-D-Animation schick und schlau aufgereiht, erwies sich in der Umsetzung als Blindgänger. Durch die charismatischen Hallen des ehemaligen Flughafens durfte man auf das Gelände schlurfen. Gleich beim Eingang – unter dem riesigen, halbkreisförmigen Vordach – war die Second Stage untergebracht. Links davon verlief die ebenso überdachte Verpflegungsmeile bis hin zu einem Hangar, welcher die Hauptbühne beherbergte. Bereits hier befiel mich eine Verwunderung. Warum zum Teufel wurde das Herzstück des Festival ins Abseits gestellt, in eine Halle gepfercht, welche zwar groß, aber dennoch räumlich begrenzt ist? Im Grunde ist ein Festival eine Freiluftveranstaltung. Und auch ich hänge der These an, dass diese Location genug Grünflachen für die Ausrichtung eines zünftigen Musikfestes vorrätig hätte. Die gen Wettergott ausgestreckte Zunge mag die Herzen der Veranstaltern betört haben, insgesamt freilich erwies sich die Konzeption als Stimmungstöter. Eine mit der Kulisse des Flughafengebäudes im Rücken gepflanzte Mainstage hätte mehr Flair und Platz geboten, der Hangar als Dancefloor für DJ-Kunststückchen besser getaugt.

BerlinFestival2009

Die Auswahl der Akteure mutete ebenso holprig an. Die Headliner Peter Doherty und Deichkind passten mehr schlecht als recht zu dem Electro-Pop-Schwerpunkt (wie durch Telepathe, Saint Etienne und Zoot Woman repräsentiert) und dem gerne mit bis zum Anschlag plärrenden Gitarren vorgebrachten Indie-Rock (zum Beispiel The Rifles oder The Thermals). Dazu holte man sich noch nervtötend experimentelle Acts wie These New Puritans oder die komplett schrecklichen 1000 Robota ins Boot. Was die hervorragenden Dear Reader in diesem für sie wenig geeigneten Umfeld zu schaffen hatten, blieb ein Mysterium. Ich komme nicht umhin, den Macher Inkonsequenz zu attestieren. Entweder engt man die Ausrichtung auf 2-3 Musikstile ein oder aber man agiert vielfältig – dann jedoch dürfte die Mischung ruhig wesentlich bunter ausfallen. Singer-Songwriter – wo waren sie abgesehen von Herrn Doherty? Hip-Hop und Rap (Dendemann, also wirklich!) lediglich aus deutschen Gefilden? Die derzeit zurecht angesagten folkigen Töne fehlten zur Gänze.

Kommen wir zu kleinen Ärgernissen. Warum das Wiederbetreten des Festivalgeländes mit der Begründung, dass die Auflagen der Flughafen-Verwaltung es untersagen, den denkmalgeschützten Platz der Luftbrücke und seine Anwohner durch abhängende Festivalbesucher zu stören, verweigert wird, mutet seltsam an. Bei ein paar Tausend Zusehern hätte ein auf selbigem Platz installierter Wachdienst und humanere Getränkepreise am Festivalgelände die Bedingung sicher erfüllt. Und auch ein vor allem in der Halle offenkundig grottenschlechter Sound kann und darf nicht hingenommen werden. Wer die an sich durchaus gute Band The Thermals gehört hat, wird mir zustimmen.

Das Berlin Festival 2009 bot ein paar gute bis sehr gute Auftritte,  vor allem die Show von Saint Etienne war zum Fingerschlecken. Nichtsdestotrotz bietet das Gesamtergebnis der beiden Abende Anrecht auf Enttäuschung. Uncharmant lässt sich bilanzieren: Viel Lärm um fast nichts.

SomeVapourTrails

Berlin Festival – Bei Rüpel-Pete rüpelten nur die Weiber

So meine lieben Leser, wir starten unsere Berlin-Festival-Berichterstattung mal mit meinem persönlichen Headliner des Abends, der werte SomeVapourTrails leckt derweil noch seine Wunden. Insgeheim hatte der Liebste wohl darauf gehofft, mich trösten zu dürfen, dass Pete doch nicht kam. Irgendwie hat ja kaum jemand damit gerechnet, dass Mr. Doherty wirklich erscheint. Seine Rüpel-Attacken fielen dann auch sehr enttäuschend aus – die BZ versuchte zwar nen Skandalbericht draus zu schustern und nur weil sie Peter gefühlte 100 Mal Rüpel-Pete nennen, die Rüpel-Ausbeute des Abends blieb eher traurig. Gerade mal ein Flugzeug verpasst, nur 50 Minuten zu spät in Berlin und einem lausigen Fotografen gegens Schienbein getreten. Seine Fans können da mehr – aber dazu später.

Nachdem wir beim Saint-Etienne-Konzert zum ersten Mal am Abend wirklich Stimmung und Star-Appeal erlebt hatten, setzte bei uns erstmal das Warten ein. Kurze Versuche anderen Acts ne Chance zu geben, scheiterten und ließen uns lieber auf dem Asphalt platznehmen. Wie man bei einem so tollen Gelände ausgerechnet den Rasen zur Sperrzone erklärt und lieber auf unterkühlte Hallenatmophäre setzen kann, ist uns beiden ein Rätsel. Sommerfestivals erlebte ich bisher anders und ähm… die Grundstimmung des ganzen Events war dann auch unterdurchschnittlich.

Also Warten auf Pete, mit Bier, dessen Farbe, Aussehen und Geschmack  im milchfarbigen Plastikbecher einer Pinkelprobe beim Arzt glich. Warsteiner war das glaub ich, trink ich sonst auch nie freiwillig, jetzt auch bestimmt nie wieder…

Aber ach was, es geht hier ja um Musik und so begaben wir uns zurück in die Halle, die sich erst gemächlich füllte und uns in der 7. Reihe brachte. Pete ließ nur ein wenig auf sich warten… dafür nahmen nach und nach immer mehr Konzertgäste immer öfter immer weniger freundlichen Körperkontakt mit uns auf.

Dann geschah das, was kaum jemand erwartet hatte: Pete stand auf der Bühne. Ohne Tamtam, ohne Band, nur mit Klampfe in der Hand und 2 im aktuell total en vogue-em Elfenlook gekleideten Ballerinas. Surreale Erscheinungen der dritten Art – aber ich mag so was ja. Für Rock ’n‘ Roll sorgen nur die weiblichen Fans, die mittels Ellbogen, Fingernägel und Tritten sich in die vorderen Plätze vorzukämpfen versuchten. Aber ich bin ja auch schon alt, so über 30 und geh trotzdem nicht aus dem Weg.

Zurück zu dem Herrn auf der Bühne. Stimmlich nicht ganz auf der Höhe, sich kunstvoll auf der Gitarre vergreifend, immer wieder so aussehend, als ob er gleich umkippe… lieferte der Gute doch ne gute Show ab. Schwer zu sagen, was hier Attitüde oder echter Wahnsinn. Niemand wischt sich den Schweiß so schön von der Stirn wie Pete mit der eigenen Krawatte 😉

Dank YouTube hier zwei Videos des Auftritts:

Peter Doherty – Lady don’t fall backwards (live at Berlin Festival 2009)

Peter Doherty – Music when the lights go out (live at Berlin Festival 2009)

Fazit: Das Warten hat sich gelohnt, nochmal werd ich mich aber nicht so hauen, um einen Blick auf den Herrn werfen zu können. Wer auf die Idee kam, Peter Doherty in der kleine Halle auftreten zu lassen, die in den hinteren Reihen nur stickige Luft und schlechte Soundqualität bot, gehört mit sofortiger Wirkung seines Jobs enthoben. Generell ist Tempelhof ja ne vielversprechende Location, die von den Organisatoren des Festivals vollkommen fehl- und verplant wurde. Die Durchmischung des Line-Ups unglücklich… aber wir haben einen der raren, nicht abgesagten Auftritte von Peter Doherty erlebt. Werd ich mir nicht unbedingt auf meinen Grabstein meißeln lassen. Ist aber wenigstens was.

Setlist und Fotos vom Konzert gibt’s auf dem taz-Blog.

PS: SomeVapourTrails denkt drüber nach sich, auf Last.fm ne neue Freundin zu suchen, die auf rein zivilisierte Dreampop-Klänge steht und nur Konzerte mit fester Sitzplatz-Verteilung besucht…

PPS: Er ist aber Fan der Babyshambles und selber schuld, dass er sich mich ausgesucht hat 😀

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Tempelhof_48-Sibilla Calzolari

Pressefoto: Sibilla-Calzolari

Sag Niemals Nie – Pete(R), Ich und das Berlin Festival

Irgendwann hab ich mal irgendwo und vielleicht auch hier behauptet, ich würde NIE auf ein Konzert von Pete Doherty oder den Babyshambles gehen. Einfach weil ich’s doof finde zu warten und zu warten und dann vielleicht auch noch umsonst gewartet zu haben. Dass ich die Soloplatte von Peter Doherty sehr mag, hab ich ja schon hier geschrieben. Auch die Babyshambles sind immer wieder gern gesehene Gäste in meinem Mp3-Player. Und jetzt? … steht das Berlin Festival direkt vor der Tür. Also fast. Morgen geht’s los und wenn ich zu Fuß los gehe, bin ich in etwa 20 Minuten dort.

SomeVapourTrails hat sich schon über meine heutige, blödelnde Kalauerei beschwert… ihr müsst jedoch damit leben, er auch. Punkt.  Ich wiederum werde morgen warten und hoffen und vielleicht Pete mit und ohne „r“ sehen und wenn er doch nicht kommt, dann waren auf jeden Fall ne Menge anderer toller Bands da.

BF-Bigsize-Banner

Morgen auf jeden Fall anschauen werden wir uns Dear Reader (19.00 Uhr/Main Stage) und Saint Etienne (21.30 Uhr/ Main Stage)… ansonsten werden wir uns ein bisschen treiben lassen. Das komplette Lineup findet ihr hier.

Über Samstag wird noch diskutiert… meine Favoriten sind Jarvis Cocker (22.30 Uhr/Main Stage) und The Rifles (19.30 Uhr/ Main Stage)… mal schaun.

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