Schlaglicht 78: Hope Sandoval & The Warm Inventions

Wenn die einzigartige Hope Sandoval neue Klänge veröffentlicht, wird uns stets warm ums Herz. Noch freudiger ist man gestimmt, wenn völlig aus dem Nichts eine EP angekündigt wird. Die im September erscheinende EP Son of a Lady ist als Nachklapp zum letztjährigen Album Until The Hunter zu verstehen. Sandoval und ihr kongenialer Partner Colm Ó Cíosóig hatten wohl noch das eine oder andere Liedchen im Köcher. Wie schade wäre es gewesen, wenn diese Tapes Staub angesetzt hätten! Zumal es keine Überraschung wäre, wenn sich Hope Sandoval & The Warm Inventions wieder eine mehrjährige Pause verabschieden würden. Die scheue und mysteriöse Grazie ist ohnehin nicht als veröffentlichungswütig verschrien, dazu kommt noch, dass die Wiederauferstehung von Mazzy Star hoffentlich mehr als nur ein wildromantisches Strohfeuer war. All die Faktoren machen Son of a Lady zu einem unverhofften Geschenk. Mit Sleep gibt es auch eine Hörprobe zu bestaunen.  Weiterlesen

Unsere Lieblingsplatten 2016

Was für den Rückblick auf das Jahr 2015 gegolten hat, ist leider auch 2016 aktuell. Daher nochmals letztjährige – nur hinsichtlich der Jahreszahlen aktualisierte – Betrachtungen…

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur, adipisci velit… Moment, der Platzhaltertext ist natürlich ein Scherz. Sogar zwischen den Feiertagen fällt mir ein Gedanke zum Musikjahr 2016 ein. Ich meine nämlich, dass Musik zwar nach wie vor eine große Rolle spielt, sie zugleich weniger wahrgenommen wird. Wir hören Musik, aber wie viele Lieder könnten wir zumindest im Refrain tatsächlich mitsingen? Wären wir tatsächlich noch in der Lage, die Intention unseres liebsten Albums des Jahres in wenigen Sätzen zusammenzufassen? Ist es nicht fast erschütternd, dass die Texte, die sich den meisten Menschen einprägen, ausgerechnet aus schlimmen Genres stammen oder problematische Weltanschauungen verfechten? Zeilen aus Schlagern gehören zum Allgemeingut, auch die Protagonisten des Deutschrap haben genug Hörer, die an ihren Lippen hängen, selbst die Texte der völlig unsäglichen Frei.Wild finden willige Abnehmer. Wie aber sieht es mit den Heroen des Indie-Genres und den Kritikerdarlingen aus? Wer könnte Thees Uhlmann, Sufjan Stevens oder Julia Holter aus dem Effeff zitieren? Wir erleben eine Wahrnehmungskrise jener Musik, die für sich in Anspruch nimmt, wertvoll zu sein. Woran liegt das? Ich will es kurz machen, die Schuld teilen sich Künstler, Musikkritik und Hörer zu gleichen Teilen. Wenn Bands und Musiker soziale Netzwerke mit jeder Menge Fotos bespaßen oder mit allerlei Veranstaltungshinweise vollpropfen, dabei aber komplett vergessen, ihre Lyrics und/oder Gitarrentabulaturen zu verbreiten, dann dürfen sie sich eigentlich nicht wundern, wenn Hörer vielleicht lustige Schnappschüsse eher in Erinnerung behalten als die Inhalte der letzten Platte. Die Musikkritik wiederum wird sich mit Klickstrecken und der Ausrichtung auf Tablet und Smartphone zu Tode layouten. Dazu kommt noch die Facebook-Hörigkeit, die eine Platte mit wenigen knackigen Worten teasert. Rezensionen geraten oberflächlich, weil der Transport der eigenen Meinung über dem Verständnis einer Platte steht. Und dann wäre da noch der Hörer, dem Musik oftmals so wichtig ist, dass er sie gar nicht mehr käuflich erwerben muss. Nichts spricht gegen Streaming als Ergänzung zur CD-Sammlung. Ein Stream kann jedoch nie den Besitz einer Platte ersetzen, ihm fehlt jedwedes haptische Erlebnis, ihm fehlt der zeitliche Aufwand – ja generell der zielgerichtet Akt des Kaufs. Wir sehen also, die Krise ist umfassend! Und wird bestenfalls dort überwunden, wo die Musik Botschaften und Lebensgefühl mittransportiert. Das tut der Schlager, das tut leider auch Bushido. Wo also bleibt das Indie-Lebensgefühl? 2016 hat es trotz vieler toller Alben gefehlt. Doch genug geredet, hier nun unsere liebsten Platten!

1. Tricky – Skilled Mechanics

Neukölln erwächst zum Sehnsuchtsort für die, die Konformität im großen, hippen Chaos anstreben. In solch Getümmel scheint Tricky tatsächlich nur die Rolle des Betrachters zu bleiben. Auf gewisse Weise ist ihm diese Position nicht fremd. Denn auch sein musikalisches Schaffen blickt von außen auf Business und Szene, freilich mit der Gelassenheit und Weisheit eines Typen, der sich und anderen nicht mehr viel beweisen muss oder sogar möchte. (Review) VÖ: 22.01.2016 (False Idols)

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Unsere Lieblingslieder 2016

Nach einer kleinen gesundheitlichen Zwangspause geht es jetzt munter weiter…

Musik ist für die Ewigkeit gemacht. Sie läuft nicht davon. Gerade im Zeitalter digitaler Verfügbarkeit nicht. Es muss wohl diese Erkenntnis gewesen sein, die mich 2016 dazu veranlasst hat, viele – sehr viele – Platten bewusst nicht zu hören. Ich habe noch in keinem Jahr meines Bloggerdaseins mir aus verschiedensten Gründen so viele Alben geliebter Künstler aufgespart. Etwa das Vermächtnis Leonard Cohens, die Trauerbewältigung Nick Caves, und viele mehr. Paul Simons diesjährige Scheibe werde ich erst 2017 so richtig hören, auch The Divine Comedy muss noch warten. Und ob ich je tiefer ins jüngste Werk Radioheads eintauche, wird die Zeit zeigen. Und diese neu gewonnene Seelenruhe soll sich 2017 auch stärker auf dem Blog äußern. Eine Platte verliert nicht an Relevanz, nur weil sie bereits den einen oder anderen Monat oder sogar Jahr am Buckel hat. Natürlich ist mir bewusst, dass sich Promotionfirmen und Labels geballte Berichterstattung ums Datum der Veröffentlichtung wünschen. Das sollen aber Magazine leisten. Ein Blog ist ein Blog – und kein Einmannmagazin. Da sich die Co-Bloggerin und meine Wenigkeit 2016 intensiv in der Flüchtlingshilfe engagiert haben und dieses Engagement nicht abnehmen wird, wird dieser Blog 2017 noch mehr Hobby sein denn je zuvor. Ein Hobby aber, das wir nicht missen möchten. Und nun genug der Vorrede. Hier sind die Lieder, die uns im letzten Jahr über den Weg gelaufen sind. Die uns erfreut und bewegt haben. Unsere liebsten Lieder halt!

1. James – Nothing But Love (Review)

2. Kevin Morby – I Have Been to the Mountain (Review)

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Fast alles wie gehabt – Hope Sandoval & The Warm Inventions

Musikalische Weiterentwicklung wird meist überschätzt. Wenn man das, was man macht, in großartiger Manier macht, besteht wenig Grund für Veränderung. Und deshalb widmet sich Hope Sandoval weiterhin jenen Klängen, die sie in absoluter Perfektion beherrscht. Zusammen mit ihrem kongenialen Partner David Roback ist sie durch Mazzy Star längst zum Inbegriff von Dream-Pop geworden. Das vor über 15 Jahren mit Colm Ó Cíosóig gegründete Projekt Hope Sandoval & The Warm Inventions setzt den Akzent eher auf psychedelischen Dream-Folk. Während der 17 Jahre dauernden Schaffenspause Mazzy Stars hat Sandoval mit The Warm Inventions einen Sound geschaffen, dessen reduzierte Instrumentierung den verhuschten Gesang noch weiter in den Vordergrund rückt. Schon das 2013 veröffentliche Mazzy-Star-Comeback Seasons Of Your Day hat die ohnehin eher in Details liegenden Unterschiede zwischen den beiden Formationen endgültig verwischt. Diese Entwicklung setzt sich auf Until The Hunter, dem mittlerweile dritte Studioalbum mit The Warm Inventions, fort.

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Schatzkästchen 76: Hope Sandoval & The Warm Inventions – Let Me Get There (feat. Kurt Vile)

Über die verehrte Hope Sandoval brauche ich eigentlich nicht mehr viel Worte verlieren – und tue es natürlich einmal mehr. Denkt man an die prägenden Stimmen des Dream-Pop der letzten 25 Jahren, ist ihr Name zuoberst auf der Liste. Sie ist zum Inbegriff einer scheuen Ikone geworden, deren Gesang stets von melancholischer Abgeschiedenheit getragen wird. Ob im Verbund mit David Roback als Mazzy Star oder unterstützt von Colm Ó Cíosóig als Hope Sandoval & The Warm Inventions, ihre seltenen Alben zählen stets zu den Highlights eines Musikjahres. Bereits im Frühjahr wurde im Zuge des diesjährigen Record Store Days mit dem Song Isn’t It True ein erstes musikalisches Lebenszeichen veröffentlicht, verbunden mit der Ankündigung, dass noch 2016 eine Platte folgen würde. Und siehe da, im November soll nun Until The Hunter, das mittlerweile dritte Album mit The Warm Inventions, erscheinen. Wie erfreulich! Auch weil der erste Vorgeschmack darauf schließen lässt, dass Sandoval ihre Magie nicht eingebüßt hat. Let Me Get There ist ein Duett, welches sie zusammen mit Kurt Vile bestreitet. Das Stück besitzt angenehm soulige und psychedelische Akzente, die Chemie zwischen Viles warmer Stimme und einer sacht leidenschaftlichen, sich dennoch in Gedanken räkelnden Sandoval stimmt von Beginn an.  Weiterlesen

Schlaglicht 61: Massive Attack

Massive Attack zählten zwischen ihren Alben Mezzanine (1998) und Heligoland (2010) aus meiner Sicht nicht mehr zu den Gruppen, die man unbedingt auf dem musikalischen Radar haben musste. Und selbst nach Heligoland hatte man den Eindruck, dass sich Massive Attack nochmals eine starkes Alterswerk abgerungen hatten, aber es das vielleicht nun endgültig gewesen war. 2016 sieht die Chose dagegen ganz anders aus. Die EP Ritual Spirit hat Anfang des Jahres zu entzücken gewusst, speziell der Track Voodoo In My Blood mit der Hip-Hop-Formation Young Fathers als Gästen. Und natürlich Take It There, an dem der werte Herr Tricky endlich wieder mitwirkte. Bei ersterem Track traf irritierende Electronica auf mantrahaften Hip-Hop, bei letzterem Song wurde klassischer Trip-Hop mit Trickys gespenstisch-souligem Vortrag kombiniert. Darüber hinaus hatten Massive Attack Voodoo In My Blood sogar einen exquisiten Clip spendiert, der Rosamunde Pike im Bann einer Sci-Fi-Metallkugel zeigte. Edel – und laut Formation erst Auftakt zu neuen Großtaten. Tatsächlich bescheren sie uns dieser Tage mitten im musikalischen Sommerloch die zwei Tracks umfassende Single The Spoils, bei deren Titeltrack es wieder einmal zu einer Kooperation mit der Dream-Pop-Göttin Hope Sandoval kommt.  Massive Attack nehmen sich bei dieser getragenen-eleganten Nummer zurück, im Mittelpunkt steht ein von Sehnsucht und Verlust geprägter Vortrag. Der Refrain „And I somehow slowly love you/ And wanna keep you this way/ Well I somehow slowly know you/ And wanna keep you away“ deutet eine komplizierte Beziehung an, in welcher Innigkeit und Distanz im gleichen Maße greifbar werden. Und auch dieses Mal haben Massive Attack ein starkes Video im Köcher, das mit dem Motto „Deconstructing Cate Blanchett“ vielleicht am besten beschrieben ist.

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Schatzkästchen 57: Hope Sandoval & The Warm Inventions – Isn’t It True

Soll ich überhaupt noch viele Worte über Hope Sandoval verlieren? Sie ist die Grande Dame des Dream-Pop und Dream-Folk, eine ob ihrer Zurückhaltung zur mysteriösen Ikone taugende Sängerin. Ob im Verbund mit dem kongenialen David Roback als Mazzy Star oder mit Colm Ó Cíosóig als Hope Sandoval & The Warm Inventions, ihr Gesang ist von großer Makellosigkeit und nachdenklicher Entrücktheit geprägt. Auch deshalb besitzt Sandoval abseits allen Popstar-Gehabes eine ihr fast kultisch huldigende Fangemeinde. Und da sie sich trotz mancher Kollaborationen mit anderen Musikern und Bands, ich denke da an The Chemical Brothers, Death in Vegas oder auch Massive Attack, eher rar macht, haben Albenankündigungen bei ihr immer etwas von Jubeljahr und Wunder. Für 2016 wurde unlängst erst ein neues Werk in Aussicht gestellt. Das soll bei Sandoval aber nichts heißen. Bereits 2009 hatte sie die Arbeit an einem Plattencomeback von Mazzy Star bestätigt, doch dauerte es noch bis 2013 ehe Seasons Of Your Day endlich veröffentlicht wurde. Was dieses Mal zuversichtlich stimmt, dass aus 2016 nicht etwa 2017 oder gar 2018 wird, ist ein erster Vorbote, der sich bereits digital und im Zuge des diesjährigen Record Store Days als farbiges 7″-Vinyl materialisiert hat. Isn’t it True bleibt dem verträumten Folk früherer Alben von The Warm Inventions treu.  Weiterlesen

Wilde ungezähmte Elfen & Feen – Ein nicht nur audio – sondern auch visuelles Mixtape

Sommernachtstraum Elfenreigen

 

Ich hätte das Ganze auch Trotz-Mixtape nennen können. Den Widrigenkeiten zum Trotz, denn Pop ist natürlich Eskapismus in Reinstkultur, ganz im Besonderen der heißgeliebte Electro-Pop. Und überhaupt, Facebook erlaubt Hassposts, aber keine Nippel, auch hier braucht es dringend Eigensinn und eigensinnigen Feminismus. Zeit also, endlich wieder ein Mixtape zu kreieren, heute ohne Penis, dafür schöne und schön-pralle Brüste und die passende Musik dazu von selbsbewussten, trotzigen und eigensinnigen Brüsteträgerinnen. Auf das die wilden Feen und Elfen diese Welt, zumindest für einen kleinen Moment schöner machen.

 

 

Songs for Little People Illustratorin: Helen Stratton

Auf Spotify findet ihr den Fairies-Mix mit Ladytron, Goldfrapp, Björk, SPC ECO, Smoke Fairies, Chemical Brothers feat. Hope Sandoval und Massive Attacke feat. Hope Sandoval


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Chronologie eines Wunders – Mazzy Star

Man ist ja sehr schnell Fan von diesem und jenem Kram, oder quasi mit einem Fingerschnippen Experte für Gott und die Welt. Ich lasse da gern Vorsicht walten, schon aus der Vermutung heraus, dass es immer irgendwo jemanden gibt, der sich zumindest ein klein bisschen besser auskennt als ich, vielleicht auch mehr liebt und fühlt als ich. Es wird Menschen geben, die mehr über meinen Lieblingsautor Hermann Hesse zu sagen und seine Gedichte häufiger gelesen haben. Fraglos finden sich auch Kenner, welche das Werk meines Lieblingsregisseurs Atom Egoyan noch besser verinnerlichen konnten. Und auch wenn ich für hiesige Verhältnisse verdammt viel über American Football weiß, huldigen hierzulande genügend Menschen diesem Sport mit noch mehr Haut und Haar huldigen. Und ebenso bin ich davon überzeugt, dass ich mit meinen 11 Springsteen-Alben im Regal jedem eingefleischten Fan bestenfalls ein nachsichtiges Lächeln abzutrotzen vermag. Im Falle der US-amerikanischen Dream-Pop-Band Mazzy Star sieht die Sache jedoch anders aus. Hier fühle ich mich zum absoluten Kenner und Anhänger berufen. Weil mich Mazzy Star bereits 20 Jahre begleiten, weil ich ihr Schaffen sogar im Schlaf von A bis Z runterrattern könnte, weil ich allein deshalb mit dieser Musik emotional verbunden bin, da ich durch sie meine Liebste kennengelernt habe.

Dennoch sind mir Mazzy Star stets ein Mysterium geblieben. Die Formation hatte in den Neunzigern binnen sechs Jahren drei Alben veröffentlicht. Seit 1996 herrschte freilich Schweigen im Walde, ohne ersichtlichen Grund. Mazzy Star bestanden im Kern aus dem Duo David Roback (Gitarre) und Hope Sandoval (Gesang). Letztere hat seit damals zwei Alben unter dem Namen Hope Sandoval & The Warm Inventions veröffentlicht. Doch gerade diese wunderschönen Platten verstärkten die Irritation, provozierten die Frage nach einem Comeback von Mazzy Star. Denn rein gar nichts deutete darauf hin, dass sich Roback und Sandoval nicht grün wären. Und jedes verstrichene Jahr ließ die nicht gerade kleine Fanschar immer mehr zweifeln, ob sie je die Früchte einer erneuten Zusammenarbeit kosten dürften. Nun ist Hope Sandoval sicherlich kein geselliger Charakter. Gegen sie gleicht das Reh im Scheinwerferlicht einer Rampensau. Wer sie bei einem der raren Konzerte anlässlich ihrer Tour zu dem 2009 erschienenen Through The Devil Softly erleben durfte, sah eine dämmrige Bühne und eine schemenhafte, vom Publikum oftmals abgewandte Sängerin. Bereits zu dieser Zeit bestätigte sie Gerüchte, wonach Mazzy Star endlich an einem vierten Album arbeiteten. Doch hatte man ähnliches auch schon Jahre zuvor gehört. Man war gut beraten, sich nicht zu euphorischer Vorfreude hinreißen zu lassen. Danach kehrte – wenig überraschend – wieder Ruhe ein. Auch Roback blieb seit Mitte der Neunziger sehr unauffällig, gerade so als wäre er in einem Zeugenschutzprogramm, zumindest aber in einem Trappistenkloster.

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Neues Mazzy Star Album „Seasons Of Your Day“ erscheint im September 2013 / California jetzt im Stream

Zur ausführlichen Besprechung von Seasons Of Your Day geht es hier.

Mazzy Star – California

Es mag einige Wenige unter euch geben, die uns damals – vor fünf Jahren – schon bei den ersten Baby-Trippelschrittchen in die Bloggerwelt begleitet haben. Unseren allerersten Blogposts widmete ich einer nicht nur für uns, aber im speziellen sehr für uns besonderen Künstlerin: Hope Sandoval. Ohne sie – ohne Mazzy Star – wären wir uns wahrscheinlich nie begegnet. Sehr verliebt und überschwenglich schrieb ich anno 2008, der Antike der Internet-„Neuzeit“, ein paar Worte über Wilde Rosen.

Sehr zu unserem Entzücken erschien 2009 das langerwartete Hope Sandoval Soloalbum Through The Devil Softly und im persönlichen Interview mit der Lieblingssängerin bekamen wir das Versprechen, dass bald ein neues Mazzy Star Album folgen werde. Bald, dies ist im Mazzy Star-Universum sehr sehr sehr…. sehr relativ. So landete die Platte bei Stereogum als eines der The 50+ Most Anticipated Albums Of 2012. In der 2013er Liste wurde dann vorsichtshalber darauf verzichtet, weiterhin das Comeback sehnlich zu erwarten. Aber immerhin, ein kurzes Lebenszeichen gab es zwischen durch. Ende 2011 veröffentlichte das Dream Pop-Duo die beiden Tracks Common Burn / Lay Myself Down auf dem eigens gegründeten Label Rhymes Of An Hour Records. Inzwischen wurde mit Rough Trade ein im Indiebereich renommierter Vertriebspartner gefunden. Am 27.09.2013, dies leider nicht in Stein gemeißelt, aber immerhin schon in den Newsletter getippt, wird das neue Werk das Licht der Welt erblicken. Aufgenommen wurde „Seasons Of Your Day“ von der Urbesetzung von Mazzy Star, als Gäste dabei waren Colm O’Ciosoig (My Bloody Valentine/ Hope Sandoval and the Warm Inventions) und der 2011 verstorbene Bert Jansch mit einer seiner letzten Aufnahmen. Seit dem Vorgängeralbum Among My Swan ist somit ein ganzes Teenager-Leben, sage und schreibe, 17 Jahre vergangen. Mit California dürfen wir heute schon einen ersten Track vom Album hören.

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