Release Gestöber 41 (Hooded Fang, Calexico, Mile Me Deaf)

Hooded Fang

Erst unlängst habe ich habe auf das neue Album Gravez der kanadischen Indie-Rock-Band Hooded Fang hingewiesen. Ich möchte die Empfehlung an dieser Stelle nochmals unterstreichen. Die Band hat sich mit diesem Album nochmals gesteigert, ihrem Garage-Rock-Flair nachdrückliche Abgründigkeit verpasst. Doch natürlich bleibt diese schräge Retro-Mucke – wie schon das Vorgängerwerk Tosta Mista – eine kostbare, amüsante Hommage an vergangene, aber nie vergessene Zeiten. Gravez ist mit Haut und Haar amerikanisch, auch wenn die Formation Toronto als Heimat nennt. Das Werk surft von der kalifornischen Küste quer durch die Wüste Nevadas gen Südstaaten. 8 knackige Songs, nicht einmal eine halbe Stunde Musik, langen für einen Trip durch die mythische Weite der USA. Es ist eine Reise in die Sechziger und Siebziger, in eine Zeit flirrender Energie, in welcher sowohl die Musik als auch Amerika noch ein dynamisches Selbstverständnis vorzuweisen hatten. Der Beginn einer Moderne, die noch atemlos und vor Kraft strotzend Sensüchte bewegte. Hooded Fang geben dem Album eine unverbrauchte Ursprünglichkeit. Das Jetzt klingt wie ein Damals, warm, analog, unkonventionell, außenseitertümlich. Die Band puzzelt sich ein robustes Lebensgefühl zurecht, eines frei von Verklärungen. Sänger Daniel Lee trägt sein Scherflein zum Gelingen bei, er ist Fels in der Brandung, der dem gewollt überdrehten Sound Richtung gibt. Lee grölt, röhrt, nölt, jauchzt, lechzt, schmeichelt. Zum Highlight der Platte gerät zweifelsohne Bye Bye Land. Doch könnte man auch die tänzelnde Gitarre von Wasteland abknutschen, den pyschedelische Elan von Sailor Bull oder das ganz und gar flimmernde, groovige, unaufhörlich vorwärtspreschende Ode To Subterrania anhimmeln. Ob der durchgeknallte Surf-Pop von Graves oder das stupende Genes, man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

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500 essentielle Songs der Dekade – Teil 1

Wer dieser Tage Pitchfork ansteuerte, durfte mit hochgezogener Augenbraue die 500 wichtigsten Tracks dieser Dekade begutachten – oder vielmehr belächeln. Was hier inmitten verdienter Glanztaten an Schrecklichkeiten zu finden ist, deutet durchaus darauf hin, dass Plattenfirmen manch Sänger eine kräftige Fürsprache angedeihen haben lassen. Kelly Clarkson auf Platz 21 kann nur ein wirklich geschmacksverschleimtes Hirn ersinnen. Insgesamt ist diese Liste eine derart dumme, ärgerliche, in die Irre führende Angelegenheit, dass man sie nicht geflissentlich ignorieren kann und darf. Gerade Leute, die sich mit Musik eben kaum bis gar nicht beschäftigen, kommen am Ende durch solch Aufzählung auf den komplett absurden Gedanken, wonach der Mist, den Beyoncé verzapft, tatsächlich die Krone der audiophilen Hochgenusses sei.

Darum wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten hier eine in jeder Hinsicht vielfältigere Auswahl präsentieren.  500 Songs dieser Dekade – in feinster subjektiver Manier handverlesen und durchaus mit einem gerüttelt Maß an objektivem Anspruch. Heute beginnen wir mit den ersten 50 Liedern.

500Tracks(Teil1)

kingdomofrustDovesKingdom Of Rust (2009)

bringmetheworkhorseMy Brightest DiamondWe Were Sparkling (2006)

straightfromthefridgeJames HardwaySpeak Softly (2002)

skilligansislandThirstin Howl IIIWatch Deez (feat. Eminem) (2002)

gulagorkestarBeirutPostcards From Italy (2006)

frenchteenidolFrench Teen IdolShouting Can Have Different Meanings (2005)

addinsulttoinjuryAdd N to (X)Plug Me In (2000)

convictpoolCalexicoAlone Again Or (2004)

pleasedtomeetyouJamesGetting Away With It (All Messed Up) (2001)