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Schatzkästchen 89: Kacy & Clayton – The Light of Day

2013 hatte ich auf das exzellente kanadische Duo Kacy & Clayton hingewiesen, mich an dem puristischen Folkalbum The Day Is Past & Gone ergötzt. Irgendwie sind mir die Beiden jedoch aus der Wahrnehmung entfleucht. Deshalb war ich dieser Tage umso erstaunter, welchen Weg das Duo mittlerweile eingeschlagen hat. Die neue Single The Light of Day kündigt das im August erscheinende Album The Siren’s Song an. Produziert wurde das Werk von keinem Geringeren als Jeff Tweedy. Und ja, das hört man! The Light of Day zumindest tönt in bester Roots-Rock-Tradition. Eine psychedelische Note und eine charmante Pedal-Steel-Gitarre verleihen dieser pfiffigen Nummer den Charakter eines Klassikers. Nur zu gut kann man sich ausmalen, dass der Song auch zu Zeiten der Hippies für Furore gesorgt hätte. Und wenn man sich das Cover der Platte so besieht, ist dieser Eindruck auch gewünscht.

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Ein Mehr als die Summe der einzelnen Teile – Kacy & Clayton

Es gibt simple Regeln, an deren Offensichtlichkeit man nie und nimmer rütteln sollte. Etwa wenn eine Bauernregel besagt: „Wenn es draußen dunkel ist, dann ist es Nacht“. Solch Logik ist schlichtweg entwaffnend. Und natürlich folgt auch die Musikbloggerei gewissen ehernen Gesetzmäßigkeiten. Im Dezember beispielsweise ist das Musikjahr längst gelaufen, da stellt man keine neuen Alben oder Songs mehr vor, sondern lässt alles Revue passieren, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Ich hebe mir das Beste des Jahres allerdings noch für die Zeit zwischen den Feiertagen auf und möchte heute lieber auf ein Album verweisen, das sich wohl auf keinen der derzeit grassierenden Jahresbestenlisten finden wird. Das ist schade, denn das kanadische Duo Kacy & Clayton hat mit The Day Is Past & Gone ein Folkalbum klassischen Zuschnitts fabriziert. Diese Platte verkörpert meinen Traum von musikalischem Glück. Gitarre und Gesang, viel mehr bietet es nicht auf. Und aus dieser Schlichtheit entsteht ein Mehr als die Summe der einzelnen Teile. Darin liegt für mich der Beweis für Talent, dass man aus wenig viel macht. Jeder Fernsehkoch kann mit einem Budget von 100 Euro ein leckeres Menü zaubern, aber die wirkliche Kunst besteht doch darin, mit nur 10 Euro in der Tasche Gaumenfreuden auszuhecken. Viele der größten Erfindungen sind nicht von Fachleuten mit Know-how, allerlei Maschinen und jeder Menge Zeit ausgetüftelt worden, sondern vielmehr von Laien nach Feierabend in einer kleinen Kaschemme auf einem Blatt Papier ersonnen worden. Kurzum, Kacy & Clayton zaubern mit einer überschaubaren Anzahl an eingesetzten Mitteln die ganz große Folk-Tradition hervor.

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