Playlist: BitterSweet Christmas (Lieblingsweihnachtslieder Teil 1)

 

Das Fest der Liebe ist vor allem eines: Das Fest der Sehnsucht. Zu keiner Zeit im Jahr lässt sich so unverfroren dem Herzschmerz frönen. Zwischen bitterer Kälte und kuscheliger Wärem entfaltet die Liebe ihren janusköpfigen Zauber. Mit Teil 1 unserer Lieblingsweihnachtssongs bekommt ihr die volle bittersüße Pracht zum  Sehnen, zum Schwelgen und zur gepflegten Melancholie.

 

1. The Lonely Wild — Holidays
2. Scanners – State Of Wonder
3. Summercamp – I Don’t Wanna Wait Til Christmas
4. Smoke Fairies – Wild Winter
5. Great Lake Swimmers – Gonna Make It Through The Year (Free Mp3)
6. MENACE BEACH — Holidays Are Heavy
7. Kasabian – Bow Morning Zone for Christmas Day
8. The Green Apple Sea — December
9. Metric — The Fatal Gift
10. SHY NATURE – Christmas Lullaby
11. PINS — Kiss Me Quickly (it’s Christmas)
12. The She’s – December Tide
13. The Garlands – Christmas Song
14. Sam Halliday — Christmas Joy (Free Mp3)
15. Maylee Todd – I Don’t Intend To Spend Christmas Without You (Free Mp3)
16. Dum Dum Girls „On Christmas“ (Free Mp3)
17. Tim Dowling: Snowfall on TV
18. A Sunny Day in Glasgow – Shut Your Mouth, It’s Christmas
19. Beach house — I Do Not Care for the Winter Sun
20. Dragonette – Merry Xmas (Says Your Text Message)
21. Seafang – Happy When It Snows

DifferentStars

Schlaglicht 47: Great Lake Swimmers

Tony Dekker und seine Great Lake Swimmers brauche ich regelmäßigen Lesern dieses Blogs wohl nicht länger vorzustellen. Stattdessen will ich aus meinen Posts der letzten Jahre zitieren, um die Qualitäten der Formation nochmals aufzufächern.

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Photo Credit: Marina Manushenko

Inmitten einer turbulent lautstarken Welt bilden die Kompositionen Tony Dekkers einen meditativen Zufluchtsort, den Liebhaber modernen Folks nicht missen möchten.[1] Die stoische, zeitlos gültige Art der Lieder kratzt ein kontemplatives Element hervor, fokussiert sich auf eine Grundsätzlichkeit, die durch den entspannt-gelösten Vortrag noch verstärkt wird. Jene innere Ruhe bietet Hörern Halt, gerät zum Gegenstück einer mit jeder Faser wuselnden Gesellschaft. Dekker wirkt wie ein Eremit, der sich durch Abschottung eine Reinheit und Ernsthaftigkeit bewahrt. Er teilt sich mit, liefert Einblicke und wahrt doch Distanz.[2] Nachdenklichkeit und Tiefgang berührt das Herz, erzeugt eine Stimmung des Sehnens, die nicht die üblichen Befindlichkeiten abspult.[3] Tony Dekker ist ein Folk-Barde, wie er im Buche steht. Reflektiert, naturverbunden, mit viel Authentizität gesegnet. Zugleich beschränkt er sein musikalisches Schaffen keineswegs auf Gitarre und eremitische Abgeschiedenheit. Jener in bedächtiger Manier vollführte Folk-Rock und dieses Faible für lebendige Rhythmik ergänzen den gedankenversunken, warmen Vortrag perfekt. Mit seinen Great Lake Swimmers schlägt er seit über 10 Jahren die Brücke zwischen Erbaulichkeit und unprätentiösem Fühlen.[4]

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Unsere liebsten Songs 2015 (26-50)

Heute will ich ohne große Ansprache den ersten Teil unserer 50 Lieblingslieder vorstellen. Natürlich sind wir keine Listenfetischisten, die aus der Reihenfolge eine Wissenschaft machen wollen. Die Nummerierung dient vor allem der Übersichtlichkeit! All die hier aufgeführten Songs wurden von uns 2015 gerne und viel gehört. Es würde mich sehr freuen, wenn zumindest ein paar dieser Tracks auch beim werten Leser Wirkung zeigen.

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26.) Stereophonics – C’est la Vie

Die Pub-Rock-Hyme des Jahres! Das Lokal, in dem diese Nummer ohne jedwede Resonanz durch die Boxen dröhnt, muss erst noch eröffnet werden! (Das Album Keep The Village Alive ist am 11.09.2015 auf Stylus Records erschienen.)

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27.) Great Lake Swimmers – The Great Bear

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Unsere liebsten Alben 2015

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, adipisci velit… Moment, der Platzhaltertext ist natürlich ein Scherz. Sogar zwischen den Feiertagen fällt mir ein Gedanke zum Musikjahr 2015 ein. Ich meine nämlich, dass Musik zwar nach wie vor eine große Rolle spielt, sie zugleich weniger wahrgenommen wird. Wir hören Musik, aber wie viele Lieder könnten wir zumindest im Refrain tatsächlich mitsingen? Wären wir tatsächlich noch in der Lage, die Intention unseres liebsten Albums des Jahres in wenigen Sätzen zusammenzufassen? Ist es nicht fast erschütternd, dass die Texte, die sich den meisten Menschen einprägen, ausgerechnet aus schlimmen Genres stammen oder problematische Weltanschauungen verfechten? Zeilen aus Schlagern gehören zum Allgemeingut, auch die Protagonisten des Deutschrap haben genug Hörer, die an ihren Lippen hängen, selbst die Texte der völlig unsäglichen Frei.Wild finden willige Abnehmer. Wie aber sieht es mit den Heroen des Indie-Genres und den Kritikerdarlingen aus? Wer könnte Thees Uhlmann, Sufjan Stevens oder Julia Holter aus dem Effeff zitieren? Wir erleben eine Wahrnehmungskrise jener Musik, die für sich in Anspruch nimmt, wertvoll zu sein. Woran liegt das? Ich will es kurz machen, die Schuld teilen sich Künstler, Musikkritik und Hörer zu gleichen Teilen. Wenn Bands und Musiker soziale Netzwerke mit jeder Menge Fotos bespaßen oder mit allerlei Veranstaltungshinweise vollpropfen, dabei aber komplett vergessen, ihre Lyrics und/oder Gitarrentabulaturen zu verbreiten, dann dürfen sie sich eigentlich nicht wundern, wenn Hörer vielleicht lustige Schnappschüsse eher in Erinnerung behalten als die Inhalte der letzten Platte. Die Musikkritik wiederum wird sich mit Klickstrecken und der Ausrichtung auf Tablet und Smartphone zu Tode layouten. Dazu kommt noch die Facebook-Hörigkeit, die eine Platte mit wenigen knackigen Worten teasert. Rezensionen geraten oberflächlich, weil der Transport der eigenen Meinung über dem Verständnis einer Platte steht. Und dann wäre da noch der Hörer, dem Musik oftmals so wichtig ist, dass er sie gar nicht mehr käuflich erwerben muss. Nichts spricht gegen Streaming als Ergänzung zur CD-Sammlung. Ein Stream kann jedoch nie den Besitz einer Platte ersetzen, ihm fehlt jedwedes haptische Erlebnis, ihm fehlt der zeitliche Aufwand – ja generell der zielgerichtet Akt des Kaufs. Wir sehen also, die Krise ist umfassend! Und wird bestenfalls dort überwunden, wo die Musik Botschaften und Lebensgefühl mittransportiert. Das tut der Schlager, das tut leider auch Bushido. Wo also bleibt das Indie-Lebensgefühl? 2015 hat es trotz vieler toller Alben gefehlt. Doch genug geredet, hier nun unsere liebsten Platten!

1.) Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba – Ba Power

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Free Download: Ho! Ho! Ho! Canada VII

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Seit einigen Jahren schon ist der von The Line of Best Fit kuratierte Sampler Ho! Ho! Ho! Canada eine fixe Größe der Indie-Weihnacht. So gut manche der Zusammenstellungen in der Vergangenheit auch waren, so ehrlich muss man den mittlerweilen siebten Sampler als wenig gelungen bezeichnen. Dabei würde es in Kanada noch immer genügend Musiker und Musikerinnen geben, die das Zeug dazu hätten, ungewöhnliche Lieder rund ums Fest anzustimmen. 2015 ist bei Ho! Ho! Ho! Canada aber irgendwie der Wurm drin, die Chose scheppert und trällert eher ereignislos dahin. Vielen Liedern scheint eine Lo-Fi-Attitüde gemein, die in dieser offensichtlichen Häufung nur mit einer Vorgabe seitens The Line of Best Fit zu erklären ist. Anfangs hatte ich zunächst noch meine altersschwachen Boxen im Verdacht, aber tatsächlich wirkt die Compilation auf minderen Klang getrimmt. Da die 18 Titel umfassende Zusammenstellung aber zumindest mit 3 guten bis brauchbaren Tracks aufwarten kann, will ich sie dem werten Leser nicht verschweigen. Lobenswert fällt etwa La Fille du Père Noël von Les Deuxluxes aus. Die in Montreal beheimatete Formation beschert uns schrammelige Verve und aufreizenden Sixites-Chic. Formidabel! Nicht so gut, aber durchaus akzeptabel tönt Merry Kwansukkah der Nancy Pants. Die völlig unterirdische Klangqualität lässt sich hier immerhin mit einem Livemitschnitt erklären. Merry Kwansukkah ist Pop zwischen altbackenen Harmonien und punkiger Schräge, der auff alle Fälle bereits das eine oder andere Glühweingläschen zu viel gebechert hat. Mein Highlight freilich sind wenig überraschend die Great Lake Swimmers mit Julie Doiron als Gast.  Weiterlesen

Ein Hauch von Ewigkeit – Great Lake Swimmers

Tony Dekker ist ein Folk-Barde, wie er im Buche steht. Reflektiert, naturverbunden, mit viel Authentizität gesegnet. Zugleich beschränkt er sein musikalisches Schaffen keineswegs auf Gitarre und eremitische Abgeschiedenheit. Jener in bedächtiger Manier vollführte Folk-Rock und dieses Faible für lebendige Rhythmik ergänzen den gedankenversunken, warmen Vortrag perfekt. Mit seinen Great Lake Swimmers schlägt er seit über 10 Jahren die Brücke zwischen Erbaulichkeit und unprätentiösem Fühlen. Auch das jüngste, im Frühjahr 2015 erschienene A Forest of Arms bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme.

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Photo Credit: Marina Manushenko

Es ist ein Werk, das vereinzelt ein wenig quirliger auftritt, stellenweise hemdsärmeligen Rock sehr betont, sogar mit Refrains aufwartet, die zum Mitsingen einladen. Der Country-Rocker I Must Have Some Else’s Blues ist nicht eben typisch für die Band. Auch das zünftige One More Charge at the Red Cape fällt ein wenig aus der Rolle. Dieser Song wagt es, einen straighten Bandsound mit Dekkers manchmal fast schüchternen Gesang zu kombinieren. Das hat seinen Reiz, allerdings kommt sein Vortrag bei akustischeren, gedämpfteren Nummern besser zur Geltung.  Weiterlesen

Free Compilation: The Line Of Best Fit – Ho! Ho! Ho! Canada #6

English/Deutsch

It’s here, finally, Ho! Ho! Canada VI. It’s one of the two big gifts we do get every year. The Line Of Best Fit never fails to offer some extraordinary Christmas songs. This year I am really pleased by Last Winter (The Burning Hell) from Great Lake Swimmers mastermind Tony Dekker. Some of you might know that we are great fans of the Great Lake Swimmers, in 2011 they contributed the beautiful Gonna Make It Through The Night to Ho! Ho! Canada III. Another highlight of this year’s holiday sampler is Chic Gamine’s Noel (au Coin De Portage Et Main). For some reason I love French christmas songs. There are many other amazing tracks on this compilation. It’s kind of overwhelming.  Weiterlesen

Release Gestöber 20 (Exitmusic, Soulsavers, Cowboy Junkies, Nigel Wright und mehr)

Es gibt viel zu vermelden, also wollen wir uns ohne weitere Umschweife Veröffentlichungsgetümmel stürzen.

Exitmusic

Kaum eine EP war 2011 in meinen Ohren so wohlgelitten wie From Silence, mit welcher das Duo Exitmusic theatralisch wie atmoshärisch dicht zu überzeugen wusste. Nun erreicht uns vom Label Secretly Canadian die frohe Kunde,  dass der starken Talentprobe im Frühsommer ein Album namens Passage folgt. Einen ersten Eindruck vermag man durch den kostenlosen Dowload des Titeltracks zu erhaschen. Der Song Passage führt die dramatische Wucht der EP fort, gewittert stark auf den Hörer herab. Auf diese Platte darf man sich freuen!

Retribution Gospel Choir

Wenn eine EP umsonst unter die musikhungrigen Massen gebracht wird, möchte eine Band oder ein Musiker damit entweder die Bekanntheit steigern, sich wieder zurück ins Gedächtnis rufen oder aber Ausschussware zum Geschenk aufbauschen. Auf die Gratis-EP The Revolution trifft das alles nicht zu. Die Formation Retribution Gospel Choir ist zweifelsohne mehr als nur ein als Hobby betriebenes Nebenprojekt von Alan Sparhawk, seines Zeichens Mastermind der großartigen Low. Wir haben es somit nicht mit irgendeiner obskuren Band zu tun, deren Ruhm sich nicht über den Kreis der Verwandten und Freunde hinaus erstreckt. Auch liegt die Veröffentlichung ihres letzten Werks 2 erst anderthalb Jahre zurück. Bliebe noch die These vom Ramsch, den man zum Präsent umdeklarieren möchte. Doch weit gefehlt! The Revolution bietet auf knackigen 10 Minuten kräftig wilden Rock von angenehm altmodischer Attitüde. Speziell der Song The Stone (Revolution!) ist ein Wonneproppen von einem Lied. Ein Download lohnt.

Nigel Wright

Wenn es nach den E-Mails in meinem Postfach geht, bekomme ich pro Tag 10 Stimmwunder, 20 Senkrechtstarter und 5 Comebacks wagende Legenden angepriesen. Ich kenne sie alle nicht und in 99 Prozent der Fälle scheint dies auch gut so. Beim US-Singer-Songwriter Nigel Wright freilich horchte ich auf. Der Song Anna tönt folkig versunken, gerade durch einen zurückhaltenden Vortrag sehr eindringlich. Schlichtweg edel und schön. Ich werde mir das am 30.03.2012 erscheinende Album Millfoil sicher zu Gemüte führen.

Cowboy Junkies

Man erkennt die ungeschriebenen Gesetze der Musikbranche immer dann, wenn sie gebrochen werden. Die kanadischen Allzeitgrößen Cowboy Junkies präsentieren uns Ende März den letzten Teil ihrer auf vier Alben angelegten The Nomad Series. All die Platten wurden binnen zwei Jahren veröffentlicht. Das will so gar nicht in den gängigen Zyklus passen, der zwischen zwei Studioalben zwei bis drei Jahre Pause vorsieht. Doch die Folk-Band darf sich wohl auf eine treue Fanschar verlassen, der die Gesetzmäßigkeiten der Branche herzlich egal sind. Tatsächlich ist auch ausreichend Tinte im Füller, um Songs für vier Platten zu Papier zu bringen. Denn obwohl die Cowboy Junkies im letzten Jahrzehnt vielleicht nicht mehr das wunderbare Songwriting früherer Tage erreichen, belegt The Nomad Series, dass man der Band keine Schaffenskrise attestieren sollte. The Wilderness führt die Reihe zu einem würdigen Abschluss, zentriert sich einmal mehr um den stets wunderbaren Gesang von Margo Timmins, der auch 27 Jahren nach Bandgründung noch keinerlei Verschleißerscheinungen verrät.

Soulsavers

Was haben wir über das letzte Album der Soulsavers nicht Lob verloren! Rich Machin und Ian Glover hatten 2009 zusammen mit Mark Lanegan das tolle Broken ersonnen und eingespielt. Am 18.05.2012 ist es nun endlich soweit. Mit The Light The Dead See wird ein Nachfolgealbum auf V2 Records/Cooperative Music veröffentlicht. Abermals haben die Soulsavers einen Hochkaräter zur Zusammenarbeit gefunden. Lanegans Rolle übernimmt diesmal Dave Gahan, Frontmann der Urgesteine Depeche Mode. Wow, entfleucht es mir bei dem Gedanken daran, das könnte eine ganz starke Platte werden. Harren wir also voll Vorfreude der Dinge, die da kommen.

Great Lake Swimmers

Zuletzt sei noch einmal mehr auf eine absolute Lieblingsband hingewiesen. Die großartigen und wundervollen Great Lake Swimmers bringen am 30.03.2012 ihr neuestes Werk New Wild Everywhere unter das Volk. Wir werden selbiges natürlich entsprechend würdigen. Wer sich auf die Kanadier bereits einstimmen möchte, sei auf das akkustische Live-Album The Legion Sessions verwiesen, welches 2010 auf Nettwerk erschien. Dieser Tage ist die Platte als Gratis-Download erhältlich. Zugreifen!

SomeVapourTrails

Release Gestöber 17 (Justin Townes Earle, Great Lake Swimmers, Xiu Xiu, Speech Debelle)

Manchmal erinnert mich die ganze Musikpromotion ein wenig an marketenderisches Geschrei, das die überreifeste Banane zur kostenlosen Verkostung feilbietet. Oder an nen Metzger, welcher für sein Qualitätswurst wirbt, indem er mit Wurstenden für die Delikatesse wirbt. So stellt sich mitunter der erste Vorgeschmack auf ein neues Album entweder als ganz nahe am Abfallprodukt vorbeischrammendes Etwas heraus oder entpuppt sich als auf der Zunge zergehendes Glanzlicht, das den Rest des Albums später recht mickrig aussehen lässt. Wenn wir uns also heute ein paar Hörproben gönnen, dann auch unter dem Vorbehalt, dass man daraus nicht zwangsläufig ein Urteil ableiten kann. Eher schon aus dem bisherigen Werk eines Künstlers oder einer Band. Denn die Liebe zu jenen erfährt mit jedem neuem Album, jeder Tour eine Bestätigung. Es scheint wie eine Ehe. Wenn die Schmetterlinge im Bauch vor den Traualtar flattern, auch nach all der anfänglichen Aufregung im Alltag weiter herumschwirren, dann sinkt mit jedem verstreichenden Lenz die Wahrscheinlichkeit, dass sich die bunten Falter vertschüssen. Wer also einen Musiker besonders mag, drückt auch schon mal ein Äuglein zu, wenn die Musikpromotion mal nicht die leckerste Schokoladenseite einer Band hervorkehrt. Noch mehr schätzt man freilich, wenn gleich zum Auftakt ein Leckerbissen gereicht wird.

Justin Townes Earle

Justin Townes Earle begleiten wir schon länger auf seinem musikalischen Weg. Uns ist durchaus bewusst, dass man mit Edel-Country und Americana in Deutschland nicht unbedingt die Massen hinter dem Ofen hervorlockt. Speziell dann nicht, wenn man noch in der Blüte seiner Jahre steht. Ein altersweise Stimme tut sich beim Country schon leichter. Americana wiederum wird von der Kritik wohlwollender aufgenommen, je stärker sie an den eigenen Wurzeln knabbert. Der Storyteller Earle dekonstruiert keine Genres, er erzählt seine Geschichten realitätsnah wie ungekünstelt, mit der Gabe einer Einfühlung. Ob Midnight at the Movies oder Harlem River Blues, allein diese zwei Platten brachten tolle Lieder hervor. Das in Amerika am 27.03.2012 auf Bloodshot Records erscheinende Nothing’s Gonna Change The Way You Feel About Me Now wird seinen Vorgängern in nichts nachstehen. Weil der Titelsong Nothing’s Gonna Change The Way You Feel About Me Now sehr gut klingt und Justin Townes Earle noch auf jeder Scheibe einige Highlights versammelt hatte. Auf seiner Homepage gibt es besagtes Lied derzeit als Gratis-Download. Wer sich gegen eine E-Mail-Registrierung sträubt, wird auch beim Rolling Stone fündig.

Great Lake Swimmers

Eine Herzensangelegenheit. Ein anderes Wort will mir nicht einfallen, wenn ich an das Wirken der Great Lake Swimmers denke. Wie Mastermind Tony Dekker zeitgemäßen Folk von höchster Eigenständigkeit ersinnt, das begeistert mich stets. Nachdenklichkeit und Tiefgang berührt das Herz, erzeugt eine Stimmung des Sehnens, die nicht die üblichen Befindlichkeiten abspult. Die Magie des neuen Albums New Wild Everywhere (VÖ: 30.03.2012 auf Nettwerk) will ich daher keine Sekunde lang anzweifeln. Als erste Single-Auskopplung erscheint am 17. Januar das ungewohnt rockige, deftig beschwingte Easy Come Easy Go. Ein wirklich guter Track, der die Neugier weiter anstachelt. Wird dem distinktive Sound der Great Lake Swimmers eine neue Facette beigefügt?

Great Lake Swimmers – Easy Come Easy Go (radio edit) by nettwerkmusicgroup

Xiu Xiu

Xiu Xiu ist stets für einen gepflegten Schockeffekt gut. Mastermind Jamie Stewart provoziert mit avantgardistischem Touch, schreckt auch vor ausgesprochener Weinerlichkeit nie zurück. Man denke nur an das Album Dear God, I Hate Myself, und speziell an das gleichnamige Titellied samt Video, zweifelsohne eines der Hightlights des Musikjahres 2010. Nun meldet sich Xiu Xiu mit dem Track Hi zurück, der die neue Platte Always ankündigt (VÖ: 27.02.2012 auf Bella Union). Hi ist ein starker Song, der die gewohnten Stärken einmal mehr hervorkehrt. Wie Xiu Xiu Pop-Melodien mit Beklemmung füllt, das ist nach wie vor nichts für zartbesaitete Gemüter.

Hi by Xiu Xiu

Speech Debelle

Mal ehrlich, man hatte die britische Rapperin Speech Debelle eigentlich schon wieder vergessen. Sie schien eine Eintagsfliege, die mit ihrem Debüt Speech Therapy zwar 2009 den Mercury Music Prize gewinnen konnte, danach aber nicht mehr wirklich in Erscheinung trat. Anfang Februar wird das Nachfolgealbum Freedom Of Speech in hiesigen Breiten veröffentlicht (VÖ: 10.02.2012 auf Big Dada). Soviel möchte ich schon verraten: Die Geschichte des Rap muss keinesfalls umgeschrieben werden, ein paar Titel sind mehr als nur ordentlich, der Rest tönt – euphemistisch ausgedrückt – eher unauffällig. Den Track Studio Backpack Rap gibt es hier als kostenlosen Download. Wer aufgrund dieses guten Titels dem Album voll Spannung harrt, dem sei gesagt, dass man hier einen der rar gesäten Höhepunkte serviert bekommen hat. Über den Rest breche ich zu gegebener Zeit mein Schweigen.

SomeVapourTrails

Der klingende Adventskalender: Türchen 21 – Door 21

Ho! Ho! Ho! Canada Deux

Als deklarierter Fan Kanadas und ausgesprochener Liebhaber der Weihnachtszeit möchte ich heute die Gelegenheit beim Schopf packen und eine Zusammenstellung kanadischer Musiker hinter das heutige Türchen unseres klingenden Adventskalenders schmuggeln. Auf The Line Of Best Fit gibt es 2 CDs voller weihnachtlicher oder zumindest besinnlicher Klänge als kostenloser Download, darunter viele Lieder, die extra für diesen Anlass aufgenommen wurden. Auf dem Sampler Ho! Ho! Ho! Canada Deux findet man einige feine Songs. Das Herz der werten Co-Bloggerin öffnete sich ausgerechnet bei einem der wenigen Tracks, die ohne expliziten Weihnachtsbezug tönen. Denn die von uns innig verehrten Great Lake Swimmers haben mit dem Titel Gonna Make It Through The Year zweifelsohne das schönste Lied beigesteuert.

I love Canada – and Xmas too. So I can’t help but smile, because The Line Of Best Fit asked Canadian bands to contribute to a Christmas compilation. The results are often stunning. Ho! Ho! Ho! Canada Deux offers 30 tracks dealing with Christmas or winter. My dear co-blogger immediately enjoyed Gonna Make It Through The Year by our beloved Great Lake Swimmers. Although it’s one of the few songs not targeting Christmas, I have to mention this one. Easily the best original track on this sampler.

Great Lake Swimmers – Gonna Make It Through The Year by nettwerkmusicgroup

Prima gerät der winterliche College-Rock-Track Snow, den die in Vancouver beheimatete Band The Zolas beigesteuert hat.

The wintry college rock song Snow is pretty impressing too. I haven’t been familiar with The Zolas before, but this tune makes me curious. Thumbs up.


Finde weitere Künstler wie The Zolas bei Myspace Musik

Von den sich wirklich mit dem Fest aller Feste beschäftigenden Tracks sticht zum Beispiel der schroffe Sechziger-Sound von Material Xmas hervor, die Formation Boxer the Horse sollte man sich unbedingt notieren. Wer es flockig-poppig und unbeschwert mag, dem sei der Singsang Green Trees Red Hearts von Nat Jay unter den Christbaum gelegt. Ebenfalls ein kleines Juwel schenkt die wahrlich nicht unbekannte Basia Bulat mit You Are A Gift.

Let’s take a closer look at the songs celebrating Xmas. Well, kind of celebrating. Material Xmas is the kind of track which should have been recorded in the Sixties. Boxer the Horse do a heck of a job. Definitely more easy-going seems the decent pop tune Green Trees Red Hearts by Nat Jay. If you don’t know Basia Bulat yet, I’m pretty positive this will change immediately. You Are A Gift is a gem.

Eine wirkliche gelungene folkige Interpretation eines uralten Weihnachtsliedes liefern The Provincial Archive mit Coventry Carol. In die gleiche Kerbe schlagen The Wilderness of Manitoba mit dem erhaben präsentierten Kirchenlied We Three Kings. Das enthusiasmiert nicht nur Traditionsbegeisterte.

Two traditional Christmas carols shouldn’t be forgotten. The Provincial Archive deserve applause for chosing the Coventry Carol and The Wilderness of Manitoba for their noble version of We Three Kings.

Mit derlei facettenreichen Tönen sollten alle Geschmäcker bedient werden. The Line of Best Fit verdient für diese Compilation ein großes Dankeschön.

I love the various styles on this compilation. Many thanks to The Line Of Best Fit. That’s what I call a beautiful present.

Free Download / Kostenloser Download

SomeVapourTrails

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