Schlagwort-Archive: Godspeed You! Black Emperor

Die 10 Alben, die mich am meisten bewegt haben

Der sehr geschätzte Kollege Nico hat mich auf seinem Blog und via Facebook nominiert, jene zehn Alben zu nennen, die mich im Laufe meines Lebens am meisten bewegt haben. Gern komme ich dieser Aufforderung nach und benenne diese. Ich tue mir dabei gar nicht einmal besonders schwer, denn obwohl sich diese 10 Platten vielleicht nicht gänzlich mit meinen ewigen Lieblingsalben decken, so hat es doch immer wieder Platten gegeben, welche mir zu einem gewissen Zeitpunkt richtig ans Herz gewachsen sind und für die ich mich auch heute noch keinesfalls schämen muss. Ich will kurz und chronologisch erläutern, warum ich genau diese Werke gewählt habe.

Bruce SpringsteenNebraska (1982)

nebraska_cover

Zusammen mit Japanese Whispers von The Cure war Springsteens Nebraska Ende der Achtziger meine allererste Vinyl-Platte. Dieses reduzierte, folkige Singer-Songwriter-Album hat einerseits meine Liebe zu Underdogs für immer einzementiert und mich weiters auch dahingehend geprägt, dass ich Storytelling so liebe.

Die 10 Alben, die mich am meisten bewegt haben weiterlesen

50 Albumschmankerln 2012

Hier nun also der zweite Teil unserer Jahresbestenliste. 40 Alben und 10 EP haben wir als Empfehlungen ausgewählt. Wie schon für unsere 75 Lieblingstracks 2012 gilt auch in diesem Fall, dass diese Liste von Auslassungen lebt. Natürlich wären Get Well Soon oder auch Leonard Cohen heiße Anwärter auf einen Platz in dieser Aufzählung, wenn wir denn jenen Alben heuer mit der gebührenden Ausführlichkeit gelauscht hätten. Doch wenn uns der wöchentliche Veröffentlichungszirkus etwas anderes weismachen möchte, gute Alben werden nicht schnell ranzig. Können auch erst mit ein paar Jahren Verzögerung gefestschmaust werden. Ob ein Musikjahr also beweihräuchert werden darf, das entscheidet sich oft erst lange nach dessen Verstreichen. Das, was uns jedoch bereits jetzt nachdrücklich in Herz und Hirn haften geblieben ist, haben wir folglich hier zusammengetragen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchstöbern!

Alben

Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source1. Lana Del ReyBorn To Die

50 Albumschmankerln 2012 weiterlesen

Janusköpfige Transzendenz – Godspeed You! Black Emperor

Lassen wir uns zu einer kurzen Vorbemerkung über Post-Rock hinreißen. Man neigt ja dazu, all das, was kein unmittelbares Verständnis erweckt, dennoch angenehm wuchtig dahinmelodeit, eben solch Klänge mit dem Post-Rock-Etikett zu versehen. Das führt dazu, dass einem beim Öffnen dieser Genre-Schublade zwangsläufig auch immer irgendein Kastenteufel anspringt, mit dem man nun wirklich nicht rechnen durfte. Wenn es jedoch Vertreter dieses Musikstils gibt, denen man die uneingeschränkte Autorität zusprechen darf, das Genre in seiner ganzen Komplexität zu repräsentieren, dann ist dies wohl die kanadische Formation Godspeed You! Black Emperor. Auch deren neuestes Werk ‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend! steht für eine Radikalität des Sounds, für die völlige Verschränkung von Geist und Gefühl. Es ist philosophisch und empfindsam zugleich, beredt und botschaftsbeladen, dabei letztlich auch das, was wir darin spiegeln. Es verkörpert die Essenz von Post-Rock.

Janusköpfige Transzendenz – Godspeed You! Black Emperor weiterlesen

Release Gestöber 32 (Clinic, Stumbleine, Norman, Godspeed You! Black Emperor)

Wir staunen und freuen uns mal wieder über ausgewählte Veröffentlichungen…

Clinic


Clinic – Miss You (Official Video) von domino

Beginnen wir mit einer unsagbar unterschätzten Band, die im November ein veritables Meisterstück veröffentlichen wird. Die Rede ist von der Liverpooler Formation Clinic und ihrem neuen Werk Free Reign. Bereits im Eröffnungstrack Misty schaukelt eine nostalgische Melodie  in einem Meer elektronischen Grillengezirpes. Dieses Lied wird es ohne Zweifel auf die Liste meiner zehn Lieblingstitel des Jahres schaffen. Ganz anders dagegen, vom jazzigen Flair eines Blaxploitation-Movies beseelt präsentiert sich Cosmic Radiation, während King Kong als psychedelisches Fieberritual überzeugt. Kurzum ist Free Reign eine atemberaubend feine Platte, auch weil Sänger Ade Blackburn eine dieser seltenen, Gänsehaut erweckenden Stimmen vorweisen kann. Großartig!

Free Reign erscheint am 09.11.2012 auf Domino Records.

Stumbleine

Die Loslösung vom Hier und Jetzt ist eine elementare Eigenschaft aller Künste. Und natürlich beschert Musik die beste aller Verträumungen, weil ihr Zauber sofort wirkt, sobald sich unsere Äuglein schließen. Das gilt auch für das Album Spiderwebbed, welches uns der im englischen Bristol ansässige Produzent Stumbleine beschert. Diese elektonische Musik schwankt zwischen unschuldiger Ekstase und einem tiefenentspannten Gleiten über alle Wipfel des Seins. In den gelungensten Passagen vollführt sie das, was Mediationsgedudel nicht gelingt, sie lässt den Astralleib beschwingt baumeln, während Heerscharen von Sonnenstrahlen über seine fluffigen Konturen tänzeln. Zu den gelungensten Tracks der Platte zählt Cherry Blossom als strahlendes, nostalgisches Echo, weiters Capulet mit seiner Mixtur aus spacigen Synthies und RnB-Flair, nicht zu vergessen auch Solar Flare oder etwa das zusammen mit Birds of Passage eingespielte Catherine Wheel. Lediglich mit einer Coverversion von Fade Into You erleidet Stumbleine Schiffbruch, denn dem Original von Mazzy Star kann niemand das Wasser reichen. Insgesamt jedoch fühlt man sich bei dieser Platte mitunter sogar an Moby oder Blockhead erinnert. Spiderwebbed regt dazu an, sich in langen, freudvollen Tagträumereien zu verheddern. (Den Track Capulet gibt es hier als kostenlosen Download!)

Spiderwebbed erscheint am 29.10.2012 auf Monotreme Records.

Norman

Unzeitgemäßes Tun ist wohl oft eine Frage der Überzeugung, mitunter jedoch schlicht in der Unfähigkeit begründet, die Zeichen der Zeit zu verstehen. Letzteres will ich der aus Oregon stammende Formation Norman nicht attestieren, dennoch beschert uns die Band einen Indie-Folk, der vieles von dem negiert, was dies Genre derzeit so populär macht. Stattdessen mengt sich ab und an eine ordentliche Prise Südstaatenrock in ihr Schaffen. Das Album Hay, Hay, Make A Wish And Turn Away ist ein Exempel für unprätentiöse Bodenständigkeit. Es geriert sich nicht von Zurück-zur-Natur-Mystik erfüllt, grisgrämt auch nicht mit knorriger Stimme oder haut fidel und stampfenden Fußes auf die Pauke. Salopp gesprochen sind Norman Landeier, deren Musik auch für Landeier gedacht ist. Als ein Hightlight der Platte entpuppt sich No Clouds mit seinem Abgesang an das städtische Leben, das den Sehnsüchten nicht genügt. Doch auch der Gang in die Wildnis birgt keine Befriedigung, weil nicht der Ort, vielmehr die Attitüde sinnstiftend wirkt. Ebenfalls gelungen: It’s Alright In Your Eyes, die herzerweichene Liebeserklärung Saddest Songs sowie das erhebende Kleinod The Wild & The Tame. Wer also zwischen all dem vielgepriesenen Folk und der gelobten Americana ein frei von Zeitgeist tönendes Werk erlauschen möchte, wird bei diesem guten Album auf seine Kosten kommen.

Das bereits 2010 veröffentlichte Hay, Hay, Make A Wish And Turn Away erlebte am 07.09.2012 auf Songs & Whispers seinen verspäteten wie verdienten Deutschland-Release.

Godspeed You! Black Emperor

Zehn Jahre nach ihrem letzten Album Yanqui U.X.O. ist es nun also Knall auf Fall soweit. Die Post-Rock-Ikonen Godspeed You! Black Emperor veröffentlichen dieser Tage ihr neues Werk ‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend!. Nun waren einige Protagonisten der Formation rund um Mastermind Efrim Menuck seit 2002 keineswegs untätig, als A Silver Mt. Zion (wahlweise auch Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Thee Silver Mt. Zion Reveries, Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra and Tra-la-la-Band, Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra and Tra-La-La-Band with Choir) entstanden in der Zwischenzeit einige hervorragende Platten. Doch wie sehr man die seit 2010 wiederformierten GY!BE vermisst hat, das wird erst mit dem neuen Album wirklich deutlich. Auf einen Track wie das zwanzig Minuten starke Mladic haben selbst größte Optimisten wohl kaum mehr zu hoffen gewagt. Mladic ist das Opus Magnum der Band, steht früheren Glanztaten wie East Hastings oder Providence um nichts nach, übertrifft sie vielleicht gar. Ein Staunen, ein Raunen muss sich jeder Fan exquisiter Post-Rock-Herrlichkeit auf der Zunge zergehen lassen, wenn dieser Track ertönt. Diese zwanzig Minuten definieren ein Genre, erschallen in schierer Perfektion. Und tatsächlich steht es wohl nur den Meistern zu, Post-Rock in Reinkultur mystisch zu zelebrieren. ‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend! wird ohne Wenn und Aber auf den Bestenlisten dieses Jahres ganz oben vertreten sein müssen. Wer nun hören wie fühlen will, sollte sich auf The Guardian den exklusiven Album-Stream nicht entgehen lassen!

‚Allelujah! Don’t Bend! Ascend! erscheint am 19.10.2012 auf Constellation Records.

SomeVapourTrails

Kollaps Tradixionales – Erste Hörprobe des neuen Albums von Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra

2010 verspricht bereits in den ersten Wochen zahlreiche Veröffentlichungen herausragender Künstler. Als dem Genre Post-Rock zugetaner Mensch komme ich darum nicht umhin, der neuen Platte von Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra sehnsüchtig entgegen zu harren. Was vor zehn Jahren noch unter dem Namen A Silver Mt. Zion als Nebenprojekt der kultischen Formation Godspeed You! Black Emperor begann, hat längst eigenständige Meriten an den Tag gelegt.

Wer mit Godspeed You! Black Emperor und dem Debüt F♯A♯∞ eine der wichtigsten Kompositionen des 20. Jahrhundert abgeliefert hat, könnte eigentlich getrost das Heil in der Variation des Erschaffenen suchen. Während sich Epigonen die Finger wund schreiben und spielen und doch kaum an die überdimensionale Magie heranreichen, haben Efrim Menuck und Kollegen auch mit Silver Mt. Zion hochinspirierte, verstärkt auf Gesang fokussierte Werke ersonnen. Nun erscheint bei der Instanz in Sachen Post-Rock, dem kanadischen Label Constellation Records, im Februar die neue CD Kollaps Tradixionales.

cst063cover_web

Eine erste Hörprobe verspricht nicht mehr oder weniger als die Erfüllung hochgesteckter Erwartungen. Doch hören wir selbst – und blicken freudig dem Erscheinungstermin Anfang Februar entgegen.

Links:

Offizieller Blog

Label-Seite mit Details zur Veröffentlichung

SomeVapourTrails

Begeisterungsstürme, los!

Manch Label bringt einfach nur gute Musik hervor. Ohne viel Tamtam, ohne schielenden Blick auf irgendwelche Charts. Einige kleine Plattenfirmen sehen in Musik eine Kunstform. In diesem Fall geht es um mehr als nur Berieselung, hier geraten Töne, Klänge und Harmonien zur essentiellen Nahrung für Geist und Gefühl.

Das kanadische Label Constellation gehört in oben beschriebene Kategorie. Die bei Constellation veröffentlichenden Künstler entsprechen der Crème de la Crème des Post-Rocks. Namen wie Silver Mt. Zion oder Godspeed You! Black Emperor sind Kult und stilprägend. Und demnächst werden wir von Constellation mit einem weiteren Sahnehäubchen beehrt.

Land Of Kush
Land Of Kush

Unter dem Namen Land Of Kush versammelt der Komponist und Musiker Sam Shalabi ein dreißigköpfiges Ensembles, welches zwei Dutzend Instrumente beherrscht. Against The Day nennt sich das im März erscheinende Album. Der bereits jetzt als kostenloser Download veröffentlichte Titel-Track Against The Day offenbart einen ersten Vorgeschmack. Und trifft mit der Mischung aus Post-Rock-Elementen und nahöstlichen Einflüssen voll ins Schwarze. Die sich episch entwickelnden, wiederkehrenden Klangmuster entfalten sich durch die breit angelegte Orchestrierung wunderbar und regen den Hörer zu Begeisterungsstürmen an. Trotz (oder vielleicht wegen) aller chaotischen, wild verwobenen Strukturen erzeugt die Kraft der Komposition gleich beim ersten Lauschen einen unvergesslichen Orgasmus. Die Opulenz dieses tönenden Universums ist unvergleichlich, jede Harmonie eine aufreizende Stimulanz unserer musikalischen Klitoris.

Wie immer nun einige Links zur Vertiefung des Gesagten. Selbige sind natürlich brav zu lesen und studieren. Nächstes Mal wird das erworbene Wissen abgeprüft…

Info-Seite auf Constellation Records

Wikipedia-Eintrag zu Constellation Records

Download des Tracks „Against The Day“

SomeVapourTrails

My Dad vs Yours

Seit vor über 10 Jahren die Band Godspeed You! Black Emperor Kanada zum Mekka des Post Rock gemacht hat, gab und gibt es unzählige – mehr oder minder erfolgreiche – Epigonen. Heute wollen wir einer tollen Band aus Ottawa das Ohr leihen: My Dad vs Yours.

Mit ihrem 2006 erschienen Debüt-Album After Winter Must Come Spring ist ein zwischen luftigen Harmonien und kraftvollem Sound pendelndes Album gelungen. Mein persönliches Highlight dieser Platte ist das ausladende, sich fein entwickelnde Instrumental-Stück No Farm No Food No Future, welches mich in seiner Wuchtigkeit an das Spiel der Band Explosions In The Sky erinnert.

Vielleicht hat dieses Video den einen oder anderen Leser auf den Geschmack gebracht. Darum zum Abschluß noch ein zwei Links:

MySpace-Auftritt der Band

Kostenlose Downloads auf Last.fm

SomeVapourTrails