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Schlaglicht 38: Explosions In The Sky

Die Rückschau trennt die Spreu vom Weizen. Auch in musikalischer Hinsicht. Was etwa die Charts vor 40 Jahren bewegte, ist heute oft nur eine Fußnote der Musikgeschichte. Was jedoch damals alternative, vielleicht sogar verpönte Strömungen waren, beeinflusst die Entwicklung von Musik bis heute. Und vielleicht wird man in 20 Jahren all das, was um die Jahrtausendwende Wellen schlug, in neuem Licht betrachten. Eine Bewegung wird dann zweifelsohne noch mehr Augenmerk erfahren, als sie das heute tut. Post-Rock ist als Genre eine höchst schwammige Angelegenheit, subsumiert man ihn als Versuch einer oft instrumentalen Querdenkerei wird jedoch ein Schuh daraus. Natürlich gibt es auch unter den zahllosen Post-Rock-Bands Pioniere, die Grenzen ausloten, und freilich jene, welche Ästhetik in Perfektion kultivieren. Die Texaner Explosions In The Sky fallen ohne Zweifel in letztere Kategorie. Sie sind keine Visionäre, dafür begnadete Handwerker, die schönste melodische Ausgestaltung beherrschen. Charakteristisch für die meisten ihrer bisherigen Aufnahmen sind erhaben flirrende Gitarren. Vielleicht haben sie sogar das eindringlichste Gitarrenspiel aller Post-Rock-Bands anzubieten. Mit Alben wie The Earth Is Not a Cold Dead Place (2003) und All of a Sudden I Miss Everyone (2007) haben sie sich in die Riege meiner Lieblinge gespielt. Deshalb freut mich die Nachricht, dass mit The Wilderness nun eine neue Platte angekündigt wurde. Die erste Hörprobe Disintegration Anxiety lässt sich freilich noch nicht recht in die Karten schauen. Schlaglicht 38: Explosions In The Sky weiterlesen

Unsere musikalischen Favoriten 2011 – Ein Zwischenstand und Vorausblick

Es gibt durchwachsene Jahre und grandiose Jahre. Bislang scheint 2011 noch einen schüchtern bescheidenen Eindruck zu hinterlassen, sich nicht voreilig entscheiden zu wollen. Natürlich verstecken sich feine Platten in den Tagen und Monaten des bislang so flugs verlaufenden Jahres. Aber zünftige Paukenschläge, welche das Herz in höchste Sphären katapultieren, fehlen bis dato mehrheitlich. Oftmals wird aus dem vermeintlichen Trommelwirbel dann doch ein Triangelgeklingel. Das gilt insbesondere für Alben, denen ich recht insbrüstig entgegen geharrt habe. Das neue Werk Take Care, Take Care, Take Care der mir ans Herz gewachsenen Post-Rock-Kulleraugen Explosions In The Sky wirkt ansprechend, aber nie völlig geniedurchblitzt. Die über alle Maßen verehrten The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble haben mich mit From The Stairwell zwar überzeugt, leider jedoch nicht derart enthusiasmiert, wie sie es mit ihren Vorgängerscheiben taten.  Ähnliches ließe sich auch über Joan As Police Woman oder The Low Anthem sagen. 2011 verlangt mir also Neuentdeckungen ab, zumal ich mit den gängigen Charts-Stürmern eher wenig anzufangen weiß. Herbert Grönemeyers Schiffsverkehr wirkt auf mich recht lustlos durchgewunken, die Foo Fighters etwa hatten auch schon mal distinktivere Hits im Repertoire. So sind es eben die jüngst aufgespürten Künstler, welche mir die erste Hälfte des Jahres speziell verzuckerten. Ein Ausblick auf demnächst zur Veröffentlichung anstehende Alben verspricht auch für den Rest des Jahres das eine oder andere Glanzlicht. Man darf gespannt bleiben, immer mit einem weit geöffneten Ohr den Neuerscheinungen begegnen…

Album-Favoriten 2011

Erland & The CarnivalNightingale

Joel AlmeWaiting For The Bells

Anna CalviAnna Calvi

Dark Dark DarkWild Go

Susanne SundførThe Brothel

Sin FangSummer Echoes

PapercutsFading Parade

Amon TobinISAM

Juliette CommagereThe Procession

Africa Hitech93 Million Miles

Lieder 2011:

Sin Fang – Two Boys

Sin Fang : Two Boys from morr music on Vimeo.

Low – Try To Sleep


Low – Try to Sleep (OFFICIAL VIDEO) von subpoprecords

Francesca Lago – On My Way Back From The Moon

Finde weitere Künstler wie Francesca bei Myspace Musik

Beady Eye – Wigwam (simfy)

Erland & The Carnival – Wealldie (simfy)

Dark Dark Dark – Something For Myself

Joel Alme – When Old Love Keeps You Waiting (simfy)

White Lies – Bigger Than Us


WHITE LIES – BIGGER THAN US (official music video) von elnino

Pat Appleton – Männer ohne Pferd

Lotte Kestner – Halo

Veröffentlichungsausblick:

Early Day Miners – Night People (VÖ 12.08.2011)
Beirut – The Rip Tide (VÖ 26.08.2011)
Tinariwen – Tassili (VÖ 02.09.2011)
Sóley – We Sink (VÖ 02.09.2011)
Dear Reader – Idealistic Animals (VÖ 02.09.2011)
Ladytron – Gravity The Seducer (VÖ 09.09.2011)
Cant – Dreams Come True (VÖ 09.09.2011)
dEUS – Keep You Close (VÖ 16.09.2011)
Ane Brun – It All Starts With One (VÖ 16.09.2011)
Shimmering Stars – Violent Hearts (VÖ 16.09.2011)
Laura Marling – A Creature I Don’t Know (VÖ 23.09.2011)
Björk – Biophilia (VÖ 30.09.2011)
Dum Dum Girls – Only In Dreams (VÖ 30.09.2011)
DJ Shadow – The Less You Know the Better (VÖ September 2011)
Noel Gallagher’s High Flying Birds – Noel Gallagher’s High Flying Birds (VÖ 14.10.2011)
Still Corners – Creatures Of An Hour (VÖ 14.10.2011)

SomeVapourTrails

500 essentielle Songs der Dekade – Teil 2

Auch dieses Mal wollen wir eine bunte Mixtur an bekanntem und unbekanntem, wichtigem und besonders wertvollem Liedgut vorstellen. Und obzwar Listen immer den Geschmack des Erstellers widerspiegeln, haben wir doch versucht über den Tellerrand zu lugen. So mag ob des Haareraufens nun das eine oder andere davon in der Suppe schwimmen. Dennoch wollen wir uns ans  Servieren machen – umso mehr, da wir der bloggenden Nachbarschaft mit dampfender Terrine und gutem Vorbild voranschreiten. Teil 1 offerierte bereits jede Menge Leckerbissen, jetzt folgt der Nachschlag.

500Tracks(Teil2)

wallofarmsThe Maccabees – Love You Better (2009)

someofmybestfriendsaredjsKid Koala – Skanky Panky (2003)

ghostsofthegreathighwaySun Kil Moon – Glenn Tipton (2003)

kidaRadiohead – The National Anthem (2000)

whateveryouloveyouareDirty Three – I Offered It Up To The Stars & The Night Sky (2000)

keystotheworldRichard Ashcroft – Words Just Get In The Way (2006)

siberiaEcho & The Bunnymen – In the Margins (2005)

championsoundJaylib – Champion Sound (2003)

lostchannelsGreat Lake Swimmers – Everything Is Moving So Fast (2009)

zMy Morning Jacket – Dondante (2005)

My Dad vs Yours

Seit vor über 10 Jahren die Band Godspeed You! Black Emperor Kanada zum Mekka des Post Rock gemacht hat, gab und gibt es unzählige – mehr oder minder erfolgreiche – Epigonen. Heute wollen wir einer tollen Band aus Ottawa das Ohr leihen: My Dad vs Yours.

Mit ihrem 2006 erschienen Debüt-Album After Winter Must Come Spring ist ein zwischen luftigen Harmonien und kraftvollem Sound pendelndes Album gelungen. Mein persönliches Highlight dieser Platte ist das ausladende, sich fein entwickelnde Instrumental-Stück No Farm No Food No Future, welches mich in seiner Wuchtigkeit an das Spiel der Band Explosions In The Sky erinnert.

Vielleicht hat dieses Video den einen oder anderen Leser auf den Geschmack gebracht. Darum zum Abschluß noch ein zwei Links:

MySpace-Auftritt der Band

Kostenlose Downloads auf Last.fm

SomeVapourTrails