Die beste Medizin bei Verstimmungen – Fat Freddy’s Drop

Ich bin dieser Tage über eine interessante Studie gestolpert. Menschen, die aus Verdruss oder Traurigkeit heraus triste oder aggressive Musik hören, um Dampf abzulassen, also negative Emotionen auszuleben, schaden damit ihrer psychischen Gesundheit. Für Laien will ich es so zusammenfassen: Wer überwiegend unfröhlicher Musik lauscht, sie als Ventil nutzt, läuft Gefahr, sich eine handfeste Depression oder ähnliches einzuhandeln, sofern er/sie diese nicht bereits hat. Nun juckt es mich in den Fingern, dazu den einen oder anderen Gedanken loszuwerden. Doch ich will es bei der zugegeben subjektiven Empfindung belassen, dass fröhliche Musik oft wenig musikalische Komplexität oder gedankliche Tiefe aufweist. Wir stehen somit vor dem großen Problem, dass mit einem Funken Intellekt ausgestattete Hörer an ernster bis trister Musik hängen. Wer darum nun um die eigene Gemütsverfassung bangt, dem kann freilich geholfen werden. Eine der launigsten Platten des Jahres ist zugleich eine, die spielerisch und schlau Soul, Reggae, Jazz und hypnotische EDM miteinander vermengt, dadurch einen wunderbar entspannten Flow erzeugt. Der neuseeländischen Formation Fat Freddy’s Drop, einem gern gesehenem Gast auf diesem Blog, ist mit Bays abermals ein feines Album gelungen. Ob Dr Boondigga & The Big BW von 2009 oder Blackbird (2013), stets hat die Truppe einen in seiner Leichtigkeit fast an Jam erinnernden Sound kredenzt. Dieses Geschick stellt sie auch 2015 unter Beweis.

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Schlaglicht 30: Fat Freddy’s Drop

Das neuseeländische Soul-Funk-Dub-Orchester Fat Freddy’s Drop muss man hoffentlich nicht mehr vorstellen. Zumindest der treue Leser dieses Blogs wird schon mehrfach über diese Combo gestolpert sein. Zur letzten Platte Blackbird (2013) etwa ist mir folgende Beschreibung des Sounds der Band eingefallen: „Wenn Sänger Dallas Tamaira (aka Joe Dukie) mit seiner zärtlichen, angenehm beseelten Stimme loslegt, muss er keine Schneise in das instrumentale Dickicht schlagen. All die ausgetüftelten Arrangements tänzeln mal federleicht, stapfen dann wieder anmutig durch Gluthitze, sind stets üppig, geben dem gefühligen, von RnB inspirierten Gesang freilich immer Raum.“. Auch das für Oktober in Aussicht gestellte neue Werk Bays hat vermutlich nichts vom Flow eingebüßt,  wenn man von der ersten Hörprobe Razor auf die ganze Platte schließen darf. Razor erscheint mir die elektronische Komponente stärker zu betonen, der Band-Flair steht bei dieser speziellen Nummer weniger im Vordergrund, als man dies bislang gewohnt war. Und doch zeigt auch dieses Stück die Begabung zu einem hypnotischen, detailreichen Sound, der der Formation schon viele Fans eingebracht hat. Einen sicher nicht geringen Teil davon haben Fat Freddy’s Drop auch durch intensive, bunte Auftritte gewonnen. Im November ist die Band einmal mehr quer durch Europa unterwegs.  Weiterlesen