Schlagwort-Archive: Dark Dark Dark

Stream: For Folk’s Sake It’s Christmas 2013

FFS Its Christmas cover

Wenn ich eines fürchte, so sind dies in der Regel Christmas Compilations. Warum? Meist findet sich maximal eine Perle und viel Langweile auf eben solchen. Aber um genau den Track, der es wert ist, gefunden zu werden, wühle ich mich immer wieder durch unzählige dieser Zusammenstellungen. For Folk’s Sake It’s Christmas 2013 stellt mich vor eine ganz neue Herausforderung: Ein gutes Duzend  Synonyme für „wunderbar“ zu finden. Tatsächlich ist unter den vierzehn Tracks kein einziger Ausfall. Stattdessen lauter funkelnde Kleinode. Wie der Name schon verheißt, werden uns hier diverse Spielarten des Folks geboten. Mal als Indie-Pop melodisch, orchestral berauschend, dann ganz intim reduziert. Stream: For Folk’s Sake It’s Christmas 2013 weiterlesen

Release Gestöber 27 (Debo Band, Dark Dark Dark, Collapse Under The Empire, Lux)

Nein, im Urlaub sind wir derzeit nicht. Aber doch mit vielen wichtigen Dingen beschäftigt. Darum wird es in den nächsten Tagen zwar den einen oder anderen Blogbeitrag geben, aber in abgespeckter Form. Mit wenigen Worten, fast schon im Telegrammstil hingerotzt. Aber wie eh und je mit guter Musik im Gepäck.

Debo Band

Ein amerikanisches Ensemble mit starkem Bezug zu Äthiopien schenkt uns ein abwechslungsreiches wie grooviges Ethno-Pop-Album erster Güte. Die Debo Band beschert mit ihrem selbstbetitelten Debüt eine Platte, die sich auch mal der Dynamik eines bläserschwangeren Soundtracks aus den Siebzigern bedient, stets überschwänglich und voll im Sound tönt. Wer dem kostenlosen Track And Lay lauscht, wird meine Begeisterung nachvollziehen können.

Debo Band erscheint am 13.07.2012 auf Next Ambience.

Dark Dark Dark

Wir haben uns in der Vergangenheit bereits die Finger wundgeschrieben, weil wir die amerikanische Folk-Pop-Band Dark Dark Dark als eine der besten Formation der Gegenwart schätzen. Was war das letztes Frühjahr hierzulande erschienene Wild Go doch für eine grandiose Platte! Für Oktober 2012 wurde dieser Tage nun ein neues Album namens Who Needs Who angekündigt. Die Formation um Sängerin Nona Marie Invie gewährt uns mit dem Track Tell Me einen ersten Vorgeschmack auf diese zweifelsohne hörenswerte Scheibe. Man darf in Vorfreude schwelgen!

Collapse Under The Empire

Auch am Hamburger Post-Rock-Duo Collapse Under The Empire habe ich mich in der Vergangenheit schon ergötzt. Für den Herbst dieses Jahres wurde dieser Tage nun das neueste Werk Fragments of a Prayer avisiert. Als erstes Appetithäppchen steht der Gratis-Track Dragonfly bereit. Dieser wird auf dem Album nicht zu finden sein, der Titel ist bis zum 07.07.2012 (gegen Angabe einer E-Mail-Adresse) kostenlos erhältlich. Bestes Post-Rock-Handwerk made in Germany, meine ich.

Lux

Ein Duo aus Seattle das neben Licht zwar auch den einen oder anderen kleinen Schatten zu bieten hat. Lux sind von den Achtzigern beseelt und so grummelt ihr Anfang April erschienenes Debüt We Are Not The Same von Synthies verhangen vor sich hin. Wann immer Sängerin Leah Rosen das Zepter schwingt, hat das einen stets bewährten sirenesken Charme. Out Of Love oder auch The Window sind die Highlights eines ab und an auch sehr lärmigen, nicht ohne Augenzwinkern agierenden Albums. Wie sonst würden sich Liedtitel wie I’ll Try To Ignore The Fact That You’re Drowning erklären lassen? Die von David Chandler dargebotenen Stücke bleiben blasser, wenngleich beispielsweise Candy Lux als nettes Kleinod durchgehen darf. Kurzum, Lux fabrizieren Lo-Fi-Synthie-Pop, der sogar einen Genre-Muffel wie mich anspricht. Anhören! (The Window gibt es hier als Gratis-Download.)

Demnächst mehr! Natürlich.

SomeVapourTrails

Unsere musikalischen Favoriten 2011 – Ein Zwischenstand und Vorausblick

Es gibt durchwachsene Jahre und grandiose Jahre. Bislang scheint 2011 noch einen schüchtern bescheidenen Eindruck zu hinterlassen, sich nicht voreilig entscheiden zu wollen. Natürlich verstecken sich feine Platten in den Tagen und Monaten des bislang so flugs verlaufenden Jahres. Aber zünftige Paukenschläge, welche das Herz in höchste Sphären katapultieren, fehlen bis dato mehrheitlich. Oftmals wird aus dem vermeintlichen Trommelwirbel dann doch ein Triangelgeklingel. Das gilt insbesondere für Alben, denen ich recht insbrüstig entgegen geharrt habe. Das neue Werk Take Care, Take Care, Take Care der mir ans Herz gewachsenen Post-Rock-Kulleraugen Explosions In The Sky wirkt ansprechend, aber nie völlig geniedurchblitzt. Die über alle Maßen verehrten The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble haben mich mit From The Stairwell zwar überzeugt, leider jedoch nicht derart enthusiasmiert, wie sie es mit ihren Vorgängerscheiben taten.  Ähnliches ließe sich auch über Joan As Police Woman oder The Low Anthem sagen. 2011 verlangt mir also Neuentdeckungen ab, zumal ich mit den gängigen Charts-Stürmern eher wenig anzufangen weiß. Herbert Grönemeyers Schiffsverkehr wirkt auf mich recht lustlos durchgewunken, die Foo Fighters etwa hatten auch schon mal distinktivere Hits im Repertoire. So sind es eben die jüngst aufgespürten Künstler, welche mir die erste Hälfte des Jahres speziell verzuckerten. Ein Ausblick auf demnächst zur Veröffentlichung anstehende Alben verspricht auch für den Rest des Jahres das eine oder andere Glanzlicht. Man darf gespannt bleiben, immer mit einem weit geöffneten Ohr den Neuerscheinungen begegnen…

Album-Favoriten 2011

Erland & The CarnivalNightingale

Joel AlmeWaiting For The Bells

Anna CalviAnna Calvi

Dark Dark DarkWild Go

Susanne SundførThe Brothel

Sin FangSummer Echoes

PapercutsFading Parade

Amon TobinISAM

Juliette CommagereThe Procession

Africa Hitech93 Million Miles

Lieder 2011:

Sin Fang – Two Boys

Sin Fang : Two Boys from morr music on Vimeo.

Low – Try To Sleep


Low – Try to Sleep (OFFICIAL VIDEO) von subpoprecords

Francesca Lago – On My Way Back From The Moon

Finde weitere Künstler wie Francesca bei Myspace Musik

Beady Eye – Wigwam (simfy)

Erland & The Carnival – Wealldie (simfy)

Dark Dark Dark – Something For Myself

Joel Alme – When Old Love Keeps You Waiting (simfy)

White Lies – Bigger Than Us


WHITE LIES – BIGGER THAN US (official music video) von elnino

Pat Appleton – Männer ohne Pferd

Lotte Kestner – Halo

Veröffentlichungsausblick:

Early Day Miners – Night People (VÖ 12.08.2011)
Beirut – The Rip Tide (VÖ 26.08.2011)
Tinariwen – Tassili (VÖ 02.09.2011)
Sóley – We Sink (VÖ 02.09.2011)
Dear Reader – Idealistic Animals (VÖ 02.09.2011)
Ladytron – Gravity The Seducer (VÖ 09.09.2011)
Cant – Dreams Come True (VÖ 09.09.2011)
dEUS – Keep You Close (VÖ 16.09.2011)
Ane Brun – It All Starts With One (VÖ 16.09.2011)
Shimmering Stars – Violent Hearts (VÖ 16.09.2011)
Laura Marling – A Creature I Don’t Know (VÖ 23.09.2011)
Björk – Biophilia (VÖ 30.09.2011)
Dum Dum Girls – Only In Dreams (VÖ 30.09.2011)
DJ Shadow – The Less You Know the Better (VÖ September 2011)
Noel Gallagher’s High Flying Birds – Noel Gallagher’s High Flying Birds (VÖ 14.10.2011)
Still Corners – Creatures Of An Hour (VÖ 14.10.2011)

SomeVapourTrails

Dark Dark Dark live – Comet 30.06.2011

Manchmal muss man verkorksten Umständen eine starke musikalische Protestnote überreichen. Und zwar in der Manier wie es Dark Dark Dark am Donnerstagabend im Berliner Comet Club taten. Doch beginnen wir der Reihe nach. In den letzten zwölf Monaten habe ich Konzerte wie der Teufel das Weihwasser gemieden. Aufgrund andauernder Rückenprobleme stehe ich mir nur ungern die Beine in den Bauch, gehe jedem Hauch von Gedränge bestmöglich aus dem Weg. Wenn jedoch eine derart begabte Band – wie ich jüngst hier erklärte – die Stadt heimsucht, darf man sich schon einmal am Riemen reißen.

Photo Credit: Tod Seelie

Was ist das eigentlich für eine geradezu zwanghafte Geheimhaltungsmasche, mit der speziell Indie-Clubs den Konzertgängern begegnen? Die auf Plakaten oder im Internet angegebene Uhrzeit deckt sich nie mit dem realen Beginn eines Konzertes. Im Idealfall benennt sie den Zeitpunkt, an dem der Sound-Verantwortliche in Seelenruhe damit beginnt, die nicht vorhandenen Ärmel seines T-Shirts mit stoischer Ruhe hochzukrempeln. Nun vermochte ich die Zeit durchaus so sinnvoll wie grummelig zu nutzen und den Blick auf das eintrudelnde Publikum zu werfen. Man will ja erforschen, mit wem man in Sachen Musik eine geschmackliche Schnittmenge teilt. Im konkreten Fall leider auch mit Mittzwanzigerinnen, die die scheußlichsten Klamotten der Achtziger aus dem Lokus der Modehistorie rausgefischt haben. Da rumpelstilzete ich im Geiste mit Vehemenz, da – aus grundsätzlichen Überlegungen heraus – Hässlichkeiten in meinem ästhetischen Kosmos höchsten peripher geduldet werden.

Finde weitere Songs von The Information Age bei Myspace Musik

Mit gehörigem Wohlwollen könnte man den eigentlichen Beginn als cum tempore titulieren. Dann nämlich schritt Herr The Information Age, ein Berliner Singer-Songwriter, auf die Bühne. Und wählte zum Beginn ein Liedchen, dass selbst Tote in ein hartnäckiges Koma fallen lassen würde. Man verstehe mich bitte richtig, ich kann dem Bild Bärtiger junger Mann mit Akustikgitarre auf streiholzheftchengroßer Bühne durchaus etwas abgewinnen. Es darf – soll sogar – Musik existieren, die nicht wie ein wild gewordenes Duracell-Häschen durch den Raum steppt. Zur Einstimmung auf Dark Dark Dark jedoch hätte Mozarts Requiem die Besucher auch nicht übler getriezt. The Information Age war zur falschen Zeit am falschen Ort, an den Lieder selbst habe ich wirklich nichts auszusetzen.

Irgendwann nach 10 Uhr quetschten sich auch Dark Dark Dark samt ihren Utensilien auf die Bühne. Sechs sympathische Musiker mit allerhand Instrumenten, die weder die Größe eines Triangels aufwiesen noch einem Klavierflügel Konkurrenz machten. Dennoch platzte das Podest aus allen Nähten, musste sich der Banjo-Spieler, den man ohne große Fantasie als jüngeren Doppelgänger des deutschen Schauspielers Lars Rudolph beschreiben kann, an den äußerten Rand des Podiums quetschen, mit einem Bein praktisch noch in der Garderobe stehend. Jede semiprofessionelle Menschenschmugglertruppe würde ihrer Klientel nie und nimmer ähnliches zumuten. Der Bewegungsspielraum der Akteure lag bei gefühlten fünf Nanometern. Doch die Formation rund um Sängerin Nona Marie Invie trotzte der Enge. Ließ sich auch von der Schwarzen Magie (laut Invie) des Sounds nicht übertölpeln, die das eine oder andere markerschütternde Pfeifen durch den Saal jagte. Einen kurzen Moment lang schienen sich Dark Dark Dark durch den Auftritt quälen zu wollen, ehe sie sich wieder auf die Freude an ihrem Tun besannen.

Dark Dark Dark – Daydreaming by supplyanddemand

Die Formation aus Minneapolis besitzt die Gabe, ihre Songs auch live verspielt wie bodenständig zu präsentieren, beschwingt und entzückend berührend zu gleich. Die Verschrobenheit ihres Auftretens, unter anderem am überdimensionierten Kassengestell auf der Nase der Sängerin festzupinnen, vergegenwärtigte dem Betrachter stets, dass jene Musiker auch herbe Akzente setzen möchten. Das elfenhafte Element ihres Werks in patenten Feinripp packen. Die rustikaleren Stücke (Celebrate) gewannen im konzertanten Vortrag noch an Kraft, nicht zuletzt wegen des routinierten wie stimmigen Zusammenwirkens der einzelnen Mitglieder. Manch magischem Moment ihres jüngsten Album Wild Go vermochte Dark Dark Dark auf der Bühne keine zusätzliche Facette abzuringen, die wundervolle Erbauungsballade Robert ließ sich einfach nicht gefinkelter darbieten. Schlechthin ergreifend fiel bei diesem Gig jedoch Daydreaming aus, brachte das mit jedem Lied begeistertere Publikum sehr in Wallung, was sich nach Ende des einstündigen Konzerts in kräftigem Applaus ausdrückte. Und die Band dazu ermutigte, gleich zweimal für insgesamt drei Zugaben erneut das briefmarkenkleine Podest zu erklimmen. Spätestens hier waren den Herrschaften die Freude und der Spaß anzumerken, wie Sängerin Invie auch zugab, um zugleich den ernsthaften Anspruch augenzwinkernd über zu betonen.

Trotz des von der Band nicht gewollten Lo-Fi-Charakters dieses Abends konnten auch Störgeräusche den Erfolg nicht beeinträchtigen. Dark Dark Dark ist eine der interessantesten Bands der Stunde, gehaltvoll und unterhaltsam, tugendreich. Man sollte die noch anstehenden Termine unbedingt wahrnehmen.

Konzerttermine:

04.07.11 Hamburg – Kulturhaus III&70
05.07.11 Jena – Café Wagner
06.07.11 Bremen – Breminale

SomeVapourTrails

Keine Spinnennetze der Tristesse – Dark Dark Dark

Es gibt Momente im Leben eines hartgesottenen Musikfans, die in Unvergessenheit verharren. Die ersten gekauften Alben, erinnerungswürdige Konzerte oder einfach der Augenblick, in dem eine neue Band in das Leben tritt. Der US-Formation Dark Dark Dark möchte ich die Qualität attestieren, eine Wonne seligen Grinsens ins Gesicht des Hörers zu zaubern. Ihre Ende April in deutschen Gefilden veröffentlichte Platte Wild Go ist süßer Nektar, den man bereits nach dem ersten Nippen nicht mehr missen möchte. Dark Dark Dark versprühen chansonesquen Charme, mengen den Liedern einer gehörige Prise Folk oder Jazz bei, kleiden die Lieder mit der Schmissigkeit von Pop aus. Entwickeln einen warmen, melancholischen, ab und an profund anachronistischen Sound, der lebhaft wie bescheiden bleibt, nie in schallende Heiterkeit abdriftet oder Spinnennetze der Tristesse spannt.

Photo Credit: Tod Seelie


(Free Download nach Angabe einer E-Mail-Adresse)

Dark Dark Dark geraten zum Lichtblick, dessen gleißender Schein Wolken teilt. Der spezielle Sound vermag den Hörer zu durchdringen, dank feiner Nuancen wohlig ins Mark einzusickern. Alles ohne jedwede Markigkeit, aber mit einer gesunden Portion Exzentrik. Dergestalt erzeugt die Band um die überragende Sängerin Nona Marie Invie ein in jeglicher Hinsicht stupendes Werk, getragen von dem Wissen um die eigene Qualität und der damit einhergehenden Souveränität. Die Leckerbissen auf Wild Go sind dicht gedrängt. Da wäre beispielsweise die sacht beschwingte Piano-Ballade Daydreaming zu nennen, das mit Beirut’scher Instrumentierung aufwartende Celebrate (Akkordeon! Bläser!), ein mit dramatischem Gestus ausladendes, bitteres Something For Myself. Nicht minder edel, geradezu erbaulich, überirdisch schön: Robert. Und nicht zuletzt die abgesangliche Americana-Ballade Wild Go, die dem Hörer nachhaltig über den Rücken schauert.

Dark Dark Dark darf man den großen Durchbruch wünschen, ihre süffigen Melodien versprühen einen Charme, der weit über Indie-Grenzen sein Publikum finden müsste. Wild Go ist eine ausnahmslos elegante Scheibe, die aus Schwermut nie Langeweile werden lässt, die wohldosiertes Temperament anstelle von Monotonie anzubieten hat. Dark Dark Dark ziehen dieser Tage durch Deutschland, man sollte sich ihre Auftritt keinesfalls entgehen lassen. Zumindest dann nicht, wenn man nach einer Band sucht, die man auch in 10 Jahren längst noch nicht vergessen hat.

Wild Go ist am 29.04.11 auf Melodic erschienen.

Konzerttermine:

30.06.11 Berlin – Comet Club
03.07.11 Lärz – Fusion Festival
04.07.11 Hamburg – Kulturhaus III&70
05.07.11 Jena – Café Wagner
06.07.11 Bremen – Breminale

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