Schlagwort-Archive: Erasure

Letztlich optimistisch – Erasure

Man könnte ja meinen, der Weltuntergang stünde bevor. Alle jammern! Die einen über aufgezwungene Political Correctness, die alle Münder mit Euphemismen zu stopfen droht. Andere wieder über die Wiederkehr reaktionären Denkens, das viele hart erkämpfte und mittlerweile fast als selbstverständlich wahrgenommene Errungenschaften einkassieren möchte. Wie geht man in Zeiten von Trump, Brexit und Terror mit all dem um? Steckt man den Kopf in den Sand, macht auf Party bis zum Sonnenaufgang? Oder übt man sich in eher gedämpfter Stimmung, freilich nicht ohne alle Hoffnung fahren zu lassen? Die britischen Veteranen Erasure haben sich für letztere Variante entschieden. World Be Gone setzt über weite Strecken auf verhaltenen Synthie-Pop, der kaum Glitter oder Fetenlaune versprüht. Dieser nicht erwartbare Umstand macht das Album keineswegs weniger interessant.

Photo Credit: Doron Gild

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Schatzkästchen 85: Erasure – Love You To The Sky

Erasure sind ein echtes Phänomen. Ihr fröhlicher, eingängiger Synthie-Pop, der stets nach Party und Tanzboden anmutet, könnte geschmackssichere Gemüter zum Nasenrümpfen einladen. Und doch muss man schon ein ausgesprochener Miesepeter sein, um dem Tun der Herren Andy Bell und Vince Clarke ablehnend gegenüberzustehen. Womöglich liegt es daran, dass das Duo seinen Dancefloor-Stampfern Freude und Lebendigkeit einhaucht. Wo es in dem Genre rasch nach Plastik mieft, gelingt es Erasure, das Leben, die Liebe und eine weltumspannende Verbundenheit zu zelebrieren. Liebenswürdigkeit mag im Normalfall kein musikalisches Kriterium sein, in besagtem Fall erweist sie sich jedoch als Geheimnis des Erfolgs. Nicht minder imponiert, dass Bell nach wie vor mit viel stimmlicher Frische gesegnet ist, wie die neue Single Love You To The Sky imponierend verdeutlicht. Sie kündigt das bereits 17. Album des Duos an, das auf den Titel World Be Gone lauten und im Mai erscheinen wird. Wenn man das Vorgängeralbum The Violet Flame als Maßstab nehmen möchte, darf man davon ausgehen, dass Erasure einmal mehr ganz Erasure sind. An der positiven Lebenseinstellung gepaart mit fröhlichen Synthie-Pop-Hymnen wird sich garantiert nichts ändern. Schatzkästchen 85: Erasure – Love You To The Sky weiterlesen

Ein bisschen Halloween-Tamtam…

Ich bin zwar kein großer Verfechter von Halloween, aber ich sehe auch nicht ein, warum Zombies und andere gestörte Erscheinungen an 364 Tagen im Jahr frei herumlaufen dürfen, aber ausgerechnet an Halloween etwas von komischen amerikanischen Bräuchen gefaselt und die Nase gerümpft wird. Kurzum, es spricht nichts gegen Halloween, vor allem dann nicht, wenn Musiker diesem Monsteraufmarsch die eine oder andere Inspiration abgewinnen können. Darum seien jetzt auf die Schnelle vier Tracks empfohlen, die den diesjährigen Gruseltag musikalisch oder visuell ein bisschen aufpeppen wollen.

Beartown Zodiac – Run For Your Life

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Altersstarrsinn lohnt! – Erasure

Erasure sind sehr lebendige Relikte. Ihr überwiegend für den Tanzboden ersonnener Synthie-Pop hat sich in der mittlerweile fast 30 Jahre währenden Karriere als ausgesprochen konsistent erwiesen. Sie sind meist bei dem geblieben, was sie ohrenscheinlich am besten können. Auch als der Zahn der Zeit die großen Chartserfolge weggenagt hat, haben die Herren Andy Bell und Vince Clarke nicht an der eigenen Attitüde gezweifelt. Kontinuität – verbunden mit einer gewissen geistigen Frische – lässt Erasure vergleichsweise gut altern. Bells Organ tönt noch immer glockenklar wie am ersten Tag und auch Clarke sind die zündenden Ideen nicht ausgegangen. Dem mittlerweile 16. Studioalbum The Violet Flame gelingt es somit einmal mehr, leidenschaftlich übers Tanzparkett zu fegen. Viele der Acts von vor 25 Jahren haben das Pferd lange schon totgeritten, dieses Duo hingegen schafft es noch immer, ein Ja zum Leben, weltumspannende Verbundenheit sowie Liebesleid und Liebesfreud zu zelebrieren.

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Release Gestöber 57 (Alvvays, Erasure, PHOX, O)

Alvvays

Für ein wenig lärmigen, genüsslich versponnenen Indie-Pop samt melodischem Lieblichkeitsfaktor steht das aus dem kanadischen Toronto stammende Quintett Alvvays. Der niedliche Esprit ihres gleichnamigen Debüts Alvvays beschert dem Hörer ein Genre-Highlight des Jahres. Die Band um Sängerin Molly Rankin besticht durch einen von warmer Melancholie und gedämpfter Sonnigkeit verklärten Sound, dessen DIY-Flair irgendwo zwischen der Unbeschwertheit kalifornischer Strände und vorwitzigem, britischem Gitarrenpop verortet ist. Die Platte strotzt vor Songs, die Dopamine ausschütten, freilich ohne dabei zombiehaft-selige Dauergrinsen zur Schau zu stellen. Das Album besticht durch eine Jugendlichkeit, der man voller Lob in die Wange kneifen möchte. Als Highlight imponiert etwa das in wunderbarem Lo-Fi angeschrammelte Archie, Marry Me, auch Ones Who Love You lässt das Herz höher springen. Das Zusammenspiel aus Rankins juvenilem Fühlen und der wie durch einen nostalgischen Schleier hervorquillenden Gitarre Alec O’Hanleys macht den Zauber des Werks aus. Weitere Glanzlichter eines durch die Bank famosen Erstlings sind Party Police oder auch das shoegazig angehauchte The Agency Group. Alvvays besitzen ein Händchen für Hooklines, für eingängige Refrains, die auch schon mal in Richtung Twee-Punk schielen. Diese Platte hat Pfiff, versprenkelt retroesken Charme, kann sich stets auf einen patenten bis kecken Gesang verlassen. Sogar das in fahle Synthies gehüllte, gemächlich-nachdenkliche Red Planet steht der Platte gut zu Gesicht. Wo manch Band ein Schema F auf Albumlänge auswälzt, wartet der gewitzte Sound von Alvvays mit Ideen quer durch den Gemüsegarten auf. Wer ein lebendig-sommerliches Album mit dem einen oder anderen melancholischen Ornament sucht, wird an diesem Werk nichts, rein gar nichts auszusetzen haben!

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World AIDS Day – Free Erasure Download – Bells Of Love

To raise awareness of World AIDS Day on Sunday 1st December Erasure have made ‘Bells Of Love (Isabelle’s of Love)’ available as a free download in conjunction with The Terrence Higgins Trust & The National Aids Trust.

Erasure (Andy Bell and Vince Clarke) have been supporting AIDS charities for over 25 years, and Andy Bell has spoken extensively about his own experiences after being diagnosed with HIV-positive in 1998.

‘Bells Of Love (Isabelle’s of Love) is taken from Erasure’s new Christmas album ‘Snow Globe’, the track will be available free for 6 days.

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