Musikalische Ostereiersuche

Osterei

Werte Leser unseres kleinen, feinen Blogs! Wir haben uns dieser Tage überlegt, dass wir Ostern doch dazu nutzen könnten ein paar musikalische Überraschungsostereier zu basteln. Auf unserer Suche nach kostenlosen und legalen Downloads im Netz werden wir immer wieder einmal fündig, doch fehlt es uns oft  an der Zeit diese Gratis-MP3s dann auch mit einem Blogeintrag zu würdigen. Dies wollen wir nun in Form einer Klickorgie nachholen. Hinter den unten abgebildeten Eiern verbergen sich Links zu einer handverlesenen Selektion allerschönster Lieder. Einige der Downloads starten nach dem Anklicken automatisch, andere Links führen direkt auf die Seite, wo die MP3s runtergeladen werden dürfen. Um die Sache ein klein wenig spannender zu gestalten, haben wir inmitten all der Pracht auch ein paar Nieten versteckt und die URLs unkenntlich gemacht. Dem geneigten Besucher sei versichert, dass alle Links von uns nach bestem Wissen geprüft und für exquisit befunden wurden.

Wir wünschen auf diesem Wege allen schöne Osterfeiertage und hoffen auf viel Vergnügen bei der munteren Suche.

DifferentStars & SomeVapourTrails

Osterei Nr. 2

Osterei Nr. 3 Osterei Nr. 4 Osterei Nr. 5

Osterei Nr. 6 Osterei Nr. 7 Osterei Nr. 8 Osterei Nr. 9 Osterei Nr. 10

Osterei Nr. 11 Osterei Nr. 12 Osterei Nr. 13

Osterei Nr. 14

(Das in dem Blog mehrfach verwendete Foto heißt Osterei und stammt vom Fotografen Danis und ist unter der CC-Lizenz  Some rights reserved verwendbar. Quelle: www.piqs.de)

Free Download – Follow The Map (Mono)

Wir haben ja bereits über das neue Album der kultigen, japanischen Post-Rocker Mono berichtet. Nun darf man sich über einen weiteren kostenlosen Download eines Tracks aus Hymn To The Immortal Wind freuen. Auf Spinner.com ist Follow The Map verfügbar. Obgleich der Titel eher danach klingt, als sei er dem Soundtrack einer epischen Hollywood-Verfilmung entrissen, vermag er dem einen oder anderen geneigten Hörer wohl durchaus Gefallen einzuflößen.

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Ein Klick auf das Bild führt zur Mp3. Viel Vergnügen.

SomeVapourTrails

Die Crux minderwertiger Geschenke

Können auch schlechte Songs prima Gratis-Downloads abgeben? Frei nach dem Motto „Ist mies. Also verschenken wir es!„? Seit selbst der apathischste Luftikus im Business erkannt hat, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten – sprich: das Interesse der Fans aufstacheln -, kommt kaum ein Musiker ohne Giveaway auskommt. Auch dieser kleine, feine Blog macht oft auf kostenlose Downloads aufmerksam und versucht die belanglosen von den netten Präsenten zu trennen.

Prinzipiell ist das Dilemma der Musikbranche nachvollziehbar. Scheint es doch nachliegend mit guten Tracks das wenige Geld zu scheffeln, das Fans zu bezahlen bereit sind. Unter dem Aspekt wird man doch nicht die Perlen kostenlos vor die Säue werfen, vielmehr eine Resteverwertung praktizieren. Anders ausgedrückt: Was verschenkt sich leichter, ein nagelneuer Ferrari oder ein ausrangierter Opel? Der audiophile Fetischist darf also bei kostenlosen Downloads nicht mit Highlights rechnen, eher mit Füllmaterial, welches keiner gewinnbringenden Bestimmung zugeführt werden vermag.

Herr Manson ist zurück. Naja...

Herr Manson ist zurück. Naja...

Doch ich will nicht bei blanker Theorie verweilen, mit Beispielen diesen Verdacht untermauern. Jüngstes Exempel ist der seit gestern auf der offiziellen Webseite Marily Mansons frei erhältliche Track We’re From America. Dieser Vorgeschmack auf das im Mai Album The High End Of Low schmeckt schal. Die provokante Ikone einstiger Tage hat ihren Zenit längst überschritten, dennoch darf man ein wenig mehr erwarten als ein hysterisch-monoton gejodeltes We’re From America. Hier bestätigt sich die Füllmaterialthese eindeutig. Dass manch Band auch Telefonbucheinträge rückwärts singen könnte und man trotzdem beim Lauschen mit Gänsehaut bestückt wird, ist wohl evident. Bekannte Ausnahmekünstler wie Placebo bestätigen sind sich nicht zu schade aus dem Vollen zu schöpfen. Selbige bieten das Lied Battle For The Sun von der im Juni erscheinenden Platte gleichen Namens gratis an. Und dieser Song ist von der Beschaffenheit eine Hütte zum Schunkeln zu bringen.

Bands und Musiker, die nicht in der obersten kommerziellen Liga agieren, sind hochklassigen Geschenken generell aufgeschlossener – oder schlichtweg verzweifelter. Hier wird mit kleinen Aufmerksamkeiten um sich geworfen und schnuckeliges Zeugs mit dem Füllhorn unter die Menschheit gebracht. So erfreuten uns The Horrors vor zwei Wochen mit Sea Within A Sea, die belgischen Edelbarden Novastar, deren neuem Album wir demnächst Anerkennung zollen werden, mit dem exklusiven Track Waiting So Long oder auch die Great Lake Swimmers mit dem genialen Everything Is Moving So Fast. Die Gewinnung potentieller Käufer könnte durchaus gelungen sein.

Natürlich sind solch Darreichungen Teil des Marketings und zur Kundenbindung bestens geeignet. Nur selten mag es auch Respekt vor der mitunter gähnend leeren Brieftasche derjenigen verqueren Zeitgenossen sein, die dem Filesharing-Wahn noch nicht gänzlich anheim gefallen sind. Aber wenn schon Geschenke, dann sollte es doch kein Müll sein. Ideenarme Remixe toller Lieder sind so 2004. Free Downloads – sofern man bei der Investion einer Mail-Adresse von free sprechen darf – machen nur Sinn, wenn sie einen Wert repräsentieren. Ein gutes Stück Musik zum Beispiel. Schrott verschenken ist uncool. So uncool wie Marilyn Manson anno 2009.

SomeVapourTrails

Schmonzes für Fans – NINJA 2009

Machen wir es kurz und schmerzlos. Es gibt Neuigkeiten von Trent Reznor. Ich darf diese allerdings nur flüsternd verbreiten, da meine Chefin DifferentStars den werten Herren nicht so schätzt. Mein Verhältnis zu Trent Reznor und seiner Band Nine Inch Nails ist nach dem gelungenen Ghosts-Album Ghosts ein durchaus positives, wenngleich ich ihm dennoch unterstelle, dass auch er die Weisheit nicht mit Löffel gefressen hat. In Copyright-Belangen ist  er durchaus kein Hardliner und verschenkt schon mal ein Album als Dankeschön an die Fans. So schön und nützlich kostenlose Downloads für Fans und Künstler auch sind, ob man wirklich binnen eines Jahres gleich zwei Alben gratis ins Netz stellen sollte und damit unter Umständen den Eindruck erweckt, dass Musiker ohnehin nichts verdienen wollen/brauchen/müssen, darüber könnte man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Generell halte ich solch (einmalige) PR-Aktionen bestens dazu geeignet, um bei der Anhängerschar good vibrations zu versprühen. Dauerhaft können gesamte Gratis-Alben auch keine Lösung sein, weil sie das falsche Signal aussenden: Dass Musiker ohnehin im Geld schwimmen und auf die Einnahmen aus Plattenverkäufen nicht angewiesen sind. Dies trifft wohl nur auf höchstens 1% der Musiker zu.

ninja

Wenden wir uns nun dem neuesten Werbegags von Superhirn Reznor zu. Dieser steht zusammen mit der Band Jane’s Addiction und Tom Morellos neuem Projekt Street Sweeper vor einer ausgedehnten Tour durch die USA. Und so bietet die sechs Stücke umfassende EP mit dem schicken Titel NINJA 2009 Tour Sampler einen Vorgeschmack auf die Tournee und soll damit vor allem die Ticketverkäufe anregen. Zwei Tracks pro Gruppe sind auf dem Album zu finden. Ob es folglich pure Liebe am Schenken ist, die dieses Werk gezeitigt hat, bleibt jedermanns eigenem Urteil überlassen. Einen Download (gegen Bekanntgabe einer E-Mail-Adresse) ist es wert, besonders wenn man sich als Fan einer der genannten Formationen fühlt. Man darf die EP getrost als Schnickschnack für Liebhaber – nicht mehr und kein bisschen weniger bezeichnen.

Und hier geht es zum kostenlosen Download.

SomeVapourTrails

Irgendwie Taka-Tuka-Land

Heute wollen wir uns zweier Bands annehmen, die demnächst beziehungsweise momentan durch Deutschland tingeln. Beiden gemeinsam scheint eine Fremdheit, so als seien nicht ganz von dieser Welt.

Beginnen wir mit Japan, welches für den mit audiophiler Durchschnittsbildung gesegneten Hörer einen weißen Fleck auf der musikalischen Landkarte darstellt. Man nimmt zwar an, dass es auch dort Gitarren-affine Menschen gibt und wohl ebenso prollige Plattenaufleger mit großkotzigem DJ im Namen, deren Deo die Duftnote Vinyl enthält. Bloß man kennt sie nicht. Dem wollen wir Abhilfe schaffen.

Mono (Foto von Teppei)

Mono (Foto von Teppei)

Mono nennt sich eine japanische Post-Rock-Band, die viel zu interessant ist, um irgendwelche Scherzchen à la „Spielen aber in Stereo.“ zu machen. Post-Rock und Japan ist für meine Begriffe eine in etwa so verwegene Kombination wie U2 und Innovation oder Frank-Walter Steinmeier und Charisma. Und dennoch gehören Mono seit einiger Zeit zur Crème brûlée des Genres. Was lange gärt, wird bekanntlich noch besser. So präsentieren uns Mono ihr mittlerweile 5. Studioalbum namens Hymn To The Immortal Wind, das alle Ingredienzien typischen Post-Rocks beinhaltet und angenehm schnurrt. Einmal mehr führen steil aufragende Klangwände in  Sphären der Entrückung. Der hynotische Sog der Komposition reicht jedoch nicht an Explosions In The Sky oder Godspeed You! Black Emperor heran. Wären selbige Bands eine leckere, stundenlang auf kleiner Flamme geköchelte Tomatensauce, dann wäre Mono lediglich Ketchup. Aber Hand aufs mit Fast-Food gestählte Herz – sehr feines Ketchup mag auch entzücken.

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Wer sich über die hohe Qualität selbst ein Urteil bilden will, der sei auf die offizielle Homepage der Japaner verwiesen, wo man den Track Ashes In The Snow als kostenlosen Download bekommt. Auch die anstehende Tour soll kein Geheimnis bleiben.

29.03. Hamburg – Hafenklang
04.04. Berlin – Lido
06.04. Dresden – Beatpol
08.04. A – Wien – Arena
09.04. München – Feierwerk
13.04. Oberhausen – Zentrum Altenberg
14.04. Frankfurt – Nachtleben
15.04. CH – St. Gallen – Grabenhalle

Wechseln wir nun zu einer Formation, die uns ins Land der perfekten Depression verführt. Dakota Suite zeichnen eine Welt in Moll, die leider nur von wenigen Fans als farbenfroh wahrgenommen wird. Bereits mit This River Only Brings Poison gelang den Briten um Chris Hooson eine Slowcore-Platte mit hohem Wiedererkennungswert und einem gerüttelt Maß an Einzigartigkeit. Die neue CD The End Of Trying verspricht diese Tradition zu bekräftigen.

theendoftrying

Hörproben des Albums sind auf der Seite des deutschen Labels karaoke kalk zu bestaunen. Und die Tourdaten würde ich besonders HERVORHEBEN wollen, da bei Gefallen nur mehr wenige Möglichkeiten eines Live-Genusses bestehen. Also schnell raus aus den Puschen, aber dalli!

20.03. Berlin – LiveAtDot
22.03. A – Wien – WUK
24.03. CH – Zürich – El Lokal

Viel Freude mit zwei wirklich exotisch anmutenden Bands, die in ein musikalisches Taka-Tuka-Land führen, das man voll Staunen erkunden sollte.

SomeVapourTrails

Flow im Ohr

Wenn der Groove stimmt, hüpft der Floh im Ohr. Doch welcher Beschaffenheit muss die Musik sein, um das possierliche Tierchen in die Gehörgänge zu locken? Faustregel Numero Uno wäre das hartnäckige Ignorieren der gefühlten Hunderten tagtäglich neu erscheinenden Lounge-Compilations. Selbige sind oft so relaxt gehalten, dass sie sämtliche Gliedmaßen zugleich einschläfern. Gediegenen, elektronischen Downtempo erfühlt man am losgelösten Zustand fußwippender Entspanntheit.

Und nun betritt ein neuer Stern die Manege und säbelt gleich Zorro ein Alles fließt in unsere Hirnrinde. Diego Bernal hat den Flow gepachtet. Sein Erstlingswerk For Corners lädt zum Jubilieren ein. Auf gekonnte Weise vermixt er unzählige Stile zu einem durch und durch kohärenten Album, welches die Welt für 40 Minuten federleicht werden lässt. Alles ist easy, man schwebt, wird süchtig nach diesem Joint fürs Ohr.

forcorners

Was macht der werte Herr Bernal nun anders beziehungsweise richtig? Und warum brilliert er in einem längst von Durchschnittlichkeit dominierten Genre? Vielleicht liegen die Antworten in seinem eigentlich Brotberuf, der in seiner Vita als civil rights attorney angegeben ist. Möglicherweise bedarf es eines gerüttelt Maß bierernsten Alltags, um in der Freizeit die musikalische Sau rauszulassen und selbige durch das Dorf gen Vinyl zu treiben. Filetieren und sezieren wir doch in gebotener Kürze Diego Bernals Platte, um zu guter Letzt noch eine Freudensbotschaft darzureichen.

For Corners ist ein über weite Strecken ein Downbeat-Album mit Breakbeat-Charakter. Samples aller Art tummeln sich auf der Scheibe. Elemente des Funk modellieren einen sanften Retro-Sound, Referenzen an J Dilla atmen Hip-Hop-Komponenten. Das kunterbunte Durcheinander wird jedoch immer durch einprägsame Beats strukturiert. Diese sind mal fett (aber nicht feist) und mal zurückhaltend reduziert. Ein Latin-Flair durchweht das Album und bricht sich schön an bereits erwähnten Hip-Hop-Stücken. Jeder noch so kurze Track fristet sein unverwechselbares Dasein, ab und an zwitschert der Rhythmus beschwingt in Richtung Disco (Bring It On Home), dann wieder verheddert er sich gen Rap-Untermalung (Damn You), und ein andermal schaufelt Diego Bernal alles durcheinander (On4). Inmitten der Heiterkeit stechen die Wortschnipsel von May Day hervor, die in Cinemascope Beklemmung schildern. Bereits im folgenden Titel Momma’s Boy franst For Corners mittels Soulröhren-Sample wieder in Ekstase aus.

Aus dem (musikalischen) Nichts ist der Schritt ins fahle Licht der Musiköffentlichkeit mit dieser Scheibe definitiv gelungen. Mehr noch, Diego Bernal liefert ein Meisterstück des Genres als Talentprobe ab. Und dies auch noch kostenlos, denn das gesamte Album ist als freier Download auf der Homepage des Labels erhältlich. Man mag sein Glück nicht fassen und dem Künstler ein „Das ist gut, damit kannste Kohle scheffeln!“ leise hüsteln. Solch ein Geschenk freilich sollte man annehmen und sich daran erfreuen. Ganz großes Kino feiert Flitterwochen mit dem hörereigenen Ohrenschmalz. Diesen Flow im Ohr wird man nicht so schnell los.

Links:

MySpace-Auftritt

Kostenloser Download von For Corners

SomeVapourTrails

Es muss nicht immer Kaviar sein – Justin Townes Earle

Dudeliges Dahinschmachten und stramm-patriotische Lobhudelei – Country kann man oft und gern auf diese mindere Qualitäten reduzieren. Und dabei fest die Nase rümpfen, mehr noch, Trost empfinden, dass die Musikantenstadl-Mafia allerorts mit wechselnden Fratzen ihr Dasein fristet. Doch lädt das Country-Genre auch zu famosen Entdeckungen ein, die man bei Bedarf auch gern als Americana oder New Country klassifizieren mag, wenn man das Erlauschen von Country sonst nicht mit dem eigenen, audiophil gefärbten Gewissen vereinbaren könnte.

Aber stümpern wir nicht länger an Begrifflichkeiten herum. Verstöbern wir uns lieber im von schlichter Schönheit geprägten Werk des Songwriters Justin Townes Earle. Wirklich intelligente, traditionsverbundene und gerade deshalb innovative Musik zu fabrizieren, scheint keinesfalls leicht, wenn man aus Country-Metropole Nashville stammt. Herrn Earle freilich hindert dies nicht an Glanztaten. Sowohl sein Album The Good Life als auch das gerade erschiene Midnight At The Movies präsentieren bestes Storytelling.

Justin Townes Earle (Foto von Joshua Black Wilkins)

Justin Townes Earle (Foto von Joshua Black Wilkins)

Kreuchen und fleuchen wir nun kurz detaillierter in die musikalischen Abgründe des werten Herrn Earles. Er schert sich einen Dreck um Finessen und erfindet auch das Rad nicht neu, seine Lieder mischen Folk-Einflüsse mit bluesigen Elementen. Über allem thronen sattsam bekannte Country-Harmonien. Und gerade das Gefühl, jeden Akkord schon mehrfach vernommen zu haben, erlaubt den Fokus auf – im besten Sinne – zu Herzen gehende Texte, die sich eben nicht zu abgehobenen Höhenflügen aufschwingen – vielmehr Beobachtungen alltäglicher Freuden und Leiden darstellen. Darin lauert der Reiz, das „simple“ Leben unverklärt abzubilden. Der Hörer kehrt doch ab und an gern in ein Lokal bester Hausmannskost ein. Es muss nicht immer Kaviar sein…

Wackeln wir mal kräftig mit den Nasenflügeln, erschnuppern wir den von Justin Townes Earle versprühten Flair. Seine Duftmarken vermochten ihn bereits als Hoffnungsträger der Country-Musik  zu etablieren. Dem geneigten Leser des Blogs seien ein paar Links zu kostenlosen Downloads und Streams ans Ohr gelegt, die diesen Status hoffentlich unterstreichen.

Links:

MySpace-Auftritt

Labelseite von Bloodshot Records (mit Gratis-Download)

Justin Townes Earle auf Last.fm (Gratis-Downloads)

Besprechung von Midnight At The Movies

Daytrotter-Session

SomeVapourTrails

Nicht hysterisch, nicht lieblich, nicht nabelbeschaulich

Es gibt Künstler und Künstlerinnen, die ihren eigenen Weg gehen und sich dabei weder von der Journaille noch von Fans in irgendeine Nische drängen lassen. Konsequent und stur wandeln sie auf dem ausgewählten Pfad und lassen sich auch von Irrlichtern namens Erfolg nicht davon abbringen. Gut so, möchte man Neko Case zurufen. Ihr neues Album namens Middle Cyclone verspricht in die Fußstapfen des Vorgängers Fox Confessor Brings The Flood zu treten.

middlecyclone

In hiesigen Gefilden erscheint das Werk Ende Februar. Und die ersten Eindrücke offenbaren eine weiterhin kantige Singer-Songwriterin, die einmal mehr zeigt, dass es sich auch mit Country-musikalischen Einflüssen gut die Zähne fletschen lässt. Das Geheimnis von Neko Case besteht in der mangelnden Möglichkeit der Schubladisierung. Sie kann schwerlich in die gut besetzte Kategorie der Folksängerinnen abgeschoben werden, auch als Rockbitch darf man sie nicht sehen. Und das weinerlich-süßlich dargereichte Gesäusel über die Liebe, welches selbst talentierte Sängerinnen oft darbieten, ist Frau Case ebenso fremd. Sie macht ihr eigenes Ding, ist immer für Überraschungen gut, tritt in keine musikalischen Fettnäpfchen, hebt sich durch den Mangel an Hysterie und Nabelbeschau von vielen mediokren Kolleginnen ab.

Neko Case (Foto von Jason Creps)

Neko Case (Foto von Jason Creps)

Aber kommen wir auf den Punkt. Oder besser gesagt die Punkte. Zunächst einmal gibt es die erste Single People Got A Lotta Nerve als kostenlosen Download auf der Labelseite von ANTI-. Dieser Vorgeschmack lässt dem neuen Album hoffnungsfroh entgegenblicken. Wem dieser Vorgeschmack noch nicht weit genug geht, dem seien zwei Konzerttermine ans Herz gelegt. Am 18.Februar 2009 gastiert Neko Case in Berlin (Roter Salon) und am 19.02. in München (Orangehouse). Ein langweiliger, uninspirierter Auftritt ist zweifelsohne nicht zu erwarten.

Links:

Offizielle Webseite der Künstlerin

Album-Besprechung im Spin Magazine

SomeVapourTrails

Gossenhafte Jahrmarktsmusik

Bon Iver ist derzeit in aller Munde und CD-Sammlungen. Unvermeidbar folglich das Wunderkind Justin Vernon nicht zu erwähnen, wenn man eine weitere Entdeckung preisen will, welche ebenfalls aus Eau Claire, Wisconsin stammt. The Gentle Guest ist ein recht nichtssagender Name für eine Band, die zeitlos-markigen Americana-Sound fabriziert.

The Gentle Guest (Foto von Nicholas Dahl)

The Gentle Guest (Foto von Nicholas Dahl)

Hinter The Gentle Guest verbirgt sich Mastermind Eric Rykal, der ein Händchen für eine authentische Instrumentierung im Stile der 20er- und 30er-Jahre hat, mit bluesigem Blechbläser-Gejaule und folkhaften Pattern. Thematisch widmet sich Rykal gesellschaftlichen Außenseitern und deren Kampf ums Überleben. Es sind Texte, welche die Hobo-Ära materialisieren und das Dasein in der Gosse verbildlichen.

Was nun aufgrund dieser Beschreibung höchst sperrig klingen mag, bietet freilich jede Menge Finesse, die nie aufdringlich oder bedeutungsschwanger in die Ohren schwappt. Vielmehr verbirgt sich hinter dem auf viele Traditionen verweisenden Sound eine anfänglich fremd anmutende Atmosphäre, die ein rasches Eintauchen in Abgründe erlaubt, die zeitgenössischer Folk oft ausspart. Jenem genügt oft eine niedliche, egozentrische Nabelschau, mit jeder Menge Gefühlschaos inklusive. Bei The Gentle Guest hingegen wird die hohe Kunst des Erzählens von schlichten Geschichten fortgeführt und perfektioniert.

we-are-bound-to-save-some-souls-tonight

Man sollte sich das Vergnügen gönnen und die zahlreichen kostenlosen Hörproben nutzen, um den Zauber dieser mitunter schrillen Lieder, die das Gedöns einer trompetenden Jahrmarktkapelle mit intimen Klagemomenten paaren, zu erfühlen. Das Debüt We Are Bound To Save Some Souls Tonight wartet mit unverwechselbaren Klängen auf und ist das aufregendste Werk auf diesem Gebiet seit Beiruts Gulag Orkestar.

Links:

Mp3s auf Daytrotter.com

Artist-Seite auf Amble Down Records (mit kostenlosen Downloads)

MySpace-Auftritt der Band

SomeVapourTrails

Tolle Idee, hoffentlich fruchtet sie!

Leona Naess war knapp davor eine tolle Karriere zu machen. Ihr Debüt Comatised aus dem Jahre 2000 wurde trotz mancher Kritikpunkte als vielversprechend angesehen. Die Nachfolgealben waren auch kein Murks und das Herzschmerz-Genre, welches sie durchaus auf gutem Niveau beackerte, hätte auch kein Hemmschuh sein dürfen. Naess wurde mit Edie Brickell, Heather Nova, Tori Amos, Fiona Apple und Hope Sandoval verglichen. Dafür brauchte sie sich nicht zu schämen. Solch konstatierte Ähnlichkeiten schadeten bekanntlich noch nie. Doch aufgrund eines privaten Schicksalsschlag zog sich Frau Naess 2004 aus dem Business zurück. 2008 erlebte nun das Comeback einer wirklich schönen Stimme, die auch absolut großes Songwriter-Potential auf sich vereint.

Thirteens

Thirteens nennt sich der Wiedereinstieg und mit der Single Heavy Like Sunday ist ihr eine warme, wohlige Ballade geglückt, an der man sich nicht leicht satt hören mag.  Und sowohl für Fans als auch diejenigen Musikliebhaber, denen ihre frühere Aufnahmen unbekannt sind, hat sich Leona Naess etwas Nettes einfallen lassen: Wöchentliche Gratis-Downloads bislang unveröffentlichter Songs. Solche Geschenke, zumal sie sich gelungen ins Ohr schmiegen, nimmt man gerne an. Und hofft, dass Thirteens mehr als lediglich Geheimtipp wird.

Die sonst allwissende Wikipedia hatte zu Leona Naess bis heute noch keinen Artikel, ehe ich mich diesem Manko erbarmte und ein paar Zeilen schrieb. Wer nun Lust verspürt mehr über die Künstlerin zu erfahren, sei auf die Links verwiesen.

Links:

Wöchentliche, kostenlose Downloads

Wikipedia-Eintrag

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails