Wieder Discoking sein – Ratatat

Zugegeben, ich bin kein Teenager mehr, der sich die Nächte in schwülen Clubs um die Ohren schwitzt. Klar, irgendwelche Strandfeten mit Trance-Gewummer können mir schon längst den Buckel runterrutschen. Aber wenn mich wieder etwas auf den Tanzboden locken könnte, dann zweifelsohne das neue Album Magnifique des Brooklyner Duos Ratatat. EDM meets Rock, so die Kurzformel der Lebensfreude versprühenden Platte. Magnifique fällt  unendlich launig aus, zeigt sich überraschend melodisch, umarmt Ideen flinken Schritts. Dem Werk fehlt die Schablonenhaftigkeit herkömmlicher elektronischer Tanzmusik. Stattdessen wird es mit gut abgehangenem, spacigem Rock angereichert. Was das Album jedoch besonders gut beherrscht, ist eine Mischung aus wildem Treiben auf dem Dancefloor und entspanntem Chillen. Allmusic hat es prima zusammengefasst, wenn es das Album als „bouncing between sunny, hook-heavy uptempo tracks that have the kind of manic energy that could lead people to tear off their shirts and seriously lose it on the dancefloor and relaxed, soft rock-inspired songs that serve as a nice soundtrack when one is coming down from those kinds of highs“ beschreibt.

RATATAT – CREAM ON CHROME from theoffstream on Vimeo.

Der Kracher des Werks findet sich gleich zu Beginn. Cream On Chrome sorgt für die Wiederauferstehung des Discokings in mir. Die hypnotische Bassline dieser Nummer ist sagenhaft groovy, dazu gesellen sich noch herrlich auf Bombast getrimmte Gitarreriffs. Cream On Chrome klingt nach der vielleicht durchaus lasziv angehauchten Party, die man immer schon besuchen wollte.  Weiterlesen

Fantastisch tanzend zum Box Office Hit

Pünktlich am Tag nach dem der Fasching starb (zumindest bis zum 11.11) flattert mir heute dieses charmante Video ins Postfach:

Box Office Hit – Tripping The Light Fantastic from Tripping The Light Fantastic on Vimeo.

Aber wer braucht schon Karneval um sich in Gewänder zu hüllen, die die Village People und Dschingis Khan vor Neid erblassen lassen würden. Im sonst so kühl nüchternem Norden, braucht’s nur gute Laune und gute Musik und die bietet die siebenköpfige Combo Tripping The Light Fantastic fernab tocotronischer Sinnfindung. So darf jetzt nicht nur in Hamburger Schulen Spaß gehabt werden und vielleicht wird’s ja ein wortwörtlicher Box Office Hit. Bei Gelegenheit werd‘ ich mir die jüngst erschienene EP genauer anhören und hier auf dem Blog vorstellen. Erster Höreindruck nach Besuch ihrer MySpace-Seite: Schön verspielte Disco-Twee-Pop-Songs.

Bandmitglieder:

Adrian Adam – Gesang, Gitarre
Cornelius von Tiedemann – Gesang, Gitarre, Bass
Henning Kasbohm – Gesang, Gitarre, Bass
Jil Hesse – Gesang, Schlagzeug, Gitarre
Johannes Huhmann – Gesang, Gitarre, Bass, Mandoline
Leif Gütschow – Gesang, Bass, Gitarre, Schlagzeug
Tilmann van der Leeden – Keyboard, Gesang, Perkussion

Kostenlose Kostprobe:

Via Label-Seite allrocknrollspeedsup könnt ihr euch den Track Paul und Linda (MP3) downloaden.

Live erleben:

06. März im Ostpol, Dresden

Mehr Infos: MySpace, Homepage

Viel Spaß damit,

DifferentStars

Samstagnacht-Musik

Da ich heute eh in Disco-Ausgeh-Laune bin, kommt mir die Gelegenheit ganz recht, euch diesen Samstagnacht-Musiktipp zu präsentieren:

Molloy – Thursday Electric

Ich muss zu meiner Schande gestehen, die EP lag ne Weile rum, bevor ich diese jetzt nun endlich bespreche. Ich gehöre zu den absoluten Mood-Listenern. Sprich jede Laune und Phase hat bei mir ihren eigenen Soundtrack. In den vergangenen Wochen war ich überwiegend dem Britpop verfallen und mein Lovely2CU Last.Fm Profil begrüßte freudig so einige neue und alte Bekannte.

Die Musik von Molloy bringt mich zurück in ganz andere Zeiten. Als Teenager war ich absoluter Fan der B-52’s, die Platten und CD’s hab ich so oft gehört, dass sie irgendwann unbedingt etwas Neuem weichen mussten. Nach einer sehr anstrengenden Hippie-Phase mit längst entsorgten Janis Joplin CDs, wurden meine Klamotten schwärzer, die Discos nebeliger und ich bedauerte sehr, dass ich die wahren New-Wave-Zeiten irgendwie verpasst hatte. Damals lebte ich jedoch auch noch in einem kleinen, schmucken Kurörtchen – einziges Highlight: 1988 kam MTV via Kabel zu uns. Wär das DSL-Highspeed-Internet damals nur schon erfunden gewesen…

Irgendwann stolperte ich dann im Net über die sehr bescheiden benannte Bandseite ThisIsFuckingBrilliant.com und nun – meine Neugier war geweckt. Jetzt verbleibe ich mit dem zwiespältigen Urteil: This is fucking gut, zum Tanzen, für Partys und Samstagnacht eben. Zur gleichen Zeit aber auch: This is fucking nervig und nicht geeignet zum alleinigen Genuß zuhause.

Fucking brilliant sind dann mehr so  Ladytron und Röyksopp. Die kann ich immer und überall genießen.

Bandinfo: Myspace, thisisfuckingbrilliant.com, Silverstation Records

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