Release Gestöber 21 (Eamon McGrath, Finn Riggins, Moonface, Choir of Young Believers)

Heute mit wenigen Worten, dafür mit ausgewählt guter Musik.

Eamon McGrath

2009 habe ich den jungen kanadischen Singer-Songwriter Eamon McGrath für sein Album 13 Songs of Whiskey and Light geradezu überschwänglich gelobt. Im April 2012 steht nun – zumindest in Kanada – die Veröffentlichung von Young Canadians an. Von der gesanglichen Intensität sehen wir uns öfter an einen jungen Springsteen erinnert, stilistisch ist das Album mal folkig und dann wieder unverhohlen hymnisch rockend. Ich kann diese Platte ohne ein Wenn und ohne jedes Aber empfehlen. McGrath ist einmal mehr ein großer Wurf gelungen, was unter anderem Tracks wie Auditorium, Young Canadians oder Rabid Dog belegen. Ein Stream des Albums ist auf Exclaim! verfügbar, einen kostenlosen Download des Tracks Instrument of My Release gibt es hier.

Young Canadians erscheint am 10.04.12 auf White Whale Records.

Finn Riggins

Es gibt Songs, die man nicht so schnell aus den Ohren bekommt. Benchwarmers, ein Titel eines aus Idaho stammenden Indie-Rock-Trios namens Finn Riggins, geht mir nicht aus dem Sinn. Zu einem zackigen Rhythmus gesellt sich netter weiblicher Gesang, alles in ein bisschen Lo-Fi-Sound getunkt und fertig ist die feine Chose. Die gesamte Benchwarmers EP wird zum diesjährigen Record Store Day veröffentlicht. Den Titeltrack gibt es beim Magnet Magazine als kostenlose Mp3.

Benchwarmers EP erscheint am 21.04.2012 auf Tender Loving Empire.

Choir of Young Believers

Ebenfalls 2009 hatte ich mit mich bereits mit Choir of Young Believers, einem Projekt des dänischen Singer-Songwriters Jannis Noya Makrigiannis, beschäftigt. Nächste Woche erscheint nun die neue Platte Rhine Gold. Zwar kenne ich erst drei Tracks der Platte, diese jedoch versprechen ein veritables Hörerlebnis. Trotz starker Synthie-Elemente und den damit verbundenen Reminiszenzen an die Achtziger haben die Titel Stil, eine weit über Retro-Gedöns hinausgehende, kristallern düstere Schönheit. Speziell das über 6 Minuten dauernde Sedated gefällt, weil es minimalistisch tönt und doch Überraschungen birgt. Neben dem oben aufgeführten kostenlosen Download von Nye Nummer Et ist auch Sedated beim Rolling Stone gratis erhältlich. Zudem findet sich auf der Labelseite der Song Patricia’s Thirst zum Erlauschen. Am 31.03.12 sind Choir of Young Believers im Berliner Comet Club zu sehen.

Rhine Gold erscheint am 05.04.2012 auf Ghostly International.

Moonface

Zum Abschluss möchte ich nochmals auf das in wenigen Wochen anstehende Album With Siinai: Heartbreaking Bravery hinweisen. Hinter Moonface steckt Spencer Krug, den man auch von anderen Projekten wie Wolf Parade oder Swan Lake kennen sollte. Dem verdammt hitverdächtigen, ersten Vorboten der Platte, Teary Eyes And Bloody Lips, folgt nun ein weiterer Appetithappen. Headed For The Door ist keineswegs schmissig, vielmehr spacig kühl, opulent in die Weite gehend, kontrastiert von der Helle in Krugs Gesang. Anhören!

With Siinai: Heartbreaking Bravery wird am 20.04.2012 auf Jagjaguwar veröffentlicht.

Das war es auch schon wieder. Natürlich demnächst mehr!

SomeVapourTrails

Zwei Gesichter einer CD – The Mohawk Lodge

Kanada, welch Hort phantastischer Musiker! Sicher das Land hat auch Nickelback und Céline Dion zu verantworten. Aber solch Ausnahmen bestätigen erst die Regel. Wann immer ich in meinem Briefkasten eine CD einer kanadischen Band auffinde, strecken sich meine Erwartungshaltungen gen Decke. Dazu gesellt sich eine ordentliche Portion Herzensgüte, die dem Album einen roten Teppich hin zu meinem CD-Player ausbreitet. Meist bleibe ich von Enttäuschungen verschont. Als vor ein paar Wochen die bereits 2007 erschienene CD Wildfires der Formation The Mohawk Lodge eintrudelte, herrschte nicht gerade unwiderstehliche Liebe vor, klang mir das alles ein wenig zu straight, nicht übel, aber in der Form bereits ungezählte Male gehört. Indie-Rock respektive Garage-Rock mit flanellhemdigem-Touch, kräftig und melodisch, jedoch nicht sonderlich originell. Und so packte ich den Silberling zur Seite, mit dem Vorsatz sie mir nochmals in einer ruhigen Stunde zu Gemüte zu führen.

Dieser Moment ist soeben verstrichen und mit weitaus mehr Geneigtheit behaftet. Zwar zünden nach wie vor gerade einmal die Hälfte der Lieder, aber diese lassen die Katze aus dem Sack und zeigen viel mehr als nur routiniertes Spiel. Der Opener Hard Times will mir zwar nach wie vor nicht munden, Wear ‚Em Out hingegen gelingt dank knackig vorangetriebenen Gitarren und Schlagzeug angenehm lärmig. Je härter die Gangart, je unkuscheliger der Zugang, desto wirkungsvoller agieren The Mohawk Lodge. Der Titelsong Wildfires hat als kerniges Lamento eindrucksvolle Vehemenz, besonders die Stimme von Frontmann Ryder Havdale versagt sich ein Säuseln, wenn die Instrumente auf die Tube drücken. Genau dann gewinnt die Platte an Reiz. Calm Down zeigt dies verdammt anschaulich. Eher unbeeindruckenden 3 Minuten folgt ein zweite Hälfte, die mit viel Tempo ordentlich an den Gitarren sägt, untermalt von einem schrägen Hintergrundchor. Sehr, ich betone, sehr gefällig. Mit Heart Of Lovers erlausche ich noch einen weiteren Track, der zu überzeugen weiß. Da setzt eine Wirkung ein, welche softere Stücke wie Timber nur im Ansatz erreichen. Diese CD offenbart zwei Gesichter – und eines davon schaut mir freundlich entgegen.

Ab der nächsten Woche sind The Mohawk Lodge in hiesigen Breiten unterwegs. Im Gepäck die in Kürze erscheinende CD Crimes, von denen 2 Titel bereits auf der MySpace-Seite der Band verfügbar sind. Dass Sie die Tour mit Eamon McGrath vollziehen, den ich vergangenen Herbst für das Album 13 Songs Of Whiskey And Light mit überschwänglichsten Lobeshymnen überschüttet habe, sollte genug Anreiz für einen Konzertbesuch bieten. The Mohawk Lodge werden live mit tosenden Gitarren fraglos noch mehr Vergnügen bereiten.

Tour-Termine:

02.06.10 Freiburg – SWAMP
04.06.10 Offenbach – Waggon
05.06.10 Locarno (CH) – Cantina Canetti
06.06.10 Luzern (CH) – Treibhaus
09.06.10 St. Gallen (CH) – Grabenhalle
11.06.10 Kassel – Kunsthochschule Underground

Links:

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Neuentdeckungen 2009 – Umfrage und Gewinnspiel

Entdeckungen2009

Update: Bis 06.01. 23:59 könnt ihr noch abstimmen!

Werte Leserschaft, wer nun glaubte, Lie In The Sound käme ohne Jahresendumfrage aus, der hat geirrt. Allein dem Umstand geschuldet, dass DifferentStars bis zum heutigen Tag es nicht geschafft hat, sich mit sich selbst zu einigen, welches nun ihre Top 3 Alben des Jahres sind und noch immer an den Top 10 Alben kaut, hier nun unsere ganz eigene – wie wir finden auch spannendere – Umfrage:

Was sind eure Neuentdeckungen des Jahres 2009? Es müssen nicht zwingend Newcomer sein, ist auch bei uns nicht immer der Fall.

Zu gewinnen gibt es 3 CD-Pakete, bitte gebt in den Kommentaren an, welches ihr favorisiert. Dazu natürlich die Künstler, die ihr in diesem Jahr kennen und lieben gelernt habt.

Gewinne:

Paket 1

Album: Mein Mio – Irgendwo in dieser großen Stadt
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 2

Album: Helgi Hrafn Jónsson – For the Rest Of My Childhood
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Paket 3

EP: Timo Brekker – Learn & Wait
Single: The Alexandria Quartet – Into The Light
Single: Great Lake Swimmers – Pulling On A Line

Die Preise kommen nicht von ungefähr, wobei, die Great Lake Swimmers gehören schon seit langem zu unseren Lieblingsbands. The Alexandria Quartet, Helgi Hrafn Jónsson, Timo Breker und Mein Mio haben wir erst 2009 entdeckt und in unser Herz geschlossen.

Unsere Top-Entdeckungen 2009:
DifferentStars

White Lies
Paolo Nutini
Metric
Florence + the Machine
The Alexandria Quartet
Timo Breker
Soulsavers

SomeVapourTrails

Mein Mio
Helgi Hrafn Jónsson
Eamon McGrath
Mariahilff
Daisy Chapman
The Low Anthem
Mike Bones

Abstimmungsende ist der 06. Januar 2010.

DifferentStars

SomeVapourTrails und seine 15 Lieblingslieder 2009

Nun da der Dezember sich demnächst den Feiertagen ergibt, die Welt in quietschbunter Seligkeit in ein neues Jahr schunkelt, ist es höchste Eisenbahn, zuvor noch mittels einer Retrospektive das Jahr in die richtige Perspektive zu setzen. Und so komme ich nicht umhin, die meiner Meinung nach besten mir bekannten Lieder der vergangenen 12 Monate zu benennen. Mein Herz schlägt meist für handwerkende Außenseiter, die nicht auf irgendwelchen Wellen künstlerischer Abgehobenheit schwimmen. Und so begründet sich diese Selektion keinesfalls im mantrahaften Wiederholen der Namen aller Kritikerliebkinder. Grizzly Bear, Animal Collective oder Phoenix werden in Bestenlisten gerne genannt – und sind doch in etwa so fesselnd wie ein zerschlissenes Schuhband. 2009 gab es viel zu entdecken.

1. Too Much Time von John Vanderslice

Begründung: Diese schlichte Ballade alles, was ein großer Song benötigt: Einen markanten Refrain und eine eingängige Melodie. Mehr braucht es nicht. Too Much Time ist als kostenloser Download auf der Homepage des Künstlers verfügbar.

2. Darby Crash And Burn Guitars von Eamon McGrath

Begründung: So sieht eine zeitlos-moderne Mischung aus Folk und Rock aus, keine Warmduscherklänge, vielmehr kräftig und deftig.

3. The Longing von Eels

More Eels music on iLike

Begründung: Das Liebeslied des Jahres. Ohne albernes Gesülze oder Verkitschung wird das Wesen von Sehnsucht seziert, in schlichte Worte gepresst und zu einer schmerzhaft-schönen Wahrheit kondensiert.

4. München von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble

Begründung: Irrlichtern-wabbernde Reise in einen tosend Strom feinster Electronica mit starken akkustischen Elementen.

5. Zumbi von Major Lazer feat. Andy Milonakis

Begründung: So dreckig kann, darf und soll Dancehall gerne öfter klingen. Hier als kostenloser Download erhältlich.

6. Engel von Mariahilff

Begründung: Während sich deutsche Texte meist in permanenter Mittelmäßgkeit wälzen oder gar bemüht intellektuell daherstelzen, haben Mariahilff eine wundersame Poesie erschaffen.

7. Goodbye Rock von Testsieger

Begründung: Wenn es eines Abgesangs auf den Rock bedurfte, der gut 10 Jahre nach Tocotronics Let There Be Rock den Kreis schloss und einer Dekade den Spiegel vorhielt, dann haben ihn Testsieger mit diesem Song ersonnen.

8. You Will Miss Me When I Burn von Soulsavers

Begründung: Natürlich hätte man ebenso den Titel Sunrise in diese Liste aufnehmen können. Doch während Sunrise durch Erhabenheit besticht, ragt bei You Will Miss Me When I Burn schiere Traurigkeit in ewiger Eleganz hervor.

9. Velvet von The Big Pink

Begründung: Die Briten haben nicht nur Flausen im Hirn, neben Unbands wie Franz Ferdinand tummelt sich mit The Big Pink auch eine Band, die es locker mit den legendären Hymnen von Oasis aufnehmen kann.

10. Tricks Of The Trade von Paolo Nutini

Begründung: Mir ist es schleierhaft, warum Nutini mit Quacksalbern wie James Morrison in einem Atemzug genannt wird. Dies folkige Lied ist ein Glanzstück feinsten Songwritings.

11. Change of Heart von El Perro Del Mar

El Perro Del Mar „Change Of Heart“ from The Control Group on Vimeo.

Begründung: Niveauvoller Pop, es gibt ihn noch! Hier gratis erhältlich.

12. Ain’t Gonna Lose You von Brett Dennen

Begründung: Vielleicht der wichtigste Songwriter der nächsten Dekade, in der Tradition eines Paul Simon oder Bob Dylan. Dieses Lied unterstreicht das Potential.

13. You Turn Me Cold von The Slew

Begründung: Turntablism ist kein Schnee von gestern, wie Kid Koala bezeugt.

14. We Do What We Want To von O+S

Begründung: Eine ätherische Stimme, untermalt von einer bezaubernden Melodie.

15. Still von Great Lake Swimmers

Begründung: Selten klang Folk derart erbaulich. Von hymnischer Qualität.

SomeVapourTrails

Im Gespräch mit Eamon McGrath

Schöne Internet-Welt! Man hört einen überaus talentierten Vertreter seiner Zunft zum ersten Male, reagiert mit einem Ausruf der Begeisterung und bereits wenige Tage später befriedigt man per E-Mail seine Neugier und beginnt mit dem Musiker ein Pläuschchen. So geschehen aus Anlass der Veröffentlichung von 13 Songs Of Whiskey And Light, dem Querschnitt durch das bisherige Schaffen von Eamon McGrath. Über das famose Album habe ich bereits hier einige Worte verloren. Heute soll der Künstler selbst zu Wort kommen, im englischen Original-Ton und weiter unten in einer deutschen Übersetzung, die meine werte Co-Bloggerin DifferentStars beigesteuert hat.

Und nochmals der Hinweis: Eamon McGrath tourt diese Woche durch Deutschland. Wer kann, muss hingehen. Die Termine:

14.10.: Wittenberg – Crush
15.10.: Freiburg – Beatbar
16.10.: Offenbach – Der Waggon
18.10.: Winterthur (CH) – Club Dimensione
21.10.: Kassel – Kunsthochschule Underground

Eamon-Solo2B

Chris: You are touring in Germany soon. Is it the first time you’ll be visiting this country? If yes, how do you figure Germany? Are there some kind of stereotypes about it that come to your mind? By the way, I’m Austrian, so feel free to be frank. 😉

Eamon: I have been to Germany before and love it. Once before, I came to Germany on a basketball tournament and loved the way sports are approached: an intensely physical, all-encompassing experience: you get what you put it in, no one is afraid to get bruised. We were put up by athletes on another team and my point guard was being guarded by his billet so closely that when he took a charge his tooth went through his bottom lip, bled all over the floor of the gym, and then shook his hand at night after going to the hospital and served the guy dinner.
I am a huge fan of Die Brücke, Max Beckmann, german expressionism; very dark, serious, brooding art that is at the same time very humourous and sarcastic. I don’t really know if these qualities are all German stereotypes but they’re qualities I picked up on and took them to be very distinctly German characteristics: the ability to find humour in darkness, Bertolt Brecht, the idea of laughing at tragedy because it’s a more worthwhile to spend your time than crying. German punk bands like Slime always influenced me, coming out of these very intense and harsh time periods, very confusing times for German people, and making music that was very celebratory and made people want to get out of their seats and pogo.

Chris: I often wonder what it is that urges people to start writing songs. And I am always a bit surprised that most songwriters have no real explanation. What would be yours?

Eamon: I think that songwriting happens out of the kind of desire as I described in question 1: heartbreak, hangovers, sadness, headaches, etc…you write a song about these songs so you can celebrate them, not focus on the negative. That is I think the essence of the blues, a kind of music that instead of contemplating the undesirable makes kind of a mockery out of it by telling a story about it, saying that you won’t be defeated by it; blues musicians would have these songs that made people want to drink and dance, but they’re all singing about the women that have left them and the troubling times that have come before them getting to a stage. When they get to that stage, it’s not about those sad or dark things anymore, it’s about the lights and the love.

Chris: I’ve read in an Exclaim! article that you record an album every three months. Do you have any idea why your creative output is so exuberant compared to most other songwriters?

Eamon: It comes down to very simple or practical things actually. When I write a song I record it so I don’t forget it. When I record I might as well have people hear it, so I release it. My songwriting output is probably the same for any other songwriter, but whereas another songwriter’s songs might exist only on pen and paper mine exist on a stereo. I can’t read or write music so I write lyrics and record music and then learn what I’ve written afterwards. The recordings serve as a template for the live shows, that is always how I’ve done it.

Chris: Most of your albums so far were home recordings. You must be playing and recording all day and night long. Do your neighbors still greet you at all?

Eamon: Most of the home recordings are actually done all within a mixing board, except for the vocals and drums. Guitar sounds are all the sound of a guitar plugged right into a board through effects pedals, the way 80s punk bands like Reagan Youth did it: all those songs are guitars plugged straight into the board and then pegged to the red, they don’t waste time micing amps and to be honest when I was recording a lot of 13 songs of whiskey and light I didn’t have a guitar amp to use. I would just plug the guitar right into the mixer and put it through reverb pedals. The neighbours probably don’t even know that I record as much as I do.

Chris: Let’s take a closer look at the album 13 Songs of Whiskey and Light. Death is a common theme, drinking and taking drugs to cope with life another one. The somber tone of your songs makes me searching for the light in this album. Where do you see it in your work?

Eamon: The light is all in the songs, as with question 2 it’s the celebration at the end of the tunnel. You’ve written or performed a song about death or whatever, and then it doesn’t really become about that anymore at the end of it all. It becomes about something else: and for me whiskey and light can go both ways. Whiskey can start out being something that is a celebration and then end up being something that is very destructive and contagious. This goes for dark themes as well: they can be just as much about happiness as they are about sadness if the song is presented in a certain way.

Chris: Do you have personal heroes who influenced you as an artist? Or is your music the result of (self-)reflections and living conditions?

Eamon: I definitely have personal heroes. Gram Parsons is probably one of my biggest musical influences, I really believe in his idea of „cosmic american music,“ that drew a line between folk, blues, soul, rock and roll, and saw it as all the same thing; the blues is present in all of that stuff. I would say that I kind of apply that theory to punk rock, noise music, hardcore; Gram just wasn’t alive long enough to see those ideas being carried out to a post-punk generation. Indie rock like Guided By Voices, noise bands like Wolf Eyes, hardcore punk like Black Flag, that’s all as much ‚cosmic american music‘ as Hank Williams, Little Richard, Buck Owens, Otis Redding, Howlin Wolf, anybody. That’s what I take most of the music I’ve listened to, the music I love is all the same, whether it’s country, rock, soul, or anything. It all sounds the same to me, the records float very well between eachother to me.

Chris: Where do you see yourself in 5 years? Do you think that pursuing a decent career in music is still possible at all? These days record sales are decreasing, so many singers and bands try to gain attention. I guess that means that being an artist may become a part-time job. What is your estimation?

Eamon: I think that’s a very good question. People are still trying to adapt to the way that times have changed, some artists are stuck in a rut where they think that the pre-internet method of promoting music and performing are still the norm and they’re wrong. Touring is different now, releasing records is different, the market is different. I think audiences are still trying to figure out what it is they want to hear and see. Artists are trying to figure out what kind of artists they want to be. Music and art now has to incorporate all aspects of someone’s output, the days of the songwriter’s only duties being to write and record and tour are over. Now you are responsible for all the things that come with it: you have to be a promoter, a businessman, have a directive, as well as having a lot of talent, and some people aren’t really willing to undertake a task like that. For me as a musician when I started, I had to book my own tours, promote my own music, get my own press: I was a booking agent, publicist, as well as a musician. I learned all those skills and worked my ass off. That is the kind of thing that needs to happen now more and more. Now that I have help from White Whale, I can focus a little more on just recording/writing, but there’s still a lot of other things involved in that. That’s the kind of attitude that’s going to be necessary to get anywhere. The artists that think they can kind of just sit back and let someone else do that work for them or expect a handout are going to get lost in the current. You have to be really, really convincing now, and you have to pressure a lot of people into believing in what you do.
Five years from now I’ll be doing the same thing on hopefully a bigger scale. This kind of a situation isn’t going to change very soon, if at all. I’ll still be working the way I am. The efforts and energy will be the same but the scope will be bigger, it’s like blowing up a photograph. Everything kind of just gets expanded. First, you operate on a local level, then you kind of expand to a country, then a continent, and then you set your sights on the world. Everything just kind of balloons outwards. I really enjoy the do-it-yourself way of making music and I think that’s the kind of career I’d like to have. In 5 years I’ll probably be doing just what I’m doing right now, but the crowds will be bigger hopefully. A band like Wilco makes a great living playing shows. If people don’t buy as many records, I hope I can get them to come out to shows. I’d like to be able to book a tour of North America or Europe and know that there’s going to be 300 people at each show. I don’t really care if I have to work a day job for the rest of my life. This is what I do and I’m going to keep doing it.

Chris: Thanks a lot for taking time to answer my questions.

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Chris: Du tourst in Kürze durch Deutschland. Ist es das erste Mal, dass du dieses Land besuchst? Wenn ja, wie stellst du es dir vor? Fallen dir irgendwelche Klischees ein? Ich bin übrigens Österreicher, also kannst du ruhig ehrlich sein. 😉

Eamon: Ich war schon in Deutschland und liebe es. Ich hab‘ Deutschland schon einmal Besucht, im Rahmen einer Basketball-Meisterschaft und liebte die hiesige Einstellung zum Sport: Eine intensiv physische, alles umfassende Erfahrung. Du bekommst, was du gibst, niemand hat Angst vor Prellungen. Wir waren bei Sportlern von anderen Teams untergebracht und mein Spielmacher (Point Guard) wurde von seinem Gastgeber so stark bewacht, dass als er angriff, dessen Zahn durch die Unterlippe stieß, er den ganzen Turnhallenboden vollblutete. Nachdem er abends im Krankenhaus war, schüttelte er ihm die Hand und servierte dem Typen Abendessen.
Ich bin großer Fan von „Die Brücke“, Max Beckmann, einem deutschen Expressionisten, sehr dunkel, ernst, tiefsinnige Kunst, die zur gleichen Zeit sehr humorvoll und sarkastisch ist. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Stärken deutsche Klischees  sind, aber sie sind Stärken, die ich aufnahm und als typisch deutsche Merkmale wahrnehme. Die Fähigkeit Humor in Düsterheit zu finden, Berthold Brecht, über Tragik zu lachen, weil es mehr wert ist, als deine Zeit mit Weinen zu verschwenden. Deutsche Punkbands wie Slime haben mich immer beeinflusst. Diese sind in diesen intensiven und rauhen Zeiten entstanden, sehr verwirrende Zeiten für Deutsche und  die Musikperformance  war sehr enthusiastisch und brachte Leute dazu von ihren Sitzen aufzuspringen und zu pogen.

Chris: Ich frage mich oft, was Leute dazu treibt Lieder zu schreiben. Und ich bin immer ein wenig überrascht, dass die meisten Liedermacher dafür keine wirkliche Erklärung haben. Was wäre deine?

Eamon: Meiner Meinung nach passiert das mit dem Songwriting einfach aus dem Begehren heraus, das ich in der Antwort zu der ersten Frage schon beschrieben habe. Gebrochene Herzen, Kater, Traurigkeit, Kopfschmerzen, etc… du schreibst einen Song über diese Songs damit du sie feiern kannst, ohne dich auf das Negative zu fokussieren. Das ist, denke ich, die Essenz des Blues, eine Art von Musik, die anstatt über Fehlentwicklungen kontemplativ nachzusinnen, sich darüber lustig macht, indem sie eine Geschichte darüber erzählt, wie man sich nicht unterkriegen lässt. Bluesmusiker machen Songs, zu denen Leute tanzen und trinken, aber alle singen über die Frauen, die sie verlassen haben und die mühseligen Zeiten, die sie durchmachen mussten, bevor sich die ersten Erfolge zeigten. Wenn sie erfolgreich sind, geht’s nicht mehr um diese dunklen oder traurigen Dinge, sondern das Scheinwerferlicht und die Liebe.

Chris: Ich haben in einem Artikel in Exclaim! gelesen, dass du alle 3 Monate ein neues Album aufnimmst. Hast du eine Ahnung, warum dein kreativer Output verglichen mit anderen Songwritern so überbordend ist?

Eamon: Das liegt ehrlich gesagt an ganz einfachen und praktischen Dingen. Wenn ich einen Song komponiere, nehme ich ihn auf, damit ich ihn nicht vergesse. Wenn ich sowieso aufnehme, dann kann ich das genauso gut andere Leute hören lassen, daher veröffentliche ich es. Mein Output als Songwriter ist wahrscheinlich der gleiche aller anderen Songwriter. Aber wo die Songs anderer Komponisten nur auf dem Papier bestehen, existieren meine in Stereo. Ich kann keine Noten schreiben oder lesen, daher schreibe ich die Lyrics auf und nehme die Musik auf Band auf, hinterher verstehe ich dann, was ich komponiert habe. Die Aufnahmen dienen als Vorlage für die Live-Shows, so hab ich’s immer gemacht.

Chris: Die meisten deiner bisherigen Alben waren Home Recordings. Du musst ja Tag und Nacht spielen und aufnehmen. Grüßen dich deine Nachbarn noch?

Eamon: Die meisten der Aufnahmen entstehen komplett im Mischpult, abgesehen vom Gesang und dem Schlagzeug. Gitarrensounds sind der Klang einer Gitarre, welche direkt ins Mischpult eingesteckt ist, und durch Effektpedale, wie es 80er-Punkbands wie Reagan Youth es machten: Alle diese Songs sind Gitarren, die direkt ins Pult eingesteckt wurden, bis in den roten Bereich gedreht. Sie verschwenden keine Zeit damit, Verstärker mit dem Mikro aufzunehmen und um ganz ehrlich zu sein, als ich 13 Songs of Whiskey and Light aufnahm, hatte ich keinen Gitarrenverstärker, den ich nutzen konnte. Ich hab einfach meine Gitarre direkt ins Mischpult gesteckt und hab es durch ein Echo-Pedal geschliffen. Meine Nachbarn wissen wahrscheinlich gar nicht, dass ich so viel aufnehme, wie ich es tue.

Chris: Lass uns das Album 13 Songs Of Whiskey And Light mal näher betrachten. Der Tod ist ein gängiges Thema, ebenso Suff und Drogenkonsum um irgendwie mit dem Leben fertig zu werden. Der düstere Ton in den Songs lässt mich nach dem Licht suchen. Wo siehst du es in deinem Werk?

Eamon: Das Licht ist in allen Songs. Wie schon in der Antwort auf die zweite Frage gesagt: Es ist die Feier am Ende des Tunnel. Man hat einen Song über den Tod oder was auch immer geschrieben oder gespielt und am Ende geht’s gar nicht mehr wirklich darum. Es geht um etwas anderes. Für mich kann Whiskey and Light beide Richtungen einnehmen. Whiskey kann aus etwas Feierlichem entstehen und in etwas enden, das sehr destruktiv und wie eine ansteckende Krankheit ist. Das gleiche gilt für dunkle Themen: Sie können zu gleichen Teilen von Freude handeln, wie auch von Traurigkeit, je nachdem, wie der Song präsentiert wird.

Chris: Hast du persönlich Helden, die dich als Künstler geprägt haben? Oder ist deine Musik das Ergebnis von (Selbst-)Reflektionen und Lebensumständen?

Eamon: Ich hab auf jeden Fall persönliche Helden, Gram Parsons ist wahrscheinlich einer meiner stärksten musikalischen Einflüsse. Ich glaube wirklich an die Vision der „Cosmic American Music“, die eine Linie zwischen Folk, Blues, Soul, Rock ’n‘ Roll zog und es dennoch als eine Einheit ansah. Der Blues kommt in all diesem Zeug vor. Ich würde diese Theorie auch auf Punk Rock, Noise Music und Hardcore übertragen. Gram war nur nicht lange genug am Leben, um zu sehen, dass diese Idee weitergegeben wurde an die Post-Punk-Generation. Indie Rock wie Guided By Voices, Noise Bands wie Wolf Eyes, Hardcore Punk wie Black Flag, das ist alles „Cosmic American Music“ wie auch Hank Williams, Little Richard, Buck Owens, Otis Redding, Howlin Wolf, jeder. Das ist mir am wichtigsten, an der Musik, die ich gehört habe. Die Musik, die ich höre ist immer alles das Gleiche, egal ob’s Country, Rock, Soul oder was anderes ist. Es klingt alles gleich für mich, die Platten fließen sehr gut ineinander über für mich.

Chris: Wo siehst du dich in 5 Jahren? Glaubst du, dass man eine vernünftige Karriere im Musikgeschäft noch anstreben kann? Heutzutage gehen die Plattenverkäufe zurück, viele Sänger und Bands buhlen um Aufmerksamkeit. Ich denke, dass das Künstlerdasein wohl zum Teilzeitjob verkommt. Wie ist deine Einschätzung?

Eamon: Ich denke, dass ist eine gute Frage. Die Leute versuchen immer noch sich daran anzupassen, wie die Zeit die Dinge verändert hat. Manche Musiker sind festgefahren in ihrer Meinung, dass die Prä-Internet-Methode des Musikpromotens und -spielens immer noch die Norm ist, aber sie liegen falsch. Auf Tour gehen ist heute anders, das Veröffentlichen von Platten ist anders, der Markt ist anders. Ich denke, das Publikum versucht immer noch herauszufinden, was es genau ist, das es sehen und hören möchte. Musiker versuchen herauszufinden, welche Art von Musiker sie sein wollen. Musik und Kunst muss jetzt alle Aspekte des Outputs integrieren, die Tage, in denen die einzigen Aufgaben eines Songwriters das Schreiben, die Tonaufnahmen und das Touren waren, sind vorbei. Heute bist du für alle Dinge, die damit zusammenhängen verantwortlich. Du musst ein Promoter, ein Geschäftsmann sein, eine Ausrichtung haben, ebenso wie sehr viel Talent. Und manche Leute wollen solche Pflichten einfach nicht auf sich nehmen. Als ich als Musiker anfing, musste ich meine eigenen Touren buchen, meine Musik selber vermarkten, mich selbst um die Presse kümmern. Ich war Booking Agent, Promoter, genauso wie Musiker. Ich hab mir all diese Fähigkeiten beigebracht und mir den Arsch abgearbeitet. Das ist genau die Sache, die immer mehr passieren muss. Jetzt da ich Überstützung von White Whale Records bekomme, kann ich mich mehr auf das Schreiben/Aufnehmen konzentrieren, aber es sind immer noch ne Menge mehr Dinge involviert. Das ist die Haltung, die notwendig ist, um etwas zu erreichen. Die Musiker, die glauben, sie können sich zurücklehnen und auf jemand anderen zu warten, der diese Arbeit für sie tut oder dass ihnen alles in den Schoß fällt, die werden im Strom untergehen. Du musst jetzt sehr, sehr überzeugend sein und eine Menge Leute dazu bringen, daran zu glauben, was du tust.

In fünf Jahren werd ich wahrscheinlich genau das gleich tun wie heute, nur auf einem höheren Lebel. Die aktuelle Situation wird sich nicht sehr bald ändern, wenn überhaupt. Ich werde immer noch genauso arbeiten wie heute. Die Anstrengung und Energie werden dieselbe sein, aber der Rahmen wird größer sein. Es ist wie eine Fotografie vergrößern. Alles wird nur größer. Erst arbeitest du auf lokaler Ebene, dann expandierst du in ein Land, dann einen Kontinent, dann richtest du deinen Blick auf die ganze Welt. Alles dehnt sich irgendwie aus. Ich genießen den Do-It-Yourself-Weg des Musikmachens sehr und ich denke, es ist die Art der Kariere, die ich haben möchte. In 5 Jahren werd ich wohl genau das tun, was ich jetzt auch mache, aber die Zuschauermenge wird hoffentlich größer sein. Eine Band wie Wilco verdient gutes Geld mit ihren Live-Shows. Wenn Leute nicht mehr soviel Platten kaufen, hoffe ich sehr, dass ich sie dazu bringen kann, zu den Konzerten zu kommen. Ich wäre gerne dazu in der Lage eine Tour durch ganz Nordamerika oder Europa zu buchen und zu wissen, dass dort jeden Abend 300 Zuschauer sind. Es ist mir ziemlich egal, ob ich für den Rest meines Lebens einem Brotjob nachgehen muss. Das ist das was ich tue und ich werde es weiter machen.

Chris: Danke, dass du dir Zeit für ein Gespräch genommen hast.

Hol den Whiskey, meine Seele brennt! – Eamon McGrath

Ich versuche mich angesichts des Titels der vorliegenden Scheibe in eine nüchterne Betrachtung zu flüchten. 13 Songs Of Whiskey And Light nennt sich das am 9. Oktober in Deutschland erscheinende Album des im kanadischen Edmonton beheimateten Songwriters Eamon McGrath. Und obzwar den werten Herren hierzulande wohl nur Genre-Fetischisten kennen, handelt es sich bei besagter Platte um ein Zusammenstellung der Höhepunkte seines bisherigen Schaffens. Aus über 20 im Home-Recording-Verfahren aufgenommenen CDs wurden die besten Tropfen herausdestilliert und vom Label White Whale Records einer weltweiten Veröffentlichung preisgegeben. Was bleibt ist blankes Staunen über einen Ausnahmekönner, dessen kompositorische Fertigkeiten mit einem intensiven Vortrag einhergehen.

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In den vergangenen Monaten durfte ich hier die exquisite junge Garde amerikanischer Songwriter mit Worten beehren, Namen wie Mike Bones, Justin Townes Earle oder Miles Anthony Benjamin Robinson mit Lorbeer bekränzen. Doch Eamon McGrath kann mehr. Er hätte Tom Waits in der Stimme und Bruce Springsteen im Spiel, meint das kanadische Musikmagazin Exclaim! und treffender kann die Einschätzung eigentlich nicht ausfallen. Mit 13 Songs Of Whiskey And Light erleben wir eine Sternstunde, eine energetische Meisterleistung, die in unbehauener, roher Manier eine singuläre Ansammlung von Rock, Folk und Blues bietet und ungefilterte Authentizität abliefert.

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Dieser unbekannte, aus musikalischem Zwergenland stammende Songwriter fixiert alkoholgeschwangeren Trübsinn auf den Punkt, postuliert tiefsinnige Rage und bittere Traurigkeit. Schwer wiegt die Scheibe, welche an großen Momenten reich die Seele in Flammen führt. „Do you think that in heaven peoples lives become the dreams we get at night?“ sind Gedankenfetzen, deren imaginative Wucht den Hörer in eine Nachdenklichkeit peitschen, eine Stimmung entfachen, die kein Alltag zu bieten vermag. Der Song Holy Roller, dem diese Worte entnommen, stellt jedoch genau genommen keinen Höhepunkt dar, weil diese 13 Lieder ohne Ausnahme Glanzlichter sind. Mit dem Fokus auf eine angenehm verlebte Stimme, die voll Erfahrungen krächzt, einem simplen, schleppenden Rhythmus und dem lautstarken Gitarrensolo greift die Ballade ins Eingemachte. Oder nehmen wir Darby Crash And Burn Guitars. Was McGrath hier stemmt, ist die Zähmung seiner Dämonen. Piano, Schlagzeug und verhallter Gesang fließen in eine Mundharmonika, ergeben ein kämpferische Hymne voller Inbrunst, die ich mal nebenbei mit zum erlesesten Stück Musik zähle, die ich jemals hören durfte. Doch wie bereits angesprochen hat der werte Herr auch wüst-urtümlichen Rock für sich gepachtet, wie auf Big River oder dem frenetisch dröhnenden Retro-College-Rock-Stück  File Under Fire zu erlauschen.

Ich könnte alle 13 Songs als extraordinär bezeichnen, den folkigen Flair von Chained To My Love loben, der die glorreiche Tradition des Genres in Wortgewalt fortsetzt und keine Sekunde lang nur Klischees wiederholt. „The kids are all in limbo, must be their parents‘ fault.“ zielt herrlich gegen stockkonservative, religiöse Doktrinen. So – und nicht anders – stelle ich mir ausdrucksstarke, emotionsschürende, gedankenschürfende, relevante Musik vor. Auch das schwermütige Caves bringt meine Tränendüsen ins Wanken. Was zum Teufel dieser Eamon McGrath auch macht, er berührt ungemein mit aller Leidenschaft und Kunstfertigkeit, mit textlicher Stärke, welche zu nachhaltiger Beeindruckung verführt. Eamon McGrath macht aus Musik ein kostbares Lebenselixir, an welchem man andächtig nippen sollte. Diese Werkschau enthüllt einen Künstler, dem man Schreine in den Herzen bauen sollte. Zusammen mit Hombre Lobo von den Eels ist 13 Songs Of Whiskey And Light für mich das Album des Jahres.

Tour-Termine:

14.10.: Wittenberg – Crush
15.10.: Freiburg – Beatbar
16.10.: Offenbach – Der Waggon
18.10.: Winterthur (CH) – Club Dimensione
21.10.: Kassel – Kunsthochschule Underground

(Warum ein Bogen um sämtliche Großstädte gemacht wird, ist mir ein absolutes Rätsel.)

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