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Liederpoetin mit Courage und Vorwitz – Illute

Unerschrockenheit ist Teil des musikalischen Seins. Viele Mozarte und Dylans sind vielleicht nie aus ihrem stillen Kämmerlein hervorgekommen, haben nie eine Bühne geentert und ihr Talent der Öffentlichkeit preisgegeben. Auch wenn es heutzutage leichter ist, der Upload eines Liedes auf SoundCloud keine Hexerei scheint, das anonyme Verschanzen hinter der Musik möglich wurde, braucht es noch immer ein Mindestmaß an Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, um Lieder in die Auslage zu stellen. Im Falle der deutschen Liedermacherin Illute fühle ich oft diesen speziellen Unterton in der Stimme, wenn sich ihr Gesang an der Grenze zum Kieksen befindet, so als lache sie in sich hinein, ungläubig darüber, dass sie macht, was sie macht. Illutes Alben ist ein „Ich traue mich!“ anzumerken, aber keinesfalls die Sorte verschämter, unsicherer Mut, eher schon ein gewisser Stolz, ihre Songs präsentieren zu können. Das wirkt sympathisch, auch auf ihrem neuesten Werk So wie die Dinge um uns stehn.

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Release Gestöber 47 (Anna Aaron, Chorus Grant, Illute, William Fitzsimmons)

Anna Aaron


Anna Aaron – Stellarling (Official Music Video) von Discograph

2012 ist mir als musikalische starkes Jahr in Erinnerung geblieben. Das verdanke ich auch Dogs In Spirit, dem Debüt der Schweizerin Anna Aaron. Die Abgründigkeit des Werks habe ich damals mit PJ Harveys To Bring You My Love verglichen. Und geahnt, dass hier eine Singer-Songwriterin heranwächst, die innere Teufel beschwört, sich roh und ungezügelt zu geben vermag, feurigen Pathos vermittelt. Sie reiht sich somit in die Reihe der Sängerinnen ein, die weibliche Urkraft zelebrieren, das Mädchenhafte lange hinter sich gelassen haben. Nun also steht im März ihr Zweitling Neuro an. Und mit der ersten Single Stellarling wird meine Hoffnung gestärkt. Der Song ist all das, was man sich von der Schweizerin nur wünschen konnte. Er klingt kriegstänzlerisch und frenetisch, nur um im Refrain ein zwischen Zischen und Hauchen angelegtes Schmachten zu offenbaren. Anna Aaron scheint wieder auf dem richtigen Pfad, ihre Mischung aus Pop und der Wucht von Alternative lässt aufhorchen. Musik definiert sich immer über Intensität – und die verströmt Stellarling nicht zu knapp. Release Gestöber 47 (Anna Aaron, Chorus Grant, Illute, William Fitzsimmons) weiterlesen

Release Gestöber 33 (Dusted, Illute, The Lumineers, The Pharmacy)

Obwohl dieser Blog derzeit schon wohlig im Vorweihnachtsmodus schnurrt, wollen wir trotzdem auf all die Veröffentlichungen der letzten Wochen nicht völlig vergessen. Hier ein paar bereits überfällige Empfehlungen.

Dusted

Es gibt Alben, denen man mit Haut und Haar entgegenharrt, und dann wiederum existieren Platten, über welche man in absoluten Glücksmomenten stolpert. Total Dust fällt in die letztere Kategorie. Das kanadische Duo Dusted habe ich bereits vor ein paar Monaten für spleenigen, übersteuerten Lo-Fi-Folk mit sentimentaler Note gepriesen. Einige Hördurchläufe später erreicht die Anerkennung mittlerweile eine Dimension der Anbetung, rutsche ich mir begeistert die Knie wund. Dieser Folk-Rock der wachträumigen Sorte irrlichtert sanft durchs Gemüt, getragen von einem grüblerisch-dösigen bis sachte beschwingten Gesang. Mehr als einmal fühlt man sich an den wunderbaren Singer-Songwriter Damien Jurado erinnert. Neben den bereits früher auf dem Blog erwähnten großartigen Tracks (Into the) Atmosphere und Centuries of Sleep wären natürlich noch Property Lines und Bruises zu nennen. Fragile Emotionen, nie kalt und doch aus aus der Distanz schwebend, treten in all den Songs hervor. Dusted haben mit diesem Werk ein faszinierendes Stück Magie aus dem Hut gegriffen. Das Ungefähre, Unwirkliche wird zu einem Balsam eingedickt, der sparsam dosiert als musikalische Streicheleinheit wirkt, die die Seele bezaubert, ein bisschen transzendieren lässt. Total Dust verfängt durch einen Sound andächtiger Verzerrung, hallt nach und nach. Ein Glücksfall von einem Album eben! [Der Track Property Lines findet sich auf dem Blog von KEXP als kostenloser Download, (Into the) Atmosphere wiederum gibt es auf der Label-Seite gratis.]

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Stippvisite 21/12/10 (jetzt mit 20% mehr Inhalt)

Noch wichtelt das Weihnachtsmännchen mit einem Sack voller Geschenke vor der Nase herum, aber 2011 nähert sich mit Riesenschritten. Zeit also 2010 noch mit Anstand zu verabschieden, die Bude ein wenig freizuräumen, Empfehlungen auf dem Präsentierteller zu servieren, mit Liebe dekoriert wohlgemerkt, damit gar nicht erst der Anschein aufkeimt, wir würden Reste verramschen.

Downloadtipp:

Allo Darlin‘ gehört zu meinen persönlichen Entdeckung 2010. Ihr auf Fortuna Pop erschienenes Debüt zählt zu den pfiffigen, kurzweiligen Indie-Pop-Scheiben des Jahres. Es ist mir ein Rätsel, warum ich dem gleichnamigen Album nicht wesentlich mehr Zeilen auf unserem Blog gewidmet habe. Das werde ich sicher noch nachholen, bis dahin kann der Leser meinem Urteil vertrauen oder aber sich selbst ein Bild machen. Der Track My Heart Is A Drummer ist gegen Hinterlassung einer E-Mail-Adresse auf der Label-Seite als kostenloser Download erhältlich.

Covertipp:

Anika – I Go To Sleep by stonesthrow

Manch Song entwickelt sich durch die verschiedenen Interpreten, die ihm die Stimme leihen, weiter. So zum Beispiel I Go To Sleep, im Original von The Kinks. Viele, dazu zählt sich auch die werte Co-Bloggerin, mögen wohl meinen, dass The Pretenders das Lied ersonnen haben. Nein, sie haben ihm nur ihren Stempel aufgedrückt. 2010 macht sich Anika I Go To Sleep zu eigen. Was es mit der werten Dame aus sich hat und welcher findige Kopf hinter dem Projekt steckt, erfährt man aus dem folgenden Video. Das Lied ist als kostenloser Download auf der amerikanischen Label-Seite verfügbar.

Liebhabertipp:

Mensch, was habe ich mir mir den Mund wund geredet, um das Album The Quiet Lamb von Her Name is Calla anzupreisen. Damit will ich weitermachen. Nun gibt es ein Video zu Moss Giant, dem Eröffnungstrack des Albums. Der Clip zeigt die konzentrierte Anspannung der Band vor einem Auftritt. Unter diesem Aspekt ist der ausgewählte Track durchaus passend, weil er meditativ tönt. Und doch verkörpert er die intensive Wucht der Band nur im Ansatz. Weitere Hörbeispiele empfehlen sich, hier habe ich bereits ein paar vorgestellt.

Vorfreutipp:

Axel Bosse, oder schlicht und einfach Bosse, veröffentlicht Ende Februar sein neues Album Wartesaal. Ich habe mir diesmal vorgenommen, dem Werk Gehör zu schenken. Bislang wurde Bosse auf unserem Blog doch links liegen gelassen. Zu Unrecht. Der erste Vorgeschmack, das akustische Yipi, gefällt. Gegen einen Tweet oder den Eintrag in den Newsletter ist das Lied gratis erhältlich.

Entdeckertipp:

Nochmals ein Cover. Die britische Band The Scholars bieten gerade ihre Version von Anyone’s Ghost an, im Original von den durchaus mit einem Gähnen behafteten The National. Ich gebe The Scholars gute Chancen, den Durchbruch zu schaffen, besonders wenn das Songwriting noch einen letzten Schliff erfährt, denn Vortrag und Sound tönen bereits erstsahnig, wie Anyone’s Ghost bezeugt.


Entwicklungstipp:

Illute, eine Berliner Singer-Songwriterin, deren Debüt ich sehr gelobt habe, verschenkt gerade den Song You Go. Dieser Track findet sich zwar bereits auf dem Album Immer kommt anders als du denkst, aber diese getragenere, ausgefeiltere Version zeigt mir, wie zügig ihre Entwicklung voranschreitet. Eine ganz tolle Künstlerin. Mehr zu You Go findet sich auf dem Blog des famosen Labels analogsoul.

ILLUTE – „you go“ by analogsoul

Samplertipp:

Coast Is Clear, eine der wenigen Institution der deutschen Musikblogszene, steht für eine geschmacksichere Spezialisierung auf alle Facetten des Indie-Pops, für eine Spürnasigkeit, die sich nicht auf Pressemeldungen oder Waschzettel von Promofirmen verlässt, und für eine Bescheidenheit, die diesen Blog nicht zu einem Magazin aufbläht. Ein Blog ist ein Blog und eben nicht der Rolling Stone, Gott sei Dank. Nun hat Peter von Coast Is Clear eine Compilation veröffentlicht, zusammen mit der Radioshow Some Velvet Morning. Dieser kostenlose Sampler namens Some Velvet Coast entlockt auch mir ein Staunen, kenne ich doch gerade einmal ein Fünftel der 34 Interpreten. Ein paar Tracks will ich besonders empfehlen. Sambassadeur mit Final Say, The Ballet mit In My Head, Push It Away von Seeräuber Jenny, natürlich auch Cloudbusting von Wild Nothing. Hier kann und soll man sich diese Compilation herunterladen. Coast Is Clear ist und bleibt eine Bereicherung für jeden Musikfetischisten.

Viel Vergnügen mit den Empfehlungen.

SomeVapourTrails

Die wenigen Handgriffe hin zur Poesie – Illute

Weibliche Stimmen, die Tiefgründigkeit in matte Bonbonfarben hüllen, dabei filigran erschallen, durch die Intonation aber durchaus Selbstbewusstsein suggerieren, vermitteln mir einen Charme, dem ich mich nie verweigern mag. Wenn mit aufgekrempelten Ärmeln schlichte Alltagssprachlichkeit dank weniger Handgriffe in Poesie umgekrempelt wird, patent und mit in die Hüften gestemmten Händen ein fräuleinhaftes Gefühlsleben unverhandelbar dargeboten scheint, ja dann darf man als Hörer getrost in Hellhörigkeit erstarren. Muss man aber nicht. Der unter dem Decknamen Illute werkenden Berliner Liedermacherin Ute Kneisel will ich im Grunde nur einen einzigen Makel an den Kopf werfen, welcher jedoch die Crux des Albums Immer kommt anders als du denkst definiert. Die vorliegende Nabelschau konzentriert sich auf die eigenen vier Wände, lässt keine perspektivische Breite in der Erzählweise zu. Die so aufkommende Intimität fasziniert fraglos, und doch besitzt die werte Künstlerin weitaus mehr Talent, als ausschließlich den eigenen Gefühls- und Beziehungskosmos gehaltvoll zu schraffieren.

Bereits die ersten Worte des Albums, aus dem Lied Du bist eine Stimme, springen nachhaltig ins Ohr. „Du bist eine Stimme, ein Skelett aus Worten, die Stille malt dir kein Gesicht.“ zeichnet ein klavierverbrämtes Bild, das Mal um Mal intensiver leuchtet. Fast spielerisch verschränken sich Satzpartikel zu einem ästhetisch-liebevollen Ganzen, dessen Wärme unverfälscht in den Betrachter übergeht, ihn in die Zärtlichkeit der Szenerie purzeln lässt. Wie sich Assoziationsketten ohne störendes Rasseln innig und manchmal zaghaft ineinander verweben, dabei ohne intellektuelle Verkünstelungen auskommen, all dies demonstriert die Qualitäten Illutes. Sie rückt mit sprachlichen Mitteln an, die nie Eindruck schinden wollen. Sich auch nie in einer wirren Bedeutungslosigkeit zerfransen, vielmehr eine ab und an spröde Klarheit vermitteln. Das verdeutlicht auch das lediglich im Refrain englisch gehaltene A Short Poem, sogar mehr noch Verrückt mit „Ja verrückt ist manchmal gut, aber nicht immer. Verrücke alle Möbel in deinem Zimmer und du findest unter einer dicken Staubschicht unverhoffte Reste aus einem alten Leben, das du längst vergessen glaubtest.“ – solch aufgeräumte Poesie ist rar.

Es wird gehn löst auch ein musikalisches Versprechen ein, öffnet sich elektrogestützen Klängen, hievt ihr Schaffen auf einen Level, der nicht nur Puristen in Faszination versetzt. Die unaufdringliche Poppigkeit könnte diesem Lied auch kommerzielle Ehren bescheren. Das chansonesque Ob es genug ist fördert formidabel die verschmähte Enttäuschte zutage. Illute spart nicht an Facetten und koloriert sie fast alle vorbildlich. Wenn sie sich jedoch von der deutschen Sprache verabschiedet, auf Englisch singt, wirkt das außer auf My Music Is A Boat zu zahm, ohne hervorstechende Note, mangelt es an der textlichen Feinheit, die sich in Deine Zeit immer und immer wieder findet. Am Ende der Platte vermeldet das durch penetrante Bläser skurril gestalte Dünner Tag ein weiteres Highlight. „Es war ein dünner Tag, der mich hungrig anstarrte, also machte ich die Augen einfach wieder zu.“ mopst sich ohne viel Geschwafel die Aufmerksamkeit des Hörers, ehe Der Abschied Nüchternheit mit Emotion paart, dem Album einen würdigen Abschluss gönnt.

Immer kommt anders als du denkst zeitigt Liedermacherkunst, welche im Nu alltägliche Reflexionen in sprachliche Kleinode bringt. Gefühls- und Beziehungsbefindlichkeiten werden auf hohem Niveau dargelegt, ohne dabei mit ernsthafter Wucht den Hörer zu erdrücken. Das Werk bleibt wohlig anregend, von launiger Kreativität beseelt. Auch nach längerem Nachdenken will mir keine aufstrebende deutschsprachige Liedermacherin einfallen, die über ähnliches Können verfügt. Illute hat sogar noch Raum zur Weiterentwicklung. Sie wird noch viele zum Staunen bringen.

Immer kommt anders als du denkst erscheint am 01.10. auf analogsoul und LasVegasRecords.

Termin:

01.10.10. Berlin – L.U.X (Record-Release)

Links:

Offizielle Homepage

MySpace-Auftritt

Kostenloser Download des nicht auf dem Album vorhandenen Tracks Angst vorm Leben

Kostenloser Download von Dünner Tag (dub rmx) von der Labelseite von analogsoul

SomeVapourTrails

Konzerte, die man nicht verpassen sollte (I)

Heute soll sich alles um das Thema Konzerte deutschsprachiger Künstler drehen…

Jan Josef Liefers & Oblivion

Wenn Schauspieler einen Nebenkarriere als Sänger starten, geht das zumeist schief. Man soll immer das tun, was man am besten kann. Und wenn man nichts kann, am besten nichts. Wahlweise bietet sich bei ausgesprochenem Mangel an Talent auch eine Laufbahn als It-Girl an. Jan Josef Liefers hingegen – um beim Thema zu bleiben – ist auch als Sänger nicht zu verachten, machtmit Soundtrack meiner Kindheit eine sehr gute Figur, liefert von Oblivion unterstützt eine Aufarbeitung, die jedweder Ostalgie ein sattes N vor den Latz knallt, zugleich spannend wie unverklärt bleibt. Auch wenn ich es leider auch bei derzeit laufender Tour nicht auf ein Konzert geschafft habe, ein Versäumnis, das ich bald mal tilgen möchte, darf ich dennoch guten Gewissens seine nächsten Live-Auftritte empfehlen.

29.08.10 Minden – Kultursommerbühne
01.10.10 Erfurt – Alte Oper
02.10.10 Dresden – Staatsschauspiel
03.10.10 Dresden – Staatsschauspiel
07.10.10 Regensburg – Kulturspeicher
08.10.10 Lörrach – Burghof
04.11.10 Oldenburg – Kulturetage
05.11.10 Braunschweig – Stadthalle
06.11.10 Rostock – Stadthalle
08.11.2010 Schwerin – Capitol
09.11.2010 Halle/Saale – Steintor Variete
10.11.2010 Essen – Lichtburg

illute

Die Berliner Liedermacherin illute wird am 01.10. ihr Debütalbum immer kommt anders, als du denkst veröffentlichen. Ich will mein Faible für tiefgründige Fräulein-Musik nicht verhehlen, bin von den ersten Hörproben enorm angetan. Bitte einige Ausrufezeichen hinter das Wort Empfehlung denken.

16.09.10 Hannover – Feinkost Lampe
18.09.10 Kiel – Prinz Willy
19.09.10 Hamburg – Mobile Blues Club
20.09.10 Rostock – Momo
21.09.10 Leipzig – detektor.fm Studiokonzert
22.09.10 Erfurt – Peckhams
23.09.10 Jena – Kunsthof
24.09.10 Gera – Steinweg
25.09.10 Leipzig – Galerie Kunst und Bauschlosserei (K.U.B.)
01.10.10 Berlin – Lux (Record Release Party)

Alin Coen Band

Nochmals zarter Fräulein-Gesang, diesmal von der Alin Coen Band, deren neue Platte Wer bist du? von mir bereits hier als absolut ansprechend beurteilt wurde.


Alin Coen Band – Ich War Hier Live
Hochgeladen von Revolver_Promotion. – Entdecke weitere Musik Videos.

31.08.10 Leipzig – naTo
02.09.10 Chemnitz – Weltecho
05.09.10 Ulm – CAT
06.09.10 Tübingen – Voltaire
07.09.10 Stuttgart – merlin
08.09.10 Freiburg – Jos Fritz Cafe
09.09.10 Karlsruhe – Kohi
11.09.10 Stuttgart – Cafe Galao
14.09.10 Frankfurt/Main – Ponyhof
15.09.10 Wetzlar – Cafe Vinyl
16.09.10 Bonn – Klangstation
17.09.10 Aachen – Raststätte
18.09.10 Marburg – Havanna 8
21.09.10 Gera – Haus der Pioniere
27.09.10 Berlin – Privat Club
28.09.10 Hamburg – Prinzenbar
29.09.10 Köln – BLUE SHELL
30.09.10 München – 59:1
15.10.10 Halle – Riff-Club
16.10.10 Weimar – Kasseturm
18.10.10 Jena – Cafe Wagner

kleinstadthelden

Die kleinstadthelden bringen ab 10.09. den Silberling Osterholz-Scharmbeck unters Volk. Mein erster Eindruck der Scheibe ist noch nicht von überbordendem Enthusiasmus geprägt. Flockig ist die Chose allerdings allemal, schlecht geht anders, keine Frage. Wir werden im Rahmen unserer Vorberichterstattung zum Bundesvision Song Contest 2010, bei dem die Herren das Bundesland Bremen vertreten, im September noch mehrmals erwähnen.

03.09.10 Söhlingen – E-A-O Festival
04.09.10 Aurich – Dinis
14.09.10 Köln – TV Total
15.09.10 Stuttgart – Beat Club
17.09.10 Hannover – Cafe Glocksee
22.09.10 Jena – Rosenkeller
24.09.10 Wilhelmshaven – Pumpwerk
27.09.10 Frankfurt – Nachtleben
01.10.10 Berlin – Bundesvision Song Contest 2010

My Sister Grenadine

Als mir unlängst eine E-Mail ins Postfach flatterte, die ein Album von My Sister Grenadine anpries, konnte ich mit diesem Namen überhaupt nichts anfangen. Diese Unkenntnis ist nun beseitigt. Das Projekt von Vincenz Kokot praktiziert experimentelle Singer-Songwriter-Töne, welche zwar nicht jedermann gefallen dürften, aber das gewisse Etwas für Querschmecker bieten. Ich werde das am 20.08. veröffentlichte Subtitles & Paper Planes in den nächsten 2 Wochen noch mit einem eigenen Eintrag bedenken.

01.09.10 Berlin – Schokoladen (Record Release Party)
03.09.10 Dresden – Ostpol
04.09.10 Göttingen – Living Room Society
05.09.10 Hildesheim – Trillke Gut
06.09.10 Hamburg – Sweet Home
07.09.10 Kiel – Prinz Willy
08.09.10 Rostock – Peter Weiss Haus
09.09.10 Hamburg – Hasenschaukel
10.09.10 Erfurt – Stadtgarten
14.09.10 Fürth – Babylon Kino
15.09.10 Wien (A) – Fledermaus
18.09.10 Stuttgart – Café Galao
19.09.10 Frankfurt – Ponyhof (15:00 Uhr)
19.09.10 Darmstadt – Hoffart Theater (20:00 Uhr)

Francis International Airport / Ginga / Bilderbuch

Ich kann meine Enttäuschung nicht verbergen, dass es zu dem hier ans Herz gelegten Auftritt noch gar keine Rückmeldung gab. Nun ist mir schon klar, dass die erste Septemberhälfte in Berlin mit interessanten musikalischen Veranstaltung vollgespickt ist. Dennoch sollte man dieser Bestandsaufnahme der österreichischen Musikszene ein Ohr leihen. Am am 08. 09. sind im Maria am Ostbahnhof Ginga, Bilderbuch und Francis International Airport zu sehen. Die zu verlosenden Tickets sind nach wie vor mittels Abgabe eines Kommentars erhältlich. Also gefälligst aus den Puschen kommen!

08.09.10 Berlin – Maria am Ostbahnhof

SomeVapourTrails

Stippvisite 11/07/10

Hörtipp:

Es gibt Alben, die einfach unter den Tisch fallen. Zumindest unter meinen. Wenn ich da nicht ab und an zufällig hinunter spähe, dann würde sie dort wohl auch dauerhaft dahinsiechen. Schade, dass der Fortpflanzungstrieb von CDs sich bestenfalls auf Selbstreproduktion beschränkt, auch dies nur unter brennender Mithilfe. Was sich sonst unter meinem Tisch paaren würde, das könnte schon eine schräge Brut hervorbringen. Doch zurück zu einem im Mai auf dem renommierten Label Constellation erschienen Werk namens Monogamy. Das Land Of Kush’s Egyptian Light Orchestra massierte bereits 2009 – damals noch als Land Of Kush firmierend – mit der Platte Against The Day mein Verlangen nach exotischen, schwer in Genre-Schubladen zu verfrachtenden Klängen, die von der Plattenfirma mit „psych-arabic jazz orchestra“ charakterisiert werden. Wer hochgradig experimentellem Sound aus Prinzip nicht die nackte Schulter zeigt, der darf sich nach Erlauschen von Monogamy auf selbige klopfen. Geschmackssicheren Connaisseuren sollte besonders Fisherman Wonne bereiten.

Land Of Kush – Monogamy – PREVIEW by Constellation Records

Sommertipp:

Ich gehöre ja zur Spezies der Label-Fetischisten. Wenn ich von der grundsätzlichen musikalischen Ausrichtung eines Labels überzeugt bin, will ich es nach Kräften unterstützen. In diese Kategorie fällt analogsoul, das von Leipzig aus gehaltvolle Kost für Schleckermäuler serviert. Und als es mir diese Woche einen Dub-Remix des Tracks Dünner Tag der Singer-Songwriterin illute als Sommersong 2010 anpries, habe ich das auch mit einem gewissen Vertrauensvorschuss registriert. In der Tat entwickelt der Song schöne Entspanntheit samt feiner Textlichkeit. Die Dame kann etwas, da bin ich weiteren Hörproben nicht abgeneigt. Der kostenlosen Download ist hier erhältlich und allen Hitzegeschädigten dringend angeraten.

Konzerttermine:

14.07.10 Berlin – L.U.X
16.07.10 Leipzig – KUB

Entdeckertipp:

Eigentlich kaufe ich das klienicum fast alles ab. Was dort an Indie-Musik erwähnt wird, strotzt vor Klasse und Stil. Besonders beeindruckt hat mich unlängst an dieser Stelle erwähnter Charles Burst, der in die Kategorie derjenigen Singer-Songwriter gehört, die mit einer ungemein schönen Stimme auch eine Bestellung beim lokalen Pizza-Service vorträllern könnten, mir dabei Begeisterung entlocken würden. Auf der MySpace-Seite des Künstlers bitte einfach einmal Nights Out oder Blow The Fire Out anhören. Danke! (Einen kostenlosen Download findet man auf der Seite der Plattenfirma Ernest Jenning Record Co.)

Bimssteintipp:

Man kann die Schrunden des Sommers gut abrubbeln, indem man die Hitze mit Kälte abschmirgelt. Dazu würde sich zwecks Kalauerei eine kühle Blonde aus Schweden anbieten. Schade, dass die dunkelhaarige Emilie Lund nicht das Klischee erfüllt. Eine gerüttelt Maß an nordischer Kühle darf man der folkig aufgelegten Dame aber auf alle Fälle attestieren. Und freilich haben die Kollegen bereits da und dort im letzten Herbst darüber berichtet, aber mir sitzt halt der Schalk im Nacken. Samba-Klänge hebe ich mir für den Weihnachtsbaum auf und Schwermütigkeit gerne auch mal für das schweißtreibende Jetzt. Die selbstbetitelte EP ist als kostenloser Download verfügbar.

Videotipp:

Die Kanadierin Hannah Georgas hatte ich schon im Rahmen einer früheren Stippvisite erwähnt. Nun sei nochmals auf sie verwiesen und das nette Video zu dem wirklich quirligen Song Bang Bang You’re Dead gepostet. Bleibt aber so was von hammergeil im Ohr hängen, ey!

Diskussionstipp:

Ich kann es nicht mehr hören, dass Musiker selbst schuld sind, wenn sie keine vernünftigen Geschäftsmodelle entwickeln, um mit ihrer Musik auch Geld zu verdienen. Dazu werde ich in den nächsten Tagen noch einmal ein paar Gedanken beisteuern. Für heute soll auf folgenden Meldung verwiesen werden: Study: Less Than 5% Of Indie Artists Make A Living. Nun könnte man das als schiere Propaganda der Musikindustrie abtun. Ob das die musikalischen Hungerkünstler auch so sehen?

Das soll es heute wieder gewesen sein. Viel Vergnügen mit den Empfehlungen.

SomeVapourTrails