Gregor McEwan – Home For Christmas

Bereits vor einigen Wochen habe ich auf das für Anfang nächsten Jahres angekündigte, mittlerweile dritte Album From A To Beginning des Singer-Songwriters Gregor McEwan hingewiesen. Dieser Tage nun ist die zweite Single Home erschienen. Für die B-Seite hat sich Gregor McEwan passend zur Jahreszeit etwas Besonderes ausgedacht, indem er den Track als Home For Christmas in einer weihnachtlichen Version eingespielt hat. Und Mensch, diese Nummer ist wirklich rundum gelungen und fraglos ein Highlight unseres diesjährigen Weihnachtsspecials! Beide Lieder werden unüberhörbar von Sehnsucht angetrieben, doch wird diese Sehnsucht nie von rührseliger Sentimentalität getragen, stattdessen tönt sie kraftvoll und optimistisch. Gerade bei weihnachtlich gefärbten Liedern besteht ja immer die Gefahr, dass man es mit dem Lametta übertreibt. Doch trotz ein wenig Flitter besticht Home For Christmas als erdiger, ausdrucksstarker Singer-Songwriter-Folk mit rockigen Akzenten.  Weiterlesen

Bloodshot Records – A Few Days of Xmas (Free Download)

Heute schenkt uns das famose Label Bloodshot Records einen Appetithappen eine ganze Vorspeisen-Platte zum jüngst veröffentlichten Weihnachtssampler 13 Days of Xmas. Das Ganze nennt sich sinniger Weise: A Few Days of Xmas. Nach Registrierung bei Noisetrade (Email oder Facebook) dürft ihr euch über sechs feine und kostenlose Christmas Songs freuen. Highlight ist die  Verliererballade I’m Drunk Again This Christmas von Zach Schmidt. Hier wird jedoch nicht das Leid von Obdachlosen besungen, nein, es geht um das Leiden des typischen amerikanischen Familienmenschen, der die Qualen der Feiertage  nur mit viel Alkohol ertragen kann. Beim Rolling Stone könnt ihr mehr über die Entstehungsgeschichte des Weihnachtssongs lesen. Ob schonungslos ehrlich oder doch nur heillos übertrieben, weiß nur der Künstler allein. Das Lied endet mit den Worten: „Hope my family never hears this song.“  Vielleicht aber hat die Familie den Song schon gehört und Schmidt darf in diesem Jahr Weihnachten künftig allein verbringen, zumindest bis er ein Loblied auf die Verwandtschaft singt. 😉

Barrence Whitfield and the Savages – Papa Barrence’s Christmas

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Amanda Palmer – The Angel Gabriel

Natürlich wollen wir hier vor allem neu erschienenen Weihnachtslieder Tribut zollen, doch da uns dieses Lied samt atemberaubend edlem Video in der Vergangenheit leider entgangen ist, soll es nun gebührend erwähnt werden. Beginnen wir mit der US-Musikerin Amanda Palmer, die sicher zu den spannendsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt. Ihre Exzentrik und ihr Kunstsinn scheinen mir eigentlich mehr europäischen denn amerikanischen Zuschnitts. Sie ist die Sorte unbequemer, selbstbestimmter Geist, den es gerade im Moment dringend braucht. Schon als Teil von The Dresden Dolls hat sie ihre Qualitäten unter Beweis gestellt und auch solo ist sie eine Wucht. Es passt ins Bild, dass sie sogar mit ihrem Beitrag zur Weihnacht zu überraschen weiß. The Angel Gabriel ist ein altes baskisches Weihnachtslied, das im 19. Jahrhundert auch seinen Weg in den angelsächsischen Raum gefunden hat. Doch auf all den Alben und Liedern, die jedes Jahr das Fest stimmungsvoll untermalen wollen, wird einem das Lied eher selten begegnen. Das ist recht überraschend, denn sowohl der Mainstream als auch der Indie haben gerade in den USA kaum Probleme mit biblisch geprägten Liedern. Und Palmer hat nicht nur einen guten Griff getan, sie hat es auch noch atemberaubend umgesetzt.  Weiterlesen

The Perfect English Weather – Christmas In Suburbia

Unerfüllte Sehnsüchte, zerbrochene Träume, dies alles erleuchtet von den vielen Weihnachtslichtern der Vorstadt. Was nach Weihnachtsblues klingt, ertönt hier als sphärischer Electro-Pop. Das kindliche Ich, welches verbotener Weise die Geschenke vor der Bescherung inspizieren will, wechselt über zum erwachsene Ich, welches das Haus der Kindheit betreten will, obwohl die Familie dort schon längst nicht mehr wohnt. Die Ich-Erzählerin ist hin und her gerissen, zwischen dem Zustand noch nicht „dort“ hin und nicht mehr, „dort“ hin gehen zu dürfen.  Weiterlesen

Marching Church – Christmas on Earth

Wo nur kämen wir hin, wenn weihnachtliche Klänge bloß aus verklärender Kitschsoße bestünden, es keine Songwriter gäbe, die sich nicht auch den Dramen rund ums Fest widmen würden? Gut, dass dem nicht so ist, sonst würde das Lied Christmas on Earth wohl nicht existieren. Die dänische Formation Marching Church schildert darin ein gar nicht so seltenes Szenario, dass ich jedoch so noch nie bei einem Weihnachtssong vernommen habe. Christmas on Earth erzählt von einem verlorenen Sorgerechtsstreit und der daraus resultierenden Kindesentziehung durch den Vater. Das lapidare „Lost custody to the bitch/ I deserve to see my kids“ lässt keinen Zweifel zu, dass hier böses Blut auf der Flamme weihnachtlicher Sentimentalität hochkocht.  Weiterlesen

The Limiñanas – Shadow People (feat. Emmanuelle Seigner)

via Nicorola

Die besten Weihnachtssongs sind zumeist keine Weihnachtslieder, sie besingen stattdessen die Abgründe und Verwerfungen oder wie in diesem grandiosen Song: Die Schattenmenschen. Nach Aussage von Lionel Limiñana inspirierte ihn der amerikanische Mythos der Shadow People: Geisthafte, verstohlene Wesen, die nur aus dem Augenwinkel beobachtet werden können. Diese können ein Leben lang Menschen begleiten, als seien sie mit einem paranormalen Kleber angehaftet.  Weiterlesen

BEAK> – (Merry Xmas) Face The Future

Heute fühle ich mich ein wenig wie der Vertretungslehrer, der für den Klassenlehrer einspringen muss. Denn über diesen Track, so hat die liebe DifferentStars entschieden, muss ich ein paar Worte der Expertise verlieren. Doch welches Fachwissen darf ich bei den Freunden der Indie-Weihnacht voraussetzen? Ist der Name Geoff Barrow beispielsweise geläufig? Ist auch sein Wirken abseits von Portishead bekannt? Kann ich sogar erwarten, dass man die im Sommer veröffentlichte Single Sex Music kennt? Vorsichtshalber erkläre ich lieber alles nochmals. Also Hefte raus, mitschreiben! Geoff Barrow ist eines der Masterminds von Portishead und in dieser Funktion nicht gerade ausgelastet. Seit einigen Jahren schon wird ja an einer neuen Platte getüftelt, das letzte Album Third liegt mittlerweile auch bald 10 Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat Barrow mit befreundeten Musiker BEAK> ins Leben gerufen und es immerhin schon auf zwei Alben gebracht. Mit der Nummer Sex Music wurde diesen Sommer schon ein erster Vorgeschmack auf Scheibe Nummer drei vorgestellt. Und Mensch, was ist das für ein prima Track, fraglos einer der besten des Musikjahres 2017! Dieser funky Electro-Krautrock geht so schnell nicht aus dem Ohr.  Weiterlesen

Albert Hammond Jr. – „The Little Boy That Santa Claus Forgot“ + Indie for the Holidays 2017 Tracklist

Puh Indie for the Holidays 2017 hat das Zeug zur echten Hassliebe. Von Zugangsbeschränkungen auf Streams halten wir gerade mal gar nichts, zumal wir inzwischen 3 bis 4 Abos für Streamingdienste bräuchten, um alle Songs genießen zu können, die wir gerne hören. Zum Glück haben wir eine äußerst umfangreiche Sammlung an CDs  und Mp3s. Trotzdem haben wir in den letzten Wochen schon sehr geflucht. Unser Anliegen, Playlists mit unseren Lieblingsweihnachtsliedern zusammen zu stellen: Ein Ding der Unmöglichkeit. Lied A gibt’s nur auf Soundcloud, Lied B nur auf Spotify, Lied C nur auf Youtube und Lied D nur auf Bandcamp usw. Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon nach wie vor extrem schlecht sind. Wirklich übel wird’s beim Thema Steuern, die zahlt Amazon so gut wie überhaupt nicht in Deutschland, trotz Milliardengewinnen. Wenn es sich vermeiden lässt, dann kaufen wir unsere Bücher, CDs etc von anderen Anbietern.

Heute jedoch wurde ein erster Appetithappen auf Indie for the Holidays 2017 veröffentlicht und dieser ist so großartig, dass wir einfach darüber schreiben müssen.  The Strokes Gitarrist Albert Hammond Jr. hat auf kunstvolle Art und Weise zwei Songs miteinander verwoben. Den aus dem Jahr 1937 stammende Klassiker The Little Boy That Santa Claus Forgot und  My Sweet Lord von George Harrison.  Weiterlesen

Phoebe Bridgers – Have Yourself a Merry Little Christmas

Es kommt sehr, sehr(!) selten vor, dass wir hier Begeisterung für Coverversionen von Weihnachtsklassikern zeigen. Have Yourself a Merry Little Christmas gehört zu den Weihnachtssongs, die auf keiner Weihnachtscompilation fehlen dürfen. In der Regel weigern wir uns, solche Covers überhaupt anzuspielen.  Weiterlesen