Stippvisite 23/01/2014

Auch im neuen Jahr ist mir Musik nicht einfach zugeflogen, sondern wurde auf vertrauenswürdigen Blogs und Musikseiten entdeckt. Hier seien kurz und knapp ein paar der jüngsten Fundstücke erwähnt:

Unbehaglichkeitstipp:

Für die britische Ausnahmeband Her Name Is Calla hatte ich in der Vergangenheit nur lobende Worte übrig. Nach einer Schaffenspause melden sich die Briten nun mit dem Song The Roots Run Deep zurück, der eine erste Kostprobe für das im Frühjahr erscheinende Album Navigator darstellt. Ich musste mir zunächst die Ohren reiben. Ist das tatsächlich noch die Band, die mir mit der Platte The Quiet Lamb sehr viel Gänsehaut beschert hat? The Roots Run Deep zumindest oszilliert elektronisch-brummend, wirkt unheimlich, richtiggehend unbehaglich. Die Band beschreibt die Stoßrichtung des Albums so: „Navigator is a story of dreams that fail and do not materialise as youth slips away. It is the story of leaving one life behind and heading into the unknown of another. It is a story of losing love, life, faith and identity, and the great depression that brings. More importantly, It is about finding the way back home again.„. Das klingt nicht eben nach Zuckerschlecken! Wem der Sinn also nach kultivierter Verunsicherung steht, wer seine Seele auch mal gern in Falten legt, wird dem neuen Sound von Her Name Is Calla durchaus applaudieren können! (via Drowned in Sound, wo es den Song kostenlos gibt)

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Stippvisite 29/03/11

Wir melden uns nach einer kleinen kreativen Auszeit nun zurück und werden wieder regelmäßiger neue Schreibe präsentieren. Heute will ich auf die Schnelle dem werten Leser vier Empfehlungen erteilen.

Rundumtipp:

Über Her Name is Calla haben wir bereits viele Worte verloren und dennoch nach den richtigen gesucht. Der liebe Peter von den Schallgrenzen hat dieser Tage auf einen kostenlosen Sampler, eine limitierte 10″ Vinyl-EP namens Maw und eine anstehende Tour aufmerksam gemacht. Gut so, dies wäre mir tatsächlich entgangen.

Die bisherige Werksschau sollte derjenige zum Anlass des Reinschnupperns nehmen, der diese britische Band bislang noch nicht kannte. Der Kenner und Fan kann sich hier über Maw informieren. Und auch das eine oder andere Konzert in hiesigen Breiten muss man im Kalender unbedingt vermerken.

31.03.11 Münster – Gleis 22
01.04.11 Oberhausen – Druckluft
07.04.11 Dresden – Sektor Evolution
08.04.11 Leipzig – Paris Syndrom
09.04.11 Berlin – Lovelite
10.04.11 Wien (A) – Rhiz

Entdeckertipp:

Ich räume gern ein, dass ich derzeit schwerlich aus den Pantoffeln geworfen werde. Viel Musik gefällt, allerdings verflüchtigt sich das Interesse auch rasch wieder. Wenn ich mir ein Lied auch nach zehn Tage noch gerne anhöre, dann will ich es den werten Lesern nicht vorenthalten. Darkness Falls ist ein dänisches Duo, das soeben eine Debüt-EP veröffentlicht hat. Anders Trentemøller produzierte die EP und wird auch für das hoffentlich bald erscheinende Album verantwortlich zeichnen. Man darf gespannt der Dinge harren, der Song Hey! ist nicht von schlechten Eltern. (via Coast Is Clear)

Konzerttipp:

Photo Credit: Magali Boyer

Manchmal habe ich nicht alle CDs im Schrank. Irgendwie scheint das feine Album How To Live On Nothing vom Regal gepurzelt zu sein. Dabei wollte ich dem Singer-Songwriter Troy von Balthazar schon längst einige Zeilen widmen. Seine 2010 erschienene Platte bietet neben folk-rockigen Klängen auch das eine oder andere Mätzchen, zum Beispiel den lärmigen Track Santiago, eine ansprechende Säufer-Piano-Ballade namens The Tigers oder psychedelisches Geschrammel (In Limited Light). Weiters gelungen: Dots And Heart. Der Herr ist demnächst in Deutschland live zu erleben.

Dots And Hearts – Troy Von Balthazar from 3rd Side Records on Vimeo.

04.04.11 Dresden – Thalia Kino
05.04.11 Berlin – Babylon
07.04.11 Offenbach – Hafen 2

Hörtipp:

Ich sag mal so, wenn das kein Song ist, der in der Gehirnrinde Wurzeln schlägt, dann weiß ich einfach nicht mehr, was sonst den Atem stocken lässt. Ich spreche von How I Look For You, einem Lied aus dem famosen Album The Procession der amerikanischen Singer-Songwriterin Juliette Commagere. Mehr zu dieser Platte will ich demnächst äußern, bis dahin soll dieser Track für sich selbst sprechen.

Viel Vergnügen!

SomeVapourTrails

Lie In The Sound präsentiert: Die besten Tracks 2010 (Platz 11-25)

Ich hänge irgendwie noch dem vergangenen Jahr nach, viele CDs liegen noch herum, einige Lieder schwirren noch im Ohr. Bevor die Veröffentlichungen des Januar endgültig den Blick auf vergangene Kostbarkeiten zu verstellen trachten, seinen die schönsten Tracks von 2010 nochmals kurz und eindringlich ins Gedächtnis gerückt – in das eigene und in das des Lesers. 2011 mag zwar bereits aus den Startlöchern geschossen sein, aber das Gute des letzten Jahres hat an Güte noch nichts verloren.  Feine Lieder besitzen ohnehin kein Ablaufdatum, darum lohnt die Entdeckung nach wie vor. Sofern vorhanden wurde deshalb eine Hörprobe verlinkt, um den nackten Namen und Titeln eine nachhaltige musikalische Erfahrung einzuverleiben.

11. Betty and the WerewolvesDavid Cassidy

12. Philipp Poisel – All die Jahre

13. Her Name is CallaPour More Oil

14. BlockheadTricky Turtle

15. RPA & The United Nations of SoundAre You Ready?

16. SambassadeurDays

17. Kyrie KristmansonOh, Montmartre

18. Nina KinertDown On Heaven

19. Massive AttackParadise Circus

20. Tired PonyNorthwestern Skies

21. And So I Watch You From AfarSet Guitars to Kill

22. SillyAlles Rot

23. Sun Kil MoonAustralian Winter

24. Get Well SoonWe Are Ghosts

25. The KabeediesJitterbug

SomeVapourTrails

Lie In The Sound präsentiert: 30 Alben, die 2010 bereicherten

Endjahresbestenlisten verkörpern neben dem Geschmack des Erstellers vor allem eine blogpolitische Message: Sie möchten triftige Gründe liefern, warum der Leser auch im kommenden Jahr das eine oder andere Mal dem Blog oder Magazin seine Aufwartung machen soll. Nun kann die Strategie dahinter in der Platzierung bekannter Namen und Alben liegen, welche ins Auge springen und dem Besucher das Gefühl geben, sich auf vertrautem Terrain zu bewegen. Eine andere Verfahrensweise besteht in der Nennung des Obskuren und Außenseiterhaften, was wiederum den Entdeckerdrang des Lesers besonders anregt, zugleich eine Underdog-Romantik bedient. Oder aber der Lister packt die Last der Musikwelt auf seine Schultern, filetiert einen allumfassenden Querschnitt, der sämtliche Genres und Stile berücksichtigt, die nicht ausschließlich von moldawischen Entenzüchterchören betrieben werden. Einfach um seinen Kunden zu suggerieren, dass man musikalisch alles, schlichtweg alles geboten bekommt, was nur irgendwie ein Instrument in den Händen zu halten vermag.

All die aufgezählten Zugänge winken verheißungsvoll. Und würden mir dennoch ein Gähnen entlocken, da der unter die Oberfläche tauchende Leser bereits ohnehin erkannt hat, wie es um die Grundausrichtung des Blogs bestellt ist. Warum also nicht eine Auflistung, welche auch dem, der handverliest, einen Spannungsmoment beschert? Aus besagtem Grunde will ich die 30 Lieblingsalben unseres Blogs, davon wurden ja bereits 10 vor 2 Wochen genannt, nach Provenienz sortieren. Welche Aussagekraft lässt sich aus der Herkunft unserer Favoriten ableiten? Einerseits könnte man ihr Hotspots entnehmen, an den von uns verehrte Musik entsteht. Ein weiterer Zugang würde die Weite unseres Horizont determinieren. Und eine dritte – allgemein gültigere – Betrachtung könnte skizzieren, dass auch in Zeiten des ach so globalen Internets gewisse kulturelle und sprachliche Barrieren dazu führen, dass dem neugierigsten Zeitgenossen – nämlich mir – Musik von ganzen Kontinenten de facto verschlossen bleibt. Doch seien nun ohne längere Umschweife die 30 Platten des Jahres präsentiert:

England

Her Name is CallaThe Quiet Lamb

ScannersSubmarine

RPA & The United Nations of SoundUnited Nations of Sound

Grasscut1 Inch / ½ Mile

BonoboBlack Sands

The Strange Death of Liberal EnglandDrown Your Heart Again

Betty and the WerewolvesTeatime Favorites

Exit CalmExit Calm

Allo Darlin‘Allo Darlin‘

Wales

Tom JonesPraise & Blame

USA

Clem SnideThe Meat of Life

Damien JuradoSaint Bartlett

The PostmarksMemoirs At The End Of The World

Sharon Van EttenEpic


EelsEnd Times

BlockheadThe Music Scene

InterpolBroken Bells

Broken BellsBroken Bells

Island

Pascal PinonPascal Pinon

Schweden

SambassadeurEuropean

Nina KinertRed Leader Dream

JunipFields

Norwegen

Jaga JazzistOne-Armed Bandit

Deutschland

Mardi Gras.bbVon Humboldt Picnic

Get Well SoonVexations

Philipp PoiselBis nach Toulouse

HundredsHundreds

Österreich

Francis International AirportIn The Woods

Kanada

Thee Silver Mt. Zion Memorial OrchestraKollaps Tradixionales

Mali

Ali Farka Touré & Toumani DiabatéAli and Toumani

Welche Blöße gibt sich diese Liste? Außer dem bereits erwähnten Umstand, dass sie ganze Kontinente zu weißen Flecken erklärt, Asien, Australien und Südamerika mangels Angeboten negiert. Weiters enthüllt sie, dass nur eine Handvoll Alben nicht die englische Sprache als Mittel des Ausdrucks wählen. Als zusätzliche Information sei erwähnt, dass uns 11 der 30 Platten aktiv von Promotoren angepriesen wurden, während wir bei 19 selbst schon lange mit dem Fernrohr Ausschau haltend harrten oder Breschen durch den Veröffentlichungsdschungel schlugen, um sie zu entdecken. Von den 30 Interpreten waren 13 darunter, von denen wir zum ersten Male ein Platte erlauschten, 8 davon können sich ihres Albumdebüts rühmen. Die Bandbreite der vertretenen Stile reicht von Post-Rock über Twee, Indie-Rock, Downtempo und ähnlichen elektronischen Spielereien hin zu Pop, Folk und gar World Music.

Natürlich kann man nicht jedes 2010 publizierte Werk in Augenschein nehmen. So lebt die Auflistung auch von schmerzhaften Auslassungen. Die aktuelle Scheibe der Manic Street Preachers fehlt ebenso wie Gisbert zu Knyphausens jüngster Release. Auch Sun Kil Moon blieb noch ungehört oder sogar Fran Healys  Alleingang. Daher bedeutet eine etwaige Absenz keinesfalls, dass wir ein Album verdammen. Xiu Xiu fabrizierte einen der besten Track des Jahres und glänzt doch durch Abwesenheit, ähnliches gilt für Johnny Cashs posthume Auferstehung. Vielen davon wird bei unserer Reihung der besten Songs Gerechtigkeit widerfahren. Für heute jedoch gilt, mögen unsere Lieblinge des Jahres beim Leser auf fruchtbaren Boden fallen.

SomeVapourTrails

Stippvisite 21/12/10 (jetzt mit 20% mehr Inhalt)

Noch wichtelt das Weihnachtsmännchen mit einem Sack voller Geschenke vor der Nase herum, aber 2011 nähert sich mit Riesenschritten. Zeit also 2010 noch mit Anstand zu verabschieden, die Bude ein wenig freizuräumen, Empfehlungen auf dem Präsentierteller zu servieren, mit Liebe dekoriert wohlgemerkt, damit gar nicht erst der Anschein aufkeimt, wir würden Reste verramschen.

Downloadtipp:

Allo Darlin‘ gehört zu meinen persönlichen Entdeckung 2010. Ihr auf Fortuna Pop erschienenes Debüt zählt zu den pfiffigen, kurzweiligen Indie-Pop-Scheiben des Jahres. Es ist mir ein Rätsel, warum ich dem gleichnamigen Album nicht wesentlich mehr Zeilen auf unserem Blog gewidmet habe. Das werde ich sicher noch nachholen, bis dahin kann der Leser meinem Urteil vertrauen oder aber sich selbst ein Bild machen. Der Track My Heart Is A Drummer ist gegen Hinterlassung einer E-Mail-Adresse auf der Label-Seite als kostenloser Download erhältlich.

Covertipp:

Anika – I Go To Sleep by stonesthrow

Manch Song entwickelt sich durch die verschiedenen Interpreten, die ihm die Stimme leihen, weiter. So zum Beispiel I Go To Sleep, im Original von The Kinks. Viele, dazu zählt sich auch die werte Co-Bloggerin, mögen wohl meinen, dass The Pretenders das Lied ersonnen haben. Nein, sie haben ihm nur ihren Stempel aufgedrückt. 2010 macht sich Anika I Go To Sleep zu eigen. Was es mit der werten Dame aus sich hat und welcher findige Kopf hinter dem Projekt steckt, erfährt man aus dem folgenden Video. Das Lied ist als kostenloser Download auf der amerikanischen Label-Seite verfügbar.

Liebhabertipp:

Mensch, was habe ich mir mir den Mund wund geredet, um das Album The Quiet Lamb von Her Name is Calla anzupreisen. Damit will ich weitermachen. Nun gibt es ein Video zu Moss Giant, dem Eröffnungstrack des Albums. Der Clip zeigt die konzentrierte Anspannung der Band vor einem Auftritt. Unter diesem Aspekt ist der ausgewählte Track durchaus passend, weil er meditativ tönt. Und doch verkörpert er die intensive Wucht der Band nur im Ansatz. Weitere Hörbeispiele empfehlen sich, hier habe ich bereits ein paar vorgestellt.

Vorfreutipp:

Axel Bosse, oder schlicht und einfach Bosse, veröffentlicht Ende Februar sein neues Album Wartesaal. Ich habe mir diesmal vorgenommen, dem Werk Gehör zu schenken. Bislang wurde Bosse auf unserem Blog doch links liegen gelassen. Zu Unrecht. Der erste Vorgeschmack, das akustische Yipi, gefällt. Gegen einen Tweet oder den Eintrag in den Newsletter ist das Lied gratis erhältlich.

Entdeckertipp:

Nochmals ein Cover. Die britische Band The Scholars bieten gerade ihre Version von Anyone’s Ghost an, im Original von den durchaus mit einem Gähnen behafteten The National. Ich gebe The Scholars gute Chancen, den Durchbruch zu schaffen, besonders wenn das Songwriting noch einen letzten Schliff erfährt, denn Vortrag und Sound tönen bereits erstsahnig, wie Anyone’s Ghost bezeugt.


Entwicklungstipp:

Illute, eine Berliner Singer-Songwriterin, deren Debüt ich sehr gelobt habe, verschenkt gerade den Song You Go. Dieser Track findet sich zwar bereits auf dem Album Immer kommt anders als du denkst, aber diese getragenere, ausgefeiltere Version zeigt mir, wie zügig ihre Entwicklung voranschreitet. Eine ganz tolle Künstlerin. Mehr zu You Go findet sich auf dem Blog des famosen Labels analogsoul.

ILLUTE – „you go“ by analogsoul

Samplertipp:

Coast Is Clear, eine der wenigen Institution der deutschen Musikblogszene, steht für eine geschmacksichere Spezialisierung auf alle Facetten des Indie-Pops, für eine Spürnasigkeit, die sich nicht auf Pressemeldungen oder Waschzettel von Promofirmen verlässt, und für eine Bescheidenheit, die diesen Blog nicht zu einem Magazin aufbläht. Ein Blog ist ein Blog und eben nicht der Rolling Stone, Gott sei Dank. Nun hat Peter von Coast Is Clear eine Compilation veröffentlicht, zusammen mit der Radioshow Some Velvet Morning. Dieser kostenlose Sampler namens Some Velvet Coast entlockt auch mir ein Staunen, kenne ich doch gerade einmal ein Fünftel der 34 Interpreten. Ein paar Tracks will ich besonders empfehlen. Sambassadeur mit Final Say, The Ballet mit In My Head, Push It Away von Seeräuber Jenny, natürlich auch Cloudbusting von Wild Nothing. Hier kann und soll man sich diese Compilation herunterladen. Coast Is Clear ist und bleibt eine Bereicherung für jeden Musikfetischisten.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen.

SomeVapourTrails

Lie In The Sound präsentiert: Die 10 besten Alben des Jahres

Heute wollen wir unser geschmackssicheres Füllhorn ausgießen und nach langem Grübeln die 10 besten Alben des Jahres kundtun. Wir haben das ganze Jahr über viele wirklich gute Platten erlauscht und manchmal auch besprochen, mit Sicherheit versteckten sich leider auch viele feine Werk im Gewimmel der Veröffentlichungstermine. Alben sind wie Menschen, die wirklich penetranten, aufdringlichen, anmaßend jovialen bekommen weit mehr Aufmerksamkeit, während die bescheidenen wie begabten Geister im Hintergrund bleiben. Unsere Taschenlampe jedoch leuchtet besonders die hintersten Winkel der Musikszene aus, überschweifen dabei jene, die sich allzu beharrlich Indie auf die Stirn tätowiert haben. Aber sogar manch Rabauke oder bärbeißige Zeitgenosse aus der ersten Reihe verdient Anerkennung, fährt gegenüber geschniegelten Mainstream-Fratzen die Ellbogen aus. Wir hören sie alle, erhören nur einige. Die Welt mag gaga sein, wir sind es jedoch nicht, so erklärt sich unsere Selektion.

1. Her Name is Calla – The Quiet Lamb

Und eben jene Vielschichtigkeit spottet jeder Beschreibung, macht mich ratlos, mit welchen Worten ich empfehlen soll, was doch für sich selbst spricht, wenn man nur das Wagnis eingeht, dieses Album anzuhören. Und ja, das sollte man um jeden Preis tun, wenn man die heiligen Momente der Musik zu ergründen wünscht. (Mehr hier)

2. Clem Snide – The Meat of Life

The Meat of Life erfüllt alle Anforderungen, um als wahres Kleinod den Liebhaber tief- wie eingängiger Musik zu erfreuen. Eine sanfte Melancholie paart sich mit Ironie, zeitlos warme, wunderbar altmodisch umgesetzte, niemals sterile Melodien bestechen. (Mehr hier)

3. Sambassadeur – European

Neben extrovertiertem Pop gibt’s natürlich auch ruhige Seelenschmeichler auf der Platte wie den Track Albatross. Eingängiges Songwriting paar sich hier mit dem charmanten Vortrag von Anna Persson. Zurecht im englischsprachigen Feuilleton gefeiert, zu Unrecht im deutschsprachigen Raum übersehen/unterschätzt, bleibt mir nur ein Fazit: Unbedingt hören, kaufen, lieben! (Mehr hier)

4. Jaga Jazzist – One-Armed Bandit

Eine Platte, die Jazzfunk mit dem hehren Wesen des Minimalismus durchmengt, eine CD, welche fast schon verschwenderisch mit der Verwendung von Instrumenten umgeht und dabei doch ein harmonisches Gesamtwerk kreiert, bei dem jeder Mosaikstein am richtigen Platz liegt, exakt so zeigt sich One-Armed Bandit. (Mehr hier)

5. Damien Jurado – Saint Bartlett

Nie war Damien Jurado zwingender, nie die Harmonie von Musik, Lyrics und Vortrag vollkommener als auf Saint Bartlett. Man vermag sich schwerlich eine Steigerungsmöglichkeit ausmalen. Die Grazie des Werks schwillt in all dem Sehnen, Trauern, Leiden, Suchen und Hoffen zu einer majestätischen Wucht an, welche das tiefste Innere des Hörers in schönste Aufruhr versetzt. (Mehr hier)

6. Scanners – Submarine

Nicht ganz so wütend wie Emily Haines, dafür aber mit der Laszivität der ravonetteschen Sharin Foo darf sich Sarah Daly mit den Scanners spätestens nach dem zweiten Album zur ersten Riege der “Female fronted”-Bands zählen. (Mehr hier)

7. Mardi Gras.bb – Von Humboldt Picnic

Was nun bekränzt Von Humboldt Picnic – abgesehen von der qualitativen Hochwertigkeit? Wohl auch der Umstand, dass Mardi Gras.bb aus Deutschland kommen, das gesamte Ensemble um Mastermind Doc Wenz aber mit der Finesse kosmopolitischer Musik-Koryphäen agiert. So darf diese Expedition in aller Herren und Frauen Länder als hochgradig gelungen erachtet werden. (Mehr hier)

8. The Postmarks – Memoirs At The End Of The World

So wie die Wunderwaffe der Postmarks in jedem Moment die Fähigkeit ihrer Sängerin ist, immer die Gratwanderung zu meistern, zwar lieblich und betörend, nie aber überzuckert zu klingen. Ein Balanceakt, der nur wenigen Interpretinnen gelingt. Ihre Bandkollegen Jonathan Wilkins und Christopher Moll verschaffen die perfekte musikalische Kulisse, vor deren Hintergrund Tim Yehezkely als Hauptdarstellerin zwischen Opfer, Heldin und Schurkin agiert. (Mehr hier)

9. RPA & The United Nations of Sound – United Nations of Sound

Das Schlechteste an dieser Platte ist der Bandname, welchen Richard Ashcroft für sein neues Vehikel gewählt hat. Denn sonst besticht United Nations of Sound als zutiefst schmissige Platte, die ordentlich Rabatz macht und sich zugleich eine vertraute erhabene Opulenz gönnt. (Mehr hier)

10. Get Well Soon – Vexations

Konstantin Gropper vermochte mit Vexations seinen Ruf als Wunderkind zu zementieren. Anspruchsvoller, more sophisticated kann Pop nicht klingen – und freilich auch kaum besser.

Und weil es mit diesen 10 Alben nicht getan ist, die Regeln von Top of the Blogs aber genau dies vorsehen, noch dazu eine Reihung verlangen,  werden wir demnächst weitere Werke nachreichen, die diese Ehre nur knapp verpasst haben.

SomeVapourTrails

Die heiligen Momente der Musik – Her Name is Calla

Manchmal muss man die Finger von Superlativen lassen, wie sehr es auch in den Händen kribbelt, genau diese inflationär zu verwenden. In den heiligen Momenten der Musik entwickelt sie eine derartige Spannweite, die auch verschachtelte Sätze und enthusiastische Adjektive nicht auf eine Portion Fassbarkeit zusammenfalten können. Dennoch mag ich nicht gänzlich vor dem Unterfangen kapitulieren, eine annähernd adäquate Vorstellung dieser klanglichen Tour de Force in Buchstaben zu meißeln. Wie aber nähere ich mich einem Werk an, welches der heutigen Fließbandproduktion von CDs zunächst einmal echte Handarbeit entgegenstellt, nicht nur mit Herzblut gefertigt wurde, denn dieses durchdringt ja auch die Arbeit von Laien, sondern sogar noch einen abgrundtiefen künstlerischen Ausdruck in sich trägt? Faszination trübt den Blick, weil sie sich so sehr mit sich beschäftigt, dass jede Beschreibung eines fesselndes Werks zu einer Selbstdarstellung der Gefühlswelt des Betrachters mutiert. Eben dieses Dilemma, nicht nur die eigene Begeisterung zu transportieren, vielmehr ein Stückchen Tatsachenbeschreibung in den Sandwich des persönlichen Geschmacks zu quetschen, aus genau der Bredouille werde ich mich in den folgenden Absätzen nicht winden können.

Jenes Album, das nach besonderen Worten verlangt, nennt sich The Quiet Lamb, die Formation, welche es prächtig erschaffen hat, firmiert unter dem Namen Her Name is Calla. Das britische Quintett Thom Corah, Sophie Green, Michael Love, Tom Morris und Adam Weikert bietet weit mehr als nur die üblichen Kniffe auf, ignoriert das Schema F, welches leider längst das nebulösen Genre des Post-Rocks zu definieren scheint. Die Tracks vermeiden das überraschungsarme, abgewetzte Strickmuster von schwelgerischem Anschwellen, lärmiger Eruption und nach Atem ringendem Ausklang. Sie sind bei aller Zielstrebigkeit weniger berechenbar, überwinden herkömmliche Herangehensweisen, agieren mal episch ausladend, um nur kurz darauf eine spartanische Schlichtheit an den Tag zu legen. Folkische Schnörkellosigkeit trifft auf furios brodelnde Opulenz, Lautlosigkeit wechselt sich mit ohrenbetäubender Belärmung ab. Die Abgründe klaffen weit auf, Verzweiflung und Schmerz werden ohnmächtig dargereicht, doch trotz all der dunklen Färbung machen sich auch Momente tiefer Entrückung und der Hoffnung nach Vergebung breit. Fast wirkt The Quiet Lamb wie ein in finsteren Farben gemaltes Bild, in dem sich in irgendeiner Ecke ein Lichtstrahl verbirgt. Dieser Fetzen Helle rückt mit jeder Betrachtung stärker in das Blickfeld, weicht die komprimierte Dichte der Düsterkeit ein klein wenig auf, setzt einen erlösenden Akzent.

Es gibt Platten, in denen ein jeder Song zwangsläufig den nächsten bedingt. Wo Lieder ineinander ausstrahlen, das Konzept Album mitnichten überholt wirkt. Aus diesem Grund resultiert aus den zwölf Mosaiksteinchen auch ein vollendetes Ganzes, dem es an gar nichts mangelt. Will man dennoch einzelne Teile herausgreifen, lohnt zunächst die Betrachtung von Pour More Oil, dessen anfängliche Gedämpftheit mit dem resignativen Worten „I’m in an aircraft out of control“ schließt, um danach lautstark Vergebung und Schutz zu suchen. Sänger Tom Morris trägt dies gänsehautträchtig vor. Nicht mindere Beachtung verdient das auf 17 Minuten aufgespannte Condor and River, welches man ruhig als Opus magnum bezeichnen darf. Diese Wucht gemahnt an die besten Stücke von Godspeed You! Black Emperor, sowohl was die Ekstase betrifft, aber auch im Hinblick auf die Fähigkeit, die Dramatik über die volle Distanz zu erhalten, sogar noch auszubauen. In der ersten Hälfte dominieren Gitarre und Schlagzeug, ehe Gesang, Piano und im Verlauf auch Geige in den Fokus rücken. Mit solch augenscheinlicher Intensität dürfen sich nur wenige Tracks dieser Länge brüsten. Long Grass präsentiert den folkischen Einschlag der Band und zudem eine fein ausgeklügelte Instrumentierung, die die Andächtigkeit nicht zerschreddert. Die abschließende Trilogie The Union klettert wie von selbst auf ein Monument, wuchtet den ruhigen Lamenti vorangegangener Songs einen anhaltende Heftigkeit entgegen. Nach dem Auftakt mit I Worship a Golden Sun blickt Recidivist in den Höllenschlund, siecht in Kakophonie dahin, entlädt sich wuselnd, ehe Into the West einem wilden Ritt auf Gedeih und Verderb gleicht, wie aus einem in Cinemascope schillernden Albtraum flüchtend nach vorne prescht.

Thief by hernameiscalla

Her Name is Calla liefern eine Verzweiflung, die sich nie in purer Tristesse krümmt oder in arktischer Kühle dahinvegetiert. The Quiet Lamb beinhaltet den besagten Lichtblick, der die Platte verdaulich macht. Besondere Tiefgründigkeit birgt immer auch die Gefahr des tiefen, tiefen Falls. Dieser wurde hier vermieden, Ambition und Können stehen im perfekten Einklang und ergeben einen massiven, wehklagenden bis hoffenden Sound, der Bestand hat, den Hörer Mal für Mal zu fesseln versteht, mit immer neuen Details überrascht. Und eben jene Vielschichtigkeit spottet jeder Beschreibung, macht mich ratlos, mit welchen Worten ich empfehlen soll, was doch für sich selbst spricht, wenn man nur das Wagnis eingeht, dieses Album anzuhören. Und ja, das sollte man um jeden Preis tun, wenn man die heiligen Momente der Musik zu ergründen wünscht.

The Quiet Lamb ist am 22.10. auf Denovali Records erschienen.

Links:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt

Hintergrundbericht zur Entstehung der Songs auf The Line Of Best Fit

Kostenlose Downloads von The Long Grass und dem Album The Heritage

SomeVapourTrails

O-Töne – Her Name is Calla

Über Musik zu palavern – alles schön und gut. Aber ab heute wollen wir vermehrt Musiker zu Wort kommen lassen, ihnen mittels eines Fragebogens auf den Pelz rücken. Einfach einen unverkrampften Eindruck vermitteln, wie die werten Herren/Frauen/Bands so ticken. Wir möchten diese Rubrik O-Töne nennen. Damit der unverfälschte Eindruck gewahrt bleibt, werden wir diese O-Töne auch unübersetzt lassen. Den feierlichen Anfang macht heute Sophie Green, ihres Zeichens Mitglied der britischen Formation Her Name is Calla. Die Band habe ich bereits mehrfach hier auf dem Blog gelobt, morgen will mich dem brandneuen Album The Quiet Lamb annehmen. Es wird eine hymnische Empfehlung eines der besten Alben des Jahres werden, das darf ich bereits verraten. Doch nun quetschen wir Frau Green 14 Fragen lang aus…

Foto Credit: [sjugge]


1.) Tell us three things we should know about you.

Three things about the band:

– Something always goes wrong.

– We’re not in any way as moody as everyone thinks we are. Easily the opposite!

– We love each other.

Three things about me:

– I like make-up.

– I like X Factor.

– I drive the boys mad with my boring tweets on our Twitter page (@hernameiscalla)

2.) Is there any vice or passion worth neglecting music?

Anything that’s better than making music? Not really… Unless you’re hungry. Of course, this answer conflicts with my next answer. In which case, helping others and being a good person is worth neglecting music for… but music is helpful, too.

3.) If a good fairy offered you the Nobel Peace Prize or a Grammy, what would you choose?

A Nobel Peace Prize – that would mean I’d done something very worthwhile and beneficial to others. You can make good music that affects people without receiving a Grammy.

4.) If your music turned into colors, which colors would that be?

A warm, dark green… maybe a sort of khaki colour. Like ferns and hedges and overgrown gardens.

5.) Is there any instrument you despise?

Maybe…the oboe. Sorry.

6.) None of your fans would consider you a fan of this artist. Who is it?

Right now, I quite like that new Bruno Mars song, ‚Just the Way You Are‘. I love pop music.

7.) You’re hanging out in a pub, all of the sudden they are playing one of your songs. How do you react?

„Oh my God!!!! That’s us!! Who put that on? Why is everyone leaving the pub???“

8.) What’s you favorite line from your recent album? And why?

„This is gonna hurt me more than you.“ (from Pour More Oil). Everyone’s felt like this at some point – it’s darkly romantic, at the same time as being thoroughly distressing. The song is not just about the acute, immediate pain of something, but everlasting pain in the after life for the mistakes you’ve made.

9.) Is there any oldie you would love to get credit for?

Maybe Love Hurts – the version by Emmylou Harris and Gram Parsons – I love the harmonies in that. Or anything by Kate Bush.

10.) Who have you been in your past life?

I was convinced for a while that maybe I’d hung out with someone like Dolly Parton’s sweet but mouthy hairdressing character from Steel Magnolias… I think this might be because of the amount of Country music I heard as a child.

11.) How would you start a conversation with a major label boss, if you were trapped with them in an elevator?

„Oh my God, is the lift really stuck? How long do you think it will be till we get out? What bands are you working on at the moment?“ (I wouldn’t want to join his label, you see. He’d probably just con me out of all of my money.)

12.) Which sites do you visit to stay up-to-date with music?

Anything that’s recommended by my friends on Twitter. And music blog’s feeds that come through onto Twitter – a bit of The Line of Best Fit, Drownedinsound, Pitchfork, and a whole load of blogs…. The usual!

13.) You returning home after a tour, what did you miss the most?

Full English vegetarian breakfast at Dare cafe in Headingley, Leeds. And my boyfriend.

14.) What plans regarding music do you have for the next 6 months?

We want to play lots of gigs – particularly some festivals next year. We had a lovely time at Swingfest in Essen, so we’d love to spend our time doing more of the same. We’d also like to record some new material, too!

Links:

Offizielle Homepage

Peter von den Schallgrenzen hat Sophie Green ebenso ein paar Fragen gestellt

SomeVapourTrails

Release Gestöber 3

Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, deshalb hinke ich den derzeitigen Veröffentlichungen ein wenig hinterher. Ein paar Veröffentlichungen der nächsten Wochen werfen jedoch ihre Schatten voraus. Auf eben jene freue ich mich schon sehr, deshalb habe ich sie hier kurz aufgelistet und auch den einen oder anderen kostenlosen Vorgeschmack beigefügt.

Her Name Is Calla

Ich habe Her Name Is Calla in der Vergangenheit schon gelobt – und nächste Woche wird sich aus Lob Anbetung formen. Dann nämlich findet das neue, am 22.10. auf Denovali erscheinende Album The Quiet Lamb an dieser Stelle epische Beachtung. Ich dope mich bereits jetzt schon, um diesen Tönen dann auch eine sprachliche Deskription zur Seite zu stellen, welche die Magie des Werks zumindest ansatzweise zu erhaschen vermag. Bis dahin soll der Track Condor and River Faszination versprühen.

Condor and River by hernameiscalla

Mardi Gras.bb

Mardi Gras.bb bescherten im Frühjahr mit Von Humboldt Picnic eine Scheibe erster Güte, die ich fraglos zu den besten des Jahres zähle. Am 12.11. kommt eine Extended Version des Albums in den Handel, die Von Humboldt Picnic/Editio Terra Incognita. Wer selbige gerne in seinen Besitz überführen möchte, aber zögert, da er bereits die Standardausgabe der Platte erworben hat, dem sei dieses ungewöhnliche, sehr sympathische Angebot des Labels Hazelwood unterbreitet.

Wer Hazelwood ein Foto mit dem Originalalbum zuschickt, bekommt gegen die Erstattung der Versandkosten die Unlimited Edition zugeschickt. Wow, sag ich da staunend. Details zu dieser einmaligen Aktion finden sich dort.

Nightlands

Im November erscheint auf dem wunderbaren Label Secretly Canadian das Debüt von Nightlands, die Platte trägt den Titel Forget The Mantra. Und ersten Hörproben gestalten sich vielversprechend, der Song 300 Clouds flutet als psychedelisch gefärbte Hymne mit choraler Erhabenheit über den Hörer.  Der Track ist hier als kostenloser und legaler Download erhältlich.

Anika

Es gibt Lieder, die schlichtweg famos sind. Und wenn man dann auch noch erfährt, dass Geoff Barrow (Portishead) als Produzent verantwortlich zeichnet, dann riecht man den Braten förmlich. Anika hat auf ihrem selbstbetitelten Debüt, das am 15.10. auf Invada Records veröffentlicht wird, mit Yang Yang einen richtigen Ohrwurm zu bieten. Und hier gibt es den Track als Gratis-Download.

Anika – Yang Yang by stonesthrow

Wolf People

Über die britische Formation Wolf People informierte ich unsere Leser bereit vor zwei Monaten pflichtgemäß, nun rückt die Veröffentlichung des Erstlings Steeple näher (19.11.).  Da bin ich doch recht erwartungsvoll, denn zumindest der Titel Tiny Circle ist absolut erstklassig. Die ausgepackte Flöte macht diesen Retro-Sound zu einem wahren Gedicht.

The Strange Death of Liberal England

The Strange Death of Liberal England haben ab 22.10. die Platte Drown Your Heart Again anzubieten. Wir werden uns zum diesem Werk noch ausführlich äußern, für heute lassen wir es bei einem Download bewenden. Rising Sea kann hier gratis ergrapscht werden.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen!

SomeVapourTrails

Stippvisite 21/08/10 (inklusive Ticket-Verlosung)

Jede Menge Empfehlungen, sorgsam ausgewählt, heute mit Acts aus Österreich, Kanada, Großbritannien und Brasilien. Wir wünschen viel Vergnügen!

Konzerttipp:


Dass die österreichische Musikszene allmählich aus ihrem provinziellen Dornröschenschlaf erwacht, internationale Standards erfüllt, freut mich als Landsmann natürlich besonders. Wenn sich nun junge Wiener Bands nach Berlin verirren, ist das fraglos unterstützenswert. Wir verlosen daher 1x 2 Tickets für die Auftritte am 08. September in Berlin im Maria am Ostbahnhof. Zu sehen sind Ginga, Bilderbuch und Francis International Airport. Besonders letztere werden wir heuer noch ausführlicher besprechen, da im Oktober das Album In The Woods auf Siluh Records zur Veröffentlichung kommt. Und bevor ich noch lange nach Worten krame, warum man diese musikalische Bestandsaufnahme frischer österreichischer Nachwuchsbands nicht verpassen sollte, lasse ich lieber die Musik sprechen. Einfach das Interesse für die Tickets in den Kommentaren bekunden oder uns eine E-Mail schicken, dann könnt ihr gewinnen. (Stichtag: 28. August)

Ginga – Cinnamon

Bilderbuch – Kopf ab

Francis International Airport – Monsters

Entdeckertipp:

Manchmal muss man sich die Zunge wundreden. Die Kanadierin Hannah Georgas habe ich schon mehrmals auf unserem Blog erwähnt. Ihre Songs sind verdammt catchy, verschönern den Tag – und manchmal muss Musik einfach nicht mehr können. Zwei Videos sollen meine These unterstützen.

Hannah Georgas „The Deep End“ from Tariq Hussain on Vimeo.

Die werte Dame ist im September auch in Deutschland zu sehen:

24.09.10 Hamburg – Reeperbahn Festival 16:00
24.09.10 Hamburg – Platzhirsch (Canadian Independent Music Association Showcase) 19:00

Downloadtipp:

Der kanadische Singer-Songwriter Mark Merube bringt mit seinen The Patriotic Few in wenigen Wochen die EP Tailored To Fit heraus. Das Titellied gefällt sehr, ist keineswegs Massenware. Ich rate dringend hineinzuhören. Den Gratis-Download findet man an dieser Stelle.

Videotipp:

Die ewig unterschätzten Briten Clinic veröffentlichen im Oktober ihr neues Album Bubblegum. Wenn die im September erscheinende Single I’m Aware als Indikator dienen darf, kann man so einiges von der Scheibe erwarten. Der Track jedenfalls ist eine dicke Empfehlung!

Albumtipp:

Am 22. Oktober erscheint nicht irgendein Album, vielmehr wohl eines der schönsten des Jahres. Und wer nun glubschäugig fragt, von wem es denn stammt, dem antworte ich: Her Name is Calla. Wer die britische Band bislang nicht kennt, versäumt einen absoluten Leckerbissen. Auch wenn sich die Band als Post-Rock-Act definiert, sei dezidiert darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um fragile, filigrane, unglaublich ästhetische Musik handelt, die ohne Brechstange auskommt. Die ersten Hörproben des Albums The Quiet Lamb deuten auf eine Glanztat hin, ohne Wenn und Aber! Unser werter Peter von den Schallgrenzen hat die Violinistin Sophie Green bereits vor wenigen Tagen intensiver befragt. Und auch wir werden in den nächsten Wochen noch das eine oder andere Wort über Her Name Is Calla verlieren. Wer sich aus Vorfreude auf das anstehende Werk den Backkatalog der Formation zu Gemüte führen will, kann dies hier tun.

Thief by hernameiscalla

Downloadtipp:

Tiny Cables Ink muten very british an, noch dazu wie eine der wirklich guten Bands von der Insel. Man würde sie so überhaupt nicht in Brasilien vermuten. Der Track Beyond The Horizon jedenfalls ist ein echter Tipp für Leute, die „schmachtigen Indiepop mit leichtem Pathos“ mögen, wie Coast Is Clear ihn treffend beschreibt. Den Song gibt es hier als kostenlosen Download.

SomeVapourTrails