Musikalisches Tohuwabohu (III): Hope, Forest Swords, Jacob Faurholt

Und wieder habe ich mir feine Klänge aus dem Kladderadatsch erhaltener Mails, Newsletter und Social-Media-Feeds herausgesucht. Mögen Sie auf gespitzte Ohren stoßen!

Hope

Düster und archaisch, voll entfesselter Emotion schallt Kingdom aus den Boxen. Der Song der Berliner Formation Hope gibt einen Vorgeschmack auf das für Oktober angekündigte Debütalbum gleichen Namens. Der Promotext geizt nicht mit anschaulichen Vergleichen: „Die Musik der Berliner Band Hope fühlt sich ein bisschen an wie Frost auf der Haut, stellt Haare auf. Irgendwie kann man sie einatmen, riechen, schmecken und fühlen. Dichter flächendeckender Sound, wabernde Synthesizer, noisige Gitarren, dezente Percussion und eine Stimme, die unaufgeregt stellenweise an Björk, Savages oder Karen O erinnert.“

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Schatzkästchen 84: Forest Swords – The Highest Flood

Zugegeben, ich bin in puncto Kino nicht länger auf dem Laufenden. Vielleicht rede ich also Stuss, wenn ich mir eine Neuauflage der goldenen Zeiten der späten Sechziger und frühen Siebziger herbeisehne. Jene Zeiten des politischen Films als ein Costa-Gavras großartige Filme gemacht hat, die von einem Mikis Theodorakis kongenial musikalisch ausgestaltet wurden. Ebenfalls hervorragend: Gillo Pontecorvos Film Queimada, der die sozialen Spannungen kolonialer Zeiten abbildete. Hier zeichnete der Meister Ennio Morricone für den Soundtrack verantwortlich. Vielleicht gibt es ja auch heutzutage eindringliches Kino mit starken Bildern und toller Musik. Möglicherweise ist es mir nur entgangen. Falls dem jedoch nicht so, könnte man zumindest in musikalischer Hinsicht rasch Abhilfe schaffen. Das Projekt Forest Swords des Briten Matthew Barnes erschafft Klangwelten von höchster Eindringlichkeit. Schon das Album Engravings (2013) vermochte mich zu begeistern. In seinen stärksten Momente vermengt es vorzeitlichen Beschwörungstanz mit dunkler Electronica, besticht mit archaischem Industrial. Ich kann mir richtiggehend ausmalen, wie diese Musik Dystopien begleitet, düsteren Realismus ausstaffiert.  Weiterlesen

Stippvisite 03/03/2014

Musik fällt nicht einfach so in den Schoß. Man sucht sie, entdeckt sie, nur selten schnappt man sie zufällig irgendwo auf. Wenn ich die Seiten meiner geschätzten Bloggerkollegen und manch vertrauter Magazine durchstöbere, ist die Wahrscheinlichkeit freilich groß, dass ich eher früher denn später auf besondere Klänge stoße. So auch dieses Mal!

Unverwüstlichkeitstipp:

Einer der unterschätztesten Britpop-Acts ist die Formation James, die vor allem in den Neunzigern in Großbritannien durchaus erfolgreich war, aber zumindest meinem Empfinden nach in deutschen Plattenregalen nie wirklich Fuß fassen konnte. Wie schade, denn auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft klingt die Band rund um Sänger Tim Booth frisch wie am ersten Tag. Für Juni diesen Jahres ist mit La Petite Mort das mittlerweile 13. Studioalbum angekündigt. Und nach dem ersten Vorgeschmack Frozen Britain zu schließen, darf man einmal mehr das James’sche Talent für perfekte Melodien und einen Vortrag mit Schmackes bestaunen. Die unverwüstlichen James klingen so jung, wie es viele Mittzwanziger-Bands gerne wären. Britpop forever! (via Coast Is Clear)  Weiterlesen

Stippvisite 14/06/13

Quadrillionen von Bands tummeln sich da draußen. Wir kennen sie nicht alle. Lernen aber täglich neue Künstler kennen, vor allem wenn wir uns durch ausgewählte Musikblogs und Magazine schmöckern. Das ist eine sehr erquickliche Beschäftigung, vor allem wenn man dabei diese Schätze hebt.

Begeisterungstipp:

Es gibt Lieder, die verfangen. Gleich beim ersten Mal. As You’d Begun ist so ein Song. Ihn kennzeichnet eine durch den Gesang hervorgestrichene Nostalgie, dazu gesellt sich die hymnische Ausgestaltung des Refrains sowie eine generelle Indie-Rock-Geschmeidigkeit. Die australische Formation Battleships darf mit dem Resultat sehr zufrieden sein. Bands, die nicht aus Europa oder Nordamerika stammen, haben es im globalen Dorf Internet noch immer schwer. Sogar Acts aus Australien oder Neuseeland können doch in aller Regel erst dann durchstarten, wenn sie sich etwa in England oder den USA niederlassen. Vielleicht erklärt das, warum das letztjährige Minialbum To You nicht auch hierzulande für Begeisterung gesorgt hat. Wer muntere Sehnsüchtigkeit mit wohldosiertem Pathos schätzt, wird diesen Track lieben. Auf der australischen Musikseite Triple J Unearthed ist As You’d Begun samt 2 weiteren Songs als kostenloser Download verfügbar. (via Coast Is Clear)

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