Free Mp3 von den Urvätern des Britpops: James – Not So Strong

james Foto: Andy Fallon

James gehören zu den Vorreiter der Britpop-Bewegung und sind vollkommen zu Unrecht in den Hintergrund getreten. Heute wird eh alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist und irgendwie so nach britischem Indie-Rock klingt, als Britpop getagged. Weiter als bis zu Oasis reicht bei dem meisten das Gedächtnis leider nicht zurück.

Vielleicht sind James nicht rüpelhaft genug um für Schlagzeilen zu sorgen, zumindest nicht mehr. In den frühen Tagen, hat schon das eine Bandmitglied dem anderen mal auf die Nase gegeben 😉

Zwischenzeitlich ging man sich dann auch lieber aus dem Weg und Sänger Tim Booth wandelte als Schauspieler über die Bretter der Welt, besann sich dann aber 2007. Und trommelte (oder sang) seine Bandmitglieder wieder zusammen: Larry Gott (Gitarre), Jim Glennie (Bass), Saul Davies (Gitarre, Violine, Percussion) Mark Hunter (Keyboards), Dave Baynton-Power (Schlagzeug) und Andy Diagram (Trompete, Percussion).

Die nun gereiften Herren touren fleißig und erfreuen sich einer treuen, aber nicht die Charts erreichenden Fangemeinde, zu der auch ich zähle.

Gegründet haben sich James 1981 in Manchester – den internationalen Durchbruch schafften sie an der Schwelle zu den 90ern mit den Songs „Sit Down“ und „Laid.“

James – Sit Down (1989)

James – Laid (1993)

Mein absoluter Lieblingssong ist jedoch:

James – Getting Away with It (All Messed Up) (2001)

2008 veröffentlichten James ihr Comeback-Album Hey Ma, welches ausgerechnet den Song nicht enthielt, der auf der folgenden Tour zum Fan-Liebling wurde:

James – Not So Strong (2009)

Diesen gibt’s jetzt auf ihrer Homepage wearejames.com nach Email-Registrierung gratis.

Links: myspace.com/jamesisnotaperson, wearejames.com

Lesetipp: Wikipedia Artikel über James – sehr ausführlich und gut geschrieben. Hier erfährt man auch wie es zur für die Internetwelt denkbar ungünstigen Namensgebung kam. Immerhin, sie nehmen’s mit Humor, wie man u.a. an der Myspace URL sieht. James ist keine Person – sondern eine Band, die sich zu kennen lohnt!

DifferentStars

500 essentielle Songs der Dekade – Teil 1

Wer dieser Tage Pitchfork ansteuerte, durfte mit hochgezogener Augenbraue die 500 wichtigsten Tracks dieser Dekade begutachten – oder vielmehr belächeln. Was hier inmitten verdienter Glanztaten an Schrecklichkeiten zu finden ist, deutet durchaus darauf hin, dass Plattenfirmen manch Sänger eine kräftige Fürsprache angedeihen haben lassen. Kelly Clarkson auf Platz 21 kann nur ein wirklich geschmacksverschleimtes Hirn ersinnen. Insgesamt ist diese Liste eine derart dumme, ärgerliche, in die Irre führende Angelegenheit, dass man sie nicht geflissentlich ignorieren kann und darf. Gerade Leute, die sich mit Musik eben kaum bis gar nicht beschäftigen, kommen am Ende durch solch Aufzählung auf den komplett absurden Gedanken, wonach der Mist, den Beyoncé verzapft, tatsächlich die Krone der audiophilen Hochgenusses sei.

Darum wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten hier eine in jeder Hinsicht vielfältigere Auswahl präsentieren.  500 Songs dieser Dekade – in feinster subjektiver Manier handverlesen und durchaus mit einem gerüttelt Maß an objektivem Anspruch. Heute beginnen wir mit den ersten 50 Liedern.

500Tracks(Teil1)

kingdomofrustDovesKingdom Of Rust (2009)

bringmetheworkhorseMy Brightest DiamondWe Were Sparkling (2006)

straightfromthefridgeJames HardwaySpeak Softly (2002)

skilligansislandThirstin Howl IIIWatch Deez (feat. Eminem) (2002)

gulagorkestarBeirutPostcards From Italy (2006)

frenchteenidolFrench Teen IdolShouting Can Have Different Meanings (2005)

addinsulttoinjuryAdd N to (X)Plug Me In (2000)

convictpoolCalexicoAlone Again Or (2004)

pleasedtomeetyouJamesGetting Away With It (All Messed Up) (2001)

James – Getting Away With It

James – Getting Away With It (All Messed Up)

Zu meiner Schande muss ich gestehen, die besten Jahre meines Lebens habe ich verschwendet an Coldplay und ähnliches. Aber vielleicht ist Musikgeschmack ja so ein bisschen wie guter Wein, der muss erst reifen. Andererseits halten es viele Bausparvertrags- und VW-Golf-Besitzer für ein Zeichen gepflegter Indiekultur, auf Grillpartys Coldplay CDs zum Besten zu geben.

Zu meiner Ehrenrettung muss ich jetzt hinzufügen, Placebo höre und liebe ich doch schon sehr lange. Gestern Abend erlebte ich dann einen Moment der besonderen Blöße als Musikkennerin. Im Abspann von The Big White lief Getting Away With It und ich bzw WIR hatten keine Ahnung von wem das ist. Klingt ein bisschen wie Placebo – fachsimpelte SomeVapourTrails – ohne wirklich genauere Hinweise geben zu können.

Google war da hilfreicher – mir schoss die Schamesröte ins Gesicht, wie konnte nur eine Band wie James so an mir vorbei gegangen sein. Immerhin gibt’s die schon seit meiner Grundschulzeit und hätten  perfekt zur Ausbildung meines Musikgeschmacks beitragen können.

Placebo blieben wohl nicht unbeeinflusst – so herum wird ein Schuh daraus.

Link: www.wearejames.com

DifferentStars