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BuViSoCo 2011 – Eine kurze Analyse

Jedwede Castingshow sendet sich hierzulande in den Quotenhimmel, wenn sie nur genügend musikalische Flitzpiepen aufzumischen vermag. Stefan Raab überbietet in Sachen Musik das Stammtischniveau des Rabaukensenders RTL. Das ist zweifelsohne kein Kunststück, aber zumindest eine löbliche Ausnahme. Wenn Raab also zum Bundesvision Song Contest bittet, mehrheitlich seriöse Musiker zum Wettstreit einlädt, sollte man dies zumindest wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Die diesjährige Ausgabe des BuViSoCo führte jedenfalls wieder vor Augen, was die großen Plattenfirmen so im Repertoire haben. Von in den Charts erprobten Acts über hoffnungsvolle Newcomer bis hin zu Künstlern, die niemals den Durchbruch schaffen werden. Eine bunte Mischung, der jedoch kein besonderer Quotenerfolg beschieden war. Warum eigentlich?

Natürlich haben solche Events eine Halbwertszeit von wenigen Stunden. Ist eine Analyse des vorgestrigen Contests das Aufwärmen kalten Kaffees. Denn außer Fanclubs und Anverwandtschaft scheint dieses Jahr ja kaum jemand zugesehen, geschweigen denn für die Bands gevotet zu haben. Anders lässt sich das Abschneiden mancher Musiker nicht erklären. Wie zum Teufel kann sich ein gewisser Flo Mega auf den zweiten Platz verirren? Da müssen sämtliche Schwippschwager von Papa Flo und allerlei Erbtanten von Mama Mega zum Hörer gegriffen haben. Dass sich der Bremer Flo Mega aus der Charismamottenkiste eines Joe Cocker bedient und Stevie Wonder die Brille geklaut hat, rechtfertigt noch lange nicht Platz 2. Und was haben Stuttgart 21 und Glasperlenspiel gemein? Beide sind unterirdisch. Echt hat es auf Platz 4 geschafft und auch gefühlte tausend Hördurchläufe später will sich mir die Qualität des Beitrags aus Baden-Württemberg nicht und nicht erschließen. Haben wir es hier nicht mit der Sorte Musik zu tun, welche dann bestens funktioniert, wenn man eben nicht richtig hinhört? Zumindest der Siegertitel vermochte ein ganz klein wenig mehr zu bieten. Der Berliner Tim Bendzko lieferte mit dem eitlen Wenn Worte meine Sprache wären eine solide Performance. Wenn der Herr beim Texten auf die Schmachtbremse treten würde, ja wenn Worte tatsächlich seine Sprache wären, dann könnte mein Urteil gnädiger ausfallen. Das abstimmende Publikum schien musikalischen Sachverstand im Mittelfeld zu verorten. Jupiter Jones (Rheinland-Pfalz) brachten es auf eine soliden 6. Rang, Thees Uhlmann für Hamburg auf Platz 8. Schlimmer erwischte es Kleinode wie Ich war hier von der Alin Coen Band, die sich mit einem ungerechtfertigten Platz 12 zu begnügen hatten, oder Tu’s nicht ohne Liebe der Vertreter für Sachsen-Anhalt Flimmerfrühstück mit Rang 13. Während Alin Coen mit ihrem unspekatulären Vortrag einfach nicht für eine Show geschaffen ist, vielmehr im intimeren Rahmen eines Club-Konzerts reüssiert, haben Flimmerfrühstück ein gutes Händchen für die Komposition, aber ein gesangliche Ungelenkigkeit, die entweder auf mangelndes Talent oder Unsicherheit zurückzuführen ist. Eigentlich würde ich dieser Abfuhr ja auf die Sucht des Publikums nach großer Bühnenshow und massig Sex-Appeal schieben, aber weder der übliche Trash aus NRW, diesmal in Gestalt von Frida Gold (Platz 7) noch Jennifer Rostock (8. Rang) konnten sich damit entscheidend in Szene setzen. Ein bemerkenswerter Umstand. Zwei Verlierer des Abends will ich so nicht akzeptieren. Der Bayer Andreas Bourani scheint mir als sehr guter Performer mit ausgezeichneter Stimme doch weit unter dem Wert geschlagen (Platz 10). Eisberg hätte sich wesentlich mehr verdient, gerade weil der Track angenehm im Mainstream verhaftet ist. Und warum Juli, bekanntlich Stammgäste in den Charts, mit der 08/15-Ballade Du lügst so schön lediglich aus dem heimatlichen Hessen Punkte bekamen und sich mit dem vorletzten Platz begnügen mussten, will sich mir nicht ergründen, lässt mich an eine technische Panne denken.

In der Gesamtschau lässt sich keine wirkliche Tendenz erkennen, reiht sich Qualität an Mittelmäßigkeit, gut gemachter Aktionismus (Kraftklub) an ernsthaften Rock, wurde Ramsch ins letzte (Muttersöhnchen für Schleswig-Holstein) und ins erste Drittel (bereits erwähnt: Glasperlenspiel) der Wertung votiert. Wenn der Bundesvision Song Contest den Plattenfirmen etwas lehrt, dann wohl die Erkenntnis, dass man den Abend als reines Promo-Spektakel bewerten sollte und Rückschlüsse auf etwaige Chart-Platzierung sinnlos scheinen. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass ein Flo Mega in den Hitparaden über Juli oder Jennifer Rostock zu stellen ist? Nie und nimmer.

 

SomeVapourTrails

BuViSoCo 2011 – Unser Ranking, unsere Prognose

Der Bundesvision Song Contest scharrt in den Startlöchern. Die Clips der teilnehmenden Interpreten haben wir bereits hier aufgelistet. Am 29.09.2011 wird diese Leistungsschau deutschsprachiger Musik wieder auf Pro7 ausgestrahlt. Diesmal aus der Kölner Lanxess Arena. Natürlich kann man nicht wirklich von einer Leistungsschau sprechen, weil Labels manch Künstler ins Rampenlicht zerren, nach denen nun wirklich kein Hahn kräht. Oft sind auch Acts zugegen, denen man auch den winzigsten Funken Kreativität getrost absprechen darf. Meist – aber längst nicht immer – sind dies die Sieger dieses Bewerbs. Wie beispielsweise Unheilig, Sieger von 2010. Aber dem unseligen Griff in den Schmalztopf steht eben auch ein Peter Fox gegenüber, der 2009 völlig zurecht gewann. 2011 unterscheidet sich von den Jahren zuvor speziell dadurch, dass es wenig tolle Titel gibt. Haben im Vorjahr noch Selig und Silly intelligente Texte und eingängige Songs offeriert, mangelt es den diesjährigen Teilnehmern am goldenen Händchen. Sicher, gute Lieder findet man zur Genüge, aber gut ist keineswegs sehr gut. Die werte Co-Bloggerin und ich haben die Lieder einer kritischen Bewertung unterzogen und ich habe mich sogar an eine Prognose gewagt. Mal sehen…

Wertung & Prognose (SomeVapourTrails)

1.) Thüringen – Alin Coen Band – Ich war hier
Begründung: Ein intelligent getextes Lied samt kräftigem Refrain, der sich lieber eines Augenzwinkerns bedient, anstatt auf der Gefühlsklaviatur rauf und runter orgeln zu wollen. Alin Coen beherrscht sachte Zwischentöne, bietet aber auch einen satten Ausdruck. Wo Sängerinnen oft piepsig-fragil dahinträllern, gibt Coen starke Nachdenklichkeit. Solch Mischung wird von der Masse mangels Spektakel oder Sex-Appeal meist überhört, andererseits hat sich Alin Coen bereits ein gute Fanbase erspielt, daher prognostiziere ich Platz 10.

2.) Mecklenburg-Vorpommern – Jennifer Rostock – Ich kann nicht mehr
Begründung: Ich anerkenne die Meriten von Jennifer Rostock durchaus. Der druckvolle Song mit dramatischem Refrain ist handwerklich gut gemacht, verschließt sich nicht dem längst überfälligen Single-Chart-Erfolg. Platz 2 scheint realistisch.

3.) Rheinland-Pfalz – Jupiter Jones – ImmerFürImmer
Begründung: Gleich vornweg, ich schätze die markante, mit Ecken und Kanten versehene Stimme von Nicholas Müller. Dies Merkmal und die clevere Lyrics lassen mich einen Song von Jupiter Jones stets sofort als solchen erkennen. „Die Runde Schweigen geht auf mich“ heißt es in diesem rockigen Lied, vielleicht die beste textliche Anregung in diesem Jahr. Ungerechterweise wohl nur Platz 6.

4.) Niedersachsen – Bosse feat. Anna Loos – Frankfurt Oder
Begründung: Axel Bosse führt uns an einen tristen Ort namens Frankfurt (Oder). Ich komme mit diesem Song nicht wirklich klar. Ich sollte ihn wohl als launiges Liebesduett begreifen, dessen Harmonie selbst in der Spießigkeit elterlicher Gartenpavillons gedeiht. Das Album Wartesaal bietet weitaus bessere Tracks auf, allerdings möchte ich den angenehm herben und erwachsenen Charme, den Loos versprüht, durchaus wertschätzen. Platz 7 ist keine Überraschung.

5.) Sachsen-Anhalt – Flimmerfrühstück – Tu’s nicht ohne Liebe
Begründung: Ein kleines, feines Liedchen mit Saxofon-Einsatz, der an Baker Street erinnert. Gesanglich klingt es etwas ungelenk, aber der positive Eindruck überwiegt. Bedauerlicherweise werden dies die Zuseher anders sehen: Platz 14.

6.) Hamburg – Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
Begründung: Irgendwie Indie will Uhlmann sein, verdammt gefinkelte Texte fabrizieren und nicht zuletzt auch gefühlte tausend musikalische Schweißtropfen vergießen. Der Vorsatz ehrt den Herren. Der Umstand, dass er all das eben knapp nicht einzulösen vermag, liegt in Übermotivation begründet, keineswegs mangelt es an Talent. Vieles scheint originell und gelungen, freilich schiefreimt mir Uhlmann zu oft. Der Herr ist Kult, ergo Platz 5.

7.) Bayern – Andreas Bourani – Eisberg
Begründung: Oh Mensch, so gefühlvoll! Eisberg könnte sogar kettenhemdige BHs durchdringen und sich sogleich ins weibliche Herz schmiegen. Ich darf Bourani zugute halten, dass er dabei die Kitschgrenze nie überschreitet. Nicht zuletzt deshalb wird seine Teilnahme am BuViSoCo nicht zu einem Trip mit der Titanic. Platz 8.

8.) Hessen – Juli – Du lügst so schön
Begründung: Meine Sympathien gehören Juli, jedoch weniger dieser biederen, unterkühlten Ballade, die vor sich hin lahmt. Derartiges 08/15-Schema hat man schon in besserer Ausführung erlebt, auch von Juli selbst. Die Fangemeinde ist aber groß genug: Platz 4.

9.) Sachsen – Kraftklub – Ich will nicht nach Berlin
Begründung: Eine rotzige Attitüde, welche so cool ist, dass sie gar nicht hip oder chic sein möchte, trägt ein ordentliches Pfund auf der Schulter. Der griffige satirische Text mit reißerischer Aussage steht einem musikalischen Patchwork entgegen, das Hip-Hop mit Punk und Indie-Rock zusammenmurkst. Platz 11 dürfte eventuell sogar tief gegriffen sein.

10.) Berlin – Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
Begründung: Dampfplaudernd-schmachtender Hybrid aus Xavier Naidoo und Philipp Poisel. Doch wo genannte Herren substantielle Lyrics vorweisen können, gibt Bendzko eitle Zurückhaltung vor. Denn entgegen seiner Beteuerung keine geeigneten Worte zu finden, benutzt er leider viele. Die Vorzeichen allerdings stehen auf Sieg. Platz 1!

11.) Bremen – Flo Mega – Zurück
Begründung: Was kennzeichnet einen feinen Song, wenn nicht der Umstand, dass man ihn nicht schnell aus den Ohren bekommt. Flo Mega jedoch bietet vergessenswertes Mittelmaß an. Da hilft alles Engagement nichts, wenn die Komposition recht uninspiriert vor sich hin tönt. So winkt Platz 16.

12.) NRW – Frida Gold – Unsere Liebe ist aus Gold
Begründung: Nur damit wir uns richtig verstehen. Unsere Liebe ist aus Gold ist der mit Abstand beste Song des heurigen Jahres. Wer eine Unplugged-Version des Titels hört, spitzt sofort die Ohren. Aber diese Umsetzung in billigster Disco-Aufmachung wiegt schwer.  Aus diesem Lied eine Trash-Nummer zu machen, das will ich der Band nicht verzeihen. Solange Sängerin Alina Süggeler geradezu zwanghaft einen überflüssigen Sex-Appeal versprühen möchte, kann ich über Frida Gold nur voll Verdruss den Kopf schütteln, trotz Platz 3.

13.) Baden-Württemberg – Glasperlenspiel – Echt
Begründung: Das wäre vor 10 Jahren schon Ramschware von der Stange gewesen, die weder durch Lyrics, Musik oder Vortrag irgendwie ins Auge springt. Ein Song, der bestenfalls als Radioberieselung eine Existenzberechtigung erwirkt. Platz 12 ist das zu erreichende Optimum.

14.) Saarland – Pierre Ferdinand et les Charmeurs – Ganz Paris ist eine Disco
Begründung: Eine Kriegserklärung an Frankreich. Französischer Akzent klingt nur bei Franzosen gut. Nun, vielleicht noch, wenn meine werte Co-Bloggerin damit parliert. Welche Sorte Charme möchten diese angeblichen Charmeure verbreiten? Gewollte Witzigkeit ist keine Tugend. Wenn Damen mit Problemen mit dem Dispo sich vom Sänger nach Hause begleiten lassen, dann muss ich das nicht goutieren. Das Publikum wird den Song abstinken lassen: Platz 15.

15.) Brandenburg – Doreen – Wie konntest du nur?
Begründung: Markerschütternd-pathetische Anklage einer Verlassenen. Nicht nur vom Liebsten, sondern auch von allen guten musikalischen Geistern. Da Doreen in der Wahrheit die Klarheit sieht, will ich auch schonungslos ehrlich sein: Dieser Song ist so unnötig wie strunzlangweilig. Gute Voraussetzung für Platz 9 in der Endwertung.

16.) Schleswig-Holstein – Muttersöhnchen – Essen Geh’n
Begründung: Geht es primitiver? Was Essen geh’n, was Trinken geh’n, was Ficken geh’n, soll dieser mit Electro-Mist unterlegte Hedonismus der Raison d’être sein? Für geistige Tiefflieger vielleicht. Prolls aus ganz Deutschland werden Muttersöhnchen auf Platz 13 bescheren.

Wertung (DifferentStars)

Sie begründet die Liste nicht, will sie aber als Korrektiv zu meiner Einschätzung verstanden wissen.

1.) Berlin – Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
2.) Niedersachsen – Bosse feat. Anna Loos – Frankfurt Oder
3.) Bayern – Andreas Bourani – Eisberg
4.) NRW – Frida Gold – Unsere Liebe ist aus Gold
5.) Hessen – Juli – Du lügst so schön
6.) Hamburg – Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
7.) Rheinland-Pfalz – Jupiter Jones – ImmerFürImmer
8.) Sachsen – Kraftklub – Ich will nicht nach Berlin
9.) Thüringen – Alin Coen Band – Ich war hier
10.) Mecklenburg-Vorpommern – Jennifer Rostock – Ich kann nicht mehr
11.) Bremen – Flo Mega – Zurück
12.) Baden-Württemberg – Glasperlenspiel – Echt
13.) Saarland – Pierre Ferdinand et les Charmeurs – Ganz Paris ist eine Disco
14.) Sachsen-Anhalt – Flimmerfrühstück – Tu’s nicht ohne Liebe
15.) Schleswig-Holstein – Muttersöhnchen – Essen Geh’n
16.) Brandenburg – Doreen – Wie konntest du nur?

SomeVapourTrails

Bundesvision Song Contest 2011 – Die Teilnehmer

Update (24.09.): Habe nun allerlei Infos (offizielle Clips und Streams, Veröffentlichungstermine) zu den teilnehmenden Songs zusammengetragen. ->HIER<- gibt es zudem auch noch ein Ranking der Teilnehmer. Sogar an eine Prognose habe ich mich gewagt.

Das sieht man sich zur Abwechslung mal wieder abends TV total an und prompt erfährt man die Teilnehmer am Bundesvision Song Contest 2011. Mir ist die heimische Musikszene eigentlich nicht unvertraut, und sei es nur durch ungezählte Promo-Mails, die große Versprechungen abgeben und sie in der Regel selten einlösen. Die diesjährige Liste freilich lässt mich noch mit vielen Fragezeichen zurück, klingt nichtssagender als die der Teilnehmerjahrgang von 2010. Weder Glasperlenspiel, Muttersöhnchen noch Kraftklub habe ich zuvor gehört. Manche der bekannteren Acts wiederum würde ich liebend gerne aus dem Gedächtnis streichen. Frida Gold etwa zählen für mich zu den überschätzten deutschen Acts, Jennifer Rostock habe ich auch nicht wirklich ins Herz geschlossen, wenngleich das eine oder andere Lied der Formation durchaus akzeptabel ist. Die Alin Coen Band beispielsweise habe ich ja bereits in der Vergangenheit auf diesem Blog mehrfach gelobt und nur ganz wenig getadelt. An großen Namen mangelt es 2011 hingegen, sieht man von Juli ab. Auch wenn  noch keine Songs feststehen, mit denen um den Sieg gerittert werden soll, könnte ich mir unter anderem die stets ein bisschen unterbewerteten Jupiter Jones als Anwärter vorstellen. Wir jedenfalls möchten uns auch 2011 wieder ausgiebig dem dieses Jahr in Köln stattfindenden Bundesvision Song Contest widmen, bis zum 29.09. den einen oder anderen Indie-Act entdecken und bei entsprechender Güte hier näher vorstellen. Schaut also ab und an mal vorbei…

Baden-WürttembergGlasperlenspielEcht
aus dem Album: Beweg dich mit mir (VÖ 30.09.11)


Glasperlenspiel — Echt – MyVideo

Auftritt bei TV total: 08.09.2011

BayernAndreas BouraniEisberg
aus dem Album Staub und Fantasie (VÖ 10.06.11)


Andreas Bourani — Eisberg – MyVideo

Auftritt bei TV total: 19.09.11

BerlinTim BendzkoWenn Worte meine Sprache wären
aus dem Album Wenn Worte meine Sprache wären (VÖ 17.06.11)

Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären from Columbia Deutschland on Vimeo.

Auftritt bei TV total: 05.09.2011

BrandenburgDoreenWie konntest du nur?
aus dem Album Vorsicht zerbrechlich (Vö 02.09.11)


Doreen – Wie konntest du nur von universalmusicdeutschland

Auftritt bei TV total: 14.09.2011

BremenFlo MegaZurück
aus dem Album Die wirklich wahren Dinge (VÖ 30.09.11)

Auftritt bei TV total: 06.09.2011

HamburgThees UhlmannZum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
aus dem Album Thees Uhlmann (VÖ 26.08.11)

HessenJuliDu lügst so schön (Stream auf Simfy)
aus dem Album In Love (VÖ 17.09.10)

Mecklenburg-VorpommernJennifer RostockIch kann nicht mehr
aus dem Album Mit Haut und Haar (VÖ 29.07.11)

NiedersachsenBosse feat. Anna Loos – Frankfurt Oder
aus dem Album Wartesaal (VÖ 25.02.11)

Auftritt bei TV total: 07.09.2011

NRWFrida GoldUnsere Liebe ist aus Gold (Auftritt bei tape.tv)
aus dem Album Juwel (VÖ 15.04.2011)

Frida Gold
Tags: <a href=“http://www.viva.tv“>Viva TV</a>

Rheinland-PfalzJupiter Jones  – ImmerFürImmer
aus dem Album Jupiter Jones (VÖ 25.02.2011)

Auftritt bei TV total: 13.09.2011

SaarlandPierre Ferdinand et les CharmeursGanz Paris ist eine Disco
aus dem Album Moulin Groove (VÖ 16.09.11)

Auftritt bei TV total: 20.09.11

SachsenKraftklubBerlin (nichts zu finden)
aus dem Album Mit K (VÖ 20.01.12)

Auftritt bei TV total: 21.09.11

Sachsen-AnhaltFlimmerfrühstückTu’s nicht ohne Liebe
aus dem Album In allen meinen Liedern (VÖ 23.09.11)

Auftritt bei TV total: 15.09.2011

Schleswig-HolsteinMuttersöhnchenEssen Geh’n
aus dem Album 1 (VÖ 30.09.2011)

Auftritt bei TV total: 22.09.11

ThüringenAlin Coen BandIch war hier
von der EP Einer will immer mehr (VÖ 16.09.11)


Alin Coen Band — Ich war hier – MyVideo

Auftritt bei TV total: 12.09.2011

Link:
Teilnehmerliste auf tvtotal.prosieben.de

SomeVapourTrails

500 essentielle Songs der Dekade – Teil 2

Auch dieses Mal wollen wir eine bunte Mixtur an bekanntem und unbekanntem, wichtigem und besonders wertvollem Liedgut vorstellen. Und obzwar Listen immer den Geschmack des Erstellers widerspiegeln, haben wir doch versucht über den Tellerrand zu lugen. So mag ob des Haareraufens nun das eine oder andere davon in der Suppe schwimmen. Dennoch wollen wir uns ans  Servieren machen – umso mehr, da wir der bloggenden Nachbarschaft mit dampfender Terrine und gutem Vorbild voranschreiten. Teil 1 offerierte bereits jede Menge Leckerbissen, jetzt folgt der Nachschlag.

500Tracks(Teil2)

wallofarmsThe Maccabees – Love You Better (2009)

someofmybestfriendsaredjsKid Koala – Skanky Panky (2003)

ghostsofthegreathighwaySun Kil Moon – Glenn Tipton (2003)

kidaRadiohead – The National Anthem (2000)

whateveryouloveyouareDirty Three – I Offered It Up To The Stars & The Night Sky (2000)

keystotheworldRichard Ashcroft – Words Just Get In The Way (2006)

siberiaEcho & The Bunnymen – In the Margins (2005)

championsoundJaylib – Champion Sound (2003)

lostchannelsGreat Lake Swimmers – Everything Is Moving So Fast (2009)

zMy Morning Jacket – Dondante (2005)

Kein Bärendienst

Wenn mehr oder weniger musikalische Minderleister Cover-Versionen genialer Hits in die Welt rausröhren, mündet dies gern in kakophonischen Katastrophen. Ab und an jedoch rettet die funkelnde Song-Perle das Unterfangen, übertüncht die Qualität des Songs das mediokre Talent des Interpreten. Oder auch nicht. Scooter beschallen mit ihren Sounds seit Jahren die Dancefloors, liefern den Soundtrack für trunkene, hemmungslos verblödete Partygänger. Dass die Techno-Bande nun ein Werk der Übergötter deutschen Sprechgesangs verhunzen darf – und dies auch noch hochoffiziell und mit dem zynischen Siegel „Tribut“ getarnt, wirft ein bezeichnendes Licht auf die soeben als Würdigung gedachte Doppel-CD mit dem Titel A Tribute to Die Fantastischen Vier.

XavierNaidoo
Xavier Naidoo überzeugt...

Wenn man sich Hinz und Kunz ins Haus holt und selbige ein Lied der Fanta 4 nachträllern lässt, sind Kollateralschäden einkalkuliert. Dass die Sangeskünste von Mario Barth eine sofortige Reanimation nötig machen und so Julis ehrenwerte Homage unter den Tisch fällt,  scheint zum Zwecke der Profitmaximierung fast gewollt. Und wenn Herr Barth auch bei dieser Gelegenheit einmal mehr herrlich unwitzig seine Freundin durch den Kakao zieht, sorgt das wiederum dafür, dass die Milch im Kakao in einer Geste der Selbstverstümmelung sauer wird.

MAXMUTZKE
Max Mutzke ebenfalls...

36 Acts sind dem Ruf des Fanta-4-Managers Andreas „Bär“ Läsker gefolgt und bekunden mit oft unzureichenden Mitteln ihre Zuneigung. Das kann teils in unfreiwilliger Komik münden, in schlichte Ärgernisse – aber auch erstklassige Ergebnisse zeitigen. Sobald Xavier Naidoo Krieger anstimmt, trennt sich die Spreu vom Weizen, wird mit Ernsthaftigkeit etwas Gutes vollbracht. Die aufgesetzte Lässigkeit vieler Künstler verrät, dass manchen jedoch der Arsch auf Grundeis gegangen ist.  Und so versuchte man auf witzig zu trimmen, was sich nicht für platte Kalauer eignet. Das sollten sich PUR mal ins Stammbuch schreiben. Max Mutzke hingegen deutet mit Seriosität und Inbrunst an, wie ein handfester Gewinner dieses Tribut-Albums aussieht. Massive Töne freilich dürfen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es keine Timbaland-Samples braucht, um an einem Fanta-4-Denkmal herumzustochern. Sogar der gern gelobte Clueso mit einer viel zu routinierten 08/15-Interpretation von Hoffnung versagt. Für die gewollt ordentliche Portion Trash-Faktor sorgt Thomas Anders – in dieser Hinsicht eine verlässliche Konstante.

MarioBarth
Herr Barth hingegen gibt dem Album den Gnadenschuss!

Würdigungen können mit künstlerischem Anspruch dahereiern, augenzwinkernd erschallen oder eben mit viel Tamtam der Götze Mammon ein schnödes Opfer feilbieten. Der Mastermind der Compilation, Bär Läsker, konnte sich allem Anschein nach für keine Variante entscheiden. Trotzdem ziert nun sein Konterfei oben kurz angerissenes Kuddelmuddel. Seinen Schützlingen hat er damit keinen Bärendienst erwiesen.

TributeFanta4
Bange Frage: Kündigen ihm die Fanta 4 nun die Freundschaft?

Dennoch lohnt sich ein ein Durchzappen durch das Album, eine Handvoll Perlen warten und liefern triftige Gründe dafür, weshalb Mp3-Downloads einzelner Songs die wirkliche Errungenschaft der letzten Dekade darstellen.

Link:

MySpace-Auftritt mit Hörproben

SomeVapourTrails