Unsere 30 Lieblingssongs des Jahres

Mir persönlich sind Bestenlisten mittlerweile hochgradig suspekt, denn was steckt hinter Bestenlisten denn eigentlich? Wenn zu viele darüber abstimmen, was das Beste ist, haben wir es im Grunde mit einem Popularitätscontest zu tun. Wenn eine einzelne Person das Beste des Jahres definiert, steckt dahinter doch nur der Ausdruck eigenen Geschmacks. Nun ist Subjektivität überhaupt kein Verbrechen, wenn man sie klar kennzeichnet. Ich will daher von den Lieblingsliedern des Jahres sprechen. Und ehrlich gesagt tue ich mir auch mit Reihungen schwer. Was qualifiziert einen Song auf Platz 8 und nicht auf Nummer 7 gesetzt zu werden? Zugegeben, das Erstellen von Listen ist ein netter Zeitvertreib, sofern man Reihungen nicht tierisch ernst nimmt. Hier nun also jene 30 Songs, die uns 2017 auf die eine oder andere Weise ganz besonders erfreut haben. Um eine gewisse Vielfalt abzubilden, habe ich mich mit einer Ausnahme auf einen Track pro Musiker(in) oder Band beschränkt. Es wäre sonst eine Liste, bei der Lana Del Rey zu sehr dominieren würde…

1. Lana Del Rey – God Bless America – And All The Beautiful Women In It (Review) [USA]

2. Principe Valiente – Wildest Flowers (Review) [Schweden]

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Schatzkästchen 87: Blanche – City Lights

Der Eurovision Song Contest erfüllt Erwartungshaltungen. Der breiten Masse führt er vor Augen, wie weitläuftig und exotisch Europa doch ist. Der begeisterten LGBT-Community bietet er sympathisch-deftigen Trash. Gesetztere Traditionalisten dagegen dürfen sich an Schlager oder kitschiger Folklore erfreuen und über allerlei neumodisches Zeugs wie Rap schimpfen. Zwergstaaten sind dankbar für die Möglichkeit, einmal im Jahr den Nachweis zu erbringen, dass es sie nach wie vor gibt. Selbst wenn sie es nicht leicht haben, weil sie von einem gewissen Ralph Siegel in Geiselhaft genommen werden. Hallo, San Marino! Auch Autokraten – man denke etwa an Aserbaidschan – versprechen sich vom ESC viel, dürfen sie doch ihr Land als heiter bis weltoffen präsentieren. Und nicht zuletzt begeistert die Veranstaltung die Funktionäre der teilnehmenden Rundfunkanstalten, Büffets und Empfänge sind ganz nach ihrem Geschmack. Wer jedoch beim Song Contest ganz selten auf seine Kosten kommt, ist ein Indie-Klängen gewogenes und somit geschmackssicheres Publikum. Das Jahr 2017 beschert in dieser Hinsicht einen unverhofften Lichtblick.

Belgien, bereits seit ein paar Jahren musikalisch im Aufwind, schickt die junge Sängerin Blanche ins Rennen. Ihr Titel City Lights ist das Highlight des Wettbewerbs. Eingebettet in einen geheimnisumwitterten, mit nervösen Synthies behafteten Sound ruht Blanches tiefe Stimme. Ihr unaufgeregter Vortrag trägt balladeske Züge, strotzt vor unterkühlter Eleganz.  Weiterlesen